Crescendo (gebundene Ausgabe) / Elizabeth Corley Testbericht

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Erfahrungsbericht von GAWOnline1983
+++ Und ich kriege dich doch... +++
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
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Allgemeines
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Eigentlich hatte ich es mal wieder nur auf ein bestimmtes Buch abgesehen – auf „Diabolus“ von Dan Brown. Damit hätte ich mir aber auch noch ein paar Tage Zeit lassen können, da zu Hause noch genug Lesestoff auf mich wartete. Doch an einem der letzten Unitage in diesem Semester musste ich wegen dem schlechten Wetter mal wieder mit dem Zug fahren. Und diese Tatsache führt meistens zu einem tiefen Einschnitt in meinem Geldbeutel. Grund dafür ist der Buchladen am Mainzer Hauptbahnhof. Oft genug bleiben mir wenige Minuten um einmal dort hineinzuschauen. Natürlich konnte ich dann doch nicht widerstehen und wollte nur ganz schnell hineingehen und mir „Diabolus“ kaufen. Doch dann fiel mein Blick zudem auf das daneben liegende Buch. Dabei handelte es sich um „Crescendo“ von Elizabeth Corley. Mir eine völlig unbekannte Autorin. Doch irgendetwas an der Covergestaltung zog mich an. Ich wusste instinktiv, dass ich ein gutes Buch vor mir hatte. Immerhin war der Thriller nur in gebundener Form für knapp zwanzig Euro erhältlich. Eigentlich ein Wagnis. Ich musste aber schnell handeln, da der Zug jede Minute fahren sollte. Schnell noch „Diabolus“ von Dan Brown und den neuen Roman von Giles Blunt geschnappt und dann schleunigst an die Kasse. Schon im Zug begann ich mit meinem Neuerwerb von Elizabeth Corley, da meine damalige Lektüre nur für die Hinfahrt reichte. Am nächsten Tag war ich schließlich damit fertig…
Nun könnt ihr gleich lesen, ob ich mit meiner spontanen Einschätzung des Buches Recht hatte. Zunächst aber präsentiere ich euch den Inhalt in unterschiedlicher Länge. Ich hoffe jedenfalls, dass euch dieser Bericht gefällt und bedanke mich bereits an dieser Stelle fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren! Im Übrigen freue ich mich immer über Rückmeldungen von Lesern, die dieses Buch bereits kennen und daher geneigt wären, mir ihre persönliche Meinung mitzuteilen – egal wie positiv oder negativ sie ausfallen mag.
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Kurzinhalt
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Dank der Polizistin Nightingale gelingt es, den Vergewaltiger Griffiths ins Gefängnis zu bringen. In letzter Minute gelang es den Beamten ihn festzunehmen. Nightingale spielte dabei den Lockvogel. Hätte sie jedoch vorher gewusst, welche Auswirkungen diese Rolle auf ihr Leben haben würde, hätte sie diesen Part bestimmt abgelehnt. Kurz nach der Verurteilung von Griffiths erhält die junge Polizistin mehrere Drohungen. Darunter auch eine Email mit einem Bild im Anhang. Eine Fotomontage – die Abbildung zeigt Nightingales brutal verstümmelten Leichnam. Sie schwebt in höchster Gefahr.
