Bangkok Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von maertens
Never again Bangkok
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Wer in Thailand individuell Urlaub macht, für den ist die Hauptstadt Bangkok meist erste Anlaufstelle und Drehscheibe in einem. Für einen längeren Aufenthalt ist die Stadt meiner Meinung nach nicht ge-eignet, die Sehenswürdigkeiten kann man in 2 Tagen gut erkunden und 2 Tage ist auch das Maximum, welches ich empfehlen würde.
Man kommt also auf dem internationalen Flughafen, welcher ca. 20 km nördlich der Stadt liegt. Hat man gleich einen Anschlussflug muss man sich zum „domestic terminal“ begeben, welcher ca. 1 km entfernt ist. Man kann dazu einen kostenlosen Busshuttle benutzen oder, auch laufen.
Um in die Stadt zu kommen, gibt es prinzipiell 3 Möglichkeiten: mit dem Taxi, dem Bus oder der Bahn. Erstere Möglichkeit ist sicherlich die bequemste. Nimmt man gleich von der Ankunftsebene ein Taxi und verhandelt den Preis nicht richtig aus, kann das schon mal 1000 Baht kosten, was ca. 23 Euro entspricht. Das klingt jetzt gar nicht so teuer, ist aber für thailändische Verhältnisse Wucher! Mein Tipp: Zum Departure-Bereich gehen, dort draußen ein Taxi mit dem Schild „Taxameter“ nehmen, darauf achten, dass das Taxameter auch eingeschalten wird, und man kommt für ca. 350 Baht in die Innen-stadt. Am besten, man weiß schon, wo sich das Hotel befindet, in welches man einchecken möchte und kann er dem Fahrer auf einer Stadtkarte zeigen. Mit der englischen Sprache ist es nämlich bei den meisten Fahrern nicht weit her.
Wir haben die zweite Möglichkeit genutzt: Den Airport-Bus. Ein klimatisierter Bus, welcher die wichtigs-ten Spots in der Innenstadt anfährt. Er kostet 100 Baht (2,30 Euro) und ist klimatisiert. Die Schwierig-keit besteht nur darin, sich während der Fahrt zu orientieren, wo man genau ist und wo man ausstei-gen muss.
Auch die dritte Möglichkeit, die Bahn haben wir genutzt. Gegenüber vom Flughafen liegt die Station Don Muang, in ca. 55 Minuten ist man am Hauptbahnhof Bangkoks, das ganze kostet 10 Baht, also 23 Cent. Die Fahrt geht recht gemütlich vonstatten und man erhält einen ersten Einblick in die Slums und das Elend der Stadt. Vom Hauptbahnhof sollte man dann ein Tuk Tuk oder Taxi nehmen, mehr als 50 Baht sollte die Fahrt nicht kosten.
Was sollte man anschauen:
In der Stadt gibt es über 400 Tempel, aber sicher sind nicht alle sehenswert. Hauptattraktion wird wohl der Große Palast und Wat Phra Keo (Königstempel) sowie der in der Nähe gelegene Wat Pho sein. Man kann eine riesige Ansammlung von überdekorierten Gebäuden und Tempeln betrachten, deren Hauptfarbe aus Gold besteht. Dazwischen wuseln hunderte von schwitzenden Touristen umher, deren Hauptbeschäftigung darin besteht, sich selber vor den einzelnen Sehenswürdigkeiten abzulichten. So in der Art: „Ich vor Goldchedi“ und „Ich vor Palastwache“. Eine der Hauptattraktionen ist der Smaragd-buddha, eine kleine Buddhafigur aus eben jenem Edelstein.
Alles in allem wurde mein Geschmacksempfinden arg auf die Probe gestellt, ich war eigentlich froh endlich wieder aus dieser Ansammlung von Pracht und Gold zu verschwinden und kann den Besuch deshalb nur eingeschränkt empfehlen.
Um die sogenannte Königswiese (Sanam Luang), welche den Namen jedoch nicht verdient, sind eine Reihe anderer Sehenswürdigkeiten wie der Lak Muang Schrein, das Nationaltheater, das Nationalmu-seum oder die Thammasat Universität zu finden. Als wir die Königswiese überquerten bestand der Platz aus einer riesigen vermüllten Staubfläche, deren eine Hälfte von einem lauten Rummelplatz ein-genommen wurde. Wir waren auf dem Weg zur berühmten Khaosan Road, mein kurze Fazit dazu: Absolut nicht sehenswert. Eine Straße voller Möchtegern-Adventure-Touristen, die nach dem Film „The Beach“ das Abenteuer über wohlorganisierte Reisebüros suchen.
