Costa Rica Testbericht
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Erfahrungsbericht von klausalfred
Vom Vulkan und einem 500 Jahre alten Baum
Pro:
Tolle Natur, viele Vögel, ein aktiver Vulkan
Kontra:
sehr schlechte Straßen
Empfehlung:
Ja
Wenn ihr in Costa Rica nicht nur die Küste erleben wollt, dann fahrt doch für ein paar Tage ins Gebiet des Arenalsees. Dort findet ihr saftige Gebirgswiesen und manchmal auch Chalets wie in der Schweiz vor, einen Naturpark mit dem aktivsten Vulkan des Landes, heiße Quellen, Wasserfälle und eine bezaubernde Lodge in einem tropischen Garten. Wir waren im Februar 2000 dort.
Die Ceiba Tree Lodge
Malte, etwa 40, hat in seinen wechselnden Berufen schon viel von der Welt gesehen. Und jetzt hat er sich und Esther ein eigenes Paradies geschaffen. Es liegt zwischen Fortuna und Nuevo Arenal in den Bergen von Costa Rica 100 Meter über dem Arenalsee. Es besteht aus einem Stück Urwald, vielen tropischen Pflanzen und Tieren und einem riesigen schätzungsweise mehr als 500 Jahre alten Ceiba-Baum, in dem ein Falkenpaar brütet.
Und wenn ihr den Weg über die zerklüfteten Straßen Costa Rica nicht scheut und ihr auch die steile, etwas versteckte Zufahrt zu Maltes Paradies nicht verfehlt, dann könnt ihr es für einige Tage mit ihm teilen – vorausgesetzt eines seiner fünf stilvoll eingerichteten recht großen Zimmer mit jeweils eigenem Bad ist frei und ihr seid bereit, 49 oder 64 US-Dollar (Neben-/Hochsaison) für die Übernachtung und ein exzellentes Frühstück zu zahlen.
Essen bietet Malte nicht an, dafür müsst ihr das Auto nach Nuevo Arenal oder noch ein Stückchen weiter bewegen. Aber wenn ihr abends noch was zu trinken braucht, dann verkauft euch Malte gern eine Flasche Bier oder Wein. Oder ihr probiert das vorzügliche Leitungswasser, das Malte aus einer eigenen Quelle gewinnt.
Malte, der sein eigenes Haus etwa 80 Meter entfernt auf dem höchsten Punkt seines Anwesens errichtet hat (wo er inzwischen auch ein geräumiges Apartment vermietet), ist seit etwa acht Jahren Herr der „Ceiba Tree Lodge“. Er betrachtet das Anwesen als sein Hobby und gibt auf Befragen zu, dass er im Augenblick noch Geld zuschießt. Er liebt Pflanzen, vor allem Orchideen und hat am Fuß und der unteren Etage der Ceiba, eine der ältesten im Lande, Orchideen und Aufsetzerpflanzen (Epiphyten) angesiedelt. Den tropischen Garten mit Palmen, Büschen und Blumen hat er zwar selbst angelegt, aber er wirkt keineswegs unnatürlich.
Setzt Euch auf die Holzveranda vor eurem Zimmer, schaut umher. Ich sage euch, ihr fühlt sich wie im Traum. Genießt den Blick auf die 60 Meter hohe Ceiba, auf den See dahinter, die Pflanzen und Blüten. Ihr könnt auch auf einer etwa halbstündigen Wanderung durch den zum 15 Hektar großen Grundstück gehörenden Primärdschungel einen Einblick in die Tier- und Pflanzenwelt gewinnen. Brüllaffen und Tukane, wie Malte auf seiner Website „mit etwas Glück“ verspricht, sahen wir allerdings nicht.
Dafür fielen uns außerhalb des Waldes die vielen Vögel mit gelbem Schwanz und rotem Schnabel auf. Unser Vogelbuch sagt uns, es handele sich um Montezuma Oropendola (Psarocolius montezuma) – alles klar? An der Außenwand der Lodge hängt eine Stabheuschrecke, die wir nur aus dem Zoo kennen. Sie gibt vor, ein dürrer Zweig zu sein. Erst als ich sie leicht anstupse, bewegt sie sich.
Die Temperaturen hier in den Bergen sind auch für Mitteleuropäer erträglich. Tagsüber kann das Quecksilber schon mal über 30 Grad steigen. Abends jedoch brauche ich meinen Pullover.