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Inhalt
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Der Vergewaltiger Griffiths lernte seine Opfer über ein Rollenspiel im Internet kennen. Bisher gelang es der Polizei nicht den Täter dingfest zu machen. Die junge Polizistin Louise Nightingale sollte daher als Lockvogel fungieren. Über einen Chatroom lernt sie den Verbrecher kennen und kann ihn zu einem Treffen verabreden. Der erste Versuch schlägt aus nicht näher bekannten Gründen fehl. Beim zweiten Mal klappt es jedoch. Die Polizisten nehmen Griffiths in letzter Minute fest. Nightingales Aussage spielt natürlich in der Gerichtsverhandlung eine große Rolle. Letztendlich wird Griffiths verurteilt, möchte aber gegen den Schuldspruch vorgehen. Und da draußen gibt es jemanden, der bereit ist ihm mit seinen ganz eigenen Methoden zu helfen. Zunächst zielt erst einmal alles auf Nightingale als Opfer. Sie bekommt per Telefon und per Email verschiedene Drohungen. Sie nimmt sie jedoch nicht ernst und ist nicht bereit, diese Tatsache ihrem Vorgesetzten Andrew Fenwick zu melden. In gewisser Weise schämt sie sich vielleicht, da sie ihn anhimmelt. Doch die Übergriffe werden immer schärfer und eines Tages erhält sie eine Email samt Anhang. Der Unbekannte schickte ihr eine Fotomontage, auf der ihr brutal verstümmelter Leichnam zu sehen ist. Eine eindeutige Botschaft. Nightingale wird einfach alles zuviel.
Erst kurze Zeit zuvor musste sie den Tod ihrer Eltern hinnehmen, mit denen sie kein gutes Verhältnis verband. Übrig geblieben ist nur ihr Zwillingsbruder, der aber eine eigene Familie hat. Er bietet ihr an, zu dem alten Landsitz der Familie zu fahren, der ihrer Tante gehörte. In diesem malerischen Dorf soll sie abschalten und endlich wieder zur Ruhe kommen. Fernab von jeglichen Kommunikationsmitteln und ohne Strom lässt sie sich dort nieder. Sie kann nicht ahnen, dass ihre Kollegen in ihrer Abwesenheit mit weiteren Gewaltverbrechen konfrontiert werden, die allesamt mit dem Fall „Griffiths“ zusammenhängen. Sie ist zu sehr mit sich selbst beschäftigt, denn in den Unterlagen ihrer verstorbenen Tante stößt sie auf ein Familiengeheimnis, das vor allem sie betrifft. Unterdessen ist Nightingale immer noch im Visier des Täters und ihre Kollegen haben keine Ahnung wo sie sich aufhält. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn Fenwick ist fest entschlossen, Nightingales Leben zu retten und diesen Fall zu lösen…
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Meine Meinung
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Irgendwie – ich kann leider nicht genau begründen warum – knüpfte ich hohe Erwartungen an das Buch. Wie ich bereits in der Einleitung schrieb, hatte ich bis dato weder von der Autorin gehört geschweige denn eine Zeile aus ihrer Feder gelesen. Ich kann schon jetzt vorweg nehmen, dass es eine lange Nacht wurde. Ich bekam das Buch zwar nicht ganz durch, da mir dann doch irgendwann die Augen zufielen. Aber Dank George W. Bush wurde Mainz am nächsten Tag abgeriegelt und das hieß für mich, dass an der Universität für mich kein Kurs stattfinden würde. Selbst wenn, hätte ich sowieso keine Möglichkeit zur Anreise gesehen. So ein freier Tag musste natürlich genossen werden und so beschäftigte ich mich vorrangig mit meiner aktuellen Lektüre „Crescendo“. Soviel jedoch nur zum Vorgeplänkel, denn nun möchte ich zu der eigentlichen Handlung des Romans kommen.
Zunächst wird der Leser gleich vollkommen in das Geschehen hineinkatapultiert. Kein langsamer Anfang, sondern gleich Spannung in vollen Zügen. Schon an dieser Stelle kann man das Buch daher nicht mehr weglegen und will einfach mehr wissen. Die Inhaltsangabe auf der Rückseite des Buches führt in den ersten Teil des Buches ein und so weiß man in groben Zügen was in dem ersten Teil auf einen zukommen wird. Danach konnte ich erst einmal entspannt aufatmen, da es um die Gerichtsverhandlung gegen Griffiths und Nightingales Aussage ging. Dabei wird der Leser in Grundzügen – aber auch wirklich nur das – in die Welt der Rollenspiele eingeführt. Ich persönlich habe in dieser Richtung überhaupt keine Erfahrungen und da dies zunächst der Aufhänger der Geschichte war, ist dieser Überblick durchaus wünschenswert. Dabei bleibt es dann aber auch und der Leser wird nicht seitenlang mit unwichtigen Details über dieses Thema gequält. Dies kam mir natürlich durchaus gelegen.