Was mir gefallen hat war ein Besuch auf der Aussichtsetage des derzeit höchsten Gebäudes der Stadt, dem Baiyoke-II-Tower. Von hier oben hat man einen imposanten Blick über die Stadt. Außerdem empfehle ich, sich einfach mal treiben zu lassen, in das Gewusel Chinatowns einzutauchen, mal die sündige Meile (Patong Road) zu durchlaufen sowie die vielen Märkten zu besuchen und sich langsam an die wirkliche einheimische Küche heranzutasten.
Was ich an Bangkok nicht mag:
1. Verkehr:
Ist man dann drinnen in diesem Moloch von Stadt, heißt es, sich irgendwie arrangieren. Ich kenne ja einige asiatische Metropolen, Bangkok ist beileibe nicht die chaotischste, wohl aber die nervendste. Die stickige verpestete Luft ist ja wohl noch das geringere Übel, aber der Krach, den unzählige knat-ternde Mopeds und Busse von sich geben, ist einfach nervtötend. Jeder, selbst Schulkinder bewegen sich motorisiert fort. Hinzu kommt, dass die Stadt voll auf den Straßenverkehr gesetzt hat. Aufgestän-derte Autobahnen durchziehen die Stadt in langen hässlichen Schneisen. Offentlicher Nahverkehr (Bus)? Funktioniert nicht. In der Rushhour kann man gleich laufen, da ist man schneller. Außerdem gibt es keine einigermaßen detaillierte Stadtkarten, anhand derer man die Buslinien nachvollziehen kann.
Zwar gibt es erste Ansätze, einen funktionierenden Nahverkehr, immerhin 2 Linien des sogenannten Skytrain existieren als Hochbahn, aber dieses Prestigeobjekt erfüllt seinen Zweck nicht. Damit fahren nur ein paar Touristen, denn mit dem Taxi fahren ist billiger. Mangels Auslastung fahren die Bahnen auch nur alle 10 Minuten. Anders wird es mit der im Bau befindlichen U-Bahn wohl auch nicht werden.
Und solange das Benzin 30 Cent der Liter kostet und die Umweltschutzvorschriften eher lasch bleiben (kein Kat), gibt es in Zukunft auch keine Veränderungen.
Einen Tipp für Touristen kann ich noch loswerden: weitgehend entspannt kann man mit den Fähren und Schnellbooten zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten kommen. Da der Fluss durch die Innen-stadt mäandert, deckt der Bootsverkehr ein ziemlich großes Gebiet ab.
2. Die Mentalität:
Der Bangkoker ist geschäftstüchtig, das ist in Asien nix besonderes. Handel gehört zum guten Ton. Dass man versucht, Touristen auszutricksen, ist wohl auch nichts Besonderes. Nervend ist nur, dass man allerorten nach folgendem Schema angesprochen wird: Wo kommst Du her, wo gehst Du hAch, zum Tempel XYZ? Da hast Du aber Pech, der ist heute geschlossen wegen königlichem Feiertag. Zum Bahnhof? Das hast Du aber Pech, heute ist Sonntag, da gibt’s am Bahnhof keine Tickets. ABER: Ich mache mit Dir Stadtrundfahrt, nur 50 Baht!!! Ist man so dumm und willigt ein, darf man dann Edelstein-läden „besichtigen“, und allerlei andere Verkaufsräume, wo man dann richtig abgezockt wird und der Schlepper dementsprechend Provision bekommt.
Na gut, so blöd waren wir ja nun nicht. Ein einfacher Trick half. Auf die gestellten Fragen antwortet man einfach: I come from there, I want to go along this street, just for fun. Das bringt die Herren garan-tier völlig aus dem Konzept und man wird in Ruhe gelassen.
Eine andere nervende Sache ist der Umstand, dass Dir auf eine Frage jeder Bangkoker helfen wird, selbst wenn er nix weiß. Fragt man nach dem Weg, erhält man immer Auskunft, nur ist die in 75 Pro-zent aller Fälle falsch.
