Berner Sennenhund Testbericht
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- Familientauglichkeit:
- Pflegeaufwand:
- Futterkosten:
- Platzbedarf:
Erfahrungsbericht von Chinchiboy
Berner-Große Teddybären....
Pro:
familientauglich, treu, sanftes Wesen
Kontra:
Überzüchtung, Kurzes Lebensalter
Empfehlung:
Ja
Geschichte
Zur Geschichte des Bernersennenhundes gibt es Spekulationen. Früher dachte man, sie entstammen einer Hundeart, welche schon die alten Römer über die Alpen mitgebracht haben. Dafür gibt es aber keine fossilen Funde, so dass man sich da jetzt nicht mehr ganz so sicher ist.
Fakt ist aber, dass es in der Schweiz oder generell in der Alpengegend schon immer diese größeren, recht robusten, Zug- Trieb- und Hütehunde gab. Diese entwickelten sich wegen den unterschiedlichen Witterungsbedingungen an verschiedenen Orten divergent (=unterschiedlich), auf Grund auch von geografischer Isolation, wie die Biologen das nennen würden. Dadurch entstanden im Laufe der Zeit die vier unterschiedlichen Sennenhundrassen:
der Große Schweizer Sennenhund
der Appenzeller Sennehund
der Entlebucher Sennenhund
der Berner-Sennehund
Jede dieser lokalen Rassen, weist natürlich unterschiedliche Rassemerkmale auf, Allerdings kann man sagen, dass der Berner die einzige Sennenhundrasse ist, welches langes Fell besitzt. Da ist auch meiner Meinung nach der Grund, warum er sich der ungeheuren Beliebtheit erfreut.
Allerdings waren sie nicht immer als Rassen anerkannt, denn der Entlebucher oder Appenzeller wurden noch bis Anfang des vorigen Jahrhunderts (1900 und) gejagt.
Und wer denkt, Hunde zum Essen sei eine rein chinesische Tradition, der irrt gewaltig, denn bei den Bauern landete auch ab und zu mal ein Sennenhund auf dem Tisch (na dann guten Appetit). Ich finde das zwar auch anstößig, aber es ist nun einmal Fakt.
Betonen möchte ich außerdem noch, dass Sennehunde und Bernhardiner zwar verwandt sind, aber nicht so, wie die meisten es glauben, der Hund St. Bernhard wurde durch Kreuzungen von Sennenhunden und anderen Rassen sozusagen irgendwann vor ein paar Hundert Jahren erschaffen.
Als wir 1978 einen Sennenhund haben wollten (also meine Mutter, ich war ja noch nicht da), da war es eine reine Qual so etwas zu bekommen, denn es gab DDR weit gerade mal 500 Sennenhunde, weil mit der Zucht in Deutschland erst so richtig nach dem ersten Weltkrieg angefangen wurde. Heute ist dieses Tier leider ein richtiger Modehund geworden und wird auf Deibel komm raus gezüchtet, worunter natürlich die Rassenmerkmale leiden und die Gesundheit, denn als ich ein paar Berichte las, fiel mir auf, dass viele Hunde an HD (Hüftgelenksdysplasie, eine schmerzhafte Versteifung der Wirbelsäule, welche es dem Tier vor allem im Alte sehr schwer machen zu laufen oder sich generell zu bewegen. Da es dem Tier alles ungeheure Schmerzen bereitet, sollte man dann auch dem Bild des Jammers ein Ende machen) Zudem haben sie des öfteren dadurch mit Futtermittelallergien zu kämpfen und bei einigen Fällen hatten die Hündinnen auch Probleme mit Zysten in der Gebärmutter.
Charakteristika
Sennenhunde sind absolute Familienhunde, die Anschluss an die Familie suchen und auch z.B. den Tod von anderen Mitgliedern der Familie nur schwer verkraften. Sie sind absolut nicht für eine Zwingerhaltung geeignet, brauchen aber nicht jeden Tag Leistungsport, sowie z.B. Windhunde. Allerdings wollen sie, dass man sich mit ihnen beschäftigt. Bei unserem Hund ist das allerdings nur dann der Fall, wenn sie will, das heißt, sich mit Stupsen bemerkbar machen.