Die Mörder. Schon kurze Zeit nach Beginn der Lektüre weiß man, dass Griffiths nicht alleine arbeitete. Eine Zeitlang bleibt die Identität des zweiten Mörders im Verborgenen. Mit Offenbarung dieser Tatsache – seinem Vorhandensein – nehme ich allerdings meiner Meinung nach nicht allzu viel vorweg, da man sich das bereits denken kann. Griffiths wird geschnappt und dann beginnt der Terror gegen Nightingale und die Gewaltverbrechen enden einfach nicht. Irgendjemand möchte Griffiths wohl helfen. Später erfährt man dann wer dahinter steckt. Das Ende des Thrillers ist zu diesem Zeitpunkt noch etwas hin. Doch nimmt Corley damit nicht die Spannung? Wenn man nach mir geht ist dies nicht der Fall. Ich war gefesselt wie zuvor. Und der geneigte Krimileser wird wissen, dass Corley mit ihrer eher frühzeitigen Offenbarung kein Einzelfall ist. Wenn ich ehrlich bin, war es mir sogar etwas lieber, als am Ende die große Überraschung präsentiert zu bekommen. Das mag bei manchen Büchern passen, doch hier hätte ich es persönlich als unvorteilhaft empfunden. Zudem wird der Leser oder die Leserin dadurch noch mehr in die Gedankengänge des Mörders eingeweiht und man „spaziert“ zeitweise an seiner Seite durch das Buch. Durch die Hilflosigkeit Nightingales und dadurch, dass man die Identität des zweiten Mörders schließlich kennt, steigert Corley eher noch die Spannung. Schließlich endet alles in einem furiosen Showdown, auf den ich aber aus nahe liegenden Gründen nicht näher eingehen möchte. Kurzum kann ich aber sagen, dass Corley es schafft, die Spannung von Anfang an aufzubauen und diese entweder hervorragend aufrechterhält bzw. sogar noch zu Steigern vermag.
Im Übrigen halt sich die blutigen Schilderungen halten etwas in Grenzen. Natürlich gibt es Bücher, in denen der Schriftsteller weniger ins Detail geht, doch auch die etwas Zartbesaiteteren können durchaus zu „Crescendo“ greifen. Die Autorin präsentiert zwar genügend Gewalt, schafft aber dennoch etwas Abstand zu den Geschehnissen und schildert nicht alles bis ins kleinste Detail.