3. Die Stadt an sich:
Ich glaube in der ganzen Stadt gibt es einen einzigen kleinen Park, den Lumpini- Park am Ende der Silom Road, welcher den Namen Park überhaupt verdient. Ansonsten ist die Bautätigkeit ein einziger Wildwuchs.
Es gibt keine einzige verkehrsberuhigte Zone in der Stadt. Früher hat man einmal in der Woche einen Teil der Silom Road für den Autoverkehr gesperrt, hier konnte man flanieren, einkaufen, essen. Das ist mittlerweile Vergangenheit, der Autoverkehr brandet wieder ohne Pause.
4. Sextourismus:
Sicherlich ist es nicht mehr so „schlimm“ wie in den achtziger Jahren, aber ist man in den entspre-chenden Stadtvierteln wird man abends doch öfter angesprochen, doch einen Liveshow oder „Ping-Pong-Show“ (was immer das ist, ich habe nie gefragt) zu besuchen. Erst werden einem Girls angebo-ten, lehnt man dankend ab, offeriert man Boys.
Man sieht dann in den Restaurants und Hotels auch auf Schritt und Tritt gesetztere Herren jenseits der „besten Jahre“ in Begleitung äußert junger Thaimädchen. Zugegebenermaßen kann man bei Asiatin-nen deren Alter schwer einschätzen, aber die Massen von Opas als geile Gockel zusammen mit min-derjährig aussehenden Mädchen zu sehen, das hat mir schon zu denken gegeben.
5. Das Kopieren westlichen Lebensstils:
Wir waren zur Weihnachtszeit in Bangkok und durften erleben, wie man den Touristen zuliebe Wett-bewerbe um den schönsten Weihnachtsbaum veranstaltete, wurden im Shoppingcenter mit „Jingle-bells“ akustisch „verwöhnt“, an allen Ecken und Enden der Stadt von einem KFC-Laden zum Fastfraß gebeten. Das erschien mir alles sehr aufgesetzt, unauthentisch, verkrampft. Ja ich muss sagen, es hat mich gestört! was in aller Welt hat das mit Thailand zu tun?
Was ich an Bangkok mag:
1. Die Küche:
Ich glaube die thailändische Küche ist eine der besten, die ich je erleben durfte. Vielfältig, äußerst schmackhaft und preiswert. Zwar sollte man nur dort essen, wo auch die Einheimischen essen, aber diese Möglichkeit hat man in Bangkok auf Schritt und Tritt. Geht man in ein touristisches Restaurant, kann man Pech haben, da man sich hier dem Geschmack bzw. dem Schärfeempfinden der ausländi-schen Gaumen anpasst.
2. Die Weltoffenheit:
In Bangkok als Schmelztiegel findet man beinahe jede Volksgruppe, Religion dicht an dicht. Bislang leben noch alle friedlich miteinander, wollen wir hoffen, dass es auch so bleibt. Vor unserem Hotel befand sich eine Moschee, einige Meter daneben ein buddhistischer Tempel. Alle gehen miteinander um, leben miteinander, nicht nebeneinander wie es in Deutschland in so mancher Großstadt passiert.
3. Ausflugsmöglichkeiten:
Ausflüge zu Zielen außerhalb der Stadt sind einfach und empfehlenswert; wir sind mit dem Zug z.B. nach Ayuthaya gefahren, der alten Hauptstadt Thailands. Dort erkundeten wir jenseits der Hektik wun-derschöne alte Tempel, Museen und Ausgrabungen. Weiterhin sind Ausflugsfahrten in die Seitenarme des Flusses zu den schwimmenden Märkten möglich, die Gegend um den River Kwai kann erkundet werden oder man kann den königlichen Sommerpalast besuchen.
Fazit:
Wie man sieht, gibt es mehr Punkte, die mich an Bangkok stören, als umgekehrt. Deshalb werde ich bei meinem nächsten Thailand-Besuch Bangkok mit Sicherheit auslassen. Sicherlich werden viele nicht meiner Meinung sein, mein persönliches Empfinden ist jedoch so. Thailand ist ein wunderschö-nes Urlaubsland, wo es viel zu entdecken gibt. Sollte man seine wertvolle Urlaubszeit in diesem lärm-erfüllten, stinkenden und hektischen Moloch verplempern, nur um 2 oder 3 sehenswerten Stätten zu sehen? Ich denke nicht! Von mir nur 2 von 5 Sternen.
