Catwoman (VHS) Testbericht

Catwoman-vhs-actionfilm
ab 11,68
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 11/2004

Erfahrungsbericht von SVoigt3000

Meine neue Lieblings-Domina

Pro:

Halle Berry und die anderen Schauspieler, Action und Special Effects, Comicverfilmung

Kontra:

MTV-mäßige Kameraführung, Halle Berry kann mehr

Empfehlung:

Ja

Es gibt eine neue Comicverfilmung im Kino! Und es gibt einen neuen Film mit Halle Berry! Zwei Gründe für mich ins Kino zu gehen – besonders wenn beide Argumente für den selben Film sprechen. Ich finde es zwar schade, dass Halle Berry, zu Recht für ihre atemberaubende Leistung in „Monsters Ball“ mit dem Oscar ausgezeichnet, so oft in irgendwelchen Action-Streifen mitspielt, aber nun gut...

-----STORY:-----
Patience Phillips (Halle Berry) arbeitet in der Werbeabteilung eines großen Kosmetik-Konzerns. Die schüchterne, fast verängstigte und etwas tollpatschige Frau hat die Chance ihres Lebens: Sie darf für das neueste Produkt des Konzerns die Werbekampagne machen. Doch als Patience zufällig von den fatalen Nebenwirkungen des neuen Produkts Wind bekommt, wird sie kurzer Hand umgebracht.

„Reanimiert“ durch eine Katze wacht Patience aber wieder auf und weiss nicht, was mit ihr geschehen ist. Doch eines bemerkt sie schnell: Sie kann unglaublich scharf sehen, kann klettern und springen wie eine Katze, isst Thunfisch in rauen Mengen und hat mehr Selbstbewusstsein.Schnell weiss sie ihr Selbstbewusstsein einzusetzen – auch bei dem Polizisten Detective Lone (Benjamin Bratt), der ein Auge auf Patience geworfen hat.

Nachts aber versucht sie als Catwoman herauszufinden, was in jener Nacht, in der sie sterben sollte, geschehen ist und ihre Fast-Mörder zur Rechenschaft zu ziehen. Schnell gilt Catwoman in der Öffentlichkeit als böse und verbrecherisch. Und so wird ausgerechnet Detective Lone auf die Katzenfrau angesetzt...


-----KOMMENTAR:-----
Wie schon eingangs erwähnt, finde ich es schade, Halle Berry, die seit ihrer Glanzleistung in „Monsters Ball“ meine absolute Lieblingsschauspielerin ist, immer wieder in Actionfilmen wie „X-Men“ oder eben hier „Catwoman“ auftaucht. Ähnliches dachte ich auch, bevor ich „Gothika“ mit ihr gesehen habe und war danach voll und ganz vom Gegenteil überzeugt. In diesem Film hat sie wieder ihr ganzes Können zeigen dürfen und der Film war auch alles andere als anspruchslos.

Bei „Catwoman“ sieht das aber wieder anders aus. Der Film ist eine reine Comic-Verfilmung – ähnlich wie „X-Men“ – und leider sehr anspruchslos. Es kommt zwar immer mal wieder durch, dass Catwoman eigentlich für die emanzipierte und moderne Frau stehen soll, aber diese Allegorie ist leider sehr an den Haaren herbeigezogen und eignet sich eigentlich auch relativ schlecht. Viel mehr geht es in dem Film um Sex, Musik, Action – und das alles in einer farbenfrohen und teilweise merkwürdigen Umgebung. Der Film wirkt meist eher wie ein Videoclip, was Regisseur Pitof aber so wollte. Er meint, zu einer Katze, die sich ständig bewegt, würden auch ständige Kamerabewegungen passen. Und so gelingen auch einige sehr schöne Bilder und Szenen, aber insgesamt wirkt das Ganze doch eher MTV-Like.

