Veronika beschließt zu sterben (Taschenbuch) / Paulo Coelho Testbericht

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Erfahrungsbericht von Ollessja

Die Prise Verrücktheit.....!!!

Pro:

Informiert, regt zum Nachdenken an

Kontra:

nix

Empfehlung:

Ja

Ich möchte heute versuchen, euch für das Buch "Veronika beschließt zu sterben" des Schriftstellers Paolo Coelho zu begeistern (mein gesamter Freundeskreis ist schon vollkommen entnervt *g*) Mal sehn, ob es mir gelingt....

***Der Schriftsteller***

Paulo Coelho wurde 1947 in Rio de Janeiro geboren. Sein Vater war Ingenieur und seine Mutter Hausfrau.

Coelho interessierte sich schon sehr früh Literatur und gewann bereits in der Schule einige literarische Wettbewerbe.
Diese Entwicklung war aber nicht im Sinne der Eltern. Er soll wie der Vater Ingenieur werden, und sie taten alles, um ihn von seinem Wunsch abzubringen, Schriftsteller zu werden.

Coelho lehnte sich gegen die Eltern auf und rebelliert gegen die Normen seiner Familie. Der Vater sah darin ein Anzeichen von Geisteskrankheit und ließ den Sohn mit siebzehn Jahren zweimal in eine psychiatrische Klinik zwangseinweisen, wo dieser mehrfach mit Elektroschocks behandelt wird.

Die Erfahrungen in der Psychiatrie (von seinem 18.-20- Lebensjahr) scheint er in dem Buch „Veronika beschließt zu sterben“ verarbeiten zu wollen.
Vor allem in der Person „Eduard“ (auf die ich später näher eingehe) ist es möglich, einige Parallelen zu den Erlebnissen des Schriftstellers zu ziehen.

***Inhalt des Buches***

Veronika ist eine junge 24jährige Slowenin, die ihr Dasein im (Nachkriegs-) Ljubljana ohne Herausforderung ohne Risiko und ohne Träume fristet. Jegliche Träume, z.B. eine Pianistenkarriere, hat sie schon früh verloren. Sie widmet sich einem sicheren Job in der örtlichen Bibliothek, so wie man es sich von ihr gewünscht hatte.
Veronika’s Zukunftsvisionen sind grau und gewöhnlich. Sie erwartet für ihr Leben nichts Besonderes mehr. Diese Tatsache allein reicht ihr aus zu beschließen, diesem Leben ein Ende zu setzen.
Nach dem Selbstmordversuch (durch Einnahme von Schlaftabletten) erwacht Veronika in der verschrienen Irrenanstalt “Villete“!!! Dort teilt man ihr mit, dass die Schlaftabletten ihr Herz so sehr geschädigt haben, dass sie lediglich noch einige Tage zu leben habe.

In Veronika’s „letzten Lebenstagen“ lernt sie gezwungenermaßen einige Mitpatienten kennen die in ihr wieder etwas wecken……den Lebensdurst!! Veronika lernt von Ihnen, genau dass zu tun, was sie allein in dem Moment für das richtige hält, ungeachtet der Meinung anderer Menschen. Und Sie beginnt, dass Leben zu genießen. Panisch versucht sie jeden Moment ihrer restlichen kurzen Zeit auszukosten und intensivst zu genießen, ohne Hemmungen und Ängste.

Im Verlauf des Buches werden die Schicksaale einiger Mitpatienten eingebunden, die ich kurz vorstellen möchte:

Zedka (Hausfrau und Mutter):
Eine Frau, die aufgrund von Depressionen in „Villete“ gelandet ist. Ausführlich wird der persönliche Auslöser und Verlauf ihrer Krankheit beschrieben sowie die Behandlungsmöglichkeiten.

Mari (Rechtsanwältin):
Mari leidet unter einer Angst- und Panikstörung. Auch hier erfährt man ausführlich den Auslöser, den Verlauf der Krankheit sowie die Behandlungsmöglichkeiten.

Eduard:
Sohn eines hochrangigen Politikers, der an einer Psychose aus dem schizophrenen Formkreis erkrankt und aufgrunddessen von diesen nach „Villete“ gebracht wird.

Veronika entwickelt nach kürzester Zeit Gefühle für Eduard. Eduard lebt durch seine Krankheit in seiner eigenen Welt, in die er sich selbst geflüchtet hat, da er in der Realität keinerlei Chance auf freie Selbstentfaltung hat. Dieses ist ihm durch seine Eltern verwehrt, da diese sein Leben schon für ihn geplant haben.
Niemand in der Klinik hat Zugang zu Eduard….lediglich Veronika’s mitternachtliches Klavierspiel (welches fast täglich stattfindet) scheint zu ihm durchzudringen und Gefühle hervorzurufen….
Gemeinsam wollen sie den Rest von Veronika’s Leben intensiv verleben……

Das Ende des Buches kommt wie immer alles etwas anders als man denkt!

Soooo…..das dürfte zum Inhalt des Buches ausreichen!! Ich habe ja schon einiges verraten. :o)


***Resumée***

Mit diesem Buch hat Coelho ein wunderbares Buch über Normalität und Anderssein geschrieben, über die nötige Prise „Verrücktheit“ die es zum Leben braucht, sowie über den Mut, den eigenen Lebenstraum Wirklichkeit werden zu lassen.

Coelho nutzt gleichzeitig das Buch, um den Leser über das (Tabu-)Thema „psychische Krankheiten“ zu informieren. Er bringt seine eigenen Erfahrungen in der Psychiatrieaufenthalte mit ein, wodurch das Buch sehr realitätsnah ist. Anhand der Patienten beschreibt er detailliert einige Krankheitsbilder und fordert hierdurch mehr Verständnis und Toleranz.

Dieses Buch hat mich gleichzeitig erschüttert, erstaunt und zum Lachen gebracht. Es hat mich traurig gestimmt und gleichzeitig glücklich gemacht. Das Buch ist sehr fesselnd. Ich habe lediglich 2 Tage gebraucht, um die 224 Seiten zu „verschlingen“.
Für mich ist „Veronika beschließt zu sterben“ das beste und vor allem „sinnvollste“ Buch, welches ich bisher finden konnte. Es regt dazu an, das eigene Leben zu überdenken und zu entdecken, wie sehr man selbst sein eigenes Handeln von der Meinung der Mitmenschen abhängig macht….
Vor allem aber macht es Mut zum „Anderssein“!!!


***Abschließende Infos***

Diogenes-Verlag
Paperback-Fassung: ISBN: 3-257-23305-1; Preis: 8,90 Euro
Gebundene Ausgabe: ISBN: 3-257-06235-4; Preis: 17,90 Euro

21 Bewertungen, 1 Kommentar

  • zauberfuchsi

    06.04.2008, 16:42 Uhr von zauberfuchsi
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH, habe heute einen Bericht über das gleiche Buch geschrieben, schau doch mal rein! Würde mich freuen! LG JeNnY