Man kommt also auf dem internationalen Flughafen, welcher ca. 20 km nördlich der Stadt liegt. Hat man gleich einen Anschlussflug muss man sich zum „domestic terminal“ begeben, welcher ca. 1 km entfernt ist. Man kann dazu einen kostenlosen Busshuttle benutzen oder, auch laufen.
Um in die Stadt zu kommen, gibt es prinzipiell 3 Möglichkeiten: mit dem Taxi, dem Bus oder der Bahn. Erstere Möglichkeit ist sicherlich die bequemste. Nimmt man gleich von der Ankunftsebene ein Taxi und verhandelt den Preis nicht richtig aus, kann das schon mal 1000 Baht kosten, was ca. 23 Euro entspricht. Das klingt jetzt gar nicht so teuer, ist aber für thailändische Verhältnisse Wucher! Mein Tipp: Zum Departure-Bereich gehen, dort draußen ein Taxi mit dem Schild „Taxameter“ nehmen, darauf achten, dass das Taxameter auch eingeschalten wird, und man kommt für ca. 350 Baht in die Innen-stadt. Am besten, man weiß schon, wo sich das Hotel befindet, in welches man einchecken möchte und kann er dem Fahrer auf einer Stadtkarte zeigen. Mit der englischen Sprache ist es nämlich bei den meisten Fahrern nicht weit her.
Wir haben die zweite Möglichkeit genutzt: Den Airport-Bus. Ein klimatisierter Bus, welcher die wichtigs-ten Spots in der Innenstadt anfährt. Er kostet 100 Baht (2,30 Euro) und ist klimatisiert. Die Schwierig-keit besteht nur darin, sich während der Fahrt zu orientieren, wo man genau ist und wo man ausstei-gen muss.
Auch die dritte Möglichkeit, die Bahn haben wir genutzt. Gegenüber vom Flughafen liegt die Station Don Muang, in ca. 55 Minuten ist man am Hauptbahnhof Bangkoks, das ganze kostet 10 Baht, also 23 Cent. Die Fahrt geht recht gemütlich vonstatten und man erhält einen ersten Einblick in die Slums und das Elend der Stadt. Vom Hauptbahnhof sollte man dann ein Tuk Tuk oder Taxi nehmen, mehr als 50 Baht sollte die Fahrt nicht kosten.
Was sollte man anschauen:
In der Stadt gibt es über 400 Tempel, aber sicher sind nicht alle sehenswert. Hauptattraktion wird wohl der Große Palast und Wat Phra Keo (Königstempel) sowie der in der Nähe gelegene Wat Pho sein. Man kann eine riesige Ansammlung von überdekorierten Gebäuden und Tempeln betrachten, deren Hauptfarbe aus Gold besteht. Dazwischen wuseln hunderte von schwitzenden Touristen umher, deren Hauptbeschäftigung darin besteht, sich selber vor den einzelnen Sehenswürdigkeiten abzulichten. So in der Art: „Ich vor Goldchedi“ und „Ich vor Palastwache“. Eine der Hauptattraktionen ist der Smaragd-buddha, eine kleine Buddhafigur aus eben jenem Edelstein.
Alles in allem wurde mein Geschmacksempfinden arg auf die Probe gestellt, ich war eigentlich froh endlich wieder aus dieser Ansammlung von Pracht und Gold zu verschwinden und kann den Besuch deshalb nur eingeschränkt empfehlen.
Um die sogenannte Königswiese (Sanam Luang), welche den Namen jedoch nicht verdient, sind eine Reihe anderer Sehenswürdigkeiten wie der Lak Muang Schrein, das Nationaltheater, das Nationalmu-seum oder die Thammasat Universität zu finden. Als wir die Königswiese überquerten bestand der Platz aus einer riesigen vermüllten Staubfläche, deren eine Hälfte von einem lauten Rummelplatz ein-genommen wurde. Wir waren auf dem Weg zur berühmten Khaosan Road, mein kurze Fazit dazu: Absolut nicht sehenswert. Eine Straße voller Möchtegern-Adventure-Touristen, die nach dem Film „The Beach“ das Abenteuer über wohlorganisierte Reisebüros suchen.