Sennenhunden wird eine gewisse Eigensinnigkeit nachgesagt („sturer Berner“), die sich auch bei unserem Hund immer wieder bestätigt, wenn man ihr zum Beispiel sagt :“sitz“ und sie macht dann Platz. Damit will ich nicht behaupten, dass sie sich nicht erziehen lassen oder sich nicht unterordnen (auch nicht, dass ich sie nicht im Griff habe), aber ab und an versuchen sie ihren Kopf halt doch mal durchzusetzen.
Rassestandards
Als wir mal auf einer Ausstellung waren, hatte ich das Gefühl, dass dieses auch ein sehr dehnbarer Begriff ist, denn selbst Berner ohne Weiß am Körper (ich sage dann immer, die sehen aus wie Rottweiler) gelten noch als solche.
Das charakteristischste Merkmal sind das schwarze Fell, welches sich den ganzen Rücken über erstreckt. Er hat braune, nach Möglichkeit rostbraune Abzeichen an den Pfoten (jeweils unten, welche dann in die weißen Pfotenspitzen münden), an den Hosen (der Teil links und rechts des Schwanzes) und vorn links und rechts an der Schnauze (nach Möglichkeit symmetrisch). Dazu sagt man auch den braunen „Brand“. Weiß ist an der Schwanzspitze. (ich finde es ohne dem nicht schön und bin heilfroh, dass unserer Hund eine schöne, relativ große, weiße Schwanzspitze hat). Dazu muss ich aber sagen, dass weiß laut Standard jetzt auch heißen kann, dass da drei weiße Haare sind.
Sehr ausschlaggebend für den Gesichtsausdruck ist die weiße Blässe, wie man auf dem Foto sehr schön erkennt. Je nachdem wie eng oder schmal die Blässe ist, sieht der Hund mal strenger aus und mal, so wie unsere „clowniger“.
Berner haben ca. eine Widerresthöhe von 64-70 cm (Rüden) und 58-66 cm (Hündinnen) und sind somit die zweitgrößte Sennenhundrasse nach dem großen Schweizer (sieht aus wie ein Berner, in Bernhardinergröße, mit kurzem Fell). Sie wiegen so um die 40-50 kg oder halt auch mehr, kommt ganz auf den „Schlag“ drauf an.
Insgesamt haben sie eher eine gedrungene Figur, was das Teddyhafte an ihnen ausmacht, deshalb würde ich es für verwerflich halten, wenn man versuchen würde, da hochbeinig reinzuzüchten.
Anschaffungs- und Unterhaltskosten
Hierzu muss man natürlich sagen, dass es darauf ankommt, wo man wohnt und ob man sich den Hund bei einem Züchter holt oder lieber aus einem „Schwarzwurf“. Manchmal sind Hunde aus einem Schwarzwurf besser, als die von Züchter, was natürlich nicht bedeuten soll, dass ich die Züchter anprangern möchte, aber die Fälle von HD u.s.w. wovon ich vorhin kurz berichtete waren ausschließlich bei Hunden vom Züchter. Wie dem auch sei kosten sie beim Züchter mittlerweile ab ca. 600 € aufwärts (also mindestens) und beim Privaten muss man abwägen.
Dann ist natürlich noch die Hundesteuer fällig, welche im Landkreis MOL (Brandenburg) an die 80,- DM beträgt.
Einmal im Jahr muss man entwurmen und impfen, das kostet ca. 100 DM und füttern sollte man das liebe Tierchen vielleicht auch noch. Das lostet je nach Futter so an die 50 DM. Alles in allem finde ich, es gibt teurere Hobbies.
