Bestrafungen Testbericht

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Erfahrungsbericht von hawasie

Keine köperliche Züchtigung !

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Wenn ich das Thema dieser Rubrik sehe, muss ich zwangsläufig zuerst an meine Kindheit denken. Nein, zu früh gefreut - ich hatte keine schwere Kindheit.

Aber es gab zwei Fälle, an die sich mein Vater nicht mehr erinnern kann ( oder will ). Zum einen gab es eine Tracht Prügel mit Mutters Kochlöffel und Hartmut´s Po. Wenn ich mich recht erinnere, kam Hartmut in der Herbstzeit mal wieder zu spät nach Hause - verstecken spielen im dunkeln macht doch auch mehr Spass als am Tage - oder ? Da ich aber ein Wiederhlungstäter war, fand man Vater das garnicht witzig und postierte sich mit dem besagten Löffel neben meinem Bett und meinte nur, dass ich blank ziehen soll. Bäuchlings auf dem Bett liegend tanzte das Holzutensil munter auf mein zartes, jugendliches Hinterteil ( ich muss 7 oder 8 Jahre gewesen sein). Begleitet wurde dies mit der vertrauten Stimme meines Vaters : Sollst Du immer so spät nach Hause kommen ? Er hatte aber ein Problem : die Schläge taten nicht weh und ich , fing aufgrund eines affenähnlichen Vergleichs, der sich plötzlich in meinem Gehirn abspielte, in dem irgenwie mein Vater vorkam, an zu lachen. Oh, jetzt war er in Rage und haute einmal kräftiger zu - ob´ s die Kraft war oder Holzwürmer - keine Ahnung, jedenfalls Mutter´s Kochgerät teilte sich in zwei Hälften. Vater stand verdutzt da, Mutter hat doch eine kleine Träne im Auge ( vielleicht wegen des Löffels, vielleicht auch wegen mir ) und Hartmut ? Der brach in schallendes Gelächter aus.

Fazit : Eine ähnliche Strafe habe ich seitdem nicht mehr bekommen - nicht weil ich lieber geworden bin. Das musste andere Gründe haben. Vielleicht hatte Mutter ja auch Angst um ihre Kochutensilien und hat den Vater nachts überzeugen können.

Da fortan körperliche Züchtigung in meinem Kindeshaushalt tabu war, Hartmut aber wieder mal später als erhofft zu Hause auftauchte, um das Abendessen zu fassen, musste ich staunen : Mein Erzeuger hatte sich eine neue Taktik einfallen lassen : Erst mal nicht´s essen nd in den Keller einsperren. Bitte ?? Wohl auf Arbeit Langeweile gehabt- was soll denn das ? Der Keller war leicht zu erreichen - eine Luke , von der Küche aus sich öffnend, wurde hochgeklappt und mir mitgeteilt, das ich die 8 - 9 Stufen dort hinabsteigen sollte, um mein Fehlverhalten zu überdenken. Klappe zu - Affe tot - Waschmaschine noch auf die Luke gestellt. Hartmut sass im dunkeln. Nun besitzen ja fast alle Keller entweder ein Fenster oder eine Öffnung, damit die Luft dort unter weiter zirkulieren kann. Der eine oder andere Leser weiss, der Meine Geschichten zu meinen Kindheit gelesen hat, dass ich mächtig dünn war. Also kein Problem durch diese Öffnung hinaus auf den Hof, am Küchenfenster dukend vorbei, in den Torweg durch die Tür und an der üchentür mal laut klopfend. Herein hallte es von drinnen. Ich wünschte freundlich wie ich bin einen Guten Abend und setzte mich an den Abendbrotstisch, als wenn nichts gewesen wäre. Nun haben wir alle gelacht und auch diese Methode war vom Tisch. Fazit beider Methoden : hat nichts gebracht. Soviel zu persönlichen Erfahrungen in meiner Kindheit.

Das Thema ist allerdings zu ernst und nicht jeden trifft es so zart, wie mich damals. Und nicht jeder kann damit so locker umgehen. Es gibt leider auch erschreckende Daten, wie Kinder in Deutschland behandelt werden :
Es wird vorsichtig geschätzt, dass ca. 20 % aller Erwachsenen in Deutschland in ihrer Kindheit mit schwerwiegenden oder häufigen Formen körperlicher oder sexueller Gewalt konfrontiert waren - das ist jeder 5. !!

Wen´s interessiert oder überhaupt zu dem allgemeinen Thema sich im Netz mal schlau machen will, sollte die Seite : http://www.liga-kind.de/pages/pgut299.htm
aufrufen : Thema : Gewaltfreie Erziehung - geht das überhaupt ? von Irene Lohns, Dipl.-Pädagogin und Leiterein des Kinderschutz-Zentrums Kiel.

Ich habe 4 Jahre studiert und meinen Abschluss als Diplom-Pädagoge bekommen. Auch in der Studienzeit war natürlich das Thema Bestrafungen in der Schule ein Thema.

Das bestimmte Maßnahmen ergriffen werden können oder auch nicht, ist gesetzlich geregelt. Darauf will ich aber nicht weiter eingehen, sondern nun als Vater von zwei Töchtern die Problematik beleuchten.

Es gibt immer Situationen, wo uns unsere lieben Wonneproppen eine mächtige Geduld abverlangen und man schon geneigt ist, die Hand nicht nur zum Gruss zu erheben. Ein kleiner Schlag auf den Hinterkopf erhöht das Denkvermögen - sagt der Volksmund. Da das Wort Schlag und Hinterkopf aufeinandertreffen handelt es sich hierbei schon als eine kleine Form der körperlichen Züchtigung, die ich prinzipiell ablehne.