Halle Berry weiss aber in ihrer Rolle abermals zu überzeugen. Sie spielt Patience/Catwoman sehr locker, natürlich, sympatisch und teilweise auch mit einem gewissen Humor und einem bischen Ironie. Insgesamt ist die Rolle aber weit unter ihrem Niveau und worauf bei diesem Film wert gelegt wird, ist weniger die schauspielerische Leistung der Akteure. Besonders im Falle Halle Berry geht es viel mehr um in, zugegebener Weise, makelloses Äußeres. Und so bekommt man Halle Berry im ledernen Katzenoutfit hüfteschwingend, schnurrend und männerbetörend zu sehen. Wer, wie ich, weniger auf Leder steht, bekommt die Oscarpreisträgerin aber auch immer wieder ohne ihr Superheldenkostüm zu sehen – dafür aber mit absolut durchgestylter Frisur, charmant und mit einem wunderbaren Lächeln...

Nun schwärme ich solange von einer Frau. Warum? Nicht etwa, weil ich Halle Berry so sexy finde – obwohl ich das schon tue – sondern weil der Film eigentlich eine One-Woman-Show ist. Alle anderen Schauspieler werden zu Statisten degradiert. Aber auch sie spielen ihre Rollen gut und überzeugend. Da wäre zum Beispiel Sharon Stone als Catwomans Rivalin und Ehefrau des Besitzers des Kosmetik-Konzerns. Oder Lambert Wilson, besser bekannt als der Merowinger aus „Matrix“, als Georges Hedare, Besitzer des Kosmetik-Imperiums sowie zu guter Letzt Benjamin Bratt als Polizist und Lover von Patience Phillips. All diese Schauspieler sind gut und bringen ihre Rollen auch glaubwürdig rüber, aber gegen Halle Berry bleiben sie blass – was auch daran liegt, dass ihre Rollen gegenüber der der Patience/Catwoman sehr klein ausfallen.

Actionmäßig hat der Film aber einiges zu bieten. Diese Szenen sind sehr gut gedreht, wenn auch mit der ständig bewegten Kamera in diesem MTV-Stil. Man bekommt viel Kampfsport, ausgefahrene Krallen und Special Effects zu sehen. Auch diese sind sehr gut und fallen eigentlich nirgendwo auf. Obwohl man sich natürlich denken kann, dass die durch die Stadt laufende, springende und kletternde Catwoman wohl kaum von Halle Berry oder einem anderen menschlichen Wesen gespielt worden ist.

Trotzdem ist der Film nicht wirklich gut. Die Geschichte an sich ist eben so, wie man es vom Anfang einer Filmreihe erwartet. Die Charaktere werden vorgestellt und es gibt eine große Eröffnung der groben Geschichte (Patience wird ermordet und als Catwoman „wiedergeboren“). Insgesamt erwarte ich aber mehr Tiefgang von einem Film, für den auf der offiziellen Homepage dazu, damit geworden wird, dass auch auf die Psychologie von Catwoman eingegangen wird. Und ich erwarte mehr Action von einem Film, bei dem sich ein Superheld durch die Unterwelt kämpft. Vor allem aber erwarte ich einen Super-Schurken, der sich dem Superheld entgegen stellt. Und der fehlt in diesem Film voll und ganz. Und vielleicht krankt gerade daran der Film. Warum wurde Catwoman aus der Umgebung, in der wir sie alle kennen – Gotham City nämlich – herausgerissen? Damit wird nämlich die Möglichkeit verbaut Super-Schurken wie den Joker etc. auftauchen zu lassen die für Catwoman ebenbürtig wären und die das Fantastische des Filmes, der Handlung und der Charaktere weiter unterstrichen hätten.


-----FAZIT:-----
Und so ist „Catwoman“ ein Actionfilm unter vielen, der sich einzig und allein dadurch auszeichnet, dass Oscarpreisträgerin Halle Berry die Hauptrolle spielt. Gesehen haben muss man den Film nicht, aber ich wurde auch schon schlechter unterhalten. Kurz: Mittelmaß – nicht mehr und nicht weniger.

23 Bewertungen