Nuevo Arenal
Als der alte Ort Arenal 1978 im Stausee versank, wurde Nuevo Arenal gegründet. Dort müsst ihr hin, wenn ihr essen oder was einkaufen wollt. Empfehlenswert ist zum Beispiel die Pizzeria Tremonte, wo man auch im Freien sitzen kann. Paste und Pizze sind ausgezeichnet, vom Salat kann man nachnehmen. Und wenn ihr unbedingt mal wieder deutsches Brot brauchen solltet, in Nuevo Arenal gibt es auch eine deutsche Bäckerei.
Wenn Malte keine Zimmer frei haben sollte, kann man auch hier übernachten. Es gibt Hotelzimmer und Cabinas, doch würde ich dann eine Unterkunft in Fortuna vorziehen. Nuevo Arenal hat nämlich nicht viel zu bieten, seitdem das bis dahin beste Restaurant geschlossen ist.
Wir haben einmal in einem der einfachen Sodas des Ortes gegessen. Das war ganz ordentlich. Und ein anderes Mal fuhren wir ein Stück in Richtung Guadalajara zu Reiners Hotel und Restaurant. Die von einem Deutschen geführte Gaststätte hat eine schöne Terrasse mit Blick auf den See. Es gibt unter anderem recht gute Steaks und Wiener Schnitzel.
Die Straßen
Wenn ihr von der Ceiba Lodge zum Vulkan Arenal wollt, dann habt ihr drei bis vier Kilometer Holperstrecke vor euch. Da müsst ihr die zum Teil sehr tiefen Schlaglöcher sorgsam umfahren, manchmal muss man auch eines durchqueren. Wenn ihr dann einen tiefliegenden Corolla wie wir habt, dann denkt an das Liebesspiel der Igel: gaanz gaanz vorsichtig.
Richtig gefährlich wird es aber, wenn euch die anschließende Asphaltdecke zum schnelleren Fahren verleitet. Weil nach einem längeren Stück glatter Oberfläche plötzlich wieder 100 Meter Waschbrett oder Mondlandschaft kommen – und das manchmal auch an ungesicherten Brücken –, solltet ihr immer einen Fuß auf der Bremse haben.
Oder es läuft plötzlich eine Nasenbärengruppe über die Straße. Wenn die von unvernünftigen Touristen oder Einheimischen gefüttert werden, dann achten die ebenso putzigen wie verfressenen Tiere nicht auf Autos.
Der Vulkan
Der Vulkan ist fast immer aktiv, doch muss man mit dem Wetter Glück haben. Wenn es nicht klar ist, dann könnt ihr ihn vergessen. Malte meinte, heute sei es klar genug, wir sollten uns auf den Weg machen.
Am Nationalpark Arenal haben wir sechs Dollar pro Person zu entrichten – ganz schön happig. Man kann einen Spaziergang zu einem relativ neuen Lavastrom machen. Allerdings sollte man anständiges Schuhwerk anhaben, weil man zum Teil über Felsen klettern muss.
Wir haben Glück mit dem Wetter und können gut beobachten, wie bei den leichten Eruptionen Gesteinsbrocken herausgeschleudert werden und im Lavastrom aufprallen und dabei Dampfwölkchen erzeugen. Ab und zu hören wir deutlich das Grollen, einmal klingt es wie ein Marschtritt mit regelmäßigen Abständen.
Ein Gedenkstein erinnert an die 80 Todesopfer, die der erste Ausbruch des vermeintlich erkalteten Vulkans im Jahre 1968 gekostet hat. Zwei Ortschaften wurden damals zerstört.
Wir fahren zum Ressort Los Lagos, wo man laut Malte und Reiseführer gut wandern kann. Der Eintritt macht 1500 Colones (fast fünf Euro) pro Person. Die Fahrt den Berg hoch zum See wird zur Geschicklichkeitsrallye. Am See ist ziemlich viel los, man kann Tretboote mieten. Aber das finden wir nicht so attraktiv. Wir laufen ein wenig durch den Dschungel. Aber außer Ameisen oder Termiten, die auf langen Straßen klein geschnittene Blätter transportieren, sehen wir wenig.
