Blue Is The Colour - The Beautiful South Testbericht

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Erfahrungsbericht von MatthiasHuehr

BEEP BEEP BEEP BEEP ...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

WARNUNG: Dieses Meinung enthält eine Kritik über ein Album, welches stellenweise recht obszöne Wörter aufzuweisen hat!

Ein kleiner Junge steht weinend mit einer kaputten Gitarre in einem blau gestrichenen Zimmer. Was hat das mit Musik zu tun? Auf dem ersten Blick kann es aufgrund des funktionsunfähigen Musikinstrumentes nicht viel damit zu tun haben, auf dem zweiten Blick sieht man aber, daß es sich um ein Cover einer CD handelt, das einen recht harmlosen Eindruck ausstrahlt, wäre da nicht der große runde „WARNING“ - Aufkleber der vor gewissen Kraftausdrücken im ersten Titel warnt. Als ob ich mich durch einen solchen Hinweis beeinflussen lassen würde, denn schließlich handelt es sich dabei um das Album „Blue Ist The Color“ von „The Beautiful South“.

Diese Band wurde von Sänger Paul Heaton und Schlagzeuger David Hemmingway gegründet. Beide gehörten vorher zu den "Housemartins", welche sich aufgelöst haben und eine Reihe bekannter Künstler hervorgebracht haben. Der Rest der Band wurde engagiert, unter anderem auch die derzeitige Sängerin Jacqui Abbot, die einen guten stimmlichen Kontrast zu Pauls Gesang darstellt. Wie ist eigentlich die Musik dieser Band, wenn man schon vor den Titeln warnen muß? Wenn man kritische Texte singt, oder sogar etwas unter der Gürtellinie agiert, dann nimmt man an, daß die Musik recht rockig sein müßte. Und das ist ein Denkfehler. Die Musik der Band kann man als Edelpop beschreiben, der mit sehr melodiösen Klänge, die einen recht schwerelosen Eindruck vermitteln, aufwarten kann. Instrumental wird mit Gitarren, Pianos und Trompeten gearbeitet, was sich im Gesamtergebnis sehr anspruchsvoll anhört. Im schlicht gestalteten Booklett kann man die Texte der Lieder nachlesen, die übrigens auch noch in einer anderen Sprache übersetzt worden sind.


„Don 't Marry Her“

Der Titel dürfte den meisten bekannt sein, weshalb man aber vor ihm warnen muß, ist nicht offensichtlich. Kein Wunder, denn in der Radioversion wurden gewisse Textpassagen auf seriös getrimmt, in der Version auf dem Album heißt es aber unüberhörbar im Refrain „Don 't marry her, fuck me“. Jacqui macht einem Mann ein mehr als deutliches Angebot, welches mit ihrer Alternative beworben wird. Wer will schon am Sonntag Windeln wechseln, wenn statt dessen im Bett gemütlich frühstücken kann. Instrumental ist es recht flott gehalten und wird von den Gitarren dominiert, welche im Hintergrund eine Begleitung durch das Piano erfahren.


„Little Blue“

Etwas sehr ruhig kommt „Litte Blue“ daher, welches etwas leicht melancholisch klingt. Es ist nicht so deutlich wie die übrigen Lieder. Es ist für mich recht schwer zu interpretieren und bevor ich zuviel Unsinn schreibe, laß ich es lieber bleiben. Es wurde fast nur mit Gitarren gearbeitet, die übrigen Instrumente sind nur selektiv, so zum Beispiel im Refrain, wahrzunehmen.


„The Mirror“

In diesem Lied geht es um die Träume einer Prostituierten, die es nicht schafft aus ihrer Lage herauszukommen und resigniert hat. Dementsprechend ist die musikalische Umsetzung ausgefallen. Nachdenklich, etwas melancholisch und im Verhältnis zu den übrigen Titeln recht schlicht gehalten.


„Blackbird On The Wire“

Und wieder einmal gibt es eine ruhige Klavierballade zu hören, welche mit ein paar elektronischen Klängen aufgepeppt wurde. Ich finde nur die Drums recht aufdringlich, so daß er mir daher nicht so gut gefällt. Wenn man den Text hört, dann merkt man daß es eine Liebeserklärung ist, was aber durch die Wortwahl nicht ganz so offensichtlich ist. Ich finde „Little Blue“ viel besser.


„The Sound of North America“

Über die Perspektivlosigkeit von vielen Menschen in Amerika handelt dieses Lied. Die USA sind zwar ein reiches Land, doch viele Menschen leben dort auf der Straße, sind arbeitslos oder haben nicht genug Geld zum überleben. Die Kontraste zwischen Reich und Arm werden mit einer intelligenten Bildersprache dargestellt. Beispielsweise ist der Klang von New York die Polizeisirenen, für andere wiederum das Leuten der Glocke in der Wallstreet. Die Musik klingt sehr interessant und etwas nachdenklich. Für mich ist es einer der besten Titel der CD.


