Mexican - Eine heiße Liebe (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von trampastheo

Brad war da noch jung...

Pro:

Manchmal temporeich, die Szenen zwischen Roberts und Gandolfini, Bild - und Tonqualität der DVD

Kontra:

Teilweise zu langatmige Story - Mischmasch aus Comedy, Romanze, Action - und Roadmovie - mehr Comedy in den Szenen mit Pitt hätte nicht geschadet - Pseudo - Making of - wie hat man nur Gene Hackman für solch einen kurzen Auftritt überreden könne

Empfehlung:

Ja

Als \"The Mexican\" in den Kinos anlief, hatte ich mir vorgenommen, vor allem aufgrund der Topbesetzung, den Film unbedingt anzuschauen. Darsteller des Kalibers einer Julia Roberts und eines Brad Pitt zusammen in einem Film zu sehen, ist eine ganz seltene Sache. Es klappte damals mit dem Kinobesuch leider nicht. Doch es gibt ja auch DVDs:)

Handlung
Sam (gespielt von Julia Roberts) und Jerry (gespielt von Brad Pitt) sind verlobt, verstehen sich jedoch nicht besonders gut. Der Grund: Jerry, der ohne es zu wollen für eine Art Mafia Dienste leisten muss, wird gezwungen noch einen letzten Auftrag auszuführen, damit er am Leben bleibt. Der Auftrag bringt ihn nach Mexiko, wo er nach einer ganz alten Waffe suchen muss, die jedoch verflucht ist. Doch genau dieses letzte Detail kennt Jerry nicht und es passieren ihm andauernd unglückliche Sachen. Die Waffe wird ihm daraufhin gestohlen, zusammen mit seinem gemieteten Auto. Während Jerry nach Auto und Waffe sucht, wird seine verlobte Sam, die sich auf den Weg nach Las Vegas befindet, von einem gewissen Leroy (gespielt von James Gandolfini) entführt. Damit hat man ein Druckmittel gegen Jerry, damit dieser die Waffe auftreibt und nicht auf falsche Gedanken kommt sie zu verkaufen. Doch die Pistole ist so verflucht, dass die Pechsträhne für Jerry lange anhalten wird.

Filmkritik
The Mexican gehört zu dieser Sorte Film, die man schwer in eine Schublade stecken kann. Eine absolute Romanze ist es nicht, ein Actionfilm auch nicht und für eine Komödie reicht es nicht ganz aus. Von allen drei Genres sind jedoch die Merkmale im Film teilweise vorhanden. Die Bezeichnung Roadmovie trifft vielleicht am besten für The Mexican zu. In den zwei Stunden des Films wird für den Zuschauer sicherlich das eine oder andere Highlight aller Genres geboten, aber insgesamt konnte mich The Mexican nur teilweise unterhalten. Zwar ist viel Tempo vorhanden, aber ein großer Teil der Story ist zu langatmig. Es geht eigentlich im ganzen Film darum, dass Brad Pitt die Waffe namens The Mexican auftreibt, um sein Leben zu retten. Dabei hat er natürlich seine Freundin Sam im Hinterkopf, mit der er sich wieder einmal gestritten hat und die mittlerweile entführt worden ist. Während im größten Teil des Films Pitt alleine auftritt (mit Ausnahme der Anfangsszene und des letzten Abschnitts), ist Roberts bei Gandolfini gut aufgehoben. Und hier ist auch der interessante Part des Films. Denn bei den beiden kommt eine gute Chemie auf, obwohl Sam von Leroy gefangen gehalten wird. Seine Beziehung zu Frank, den er in Cafe entdeckt und später dann der recht spannende Auftritt des wahren Leroy im Hotel, geben dem Film Pluspunkte. Regisseur Gore Verbinski gelingt es jedoch nicht genug Comedy in den Szenen von Pitt reinzubringen. Außer der einen Attacke, bei der Pitt auf mexikanisch auf Robert de Niro hingewiesen wird und dem sturen Gaul, der vor Pitt abhaut (es stehen nun mal nicht alle auf Pitt) konnte mich keine anderen Szenen mit ihm zum Schmunzeln bringen. Action wird im Film bei der grundlosen Hektikszene mit Gandolfini auf dem Highway geboten und bei der Anfangsszene in den Dametoiletten, wo Sam entführt wird. Es ist von allem etwas dabei, aber dieser Mischmasch ist nicht ganz mein Ding, so dass auch noch mit einer recht uninteressanten und langatmigen Handlung der Film sehr viel an Qualität verliert.