Man kennt es vielleicht schon aus anderen Romanen. Auch dort spielen öfters psychisch angeknackste, leicht verschrobene und mit Problemen belastete Personen die Rolle. Diese Charakteristika wurden hier den Polizisten Louise Nightingale und Andrew Fenwick auf den Leib geschneidert. Dennoch sollte man an dieser Stelle nicht nur in Klischees denken, denn die beiden haben schon etwas Eigenes an sich. Gerade ihre Fehler machen sie zu eher „normalen“ Menschen. Nightingale kämpft zum einen mit ihren Schuldgefühlen, die sie seit dem Tod ihrer Eltern heimsuchen und auf der anderen Seite mit der schrecklichen Situation bei der Verhaftung von Griffiths, zu der sie maßgeblich beitrug. Eingewebt in die Geschichte ist auch ihre Vergangenheit, die ihre Figur noch plastischer erscheinen lässt. Man könnte nun denken, dass ein Herumgestochere in der Vergangenheit und ein Familiendrama, das dabei zu Tage gefördert wird, von der eigentlichen Geschichte ablenken und die Spannung bremsen könnte. Die Betonung liegt jedoch auf „könnte“, denn für mich machte dieses Element durchaus einen Teil der Spannung aus. Man konnte dadurch auch etwas Luft holen und wurde ein wenig von den schrecklichen Ereignissen abgelenkt. Allerdings nur ein wenig, da Corley es schafft, den Leser immer wieder zur richtigen Sekunde in die grausame Wirklichkeit ihres Thrillers zurückzuholen. Die Idylle trügt also zeitweise. Ich hatte zeitweise das Gefühl mich auf einer atemberaubenden Achterbahnfahrt zu befinden, die etwas langsamer wurde, wenn es sich um Louise Nightingales Familiengeschichte drehte. Ich weiß natürlich mangels weiterer Lektüre nicht, ob auch sie in den beiden weiteren Büchern von der Autorin eine Rolle spielte – Fenwick tat es – und auch dort schon Spuren ausgelegt werden. Ich war jedenfalls erpicht darauf, dem Geheimnis auf den Grund zu gehen. Was nun Fenwick angeht, der hier den männlichen Gegenpart darstellt, so plagen auch diesen einige Probleme. Sicherlich kann man hierzu in den anderen Werken eine Vorgeschichte finden, doch ich hatte nicht das Gefühl hier etwas zu vermissen. Die Autorin führt genug in seine private Geschichte um seine sterbenskranke Frau und die beiden Kindern ein, so dass nicht der Gedanke aufkommt bereits etwas verpasst zu haben. Wie ihr an den Beschreibungen merken dürftet, haben die Hauptcharaktere in „Crescendo“ durchaus Ecken und Kanten, die sie in meinen Augen umso sympathischer machen. Aalglatte Personenbeschreibungen und Superheldenpräsentationen sind einfach nicht mein Ding und daher hat Corley genau meinen Geschmack getroffen.
Wie ihr meiner Rezension vielleicht anmerkt bin ich von diesem Roman vollkommen begeistert. Natürlich bin ich auch froh, dass mich mein Instinkt nicht getäuscht und ich das Geld nicht umsonst für irgendwelche Schundliteratur ausgegeben habe. Ich weiß jedenfalls hundertprozentig, dass es nicht lange dauern wird, bis ich mir die ersten beiden Werke von Elizabeth Corley auch noch zulegen werde. Ich kann euch versichern, dass das Geld für die gebundene Ausgabe nicht aus dem Fenster geworfen wurde. Wer natürlich immer noch denkt, dass dabei ein Risiko liegt – Geschmäcker sind bekanntlich verschieden – sollte zu den beiden Taschenbuchausgaben greifen. Diese vermag ich aber nicht zu beurteilen und verweise daher auf „Crescendo“. Wer ein paar spannende Stunden in einer Fantasiewelt verbringen möchte, ist meiner Meinung nach hiermit perfekt beraten. Corley ist es gelungen mit Fenwick und Nightingale zwei neue herausragende Charaktere zu schaffen und dem Leser zudem einen sehr spannenden Fall zu präsentieren. Es steht daher außer Frage, dass ich für dieses Buch fünf Sterne vergebe.
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Das Buch
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„Crescendo“ erschien in Deutschland erstmals im Februar 2005 im Scherz Verlag. Der Thriller umfasst 494 Seiten und ist unter der ISBN 3-502-18096-2 für 19,90 Euro im Handel erhältlich. Übersetzt ins Deutsche wurde das Werk von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann.
Eine Taschenbuchausgabe ist bisher noch nicht angekündigt.
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Die Autorin
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Elizabeth Corley wurde im Jahr 1956 geboren und wuchs in West Sussex (England) auf.
Neben ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin hat Corley den Posten als Direktorin in einem Global-Investment-Unternehmen in Surrey inne.
