Erfahrungsbericht von Frosch4711
Daran sollte man denken um Geld zu sparen
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Nachdem ich mittlerweile viel Resonanz auf meine Bauberichte erhalten habe, möchte ich noch schreiben, auf was man beim Bau und bei der Planung achten sollte. Dabei geht es weniger um die Finanzierung (ein wenig schon), sondern eher um Detailfragen, die mir während unserer Bauphase einfallen und auf die man hätte vorher achten müssen. Ich werde diesen Bericht auch laufend ergänzen.
Finanzierung
------------
Zinsenvergleich ist Ehrensache - aber nicht jede Bank will einen als Kunden haben. Macht einen Kassensturz, was ihr Euch an Belastung leisten könnt. Die Banken haben viele Rechenbeispiele - Fazit ist aber, dass eine günstige Bank - wie bei uns - meint, dass Eure Bonität nicht ausreicht - und schwupps - müßt ihr zu schlechteren Konditionen bei einer anderen Bank finanzieren.
Im Internet suchen ist okay - ob ich einen Kredit bei einem Internetanbieter genommen hätte - ich weiß nicht. Denn - auch hier gilt: ein starker Partner mit höheren Zinssatz kann besser sein. Wenn ihr mal in die Verlegenheit kommt, dass ihr 1-2 Monate nicht zahlen könnt, reißt der starke Partner Euch nicht gleich den Kopf ab - bei einem kleinen Internetpartner kann das eher passieren. Auch ist deren Risiko der Insolvenz sicherlich höher.
Grundstück
----------
Nur ein paar Thesen:
Wie ist die Verkehrsanbindung ? Weiter draußen spare ich beim Quadratmeterpreis - muß mir aber evtl. ein zweites Auto kaufen. Rechnet sich das ??
Wie ist die Bodenbeschaffenheit (Bodengutachten - sollte der Bauträger zahlen) ?
Wie ist die Versorgung - sprich: ist es ein Privatgrundstück, dann kann man keinen Support erwarten. Ist es ein städtisches Grundstück, so werden meist neben Straßen auch Grünflächen angelegt. Behördendinge werden evtl. vereinfacht.
Ist es eine Baulücke ? Falls ja, sind die Nachbarn meist schon älter. Mögen die mich und meine Kinder ? Im Neubaugebiet sind die Nachbarn meist in der gleichen Situation wie ich selber.
Ein Neubaugebiet hat den Nachteil, dass mehrere Jahre Bautätigkeit besteht.
Bauträger
---------
Für wen man sich letztendlich entscheidet, muß jeder selber wissen. Fertighaus oder Massivhaus, was auch immer... Eine kleine Auswahl bieten meine anderen Berichte.
Aber hier Tips, die uns aufgefallen sind:
Wie sicher ist der Bauträger ? Oder steht er kurz vor dem Bankrott ? Eine Bankauskunft kann helfen - sicherer ist eine Bauträger-Versicherung.
Schreibt Euch eine Liste auf, was Euer Haus haben soll:
Wohnfläche, Keller, Zimmeranzahl, Klinker, Erker, Gauben, Bäder, Garage/Carport.
Auch kleinere Dinge wie: Zirkulationsleitung, Gartenausgangstür, Kellereingang, goldene Wasshähne, was auch immer -
und schreibt auf, was ihr dafür bezahlen wollt.
Diese Liste (incl. des Preises) legt ihr bei den Gesprächen dem Verkäufer vor. Er wird schockiert sein, den Zettel mitnehmen, und Euch ein Angebot machen, dass entweder deutlich darüber liegt oder weniger beinhaltet (kleinere Wohnfläche, kein Klinker, nur Messingwasserhähne). Dann setzt ihr Euch zusammen und einigt Euch in der Mitte.
Nun gehts ans Eingemachte - das sollte eigentlich geklärt sein, BEVOR man den Kaufvertrag unterschreibt.
Lest die Bauleistungsbeschreibung !!! Schreibt auf, markiert es, was ihr nicht versteht. Laßt Euch zeigen, was sich hinter den Beschreibungen verbirgt (das ist hier wie bei Arbeitszeugnissen:
Beispiel: \"eingebaut werden hochwertige Markenartikel....\" - heißt: Sie können Sich alles aussuchen, was Sie bei ALDI kriegen, alles andere müssen Sie extra bezahlen !
oder \"Sanitärobjekte sind von Grohe oder Villeroy & Boch\" - heißt: die sind wirklich von denen, nur natürlich die billigsten von denen. z.B. geht die Preisspanne einer Grohe Armatur von 30 - 300 Euro !
Eine Bauleistungsbeschreibung sollte wenigstens 8-10 Seiten haben. Wer weniger aufschreibt lügt oder verschweigt vieles. Und darüber gibt es später Streit.
