Costa Rica Testbericht

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  • Preis-Leistungs-Verhältnis:  sehr gut
  • Empfehlenswert:  ja

Erfahrungsbericht von cwagner

Reisebeschreibung und Tipps

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Costa Rica ist ein Land Mittelamerikas, hat ungefähr die Größe von Niedersachsen und liegt schön eingebettet zwischen Nicaragua im Norden und Panama im Süden. Es grenzt im Osten an die Karibik (Atlantik) und im Westen an den pazifischen Ozean. Die Entfernungen sind eigentlich gar nicht so groß, nur die schlechten Straßenzustände, vor allem die berühmt-berüchtigten Schlaglöcher, verhindern ein wirklich zügiges und komfortables Reisen. Aber ein relativ gut organisiertes Bussystem ermöglicht ein günstiges Reisen von und nach nahezu überall hin (zu den Ausnahmen komme ich noch).
Costa Rica nennt man auch die Schweiz Mittelamerikas und das nicht nur wegen der das ganze Land durchziehenden Berge. Es ist ein relativ teueres Land, ganz im Gegenteil zu z.B. Guatemala, Nicaragua oder auch Mexico sind die Lebenshaltungskosten fast auf deutschem Niveau, und Luxusartikel, vor allem europäische, liegen noch weit darüber. Einzig die selbst angebauten landwirtschaftlichen Produkte, also Bananen, Reis und Bohnen sind wirklich billig, Kaffee nicht?!?

In der Mitte des Landes liegt das Valle central (Zentraltal), hier befinden sich die großen Städte, San Jose und die meisten Provinzhauptstädte. Hier leben auch gut 3 der insgesamt 6 Mio. Einwohner des Landes. Das Tal ist dichtbesiedelt und fruchtbar, hier wird hauptsächlich Kaffee angebaut, und es ist eingerahmt von Bergen, die meistens vulkanischen Ursprunges sind. Das ganze Tal ist gar nicht so groß, denn an einem klaren Tag kann man es von einem der Berge aus gut überblicken.
Wir (5 reisende Jungs) hatten damit öfters leichte Probleme, denn es war gerade Regenzeit (August), und je nach Region war das Wetter gar nicht so gut, wie man es von einem Land in Mittelamerika erwartet. Es war natürlich trotzdem heiß, denn so etwa 30°C hatten wir fast immer, was zusammen mit einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit schon locker und leicht ausreicht, um einen normalen Mitteleuropäer ganz ordentlich zum Schwitzen zu bringen. Aber es schien eben nicht nur die Sonne, es regnete hin und wieder mal.

San Jose ist die Hauptstadt, was man aber hauptsächlich an der Größe und Verkehrsdichte merkt, denn es ist keine repräsentative oder schöne Stadt, ja eigentlich ist sie sogar hässlich. Es gibt so gut wie kein schönes Gebäude, weder modern noch antik, nur in der Nacht protzen tausende von (auch nicht immer schönen) Leuchtreklamen. Dennoch ist das Nachtleben vorhanden und auch recht lebhaft, es gibt „San Pedro“, die Studentenweggehmeile, wo ab 15 Uhr der Bär steppt (hauptsächlich Student-Innen) und dann gibt „El Pueblo“, das Dorf, eine Ansammlung von Kneipen, Restaurants und Diskotheken, hier ist auch jeden Abend eine Menge los.
Übernachtungstipp: Hotel Ritmo del Caribe, Thomas ein Deutsch-Schweizer leitet das Hotel, kann alles mögliche organisieren, ist nur manchmal etwas konfus, (11 US$/Person), Paseo Colon/ Calle 32

An der Karibikküste waren wir eigentlich nur in Puerto Viejo (sehr weit im Süden, nahe Panama). Eine andere Reisebeschreibung sagte: „Das Dorf lebt und es raucht Gras!“ Das können wir eigentlich nur bestätigen, die von Negersklaven abstammende Bevölkerung imitiert Jamaika sehr gut und übertrifft es in vielen Punkten sogar. Es ist ein Dorf, ich glaube nicht, dass hier mehr wie tausend Leute leben, allerdings lebt es ganz langsam. Tranquilo ist der spanische Ausdruck für langsam, und hier bewegen sich selbst die Hunde und Pferde mit einer aufreizenden Gemütlichkeit, das ist der Hammer. Wir haben Fahrradfahrer gesehen, die so langsam radelten, dass sie nach den Gesetzten der Physik von ihren Rädern fallen müssten, aber wenn sie fallen würden, dann ebenfalls gaaanz langsam. Puerto Viejo ist übrigens der Geburtsort von R. Scharping, unserem (noch) Verteidigungsministers.
Tipp zum Übernachten: Cabinas Casa Verde, von einem Deutscher geleitet, sehr schöne Anlage mit Garten, (10 US$/Person)
Ein anderes sehr lohnendes Ausflugziel an der Karibikseite soll der Nationalpark Tortuguero sein (ganz im Norden), den wir aus finanziellen Gründen gestrichen haben, denn ein 3-tägiger Ausflug kostet ca. 200 US$!