(Quellen: www.krimi-couch.de, Autorinneninfo in „Crescendo“)
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Mehr von Elizabeth Corley
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1. Requiem für eine Sängerin
2. Nachruf auf eine Rose
3. Crescendo
(copyright by Laura Thoma, März 2005)
Allgemeines
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Eigentlich hatte ich es mal wieder nur auf ein bestimmtes Buch abgesehen – auf „Diabolus“ von Dan Brown. Damit hätte ich mir aber auch noch ein paar Tage Zeit lassen können, da zu Hause noch genug Lesestoff auf mich wartete. Doch an einem der letzten Unitage in diesem Semester musste ich wegen dem schlechten Wetter mal wieder mit dem Zug fahren. Und diese Tatsache führt meistens zu einem tiefen Einschnitt in meinem Geldbeutel. Grund dafür ist der Buchladen am Mainzer Hauptbahnhof. Oft genug bleiben mir wenige Minuten um einmal dort hineinzuschauen. Natürlich konnte ich dann doch nicht widerstehen und wollte nur ganz schnell hineingehen und mir „Diabolus“ kaufen. Doch dann fiel mein Blick zudem auf das daneben liegende Buch. Dabei handelte es sich um „Crescendo“ von Elizabeth Corley. Mir eine völlig unbekannte Autorin. Doch irgendetwas an der Covergestaltung zog mich an. Ich wusste instinktiv, dass ich ein gutes Buch vor mir hatte. Immerhin war der Thriller nur in gebundener Form für knapp zwanzig Euro erhältlich. Eigentlich ein Wagnis. Ich musste aber schnell handeln, da der Zug jede Minute fahren sollte. Schnell noch „Diabolus“ von Dan Brown und den neuen Roman von Giles Blunt geschnappt und dann schleunigst an die Kasse. Schon im Zug begann ich mit meinem Neuerwerb von Elizabeth Corley, da meine damalige Lektüre nur für die Hinfahrt reichte. Am nächsten Tag war ich schließlich damit fertig…
Nun könnt ihr gleich lesen, ob ich mit meiner spontanen Einschätzung des Buches Recht hatte. Zunächst aber präsentiere ich euch den Inhalt in unterschiedlicher Länge. Ich hoffe jedenfalls, dass euch dieser Bericht gefällt und bedanke mich bereits an dieser Stelle fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren! Im Übrigen freue ich mich immer über Rückmeldungen von Lesern, die dieses Buch bereits kennen und daher geneigt wären, mir ihre persönliche Meinung mitzuteilen – egal wie positiv oder negativ sie ausfallen mag.
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Kurzinhalt
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Dank der Polizistin Nightingale gelingt es, den Vergewaltiger Griffiths ins Gefängnis zu bringen. In letzter Minute gelang es den Beamten ihn festzunehmen. Nightingale spielte dabei den Lockvogel. Hätte sie jedoch vorher gewusst, welche Auswirkungen diese Rolle auf ihr Leben haben würde, hätte sie diesen Part bestimmt abgelehnt. Kurz nach der Verurteilung von Griffiths erhält die junge Polizistin mehrere Drohungen. Darunter auch eine Email mit einem Bild im Anhang. Eine Fotomontage – die Abbildung zeigt Nightingales brutal verstümmelten Leichnam. Sie schwebt in höchster Gefahr.
