Beauty & Wellness Testbericht

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Erfahrungsbericht von AustroError

Wissenswertes über Zahnpflege

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Liebe Leserinnen, liebe Leser!


Vor kurzem hat es mich auch erwischt - nach extremen Zahnschmerzen musste ich mich meiner ersten Wurzelbehandlung unterziehen! Glücklicherweise - oder ist das Pech? - habe ich um mich herum nur Zahnärzte ... Mutter, Vater, Schwester und Schwager sind in diesem Job tätig und so war es für mich überhaupt kein Problem, innerhalb weniger Minuten einen ersten Termin zu bekommen.

Wer behauptet, gerne im Wartesaal einer Praxis zu sitzen, kann eigentlich nur lügen. Vielleicht macht es Leuten mit einem absolut tadellosem Gebiss ja wirklich nichts aus, ein Schmerzpatient (und so einer war ich) setzt sich sicherlich mit äußerst negativen Erwartungen auf den Zahnarztstuhl (so ein Teil kostet übrigens ca. 50.000 Euro, aber das nur am Rande...). Nach überstandener Behandlung (zwei weitere folgten) habe ich mich mit meinem Schwager bei einer Flasche Bier über ganz grundsätzliche Dinge bezüglich Zahnpflege unterhalten. Folgendes ist dabei herausgekommen:

PLAQUE
Als Plaque bezeichnet man einen klebrigen, lebendigen Zahnbelag aus Bakterien, der sich ständig auf der Oberfläche der Zähne bildet. Er gilt als Ursache für Karies und Zahnfleischerkrankungen und ist millionenfach in unserem Speichel enthalten. Diese Bakterien heften sich an der Zahnoberfläche an und vermehren sich dort so stark, daß schnell dicke Schichten von Plaque entstehen. Leider kann man die Entstehung von Plaque nicht völlig verhindern. Nur eine gründliche Zahnreinigung (am besten täglich nach jeder Mahlzeit) beseitigt im erreichbaren Bereich der Zähne die Plaque, bevor sie dick genug geworden ist, um die Zähne oder das Zahnfleisch zu schädigen. Mit einer guten Zahnbürste läßt sich Plaque recht effektiv von den Vorder- und Rückseiten der Zähne, aber auch von den Kauflächen der Backenzähne beseitigen. In den Zahnzwischenräumen (also dort, wo die Zahnbürste nicht hinkommt) benötigt man besondere Hilfsmittel zur Plaqueentfernung, wie z.B. Zahnseide.

Wenn Plaque über längere Zeit nicht entfernt wird, produzieren die Bakterien giftige Substanzen, die das Zahnfleisch entzünden. Diese frühe Stadium der Erkrankung nennt man übrigens Gingivitis (Zahnfleischentzündung). Ein Problem, dass vor allem Menschen betrifft, die sich nicht nach jeder Mahlzeit die Zähne putzen können. Wussten Sie/Ihr, dass die durchschnittliche Putzzeit nur 22 Sekunden beträgt aber erst 150 Sekunden die Plaquebildung verhindern können (Studie, deren Quelle ist eine Fachzeitschrift für Zahnärzte)?

Das klassische Anzeichen von Gingivitis - rotes geschwollenes Zahnfleisch, das beim Zähneputzen blutet - ist oft das erste Anzeichen einer Paradontoseerkrankung. Zahnfleischschwund und gelockerte Zähne kommen in einem späteren Stadium der Paradontitis dazu, wenn übermäßiges Plaquewachstum - die Ursache der Erkrankung - nicht verhindert wird.

ZAHNSTEIN
Zahnstein ist ein Mineralium aus dem Speichel - z.B. Kalzium - und kann sich in der Plaque einlagern. Durch die Einlagerung von Mineralien wird die Plaque hart; dies wird dann als Zahnstein bezeichnet. Zahnstein lässt sich mit der Zahnbürste nicht mehr entfernen, bildet aber dafür einen guten Haftgrund für weitere Plaque. Er lagert sich zuerst an der Innenseite der unteren Schneidezähne an und kann - so die Aussage meines Schwagers - nur durch den Zahnarzt entfernt werden. Ich warf ein, in der Werbung schon andere Dinge gehört zu haben, musste mich allerding belehren lassen: Zwischen der Vorbeugung vor und der Beseitung von Zahnstein bestehe ein Riesenunterschied. Auf Deutsch: Zahncremes können Zahnstein nicht beseitigen, sie können bei regelmäßiger Anwendung allerdings dazu beitragen, ihn zu verhindern...