Fazit:
Wir haben mittlerweile den dritten Sennenhund, da meine Mutter den ersten 1978 erwarb und wir seitdem an sagen;: „Einmal Berner, immer Berner“. Ich selbst habe auch viele gute Erfahrungen gemacht. Der erste hat zum Bsp. Meinen Kinderwagen bewacht und mich mit Freuden auf dem Schlitten gezogen. Er war praktisch immer für mich das und hatte ein lammfrommes Gemüt (denn was machen nicht immer alles kleine Kinder mit dem Getier). Der zweite Hund, hat mich auch beschützt, was wir einmal austesteten. Sie war lieb, kuschelig, aber bei allem immer irgendwo Dame, zudem war sie eine bildhübsche Sennehündin, denn sie entsprach sämtlichen Rassenstandards überhaupt. Leider kann ich ja kein Beweisfotoeinfügen und mit uploaden (oder geht das doch??!!). Und der Verlust, wahrscheinlich durch Vergiftung, da Berner leider sehr gefräßig sind, war ein herber Schlag. Jetzt haben wir die Enkelin davon, die ist zwar nicht ganz so perfekt gezeichnet (Denn braunen Flecken über den Augen) sind leider an die Blässe angewachsen und das Weiß der Schnauze ist nicht ganz symmetrisch. Aber man will ja auch keinen Preis mit dem Hund gewinnen, sondern Freude haben. Und die hat man zur Genüge. Diesen Hund (Anka) habe ich erzogen (oder vielleicht auch manchmal etwas verzogen) und sie ist ein sehr liebes Wesen. Sie ist extrem agil, schwimmt sehr gern im See, wenn einer mitkommt (was ich immer ausnutze da ich im Wasser schneller bin als sie, was ich vom Landweg nicht behaupten kann).
Alles in allem, sollte jeder, der einen Familienhund sucht, der treu, wachsam, kuschelig, lieb und ein guter Freund ist, den Berner in die engere Wahl rücken lassen. Aber Vorsicht beim Kauf, denn die Überzüchtung lauert überall! Man sollte beim Welpen schon mal auf die Beinstellung beim Laufen achten, ob sie starksig oder gleitend ist, zudem sollte man darauf achten, dass sich der ganze Hund beim Laufen relativ harmonisch bewegt, um HD vorzubeugen. Dummerweise kann erst das Röntgen, wenn der Hund mindestens ein Jahr alt ist, darüber entgültige Auskunft geben.
Leider hat der Berner, wie alle anderen großen Hunderassen einen Nachteil: Das Alter. In einem Rassebuch habe ich schon mal gelesen, dass er im Schnitt so an die 9 Jahre alt wird. Das finde ich ein bisschen niedrig. Man sagt so im Allgemeinen 12 Jahre. In Ausnahmefällen auch 14 Jahre.
Dann hoffe ich jetzt mal, dass ich alle sehr hilfreich belehrt habe und wünsche allen mit ihren Bernern den größtmöglichsten Erfolg und schöne Stunden.
20 Bewertungen, 6 Kommentare
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02.03.2006, 10:45 Uhr von kakaue
Bewertung: sehr hilfreichsh lg chris, gegenlesungen sind willkommen und gibts auch von mir :-)
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01.03.2006, 03:09 Uhr von WreckRin
Bewertung: sehr hilfreichgelungener Bericht, freu mich über Gegenlesungen <br/>LG Sandra
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22.02.2006, 09:37 Uhr von angie1977
Bewertung: sehr hilfreichtoll, lg angie
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15.02.2006, 14:41 Uhr von skorbut
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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13.02.2006, 01:48 Uhr von Sky112
Bewertung: sehr hilfreichGuter Bericht
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12.01.2005, 00:20 Uhr von Bluebirdunfa
Bewertung: sehr hilfreichbericht. Auch ich habe gehört, das sich die Rasse leider gesundheitlich evrschlechtert hat. Auch die Lebenserwartung dieser hübschen tiere ist statistisch gesehen doch recht gering. Auch das mit dem schwarzzüchter stimmt. Nicht jder Liebhabe
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