Bad Boys II (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von Klops

Bad Boys oder doch nur Schlaffis?

Pro:

lustig / actionreich / coole Sprüche / sehr gute Special Effects / makaber / gute Schauspieler

Kontra:

sehr unlogisch / teils schon ein wenig zu makaber / eindimensionale Charaktere

Empfehlung:

Ja

---Prolog---

Den ersten Teil von „Bad Boys“ habe ich mir schon vor einiger Zeit im Fernsehen geschaut und fand diesen ziemlich gut, sodass ich mich entschied, mir auch den zweiten Teil anzusehen, der wieder mit Martin Lawrence und Will Smith als Hauptdarsteller und einem fünfmal höherem Budget (140 Millionen US-Dollar) als beim Vorgänger aufwartet.

---Story---

Der Drogenboss Johnny Tapia umgeht die verstärkten Kontrollen der Amerikaner in punkto Schmuggel, indem er Ecstasypillen in Leichen versteckt und diese so in die USA bringt und die Pillen in den Clubs verteilt. Genau dies wollen Mike Lowrey und Marcus Burnett, die beiden Polizisten aus Miami, verhindern. Die beiden sind sich teils mal wieder ziemlich uneinig und besonders pikant wird es, als die beiden erfahren, dass Martins Schwester Syd, mit der Mike ein geheimes Verhältnis hat, Undercover für die DEA (amerikanische Drogeneinheit) arbeitet.

Als die beiden dann aber in einen wahnsinnigen Bandenkrieg geraten und Syd auch noch von Tapia nach Kuba entführt wird, reißen sich die beiden Cops aber doch zusammen und es kommt zum finalen Showdown...

Hier endet meine Inhaltsangabe. Ich habe die Story stark verkürzt, da ich nicht zu viel verraten möchte und Sinn und Zweck der Storybeschreibung aus meiner Sicht ist, die Sache auf den Punkt zu bringen und nicht jedes noch so kleine Detail zu verraten, denn wenn man alles weiß, macht es auch keinen Spaß mehr, ins Kino zu gehen...

---Kritik---

Viele werden sich jetzt sicherlich fragen, wie eine solch kurze Story in einen Film mit einer Laufzeit von 146 Minuten, also über zwei Stunden, verpackt werden kann. Einerseits wartet die Story zwar noch mit einigen Facetten oder Nebenplots, wie die vielen Streitereien von Lowrey und Burnett, auf, teilweise hatte ich aber auch leider das Gefühl, einige Szenen waren nur da, um den Film zu strecken, respektive um zu zeigen, was für tolle Special Effects man mit 140 Millionen US-Dollar Budget hervorzaubern kann, denn einige Szenen sind scheinbar nicht da, um die Story fortzusetzen, sondern vielmehr um einen Rahmen für die – zugegebenermaßen tollen – Effekte zu schaffen. Besonders eindrucksvoll ist hier eine Verfolgungsjagd, in der eine Gang mit einem Autotransport flüchtet und den Verfolgern der Polizei ihre Ladung entgegenschleudert- am Ende muss sogar ein Boot dran glauben. Dass Lowrey und Burnett an dem Chaos nicht ganz unschuldig sind, dürfte klar sein, aber wer glaubt, dies wäre die größte Actionszene, der sieht sich getäuscht, denn das Ende übertrifft an Special Effects wirklich nochmal alles vorher im Film gesehene. Klar, dass die Logik da auf der Strecke bleibt, aber wer geht denn schon in solch einen Film, um Logik zu sehen? Man sollte sich mit der Erwartung, dass es kracht und ballert, wo es nur geht, „Bad Boys 2“ ansehen, denn sonst wird man keinen Spaß an dem Film haben. Lowrey und Burnett laufen aufrecht durch das Kampfgeschehen, werden aber nicht von einer einzigen Kugel getroffen, und schießen ganz nebenbei noch etliche Feinde ab. Und wenn Burnett dann doch mal getroffen wird, dann in den Allerwertesten und auch noch von seinem Partner Lowrey. Dass dabei genau noch Nerven getroffen werden, die eine Erektion bei Burnett verhindern, wird im Film natürlich schamlos als Running Gag ausgenutzt und erst beendet, als Burnett nach Ecstasypillen wieder zu seiner Frau gebracht werden will, weil sich doch wieder etwas regt. Diese ganze Szene mit den Ecstasypillen ist schon ziemlich komisch. Aus einer an sich ernsten Situation (Lowrey und Burnett sind im Leichenschauhaus und schneiden Leichen auf, um dort Ecstasy zu suchen) entsteht auf einmal eine sehr komische Szene, über die ich trotz aller Flachheit lachen musste.