Eine der besten Vorlagen die ich kenne ich die Bauleistungsbeschreibung von Viebrock. Nahezu 2 Seiten lassen (fast) keine Fragen offen - dennoch gibt es auch hier noch Erklärungsbedarf. Was soll ich dann von Beschreibungen halten, die nur 2 Seiten haben ???
Natürlich kann man da Glück haben - aber uns war das Risiko auf dieses Glück zu hoch.
Ein paarTips auf die man bei den Gesprächen achten sollte:
- gibt es einen Fertigstellungstermin oder kann der Bauträger sich Zeit lassen ?
- sind die Kellerfenster zu öffnen oder nur kippbar (kostet ca. 400 Euro) ?
- ist das Streichen der Dachsparren inklusive (kostet ca. 400 Euro) ?
- ist die Architektenleistung inklusive oder kostet jede Planungsänderung was ?
- wieviel Steckdosen sind in den Räumen - reichen die ?
- wie ist der Keller gebaut (Stahlbeton: teuer, dichter, Raumluft ungesünder, Kalksandstein: günstiger, wird der Keller mit einer Dickschichtisolierung beschichtet gegen Wasser - ist diese Beschichtung inklusive ?
- Mauerwerk: Kellerwände aus Kalksandstein sollten 36cm dick sein, normale Wände 24cm, meiner Meinung nach sind Ziegelwände besser als Kalksandstein aufgrund der Wärmespeicherung
- sind Maler- und Teppicharbeiten inklusive (kostet zusammen ca. 5000-8000 Euro) ?
- sind Fliesenarbeiten inklusive (kostet ca. 4000 - 8000 Euro) ?
- was kann ich selber machen ? was will ich selber machen ? Tapete kann man selber machen - das Haus sollte eh erst 1 Jahr trocknen, bevor man tapeziert. Teppichboden kann man machen - oder läßt es machen. 3 Euro pro Quadratmeter incl. Lieferung bei einer Zeitersparnis von 2-3 Tagen ist gut angelegtes Geld ! Fliesen sollte man auch von einem externen Fliesenleger machen lassen - spart meist viel Geld !
Über diese Dinge kann man beim Bauen reden - dann muß man es meist selber zahlen - oder man spricht gleich bei den Vertragsgesprächen darüber. Für die Vertragsgespräche sollte man sich 1-2 Tage Zeit nehmen. Denkt dran: wie lange schaut ihr Euch ein gebrauchtes Auto für 10.000 Euro an ? 2 Stunden ? Okay - dann müßtet ihr bei einem Haus für 180.000 Euro als 36 Stunden investieren ! Das solltet ihr auch tun !
Soviel für jetzt - wenn Jemand Tips aus eigener Erfahrung hat, so möge er mir dies sagen und ich baue sie hier ein. Wenn mir noch was einfällt, gibt es natürlich ein update.
Finanzierung
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Zinsenvergleich ist Ehrensache - aber nicht jede Bank will einen als Kunden haben. Macht einen Kassensturz, was ihr Euch an Belastung leisten könnt. Die Banken haben viele Rechenbeispiele - Fazit ist aber, dass eine günstige Bank - wie bei uns - meint, dass Eure Bonität nicht ausreicht - und schwupps - müßt ihr zu schlechteren Konditionen bei einer anderen Bank finanzieren.
Im Internet suchen ist okay - ob ich einen Kredit bei einem Internetanbieter genommen hätte - ich weiß nicht. Denn - auch hier gilt: ein starker Partner mit höheren Zinssatz kann besser sein. Wenn ihr mal in die Verlegenheit kommt, dass ihr 1-2 Monate nicht zahlen könnt, reißt der starke Partner Euch nicht gleich den Kopf ab - bei einem kleinen Internetpartner kann das eher passieren. Auch ist deren Risiko der Insolvenz sicherlich höher.
Grundstück
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Nur ein paar Thesen:
Wie ist die Verkehrsanbindung ? Weiter draußen spare ich beim Quadratmeterpreis - muß mir aber evtl. ein zweites Auto kaufen. Rechnet sich das ??
Wie ist die Bodenbeschaffenheit (Bodengutachten - sollte der Bauträger zahlen) ?
Wie ist die Versorgung - sprich: ist es ein Privatgrundstück, dann kann man keinen Support erwarten. Ist es ein städtisches Grundstück, so werden meist neben Straßen auch Grünflächen angelegt. Behördendinge werden evtl. vereinfacht.
Ist es eine Baulücke ? Falls ja, sind die Nachbarn meist schon älter. Mögen die mich und meine Kinder ? Im Neubaugebiet sind die Nachbarn meist in der gleichen Situation wie ich selber.
Ein Neubaugebiet hat den Nachteil, dass mehrere Jahre Bautätigkeit besteht.
Bauträger
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Für wen man sich letztendlich entscheidet, muß jeder selber wissen. Fertighaus oder Massivhaus, was auch immer... Eine kleine Auswahl bieten meine anderen Berichte.