Darstellerisch gesehen ist der Film mit einer Top-Besetzung versehen. Julia Roberts, Brad Pitt, James Gandolfini und Gene Hackman sind in The Mexican zu sehen. Die ersten drei in Protagonistenrollen, Hackman diesmal nur in einer Nebenrolle. Als erstes werde ich mit Julia Roberts beginnen, die wieder einmal in einer Rolle zu sehen ist, die von der einen durch einen netten Charakter bestimmt wird (in ihren Dialogen mit Gandolfini) und von der anderen einen recht stürmischen Eindruck hinterlässt (wenn sie mit Pitt streitet). Roberts Talent ist ohne Zweifel sehr groß, aber in der Rolle von Sam hätte Katherine Zeta Jones aufgrund ihres Temperaments noch besser gepasst! An Brad Pitt wurde diesmal eine Rolle vergeben, die eigentlich nicht typisch für ihn ist. Sie hat einen leicht humorvollen Charakter, denn Jerry ist schon leicht naiv. Brad ist gut in seiner Rolle, doch sicherlich sein bester Auftritt in einem Film. Meiner Ansicht nach, obwohl ich da wieder allein stehen werde, ist immer noch Rendezvous mit Joe Black der beste darstellerische Auftritt von Pitt. James Gandolfini hat sich in den letzten Jahren zu einem der exzellentesten Darsteller Hollywoods entwickelt. Für mich war seine Rolle in die letzte Festung, wo er Robert Redford als Gegner hatte, ein oskarverdächtiger Auftritt. In „The Mexican“ ist jedoch seine Rolle ganz anders: von der einen ist er der eiskalte Killer und von der anderen ist er ein ganz sensitiver Mensch, der homosexuelle Neigungen hat. Eine komische Rolle für den 43jährigen, die er jedoch ganz überzeugend rüberbringt. Sein Ende im Film ist ziemlich überraschend! Gene Hackmans Auftritt kommt lediglich gegen Ende des Films und das auch nur in einer Szene. Wie er sich auf solch eine Kurzrolle eingelassen hat, kann ich mir nicht erklären, denn von allen vier ist er der erfahrenste Schauspieler.

Die DVD und ihr Bonusmaterial
Studio: Dreamworks Pictures
Produktionsjahr: 2001
Laufzeit: ca. 118 Minuten
Freigegeben ab: 12 Jahren
Bildformat: 2,35:1 - anamorph
Sprachformat: Deutsch und englisch auf Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch, deutsch für Hörgeschädigte, englisch, englisch für Hörgeschädigte

Bild- und Tonqualität der DVD sind einwandfrei. Das Bild ist auf 2,35:1 anamorph eingestellt mit perfekter Bildschärfe und kräftigen Farben. Aus der Sicht des Tons handelt es sich bei „The Mexican“ um keinen besonders akustischen Film (wenig Schiessereien, wenig Musik), damit man darauf eine besondere Meinung hätte bilden können. Was das Bonusmaterial angeht sind insgesamt neun gelöschte Szenen für den DVD-User zu sehen. Keine davon ist besonders beeindruckend. Lediglich ein mexikanisches Fest, bei dem alle in Tanzstimmung sind, hätte vielleicht noch in den Film mit reingenommen werden können.

Bei einem Making of (15 Minuten) erhofft man sich doch vor allem Bilder aus den Dreharbeiten zu sehen. Leider ist das Making of eher ein Pseudo-Making of, denn all zu viel wird man von den Dreharbeiten nicht sehen. Dagegen werden vor allem Interviewausschnitte der Protagonisten-Regie gezeigt. Der eine lobt wie immer den anderen, Julia sagt wie lange sie Brad schon kennt, Brad sagt welche tolle Ausstrahlung Julia hat und alle sagen wie viel Spaß es ihnen gemacht hat, am Film mitzumachen. Lediglich eine lustige Szene von den Dreharbeiten, als sich Julia Roberts das Lachen, nach einer gelungenen Aktion von James Gandolfini im Auto nicht verkneifen kann, hat mir persönlich gut gefallen. Den Rest kann man vergessen.

Es folgen danach die Interviews mit Pitt und Roberts (insgesamt über 15 Minuten), wobei man beide schon vorher beim Making of gesehen hat. Ein Audiokommentar vom Regisseur des Films, aber auch von Drehbuchautor ist ebenfalls vorhanden im original-englischen Ton, mit der vorhandenen Möglichkeit der Einblendung deutscher Untertitel. Trailer zum Film, Informationen zum Cast und der Crew, zusammen mit den Produktionsnotizen, runden das ganze DVD-Bonusmaterial befriedigend ab.

Fazit
The Mexican hat mich teilweise enttäuscht. Wenn man Namen wie Julia Roberts und Brad Pitt hört, dann sind die Erwartungen bei einem Film recht groß. Doch sogar bei diesen Darstellern, mit den höchsten Gagen Hollywoods, kann man enttäuscht werden, wenn die Handlung des Films nicht stimmt. Ein Mischmasch aus Comedy, Romanze, Action- und Roadmovie ist bei The Mexican entstanden, aber alles so vereint, dass ein Mischmasch entsteht, der bei mir zumindest nicht gut ankommt. Teilweise ist der Film zumindest temporeich und kann so ein Debakel vermeiden. Fans von Roberts und Pitt werden auch nicht voll auf ihre Kosten kommen, denn beide Darsteller haben schon besser vor der Kamera gestanden. Lediglich James Gandolfini, eine Mann von dem wir sicherlich schon bald mehr hören werden, überzeugt darstellerisch. Die DVD selbst ist ebenfalls nur Mittelmass, aufgrund eines Pseudo-Making Of und eher langweiligen Interviews mit Roberts und Pitt. Alles in allem entsteht deshalb ein gerade noch so befriedigendes Resultat für Film und DVD, welche ich beide jedoch nicht weiterempfehlen werde.

49 Bewertungen, 2 Kommentare

  • kengi

    15.06.2005, 17:34 Uhr von kengi
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr schöner Bericht, da du ausführlich deine eigene Meinung schilderst und den Film auch beurteilst (und nicht nur nacherzählst)

  • Sang_il

    15.06.2005, 17:29 Uhr von Sang_il
    Bewertung: sehr hilfreich

    schöner und langer Bericht! Viele Grüße Sang_il