Bzip 2 Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Benutzerfreundlichkeit:  gut
  • Updatemöglichkeit:  sehr gut

Erfahrungsbericht von Ruhollah

Hohe Packraten garantiert

Pro:

packt schnell, packt gut

Kontra:

etwas gewöhnungsbedürftig für Klicki-Bunti-Windows-Nutzer

Empfehlung:

Ja

Unter Linux gibt es einen Komprimierstandard: Gzip. Aber seit ein paar Jahren mausert sich ein Konkurrent zum inoffiziellen Standard: Bzip 2. Auch ich habe Bzip 2 installiert. Es geht ja nicht, denn wenn ich bei Debian Kernel-Quelltexte installiert, so liegen die in einem Bzip-2-Archiv. Bzip 2 ist daher unerlässlich. Bzip 2 ist schon den Gzip-Standard in weiten Teilen schon abgelöst. Der Linux-Kernel ist meistens auch mit Bzip 2 komprimiert und hat die Endung ?bz2?. Bzip 2 ist frei und kostenlos.

Anders als die vielen Windowspacker kommt Bzip 2 ohne Oberfläche daher. Eine Oberfläche ist auch gar nicht nötig, da KDE sein eigenes Packprogramm mitbringt, welches u. a. auf den Bzip-2-Algorithmus zurückgreift. Und anders als bei den herkömmlichen Verdächtigen wie WinZip, Ace, Rar, Jar und Arj, kann Bzip 2 nur einzelne Dateien komprimieren. Ob eine Datei komprimiert ist, sieht man an der Endung ?bz2?. Natürlich kann man beim Packen gleiche mehrere Dateien angeben, aber dann wird jede Datei einzeln gepackt. Das Zusammenfassen von Dateien erledigt der erfahrene Unix-Held nämlich mit dem Programm Tar. Mit Tar werden meistens zuerst Dateien zusammengefasst und dann das Archiv komprimiert; jeder hat bestimmt schon Archive mit folgenden Endungen gesehen: tar.gz, tar.bz2. Das mag kompliziert klingen, ist es aber nicht. Das Gute dabei ist, dass man nicht bevormundet wird, wie man Archive organisiert. Außerdem geht die Arbeit mit Bzip 2 flott auf der Kommandozeile.

Die Bedienung gestaltet sich nicht besonders schwierig. Bzip 2 hat nur wenige Optionen. Will ich eine Datei packen, dann gibt man folgendes ein ?bzip2 Dateiname?, heraus kommt: ?Dateiname.bz2?. Man kann bei Komprimieren auch die Option ?-z? benutzen, muss aber nicht. Bei Dekromprimieren benutzt man die Option ?-d?: ?bzip2 -d Dateiname.bz2?. Die Kompressionsdichte kann man auch noch bestimmen. Die Option ?--best? bzw. ?-9? sorgt dafür, dass möglich gut komprimiert wird. Will man aber, dass möglichst schnell komprimiert wird, benutzt man die Option ?--fast? bzw. ?-1?. Das waren auch schon die wichtigsten Optionen. Es gibt auch noch Optionen, die z. B. bereits existierende Dateien beim Entpacken überschreiben und ähnliches. Und wer es sich trotzdem nicht merken kann, der gibt folgendes ein: ?bzip2 ?help?. Die Handhabung ist total einfach.

Und dass Bzip 2 Gzip in weiten Teilen verdängt hat, hat auch seinen Grund. Nein, die Handhabung ist es nicht, denn Gzip ist genauso leicht zu bedienen. Es ist nämlich die Kompressionsdichte. Ein 4771840 Byte großes Archiv habe ich mal mit Gzip und Bzip 2 gepackt. Gzip brachte es auf 1858315, während Bzip 2 es auf 1642043 brachte, natürlich habe bei beiden die beste Kompressionsrate gewählt. Und nebenbei war Bzip 2 auch noch merklich schneller. Und Bzip 2 komprimiert wirklich gut; ich habe Bzip 2 mal mit bekannen Windowspackern verglichen. Ultimate Zip packt sogar noch schlechter als Gzip (1868292 Byte), Arj32 hat die 4771840 Byte auf 1881725 Byte schrumpfen können. Jar32 (ich schrieb einen Bericht über Jar), mein ehemaliger Lieblingspacker, der jedoch seit 1997 leider nicht mehr weiterentwickelt wird, kommt auf 1703552 Byte, aber das ist immer noch schwächer als Bzip 2. Ace und Rar sind ungefähr so gut wie Jar32, aber getestet habe ich die beiden nicht mehr. Fakt ist: Bzip 2 komprimiert am besten.

Aufgrund der Unix-Philosophie beherrscht Bzip 2 ausschließlich das Komprimieren. Die Unix-Philosophie besagt: Für jede Aufgabe ein Werkzeug. Und dieses Werkzeug muss seine Aufgabe möglichst gut beherrschen und Bzip 2 komprimiert sehr gut und schnell. Um Dateien zu bündeln, muss man Tar verwenden, zum Splitten nimmt man auch ein Extra-Programm und das Gleiche gilt für die Verschlüsselung. Ich mag Bzip 2 wirklich sehr.

Auch wenn Bzip 2 aus der Linux-Welt stammt, so gibt es doch eine Windowsversion, denn die Programmierer freier Software zeichnen sich nicht schließlich dadurch aus, dass sie bestimmte Betriebssysteme ausschließen und deren Nutzer diskriminieren, so wie es ein gewisser Bill tut. Unter http://sources.redhat.com/bzip2/ kann man sich Bzip 2 saugen. Bzip 2 ist nur etwas mehr als 70 KB groß. Aktuell ist die Version 1.0.2. Seit dem 30. Dezember 2001 wurde an Bzip 2 nichts mehr geändert. Das heißt, es handelt sich Bzip 2 um ein reifes Programm.

Ich kann jedem empfehlen, sich mal mit Bzip 2 mal zu beschäftigen. Wer ohnehin mit Gzip arbeitet, hat keine Probleme beim Umstieg. Wer bisher einen Packer wie Winzip, Jar32 oder Arj benutzt hat, benötigt ein wenig mehr Überwindung, denn zumindest in Tar muss man sich zusätzlich einarbeiten. Der Lohn sind schnelles Komprimieren und starke Kompression.