Wir beeilen uns, vor Sonnenuntergang wieder herunterzukommen. Als wir heimwärts fahren, sehen wir manchmal Touristen an der Straße stehen und auf den Berg starren. Wir denken uns nichts dabei. Als wir dann aber die Zufahrt zum Nationalpark passieren, ruft Helma, ich solle halten. Wir steigen aus und gesellen uns zu den älteren Amerikanern, deren Reisebus hier ebenfalls einen Stopp eingelegt hat. Man kann deutlich sehen, wie die glühende Lava an der Flanke des Berges herunter läuft – ein Naturschauspiel, für das sich der Abstecher hierher allein schon gelohnt hat.
http://www.ceibatree-lodge.com/
Die Ceiba Tree Lodge
Malte, etwa 40, hat in seinen wechselnden Berufen schon viel von der Welt gesehen. Und jetzt hat er sich und Esther ein eigenes Paradies geschaffen. Es liegt zwischen Fortuna und Nuevo Arenal in den Bergen von Costa Rica 100 Meter über dem Arenalsee. Es besteht aus einem Stück Urwald, vielen tropischen Pflanzen und Tieren und einem riesigen schätzungsweise mehr als 500 Jahre alten Ceiba-Baum, in dem ein Falkenpaar brütet.
Und wenn ihr den Weg über die zerklüfteten Straßen Costa Rica nicht scheut und ihr auch die steile, etwas versteckte Zufahrt zu Maltes Paradies nicht verfehlt, dann könnt ihr es für einige Tage mit ihm teilen – vorausgesetzt eines seiner fünf stilvoll eingerichteten recht großen Zimmer mit jeweils eigenem Bad ist frei und ihr seid bereit, 49 oder 64 US-Dollar (Neben-/Hochsaison) für die Übernachtung und ein exzellentes Frühstück zu zahlen.
Essen bietet Malte nicht an, dafür müsst ihr das Auto nach Nuevo Arenal oder noch ein Stückchen weiter bewegen. Aber wenn ihr abends noch was zu trinken braucht, dann verkauft euch Malte gern eine Flasche Bier oder Wein. Oder ihr probiert das vorzügliche Leitungswasser, das Malte aus einer eigenen Quelle gewinnt.
Malte, der sein eigenes Haus etwa 80 Meter entfernt auf dem höchsten Punkt seines Anwesens errichtet hat (wo er inzwischen auch ein geräumiges Apartment vermietet), ist seit etwa acht Jahren Herr der „Ceiba Tree Lodge“. Er betrachtet das Anwesen als sein Hobby und gibt auf Befragen zu, dass er im Augenblick noch Geld zuschießt. Er liebt Pflanzen, vor allem Orchideen und hat am Fuß und der unteren Etage der Ceiba, eine der ältesten im Lande, Orchideen und Aufsetzerpflanzen (Epiphyten) angesiedelt. Den tropischen Garten mit Palmen, Büschen und Blumen hat er zwar selbst angelegt, aber er wirkt keineswegs unnatürlich.
Setzt Euch auf die Holzveranda vor eurem Zimmer, schaut umher. Ich sage euch, ihr fühlt sich wie im Traum. Genießt den Blick auf die 60 Meter hohe Ceiba, auf den See dahinter, die Pflanzen und Blüten. Ihr könnt auch auf einer etwa halbstündigen Wanderung durch den zum 15 Hektar großen Grundstück gehörenden Primärdschungel einen Einblick in die Tier- und Pflanzenwelt gewinnen. Brüllaffen und Tukane, wie Malte auf seiner Website „mit etwas Glück“ verspricht, sahen wir allerdings nicht.
Dafür fielen uns außerhalb des Waldes die vielen Vögel mit gelbem Schwanz und rotem Schnabel auf. Unser Vogelbuch sagt uns, es handele sich um Montezuma Oropendola (Psarocolius montezuma) – alles klar? An der Außenwand der Lodge hängt eine Stabheuschrecke, die wir nur aus dem Zoo kennen. Sie gibt vor, ein dürrer Zweig zu sein. Erst als ich sie leicht anstupse, bewegt sie sich.
Die Temperaturen hier in den Bergen sind auch für Mitteleuropäer erträglich. Tagsüber kann das Quecksilber schon mal über 30 Grad steigen. Abends jedoch brauche ich meinen Pullover.
Nuevo Arenal
Als der alte Ort Arenal 1978 im Stausee versank, wurde Nuevo Arenal gegründet. Dort müsst ihr hin, wenn ihr essen oder was einkaufen wollt. Empfehlenswert ist zum Beispiel die Pizzeria Tremonte, wo man auch im Freien sitzen kann. Paste und Pizze sind ausgezeichnet, vom Salat kann man nachnehmen. Und wenn ihr unbedingt mal wieder deutsches Brot brauchen solltet, in Nuevo Arenal gibt es auch eine deutsche Bäckerei.