Was mir gefallen hat war ein Besuch auf der Aussichtsetage des derzeit höchsten Gebäudes der Stadt, dem Baiyoke-II-Tower. Von hier oben hat man einen imposanten Blick über die Stadt. Außerdem empfehle ich, sich einfach mal treiben zu lassen, in das Gewusel Chinatowns einzutauchen, mal die sündige Meile (Patong Road) zu durchlaufen sowie die vielen Märkten zu besuchen und sich langsam an die wirkliche einheimische Küche heranzutasten.
Was ich an Bangkok nicht mag:
1. Verkehr:
Ist man dann drinnen in diesem Moloch von Stadt, heißt es, sich irgendwie arrangieren. Ich kenne ja einige asiatische Metropolen, Bangkok ist beileibe nicht die chaotischste, wohl aber die nervendste. Die stickige verpestete Luft ist ja wohl noch das geringere Übel, aber der Krach, den unzählige knat-ternde Mopeds und Busse von sich geben, ist einfach nervtötend. Jeder, selbst Schulkinder bewegen sich motorisiert fort. Hinzu kommt, dass die Stadt voll auf den Straßenverkehr gesetzt hat. Aufgestän-derte Autobahnen durchziehen die Stadt in langen hässlichen Schneisen. Offentlicher Nahverkehr (Bus)? Funktioniert nicht. In der Rushhour kann man gleich laufen, da ist man schneller. Außerdem gibt es keine einigermaßen detaillierte Stadtkarten, anhand derer man die Buslinien nachvollziehen kann.
Zwar gibt es erste Ansätze, einen funktionierenden Nahverkehr, immerhin 2 Linien des sogenannten Skytrain existieren als Hochbahn, aber dieses Prestigeobjekt erfüllt seinen Zweck nicht. Damit fahren nur ein paar Touristen, denn mit dem Taxi fahren ist billiger. Mangels Auslastung fahren die Bahnen auch nur alle 10 Minuten. Anders wird es mit der im Bau befindlichen U-Bahn wohl auch nicht werden.
Und solange das Benzin 30 Cent der Liter kostet und die Umweltschutzvorschriften eher lasch bleiben (kein Kat), gibt es in Zukunft auch keine Veränderungen.
Einen Tipp für Touristen kann ich noch loswerden: weitgehend entspannt kann man mit den Fähren und Schnellbooten zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten kommen. Da der Fluss durch die Innen-stadt mäandert, deckt der Bootsverkehr ein ziemlich großes Gebiet ab.
2. Die Mentalität:
Der Bangkoker ist geschäftstüchtig, das ist in Asien nix besonderes. Handel gehört zum guten Ton. Dass man versucht, Touristen auszutricksen, ist wohl auch nichts Besonderes. Nervend ist nur, dass man allerorten nach folgendem Schema angesprochen wird: Wo kommst Du her, wo gehst Du hAch, zum Tempel XYZ? Da hast Du aber Pech, der ist heute geschlossen wegen königlichem Feiertag. Zum Bahnhof? Das hast Du aber Pech, heute ist Sonntag, da gibt’s am Bahnhof keine Tickets. ABER: Ich mache mit Dir Stadtrundfahrt, nur 50 Baht!!! Ist man so dumm und willigt ein, darf man dann Edelstein-läden „besichtigen“, und allerlei andere Verkaufsräume, wo man dann richtig abgezockt wird und der Schlepper dementsprechend Provision bekommt.
Na gut, so blöd waren wir ja nun nicht. Ein einfacher Trick half. Auf die gestellten Fragen antwortet man einfach: I come from there, I want to go along this street, just for fun. Das bringt die Herren garan-tier völlig aus dem Konzept und man wird in Ruhe gelassen.
Eine andere nervende Sache ist der Umstand, dass Dir auf eine Frage jeder Bangkoker helfen wird, selbst wenn er nix weiß. Fragt man nach dem Weg, erhält man immer Auskunft, nur ist die in 75 Pro-zent aller Fälle falsch.
3. Die Stadt an sich:
Ich glaube in der ganzen Stadt gibt es einen einzigen kleinen Park, den Lumpini- Park am Ende der Silom Road, welcher den Namen Park überhaupt verdient. Ansonsten ist die Bautätigkeit ein einziger Wildwuchs.