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Inhalt
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Der Vergewaltiger Griffiths lernte seine Opfer über ein Rollenspiel im Internet kennen. Bisher gelang es der Polizei nicht den Täter dingfest zu machen. Die junge Polizistin Louise Nightingale sollte daher als Lockvogel fungieren. Über einen Chatroom lernt sie den Verbrecher kennen und kann ihn zu einem Treffen verabreden. Der erste Versuch schlägt aus nicht näher bekannten Gründen fehl. Beim zweiten Mal klappt es jedoch. Die Polizisten nehmen Griffiths in letzter Minute fest. Nightingales Aussage spielt natürlich in der Gerichtsverhandlung eine große Rolle. Letztendlich wird Griffiths verurteilt, möchte aber gegen den Schuldspruch vorgehen. Und da draußen gibt es jemanden, der bereit ist ihm mit seinen ganz eigenen Methoden zu helfen. Zunächst zielt erst einmal alles auf Nightingale als Opfer. Sie bekommt per Telefon und per Email verschiedene Drohungen. Sie nimmt sie jedoch nicht ernst und ist nicht bereit, diese Tatsache ihrem Vorgesetzten Andrew Fenwick zu melden. In gewisser Weise schämt sie sich vielleicht, da sie ihn anhimmelt. Doch die Übergriffe werden immer schärfer und eines Tages erhält sie eine Email samt Anhang. Der Unbekannte schickte ihr eine Fotomontage, auf der ihr brutal verstümmelter Leichnam zu sehen ist. Eine eindeutige Botschaft. Nightingale wird einfach alles zuviel.
Erst kurze Zeit zuvor musste sie den Tod ihrer Eltern hinnehmen, mit denen sie kein gutes Verhältnis verband. Übrig geblieben ist nur ihr Zwillingsbruder, der aber eine eigene Familie hat. Er bietet ihr an, zu dem alten Landsitz der Familie zu fahren, der ihrer Tante gehörte. In diesem malerischen Dorf soll sie abschalten und endlich wieder zur Ruhe kommen. Fernab von jeglichen Kommunikationsmitteln und ohne Strom lässt sie sich dort nieder. Sie kann nicht ahnen, dass ihre Kollegen in ihrer Abwesenheit mit weiteren Gewaltverbrechen konfrontiert werden, die allesamt mit dem Fall „Griffiths“ zusammenhängen. Sie ist zu sehr mit sich selbst beschäftigt, denn in den Unterlagen ihrer verstorbenen Tante stößt sie auf ein Familiengeheimnis, das vor allem sie betrifft. Unterdessen ist Nightingale immer noch im Visier des Täters und ihre Kollegen haben keine Ahnung wo sie sich aufhält. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn Fenwick ist fest entschlossen, Nightingales Leben zu retten und diesen Fall zu lösen…
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Meine Meinung
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Irgendwie – ich kann leider nicht genau begründen warum – knüpfte ich hohe Erwartungen an das Buch. Wie ich bereits in der Einleitung schrieb, hatte ich bis dato weder von der Autorin gehört geschweige denn eine Zeile aus ihrer Feder gelesen. Ich kann schon jetzt vorweg nehmen, dass es eine lange Nacht wurde. Ich bekam das Buch zwar nicht ganz durch, da mir dann doch irgendwann die Augen zufielen. Aber Dank George W. Bush wurde Mainz am nächsten Tag abgeriegelt und das hieß für mich, dass an der Universität für mich kein Kurs stattfinden würde. Selbst wenn, hätte ich sowieso keine Möglichkeit zur Anreise gesehen. So ein freier Tag musste natürlich genossen werden und so beschäftigte ich mich vorrangig mit meiner aktuellen Lektüre „Crescendo“. Soviel jedoch nur zum Vorgeplänkel, denn nun möchte ich zu der eigentlichen Handlung des Romans kommen.
Zunächst wird der Leser gleich vollkommen in das Geschehen hineinkatapultiert. Kein langsamer Anfang, sondern gleich Spannung in vollen Zügen. Schon an dieser Stelle kann man das Buch daher nicht mehr weglegen und will einfach mehr wissen. Die Inhaltsangabe auf der Rückseite des Buches führt in den ersten Teil des Buches ein und so weiß man in groben Zügen was in dem ersten Teil auf einen zukommen wird. Danach konnte ich erst einmal entspannt aufatmen, da es um die Gerichtsverhandlung gegen Griffiths und Nightingales Aussage ging. Dabei wird der Leser in Grundzügen – aber auch wirklich nur das – in die Welt der Rollenspiele eingeführt. Ich persönlich habe in dieser Richtung überhaupt keine Erfahrungen und da dies zunächst der Aufhänger der Geschichte war, ist dieser Überblick durchaus wünschenswert. Dabei bleibt es dann aber auch und der Leser wird nicht seitenlang mit unwichtigen Details über dieses Thema gequält. Dies kam mir natürlich durchaus gelegen.