PARADONTITIS
Paradontitis - auch Paradontose genannt - ist eine Entzündung des Zahnfleisches und des Teils des Kieferknochens, in dem die erkrankten Zähne verankert sind. Weil eine Paradontitis meist schmerzlos verläuft, wird den Anzeichen oft erst dann Beachtung geschenkt, wenn die Erkrankung schon weit fortgeschritten ist. Folgende Anzeichen weisen darauf hin:
- rotes geschwollenes oder/und blutendes Zahnfleisch
- schlechter Geschmack bzw. Mundgeruch
- Zahnfleischrückgang
- sich lockernde Zähne
- Zahnwanderungen

ZAHNFLEISCH
Gesundes Zahnfleisch ist fest und blass-rosa. Der Zahnfleischrand läuft dünn aus und liegt dem Zahn eng an. Gesundes Zahnfleisch blutet nicht beim Zähneputzen.
Entzündetes Zahnfleisch ist rot, geschwollen und blutet beim Zähneputzen. Ferner sind oft Ansammlungen von Plaque an den Stellen der Zähne sichtbar, die sich unmittelbar neben der Entzündung befinden.

ENTZÜNDUNGEN
Wenn der Zahnbelag auf der Zahnoberfläche auch in den Bereich zwischen Zahn und Zahnfleisch vordringt, können sich auch tiefere Schichten des sogenannten Zahnhalteapparates entzünden, es entstehen Zahnfleischtaschen und schliesslich wird der Kieferknochen angegriffen und zerstört. Sobald die Entzündung den Kieferknochen errreicht hat, spricht man von Paradontitis. In dem Maße, wie nachhaltiger der Knochen zerstört wird, lockert sich der Zahn - das Zahnfleisch \"geht zurück\", die darunterliegenden Wurzeln können im Mund sichtbar werden. Gefährlich: Die Krankheit (vor allem im fortgeschrittenem Stadium) kann völlig schmerzfrei verlaufen. Das Ausmaß einer Knochenzerstörung kann man auf einem Röntgenbild erkennen.

UNTERSCHIEDE
Einige Menschen sollen eine sehr stark angeborene Widerstandskraft haben und erkranken auch dann kaum, wenn ihre Mundhygiene ungenügend ist. Andere wiederum haben eine sehr geringe Resistenz, obwohl sie sonst gesund sind und eine beinahe vollkommende Mundpflege betreiben. Die meisten Menschen liegen irgendwo dazwischen. Angeblich soll ein individueller Speicheltest Rückschlüsse diesbezüglich bringen. Allerdings ist die Gefahr groß, dass man bei positivem Bescheid (\"Jawohl, du hast eine hohe Widerstandskraft!\") die Vorsorge etwas vernachlässigt...

URTEIL
Gerade beim Thema Zahnpflege gilt: Vorbeugen ist besser als Heilen! Zahnschmerzen sind die schlimmsten Schmerzen, die ich persönlich jemals kennengelernt habe. Und mit nur 10 Minuten Pflege am Tag und einem finanziellen Aufwand von 1 bis 2 Euro pro Woche kann man sich das Gröbste sicherlich vom Halse halten. Es lohnt sich! Übrigens: Die Wahl der Zahncreme (Marke) ist NICHT so entscheidend, wie deren konsequente und kontinuierliche Anwendung. KEINE Marke ist schädlich, die hauptsächlichsten Unterschiede werden wohl im Geschmack zu finden sein...

PS: Inzwischen gibt es Zahnärzte, die von einer sofortigen Reinigung der Zähne nach dem Essen abraten - angeblich wegen der Schonung des Zahnschmelzes (wichtig aber leider unansehnlich). Ich habe eine solche Meinung von einem österreichischen Zahnarzt im ORF erst vor ein paar Tagen gehört, kann dessen Meinung natürlich auf Grund fehlenden Grundwissens nicht einordnen...


Ich wünsche allen eine schmerzlose Nacht!

Meine Empfehlung und Bewertung bezieht sich auf die Vorbeuge.

Liebe Grüße

Steffen

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