Die das ganze Land von Nord nach Süd durchziehende Bergkette besteht aus sehr vielen verloschenen und auch aktiven Vulkanen. Wir haben zwei besichtigt, den immer sehr aktiven Arenal und den vor sich hinrauchenden Poas. Der erste liegt beim vor allem bei Windsurfern bekannten Arenalsee, wir haben zwar keine Surfer gesehen, aber es gibt hier einen schönen Nationalpark am Fuße des Vulkans. Man wohnt in Fortuna, von wo man einen wunderschönen Blick auf den Vulkan hat, wenn man ihn überhaupt sehen kann. Wir haben erst nach zwei Tagen den ganzen „fucking vulcano“ erblicken können, aber das Warten lohnt sich, wirklich, ein Bild von einem Vulkan, obwohl er derzeit nicht gespuckt hat! In der Nähe liegt noch der Nationalpark Monteverde, man kann hier den sogenannten Skywalk (Brücken durch die Baumkronen des unglaublichen Nebelwaldes) und den Skytrek machen (ähnlich Canopy, an bis zu 400m langen Stahlseilen durch und über den Wald gleiten). Sehr zu empfehlen, ganz im Gegenteil zu der Horseback-Tour von Fortuna nach Monteverde, das ist nix für Tierfreunde (Pferde bis zum Bauch im Matsch...) und auch nix für Aushilfscowboys, lasst es bleiben, vor allem wenn es dauer-regnet und eure Regenjacke woanders ist!
Der andere Vulkan, Poas, liegt am Rande des Zentraltals und ist üblicherweise ein Tagesausflug von San Jose aus. Er hat einen knallgrünen Kratersee mit einigen rauchenden Schloten, der sehr beeindruckt, wenn man ihn sehen kann. Wir hatten wieder Glück.

An der Pazifikküste liegen viele schöne Strände, ein Großteil an der Halbinsel Nicoya, wir waren unter anderem in Playa Montezuma, ganz im Süden, einem ziemlich kleinen Ort, dort gibt es keine Bank, aber einen (genau einen) Supermarkt und eine Bar, und zwar genau eine, nämlich Chicos Bar. Übernachtungstipp: Hotel „Los Mangos“, in einem Mangohain, mit Pool + Whirlpool, (13 US$/Person), nebenan gutes Restaurant „La Cascada“.
Etwas weiter nördlich ist Playa Tamarindo, eine Surferstadt, die hauptsächlich von US-Amerikanern besucht wird, uns nicht besonders gefallen hat, es gibt auch keinen Ü-tipp. Schöner Sonnenuntergang, coole Paddeltour durch die Mangroven, aber doofes Städtchen!
Die Strecke von Montezuma nach Tamarindo wird übrigens von öffentlichen Verkehrsmitteln nicht sehr gut besucht, das heißt es gibt keinen Bus, außer man macht für eine ca. 120 km Strecke einen ca. 500 km Umweg mit Fähre und etwa 5 mal Umsteigen und ist dann mindestens einen Tag unterwegs. Die Alternative sind Taxen, die allerdings nicht ganz billig sind (150 US$ für 4 Stunden Fahrt), aber ans Zahlen wird man ja mit der Zeit gewöhnt.
Tipp: Es wäre für die Erkundung der Halbinsel Nicoya ein Mietwagen (4-Rad) praktisch!
Wir sind dann weiter nach Playa Coco gezogen, eine sehr schöne Bucht, schon recht weit im Norden. Dort kamen wir durch glückliche Umstände bei der Nancy in ihrem Hotel „Vista del mar“ unter, das zwar ca. 1 km ausserhalb des Ortes liegt, aber das lohnt sich! Für nur 10 US$ gibt’s nicht nur eine sehr lustige, aufgedrehte Kanadierin (eben Nancy), die zu jedem ihrer Gäste nur „Honey“ sagt, es gibt einen Pool, einen Rasen zum Sonnen, es gibt Palmen, um die Hängematten aufzuhängen, es gibt eine Terasse mit Schaukelstühlen, um mit einer Zigarre in der einen und einem Cuba-Libre in der anderen Hand den unbeschreiblichen Sonnenuntergang zu bewundern.
Und es gibt einen riesigen Grill, den wir zwei Mal nutzten. Für ein unvergessliches Fischbarbeque und ein richtiges argentinisches Asado, superlecker (ich will mich zwar nicht selber loben, aber der Koch hat mal echt was drauf gehabt!). Im Örtchen gibt es eine Bank, einige Bars und Discos, echt alles sehr schön.

Schade, dass wir nach einigen Tagen weiter mussten, aber wir wollten noch nach Quepos, das liegt relativ in der Mitte der Pazifikküste und ist bekannt für die Nähe zum Nationalpark Manuel Antonio, der die meisten Tiere beherbergt. Es war dann auch eine würdige letzte Station der Rundreise, die beeindruckende Natur, wenn der Regenwald direkt am Strand in den Pazifik übergeht, und die wirklich vielen Tiere (tausende Leguane, Faultiere, Krabben, Wasserschweine,...), tolle Wellen, in denen man sogar bei strömendem Regen prima Bodysurfen kann, usw. Quepos war übrigens der erste Ort in dem wir aus dem Hotel geflogen sind, weil wir die dritte Nacht nacheinander wohl etwas zu laut waren, allerdings haben wir danach ein viel besseres gehabt, hab nur leider den Namen vergessen...

Die Reiseroute führte uns dann nach 4 Wochen zurück nach San Jose, von wo aus wir dann leider nach zwei weiteren Tagen beim Thomas die Heimreise antreten mussten.

Mein Tipp: Fahrt da auch mal hin!
CWagner

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