Es gibt keine einzige verkehrsberuhigte Zone in der Stadt. Früher hat man einmal in der Woche einen Teil der Silom Road für den Autoverkehr gesperrt, hier konnte man flanieren, einkaufen, essen. Das ist mittlerweile Vergangenheit, der Autoverkehr brandet wieder ohne Pause.
4. Sextourismus:
Sicherlich ist es nicht mehr so „schlimm“ wie in den achtziger Jahren, aber ist man in den entspre-chenden Stadtvierteln wird man abends doch öfter angesprochen, doch einen Liveshow oder „Ping-Pong-Show“ (was immer das ist, ich habe nie gefragt) zu besuchen. Erst werden einem Girls angebo-ten, lehnt man dankend ab, offeriert man Boys.
Man sieht dann in den Restaurants und Hotels auch auf Schritt und Tritt gesetztere Herren jenseits der „besten Jahre“ in Begleitung äußert junger Thaimädchen. Zugegebenermaßen kann man bei Asiatin-nen deren Alter schwer einschätzen, aber die Massen von Opas als geile Gockel zusammen mit min-derjährig aussehenden Mädchen zu sehen, das hat mir schon zu denken gegeben.
5. Das Kopieren westlichen Lebensstils:
Wir waren zur Weihnachtszeit in Bangkok und durften erleben, wie man den Touristen zuliebe Wett-bewerbe um den schönsten Weihnachtsbaum veranstaltete, wurden im Shoppingcenter mit „Jingle-bells“ akustisch „verwöhnt“, an allen Ecken und Enden der Stadt von einem KFC-Laden zum Fastfraß gebeten. Das erschien mir alles sehr aufgesetzt, unauthentisch, verkrampft. Ja ich muss sagen, es hat mich gestört! was in aller Welt hat das mit Thailand zu tun?
Was ich an Bangkok mag:
1. Die Küche:
Ich glaube die thailändische Küche ist eine der besten, die ich je erleben durfte. Vielfältig, äußerst schmackhaft und preiswert. Zwar sollte man nur dort essen, wo auch die Einheimischen essen, aber diese Möglichkeit hat man in Bangkok auf Schritt und Tritt. Geht man in ein touristisches Restaurant, kann man Pech haben, da man sich hier dem Geschmack bzw. dem Schärfeempfinden der ausländi-schen Gaumen anpasst.
2. Die Weltoffenheit:
In Bangkok als Schmelztiegel findet man beinahe jede Volksgruppe, Religion dicht an dicht. Bislang leben noch alle friedlich miteinander, wollen wir hoffen, dass es auch so bleibt. Vor unserem Hotel befand sich eine Moschee, einige Meter daneben ein buddhistischer Tempel. Alle gehen miteinander um, leben miteinander, nicht nebeneinander wie es in Deutschland in so mancher Großstadt passiert.
3. Ausflugsmöglichkeiten:
Ausflüge zu Zielen außerhalb der Stadt sind einfach und empfehlenswert; wir sind mit dem Zug z.B. nach Ayuthaya gefahren, der alten Hauptstadt Thailands. Dort erkundeten wir jenseits der Hektik wun-derschöne alte Tempel, Museen und Ausgrabungen. Weiterhin sind Ausflugsfahrten in die Seitenarme des Flusses zu den schwimmenden Märkten möglich, die Gegend um den River Kwai kann erkundet werden oder man kann den königlichen Sommerpalast besuchen.
Fazit:
Wie man sieht, gibt es mehr Punkte, die mich an Bangkok stören, als umgekehrt. Deshalb werde ich bei meinem nächsten Thailand-Besuch Bangkok mit Sicherheit auslassen. Sicherlich werden viele nicht meiner Meinung sein, mein persönliches Empfinden ist jedoch so. Thailand ist ein wunderschö-nes Urlaubsland, wo es viel zu entdecken gibt. Sollte man seine wertvolle Urlaubszeit in diesem lärm-erfüllten, stinkenden und hektischen Moloch verplempern, nur um 2 oder 3 sehenswerten Stätten zu sehen? Ich denke nicht! Von mir nur 2 von 5 Sternen.
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