Die Mörder. Schon kurze Zeit nach Beginn der Lektüre weiß man, dass Griffiths nicht alleine arbeitete. Eine Zeitlang bleibt die Identität des zweiten Mörders im Verborgenen. Mit Offenbarung dieser Tatsache – seinem Vorhandensein – nehme ich allerdings meiner Meinung nach nicht allzu viel vorweg, da man sich das bereits denken kann. Griffiths wird geschnappt und dann beginnt der Terror gegen Nightingale und die Gewaltverbrechen enden einfach nicht. Irgendjemand möchte Griffiths wohl helfen. Später erfährt man dann wer dahinter steckt. Das Ende des Thrillers ist zu diesem Zeitpunkt noch etwas hin. Doch nimmt Corley damit nicht die Spannung? Wenn man nach mir geht ist dies nicht der Fall. Ich war gefesselt wie zuvor. Und der geneigte Krimileser wird wissen, dass Corley mit ihrer eher frühzeitigen Offenbarung kein Einzelfall ist. Wenn ich ehrlich bin, war es mir sogar etwas lieber, als am Ende die große Überraschung präsentiert zu bekommen. Das mag bei manchen Büchern passen, doch hier hätte ich es persönlich als unvorteilhaft empfunden. Zudem wird der Leser oder die Leserin dadurch noch mehr in die Gedankengänge des Mörders eingeweiht und man „spaziert“ zeitweise an seiner Seite durch das Buch. Durch die Hilflosigkeit Nightingales und dadurch, dass man die Identität des zweiten Mörders schließlich kennt, steigert Corley eher noch die Spannung. Schließlich endet alles in einem furiosen Showdown, auf den ich aber aus nahe liegenden Gründen nicht näher eingehen möchte. Kurzum kann ich aber sagen, dass Corley es schafft, die Spannung von Anfang an aufzubauen und diese entweder hervorragend aufrechterhält bzw. sogar noch zu Steigern vermag.
Im Übrigen halt sich die blutigen Schilderungen halten etwas in Grenzen. Natürlich gibt es Bücher, in denen der Schriftsteller weniger ins Detail geht, doch auch die etwas Zartbesaiteteren können durchaus zu „Crescendo“ greifen. Die Autorin präsentiert zwar genügend Gewalt, schafft aber dennoch etwas Abstand zu den Geschehnissen und schildert nicht alles bis ins kleinste Detail.
Man kennt es vielleicht schon aus anderen Romanen. Auch dort spielen öfters psychisch angeknackste, leicht verschrobene und mit Problemen belastete Personen die Rolle. Diese Charakteristika wurden hier den Polizisten Louise Nightingale und Andrew Fenwick auf den Leib geschneidert. Dennoch sollte man an dieser Stelle nicht nur in Klischees denken, denn die beiden haben schon etwas Eigenes an sich. Gerade ihre Fehler machen sie zu eher „normalen“ Menschen. Nightingale kämpft zum einen mit ihren Schuldgefühlen, die sie seit dem Tod ihrer Eltern heimsuchen und auf der anderen Seite mit der schrecklichen Situation bei der Verhaftung von Griffiths, zu der sie maßgeblich beitrug. Eingewebt in die Geschichte ist auch ihre Vergangenheit, die ihre Figur noch plastischer erscheinen lässt. Man könnte nun denken, dass ein Herumgestochere in der Vergangenheit und ein Familiendrama, das dabei zu Tage gefördert wird, von der eigentlichen Geschichte ablenken und die Spannung bremsen könnte. Die Betonung liegt jedoch auf „könnte“, denn für mich machte dieses Element durchaus einen Teil der Spannung aus. Man konnte dadurch auch etwas Luft holen und wurde ein wenig von den schrecklichen Ereignissen abgelenkt. Allerdings nur ein wenig, da Corley es schafft, den Leser immer wieder zur richtigen Sekunde in die grausame Wirklichkeit ihres Thrillers zurückzuholen. Die Idylle trügt also