Aber ganz ohne Strafe, wenn das innerfamilliäre Leben gestört wurde, geht es aber auch nicht. Die Vielfalt ist doch manchmal größer als wir glauben und seelische Rückstände bei den Kindern in den folgenden Formen auch nicht zu erwarten .

Die wichtigste Vorraussetzung sind zu Hause klare Grenzen oder auch Regeln. Diese sind meinen Kindern bekannt, auch wenn sie nicht als Hausordnung in jedem Zimmer aufgehängt sind. Die Bekanntheit dieser Regeln für alle Personen in einem Haushalt ist fast überlebensnotwendig - es kann nicht sein, dass Mutter was anderes macht als der Vater und das Kind muss klar erkennen können, dass es gegen eine Regel verstossen hat.

Als Fussballfan habe ich das dortige Kartensystem eingeführt. Das bedeutet, mein Kind wird von mir oder meiner lieben Frau vorgewarnt. Wenn also was im Anmarsch ist - gibts die gelbe Karte und es wird darüber gesprochen.

Die beste Zeit bei uns ist die Abendbrotzeit. Da hat jeder etwas mitzuteilen, was tagsüber so abgegangen ist und die Erziehungsberechtigten können mal so ganz lapidar einen Einwurf machen und die bekannte Karte ziehen. Sollte es zu Diskussionen kommen - man könnte ja sein Kind falsch verstanden haben oder es fährt tatsächlich Argumente aus, die selbst einen Erwachsenen einleuchten können ( selbst mir ).

Die Zeit wäre zum Frühstück nicht und es ist auch gut, wenn alle Haushaltsmitglieder das mitbekommen - deshalb bei uns- abends !

Wichtig ist es auch, dass in diesem Zusammenhang mit Strafen sparsam umgegangen wird. Diese soll zwar nicht Auszeichnungscharakter wegen der Seltenheit haben , sondern wer oft bestraft wird das Problem bekommen, das sich diese Erziehungsmethode schnell abnutzt und wie die Kinder zu sagen pflegen : Juckt mich nicht, nach spätestens einem Tag ist eh´alles wieder in Butter.

Tja und wenn dann doch die rote Karte gezogen werden muss ? Dann musste durch und Dir das vorher gut überlegt haben. Denn wenn Du das nicht durchziehst, wirst Du unglaubwürdig und glaube mir, das merkt ein Kind ganz schnell und es wird Dir auf der Nase herumgetanzt.

Wichtig ist in diesem Fall : auch wenn Dein Blutdruck so hoch ist, Du auf 180 bist - äußerlich ruhig bleiben und wenn es irgendiwe geht, erst abreagieren und noch eine kleine Zeit warten !

Bei den kleineren Kindern reicht oft ein entschiedenes \" Nein \". Ich weiss nicht, in wieviel Untertönen man das sagen oder schreien kann, es sollte aber sehr bestimmt klingen. Nicht zu häufig angewandt, eine wunderbare Erziehungsmethode im Kleinkindalter. Dieses kurze Wort ist entschieden besser, als 5 Minuten auf das Kind einzureden. Man steigert sich dann nur selbst eventuell in Rage und es könnte zu unkontrollierten Aktionen führen.

Am besten , man übt mal dieses Nein im stillen Kämmerlein - es sollte in die Ausdrucksform eines \"Anschisses\" gipfeln - dann ist der richtige Ton getroffen.

Im spielfähigen Alter der Kinder, ist die kurze Wegnahme eines heiss geliebten Spielzeuges eine sehr gute Erziehungsmassnahme ( hilft ja manchmal beim Erwachsenen auch **gg** ). Manchmal merkte ich auch, dass v.a. wenn Spielkameraden mit im Hause sind, das Ego meines Kindes sehr stark ansteigt - so nach dem Motto :jetzt sind wir in der Überzahl und machen mal einen drauf. Habe ich schon erlebt - es wirkt sich positiv aus, wenn man sein Kind dann mal 5 oder 10 Minuten beiseite nimmt und es mal überlegen lässt, was es falsch gemacht hat. Ein nicht lange auf sich wartendes ankuscheln an die Eltern und einem treuen Blick, der einem dann fast schon wieder zum lachen bringen könnte, zeigt mir, mein Kind hat das richtige Ergebnis gefunden und darf dann wieder mit den anderen spielen.

In diesem Kleinkindalter werden die wesentlichsten Grundlagen für eine ordentliche Erziehung gelegt - wer diese Zeit vernachlässigt oder Erziehungsfragen in die Kinderkrippe,den Kindergarten oder gar Schule abgibt, läuft Gefahr, die grösseren Probleme bei den heranwachsenden Jugendlichen nicht mehr in den Griff zu bekommen und dann wird´s schwierig. Da ich diese Probleme mit meinen 11 und 15 jährigen Töchtern nicht habe, könnte ich nur theoretisch darauf eingehen. Aber ich glaube, ich habe erstmal einen ziemlich langen Bericht hier hereingesetzt- bin aber offen für weiterführende Fragen - und wenn ich kann - dann helfe ich gerne ( wie einige von Euch sicher schon wissen )

Hartmut

PS : Dieser Link führt zu Bestrafungen in der Schue, was erlaubt ist und was nicht :
http://www.schuelerkammer.de/rechte/bestrafungen.htm

Persönliche Anmerkung : wenn ich sehe was in der Schule so manchmal abgeht - ich habe mir diese Info´s schon mal ausgedruckt.

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