Wenn Malte keine Zimmer frei haben sollte, kann man auch hier übernachten. Es gibt Hotelzimmer und Cabinas, doch würde ich dann eine Unterkunft in Fortuna vorziehen. Nuevo Arenal hat nämlich nicht viel zu bieten, seitdem das bis dahin beste Restaurant geschlossen ist.
Wir haben einmal in einem der einfachen Sodas des Ortes gegessen. Das war ganz ordentlich. Und ein anderes Mal fuhren wir ein Stück in Richtung Guadalajara zu Reiners Hotel und Restaurant. Die von einem Deutschen geführte Gaststätte hat eine schöne Terrasse mit Blick auf den See. Es gibt unter anderem recht gute Steaks und Wiener Schnitzel.
Die Straßen
Wenn ihr von der Ceiba Lodge zum Vulkan Arenal wollt, dann habt ihr drei bis vier Kilometer Holperstrecke vor euch. Da müsst ihr die zum Teil sehr tiefen Schlaglöcher sorgsam umfahren, manchmal muss man auch eines durchqueren. Wenn ihr dann einen tiefliegenden Corolla wie wir habt, dann denkt an das Liebesspiel der Igel: gaanz gaanz vorsichtig.
Richtig gefährlich wird es aber, wenn euch die anschließende Asphaltdecke zum schnelleren Fahren verleitet. Weil nach einem längeren Stück glatter Oberfläche plötzlich wieder 100 Meter Waschbrett oder Mondlandschaft kommen – und das manchmal auch an ungesicherten Brücken –, solltet ihr immer einen Fuß auf der Bremse haben.
Oder es läuft plötzlich eine Nasenbärengruppe über die Straße. Wenn die von unvernünftigen Touristen oder Einheimischen gefüttert werden, dann achten die ebenso putzigen wie verfressenen Tiere nicht auf Autos.
Der Vulkan
Der Vulkan ist fast immer aktiv, doch muss man mit dem Wetter Glück haben. Wenn es nicht klar ist, dann könnt ihr ihn vergessen. Malte meinte, heute sei es klar genug, wir sollten uns auf den Weg machen.
Am Nationalpark Arenal haben wir sechs Dollar pro Person zu entrichten – ganz schön happig. Man kann einen Spaziergang zu einem relativ neuen Lavastrom machen. Allerdings sollte man anständiges Schuhwerk anhaben, weil man zum Teil über Felsen klettern muss.
Wir haben Glück mit dem Wetter und können gut beobachten, wie bei den leichten Eruptionen Gesteinsbrocken herausgeschleudert werden und im Lavastrom aufprallen und dabei Dampfwölkchen erzeugen. Ab und zu hören wir deutlich das Grollen, einmal klingt es wie ein Marschtritt mit regelmäßigen Abständen.
Ein Gedenkstein erinnert an die 80 Todesopfer, die der erste Ausbruch des vermeintlich erkalteten Vulkans im Jahre 1968 gekostet hat. Zwei Ortschaften wurden damals zerstört.
Wir fahren zum Ressort Los Lagos, wo man laut Malte und Reiseführer gut wandern kann. Der Eintritt macht 1500 Colones (fast fünf Euro) pro Person. Die Fahrt den Berg hoch zum See wird zur Geschicklichkeitsrallye. Am See ist ziemlich viel los, man kann Tretboote mieten. Aber das finden wir nicht so attraktiv. Wir laufen ein wenig durch den Dschungel. Aber außer Ameisen oder Termiten, die auf langen Straßen klein geschnittene Blätter transportieren, sehen wir wenig.
Wir beeilen uns, vor Sonnenuntergang wieder herunterzukommen. Als wir heimwärts fahren, sehen wir manchmal Touristen an der Straße stehen und auf den Berg starren. Wir denken uns nichts dabei. Als wir dann aber die Zufahrt zum Nationalpark passieren, ruft Helma, ich solle halten. Wir steigen aus und gesellen uns zu den älteren Amerikanern, deren Reisebus hier ebenfalls einen Stopp eingelegt hat. Man kann deutlich sehen, wie die glühende Lava an der Flanke des Berges herunter läuft – ein Naturschauspiel, für das sich der Abstecher hierher allein schon gelohnt hat.
http://www.ceibatree-lodge.com/
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