zeitweise. Ich hatte zeitweise das Gefühl mich auf einer atemberaubenden Achterbahnfahrt zu befinden, die etwas langsamer wurde, wenn es sich um Louise Nightingales Familiengeschichte drehte. Ich weiß natürlich mangels weiterer Lektüre nicht, ob auch sie in den beiden weiteren Büchern von der Autorin eine Rolle spielte – Fenwick tat es – und auch dort schon Spuren ausgelegt werden. Ich war jedenfalls erpicht darauf, dem Geheimnis auf den Grund zu gehen. Was nun Fenwick angeht, der hier den männlichen Gegenpart darstellt, so plagen auch diesen einige Probleme. Sicherlich kann man hierzu in den anderen Werken eine Vorgeschichte finden, doch ich hatte nicht das Gefühl hier etwas zu vermissen. Die Autorin führt genug in seine private Geschichte um seine sterbenskranke Frau und die beiden Kindern ein, so dass nicht der Gedanke aufkommt bereits etwas verpasst zu haben. Wie ihr an den Beschreibungen merken dürftet, haben die Hauptcharaktere in „Crescendo“ durchaus Ecken und Kanten, die sie in meinen Augen umso sympathischer machen. Aalglatte Personenbeschreibungen und Superheldenpräsentationen sind einfach nicht mein Ding und daher hat Corley genau meinen Geschmack getroffen.
Wie ihr meiner Rezension vielleicht anmerkt bin ich von diesem Roman vollkommen begeistert. Natürlich bin ich auch froh, dass mich mein Instinkt nicht getäuscht und ich das Geld nicht umsonst für irgendwelche Schundliteratur ausgegeben habe. Ich weiß jedenfalls hundertprozentig, dass es nicht lange dauern wird, bis ich mir die ersten beiden Werke von Elizabeth Corley auch noch zulegen werde. Ich kann euch versichern, dass das Geld für die gebundene Ausgabe nicht aus dem Fenster geworfen wurde. Wer natürlich immer noch denkt, dass dabei ein Risiko liegt – Geschmäcker sind bekanntlich verschieden – sollte zu den beiden Taschenbuchausgaben greifen. Diese vermag ich aber nicht zu beurteilen und verweise daher auf „Crescendo“. Wer ein paar spannende Stunden in einer Fantasiewelt verbringen möchte, ist meiner Meinung nach hiermit perfekt beraten. Corley ist es gelungen mit Fenwick und Nightingale zwei neue herausragende Charaktere zu schaffen und dem Leser zudem einen sehr spannenden Fall zu präsentieren. Es steht daher außer Frage, dass ich für dieses Buch fünf Sterne vergebe.
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Das Buch
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„Crescendo“ erschien in Deutschland erstmals im Februar 2005 im Scherz Verlag. Der Thriller umfasst 494 Seiten und ist unter der ISBN 3-502-18096-2 für 19,90 Euro im Handel erhältlich. Übersetzt ins Deutsche wurde das Werk von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann.
Eine Taschenbuchausgabe ist bisher noch nicht angekündigt.
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Die Autorin
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Elizabeth Corley wurde im Jahr 1956 geboren und wuchs in West Sussex (England) auf.
Neben ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin hat Corley den Posten als Direktorin in einem Global-Investment-Unternehmen in Surrey inne.
(Quellen: www.krimi-couch.de, Autorinneninfo in „Crescendo“)
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Mehr von Elizabeth Corley
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1. Requiem für eine Sängerin
2. Nachruf auf eine Rose
3. Crescendo
(copyright by Laura Thoma, März 2005)
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