Aber hier Tips, die uns aufgefallen sind:
Wie sicher ist der Bauträger ? Oder steht er kurz vor dem Bankrott ? Eine Bankauskunft kann helfen - sicherer ist eine Bauträger-Versicherung.
Schreibt Euch eine Liste auf, was Euer Haus haben soll:
Wohnfläche, Keller, Zimmeranzahl, Klinker, Erker, Gauben, Bäder, Garage/Carport.
Auch kleinere Dinge wie: Zirkulationsleitung, Gartenausgangstür, Kellereingang, goldene Wasshähne, was auch immer -
und schreibt auf, was ihr dafür bezahlen wollt.
Diese Liste (incl. des Preises) legt ihr bei den Gesprächen dem Verkäufer vor. Er wird schockiert sein, den Zettel mitnehmen, und Euch ein Angebot machen, dass entweder deutlich darüber liegt oder weniger beinhaltet (kleinere Wohnfläche, kein Klinker, nur Messingwasserhähne). Dann setzt ihr Euch zusammen und einigt Euch in der Mitte.
Nun gehts ans Eingemachte - das sollte eigentlich geklärt sein, BEVOR man den Kaufvertrag unterschreibt.
Lest die Bauleistungsbeschreibung !!! Schreibt auf, markiert es, was ihr nicht versteht. Laßt Euch zeigen, was sich hinter den Beschreibungen verbirgt (das ist hier wie bei Arbeitszeugnissen:
Beispiel: \"eingebaut werden hochwertige Markenartikel....\" - heißt: Sie können Sich alles aussuchen, was Sie bei ALDI kriegen, alles andere müssen Sie extra bezahlen !
oder \"Sanitärobjekte sind von Grohe oder Villeroy & Boch\" - heißt: die sind wirklich von denen, nur natürlich die billigsten von denen. z.B. geht die Preisspanne einer Grohe Armatur von 30 - 300 Euro !
Eine Bauleistungsbeschreibung sollte wenigstens 8-10 Seiten haben. Wer weniger aufschreibt lügt oder verschweigt vieles. Und darüber gibt es später Streit.
Eine der besten Vorlagen die ich kenne ich die Bauleistungsbeschreibung von Viebrock. Nahezu 2 Seiten lassen (fast) keine Fragen offen - dennoch gibt es auch hier noch Erklärungsbedarf. Was soll ich dann von Beschreibungen halten, die nur 2 Seiten haben ???
Natürlich kann man da Glück haben - aber uns war das Risiko auf dieses Glück zu hoch.
Ein paarTips auf die man bei den Gesprächen achten sollte:
- gibt es einen Fertigstellungstermin oder kann der Bauträger sich Zeit lassen ?
- sind die Kellerfenster zu öffnen oder nur kippbar (kostet ca. 400 Euro) ?
- ist das Streichen der Dachsparren inklusive (kostet ca. 400 Euro) ?
- ist die Architektenleistung inklusive oder kostet jede Planungsänderung was ?
- wieviel Steckdosen sind in den Räumen - reichen die ?
- wie ist der Keller gebaut (Stahlbeton: teuer, dichter, Raumluft ungesünder, Kalksandstein: günstiger, wird der Keller mit einer Dickschichtisolierung beschichtet gegen Wasser - ist diese Beschichtung inklusive ?
- Mauerwerk: Kellerwände aus Kalksandstein sollten 36cm dick sein, normale Wände 24cm, meiner Meinung nach sind Ziegelwände besser als Kalksandstein aufgrund der Wärmespeicherung
- sind Maler- und Teppicharbeiten inklusive (kostet zusammen ca. 5000-8000 Euro) ?
- sind Fliesenarbeiten inklusive (kostet ca. 4000 - 8000 Euro) ?
- was kann ich selber machen ? was will ich selber machen ? Tapete kann man selber machen - das Haus sollte eh erst 1 Jahr trocknen, bevor man tapeziert. Teppichboden kann man machen - oder läßt es machen. 3 Euro pro Quadratmeter incl. Lieferung bei einer Zeitersparnis von 2-3 Tagen ist gut angelegtes Geld ! Fliesen sollte man auch von einem externen Fliesenleger machen lassen - spart meist viel Geld !
Über diese Dinge kann man beim Bauen reden - dann muß man es meist selber zahlen - oder man spricht gleich bei den Vertragsgesprächen darüber. Für die Vertragsgespräche sollte man sich 1-2 Tage Zeit nehmen. Denkt dran: wie lange schaut ihr Euch ein gebrauchtes Auto für 10.000 Euro an ? 2 Stunden ? Okay - dann müßtet ihr bei einem Haus für 180.000 Euro als 36 Stunden investieren ! Das solltet ihr auch tun !
Soviel für jetzt - wenn Jemand Tips aus eigener Erfahrung hat, so möge er mir dies sagen und ich baue sie hier ein. Wenn mir noch was einfällt, gibt es natürlich ein update.
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