„Have Fun“

Dieses Stück ist ein Duett, welches Jacqui und Paul zusammen singen. Es geht um Liebe und klingt dementsprechend gefühlvoll. Die Musik ist recht sanft im Ausdruck und hat ein durchaus gelungenes Arrangement. Der Rhythmus ist recht langsam und es kommen ein paar Streicher zum Einsatz. Daher wirkt das Lied auch sehr verträumt.


„Liar 's Bar“

Gewöhnungsbedürftig klingt dieser Titel. Nicht nur daß er instrumental sehr schlicht gehalten ist, ruhige Gitarrenklänge und Drums dominieren die Musik, ab und zu wird in die Tasten gehauen. Dazu gesellt sich ein Gesang von Paul, der diesmal recht rauh klingt. Es geht um Alkoholismus und wenn man sich bildlich vorstellen will, wie er klingt, sollte man sich einen besoffenen Mann mit einer Zigarette mit Mund vorstellen, wie er sich künstlerisch betätigt. Ein doch sehr gewagtes Stilelement finde ich, denn jedermann Geschmack ist soetwas nicht.


„Rotterdam“

„Rotterdam“ durfte eigentlich auch bekannt sein. Es ist sehr melodisch ausgefallen, wie gehabt hört man Gitarrenklänge und ein Piano. Jacqui beschreibt in diesem Lied eine Szene und daß diese überall passiert sein kann. Nicht nur in Rotterdam, sondern auch in ... Wie klein die Welt doch ist zeigt dies Lied, was eine schöne Melodie aufweisen kann.


„Foundations“

Daß es auch ohne Depressionen geht, beweist man mit diesem Lied. Es hat sehr viel Ähnlichkeiten mit älteren Stücken und hat eine überaus fröhliche Ausstrahlung. Kein Wunder es ist auch sehr ironisch ausgefallen. Es geht darum, daß mein sein Leben jetzt leben soll, denn schließlich hat es mal ein Ende, von dem man nicht weiß, wann es sein wird. Der kraftvolle Refrain wird mittels des verstärkten Einsatzes einer Trompete erst möglich.


„Artificial Flowers“

Nach dem lebensbejahenden „Foundations“ kommt dieses recht melancholisch klingende Stück. Es geht darin um ein armes kleines Mädchen, welches Stoffblumen bastelt und sie bei jedem Wetter auf der Straße verkaufen muß. Eines Tages findet man sie ... erfroren. Es ist eine sehr traurige Ballade, welche instrumental vom Piano lebt, was im Hintergrund mit ruhigen Synthesizerklängen unterstützt wird.


„One God“

Eine Kritik an die Wertvorstellungen der heutigen Welt ist dieser Titel. Der Markenwahn ist fast schon eine Religion und so ziehen sie gnadenlos über diese Zustände her. „Die Welt verändert sich in ein Disneyland und man kann nichts dagegen tun ...“. Das Lied bietet einen tiefgründigen Text, der mit einer recht markenbehafteten Bildersprache beschrieben wird. Instrumental wurde mit Synthesizern und Gitarren gearbeitet, welche ein nachdenkliches Arrangement musikalisch optimal vertont haben.


„Alone“

Der Titel spricht für sich, denn es geht um Einsamkeit. Melancholisch klingt dementsprechend der Gesang und wie kann es anders sein, die Musik auch. Das Lied klingt sehr ruhig aus und bildet damit auch den gelungenen Abschluß der Lieder.


„The Beautiful South“ waren bisher noch nie so nachdenklich und melancholisch wie auf diesem Album. Die meisten ihrer Lieder sind ansonsten immer recht flott gewesen, so daß dieses Album einen krassen Unterschied darstellt. Was aber nicht unbedingt heißen muß, daß es deshalb schlechter als die übrigen Alben sein muß. Eines aber hat die Gruppe trotz der ruhigen Melodien nicht verloren, nämlich ihren Biß, den sie wieder einmal mit ihren ironischen und oft auch frechen Texten beweisen. Wer einmal etwas anspruchsvollere Musik als die derzeitig verbreitete Retortenmusik hören möchte, dem kann ich dieses Album zum Reinhören durchaus empfehlen.

48 Bewertungen, 8 Kommentare

  • anonym

    18.03.2007, 15:04 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG Damaris :-)

  • Baby1

    15.10.2006, 13:08 Uhr von Baby1
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG Anita

  • anonym

    23.08.2006, 15:57 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh :o)

  • campimo

    18.08.2006, 10:04 Uhr von campimo
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH & LG

  • anonym

    14.08.2006, 01:00 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Lieben GrUsS, Manuela :o)

  • Zuckermaus29

    13.08.2006, 20:54 Uhr von Zuckermaus29
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh von mir für Dich :o) Viele Grüße Jeanny

  • anonym

    13.08.2006, 16:22 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Lieben Gruß :-)) Marianne

  • Estha

    10.08.2006, 21:48 Uhr von Estha
    Bewertung: sehr hilfreich

    ☼☼☼ ... lg susi ... ☼☼☼