Und nicht nur diese Szene verleiht „Bad Boys 2“ den nötigen Schuss Humor, sondern auch noch etliche andere Szenen. Seien es nun die ewigen Streitereien zwischen Burnett und Lowrey oder einfach nur die Wutausbrüche des Chefs der beiden – etwas zum Schmunzeln gibt es immer. Und diese Szenen stehen im wunderbaren Kontrast zu den ersten Szenen, die ansonsten im Film Vorrang haben. Lowrey und Burnett sind als Kammerjäger verkleidet in Tapias Wohnung, um Wanzen zu verteilen, als Burnett Lowrey auf einmal mitteilt, dass Ratten in der Missionarsstellung poppen. So niveaulos das auch sein mag, geht man in der richtigen Stimmung ins Kino, kommt das alles komisch rüber. Auf Slapstick wurde zum Glück größtenteils verzichtet, meistens besticht der Film durch den unglaublichen Wortwitz der beiden Hauptakteure, aber auch durch sonstige witzige Anspielungen oder Sprüche. Ein bisschen (oder auch sehr) makaber wird es übrigens auch, als Lowrey und Burnett einen Leichenwagen verfolgen und aus diesem nach und nach die Toten herausfallen, allerdings wird diese etwas eklige Szene schnell wieder von einem sehr witzigen Wutausbruch des Chefs von Burnett und Lowrey verdrängt.

In den 146 Minuten des Filmes geht der Blick selten bis gar nicht auf die Uhr, denn Leerlauf oder langweilige Phasen gibt es aus meiner Sicht in „Bad Boys 2“ nicht, denn dafür sind die Actionszenen einfach zu flott und es passiert viel im ganzen Film. Die FSK 16 ist aus meiner Sicht absolut gerechtfertigt, denn streckenweise ist der Film doch relativ brutal, was alleine durch die vielen Schießereien, in denen auch ziemlich viele Details gezeigt werden, eigentlich schon vorprogrammiert ist. Ich bin in der Beziehung nicht gerade zartbesaitet, daher haben mir die recht brutalen Szenen auch nichts ausgemacht; wer allerdings kein Blut sehen kann, sollte den Film auf jeden Fall meiden. Als dann aber ein Russe, der eigentlich mit Tapias Leuten nur Wein trinken wollte, in mehreren Teilen in einer Tonne bei seinem Chef abgeliefert wird, damit der Chef des Russen, einen Vertrag unterschreibt, der Tapia seine Clubs und Discotheken überträgt, so ist diese Szene eher sehr makaber, als eklig oder schrecklich (zumindest habe ich dies so empfunden).

Natürlich ist die ganze Geschichte fast vollständig auf die beiden Hauptdarsteller zugeschnitten, die beide einen souveränen, ihren Rollen perfekt angepassten Job machen, ohne großes schauspielerisches Handwerk zu verrichten. Will Smith, als Mike Lowrey, ist wieder als Frauenheld von der Partie und hat immer wieder flotte und freche Sprüche auf Lager, die Burnett teilweise in wirklich peinliche Situationen bringen. Lowrey kann aber neben allen Scherzen auch ernst sein und sich wie ein wirklicher Polizist verhalten. So will er Burnett wegen dessen Problemen in der Unterleibsgegend trösten – dumm nur, dass dieses sehr intime Gespräch in einem Videoladen auf allen Bildschirmen übertragen wird und etwas falsch herüberkommt. Von Smith wird also verlangt, den coolen und lustigen Action- und Frauenhelden zu spielen und das macht er auch wirklich gut. Dennoch muss ich sagen, dass Martin Lawrence als Marcus Burnett, Will Smith wirklich ebenbürtig ist. Oft musste ich über Burnetts Tollpatschigkeit oder einfach nur dessen Wutanfälle lachen, nach denen er sich selbst immer mit dem Wort „Whosa, Whooooosa!“ beruhigt. Die Szene, in der Burnett versehentlich Drogen genommen hat und Lowrey und er dann ihren Chef besuchen, ist mir besonders in Erinnerung geblieben, denn bei aller Niveaulosigkeit und Flachheit musste ich hier doch fast am meisten lachen, wie übertrieben und extrem klischeebeladen Lawrence hier eine Figur spielt, die Drogen genommen hat. Für die Optik hat man zudem Gabrielle Union verpflichtet, welche als Syd Burnett zwar keine sehr anspruchsvolle Rolle spielt, diese aber gut ausfüllt und natürlich auch noch sehr gut aussieht. Erwähnen möchte ich noch den Drogenboss Johnny Tapia, der von Jordi Mollà verkörpert wird. Er spielt seine Rolle teils zwar sehr ernst, sorgt aber mit seiner ganzen Art und seiner unglaublichen Nervosität auch für einige Lacher, im Mittelpunkt bleiben aber stets Smith und Lawrence.

---Epilog---

Ich habe es nicht bereut, mir „Bad Boys 2“ angesehen zu haben, denn der Film strotzt nur so vor tollen Special Effects und versprüht trotz aller Action noch viel Humor. Wer also einen nicht allzu ernsten Filmabend mit leicht verdaulicher Unterhaltung plant, sollte „Bad Boys 2“ auf jeden Fall ins Auge fassen.

Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit und freue mich auf eure Kommentare...

Gruss, euer Stefan.

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