Costa Rica Testbericht
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Summe aller Bewertungen
- Preis-Leistungs-Verhältnis:
- Empfehlenswert:
Erfahrungsbericht von maertens
Urlaub im Dschungel gefällig?
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Im Februar bereiste ich nach einem Zwischenaufenthalt in Mexiko-City das kleine mittelamerikanische Land Costa Rica. Zumindest sah ich in den 14 Tagen einen Großteil der Landschaft östlich und südlich der Hauptstadt San José, besuchte eine Vielzahl der Nationalparks sowie verbrachte einige Tage an der überaus schönen Pazifik-Küste. Für mehr war leider auf Grund der beschränkten Zeit keine Möglichkeit.
Lage und Anreise:
Costa Rica liegt auf der schmalen Landverbindung zwischen Nord- und Südamerika zwischen Nicaragua und Panama. Es zählt mit seinen 51.100 km² zu den kleinsten Staaten Lateinamerikas und ist nur unwesentlich größer als das Bundesland Niedersachsen. Nichtsdestotrotz strotzt es vor Sehenswürdigkeiten und besticht durch eine abwechslungsreiche Landschaft, einen vorbildlichen Umweltschutz, eine stabile Demokratie ohne Militär und ungeheuer freundlichen Menschen.
Meines Wissen gibt es von Deutschland aus keinen Direktflug nach San José, bis auf eine Maschine in der Woche mit Condor von Düsseldorf. Gewöhnlicherweise fliegt man via USA oder Mexiko, wobei ich gegenwärtig empfehlen würde, nicht über die USA zu fliegen, da trotz durchgechecktem Gepäck Extrakontrollen und Verspätungen an der Tagesordnung sind.
Die Zeitverschiebung beträgt in der Winterzeit 7 Stunden.
Fortkommen im Land:
Für den Touristen wird wohl das Mietauto wohl das beste Verkehrsmittel, wenn man in kürzester Zeit viel sehen will. Ich empfehle auch in der Trockenzeit zu einem Allradfahrzeug zurückzugreifen, da die Straßenverhältnisse doch sehr gewöhnungsbedürftig sind. Viele touristische Ziele liegen in Gebieten, zu denen keine asphaltierten Straßen führen. Diese sind dann oft dermaßen steinig und mit Hindernissen gespickt (Furten, Schlammpassagen, große Steine), dass ein normaler PKW ohne ausreichende Bodenfreiheit seine Schwierigkeiten hat. Selbst Nationalstraßen sind oft über viele Kilometer unasphaltiert. Vorsicht vor allem vor den gigantischen Schlaglöchern, welche unverhofft auftauchen, selbst auf der Interamericana. Fährt in diese oft wassergefüllten Löcher riskiert man einen Achsbruch!
Die Orientierung im Land ist schwierig. Besonders in Städten und auf Nebenstraßen gibt es of keine Wegweiser. Hat man sich hier verfahren, hilft nur noch Fragen. Da es keine Ortseingangs- und Ortsausgangsschilder gibt, weiß man oft nicht einmal, in welcher Ortschaft man sich aktuell befindet.
Für den kleinen Geldbeutel finden sich eine Menge Busgesellschaften, die einen fast an jeden Ort des Landes befördern. Taxis sind ebenfalls weit verbreitet und erschwinglich.
Ein paar Brocken Spanisch sollte man können, da häufig englisch selbst von Jugendlichen nicht verstanden wird.
Gesundheit:
Eigentlich sollte diese Impfungen jeder haben: Tetanus, Diphtherie und Hepatitis A bzw. B Andere Prophylaxen wie etwa Malaria oder Cholera sind nicht erforderlich.
Geld:
Die einheimische Währung ist der Colón. Im Umlauf sind Münzen von 5 bis 500 Colon, Scheine gibt es in den Stückelungen von 100 bis 5000 Colon. Für einen Dollar bekommt man momentan ca. 350 Colón. Euros werden nicht getauscht. Man sollte also vorher einige Dollars zu hause tauschen. An Geldautomaten kann man sich auch mit Geld versorgen, jedoch sind diese rar und akzeptieren meist nur gängige Kreditkarten.
Sehenswertes:
Der Tourist in Costa Rica kommt in erster Linie in das Land, um sich die zahlreichen Nationalparks, tropischen Regenwälder und die vielfältige Tierwelt anzuschauen. Neben den bekannten Nationalparks wie dem Nebelwald Monteverde, dem Vulkan Poas und Arenal (Regenwald, vulkanische Attraktionen) sowie dem Nationalpark Manuel Antonio (Strände, Sekundärwald, Tierbeobachtungen), welche stark frequentiert werden, gibt es eine Vielzahl unbekannterer und auch kleinerer privater Reservate, die einen Besuch mehr lohnen. Vor allem, weil man bei den weniger besuchten Parks eher die Chance hat, Tiere zu beobachten. Sollte man diese Parks besuchen, sollte man zeitig aufstehen und zur Öffnung der Parks (meist 07:00 Uhr) dort sein, bevor die Busse mit amerikanischen Touristen entladen werden.
Empfehlenswert und von mir auch besucht wurden: Nationalpark Rincón de la Vieja (tropischer Urwald, Wasserfälle, heiße Quellen, Fumarolen), das staatliche Reservat Santa Elena (Dschungel, Tierbeobachtungen, Nebelwald) sowie der an der Pazifikküste liegende Nationalpark Tamarindo.
An der Küste gibt es einige Badeorte von internationaler Bedeutung, jedoch findet man noch eine Vielzahl einsamer und traumhafter Strände.
Auf einzelne Sehenswürdigkeiten werde ich in separaten Berichten näher eingehen.
Unterkünfte:
Im ganzen Land verstreut findet man eine Vielzahl von Unterkünften. An weniger touristischen Orten sind es meist einfache Hotel oder sogenannte Cabinas. Sonst kann man auch Luxushotels finden. Auf alle Fälle sollte man sich das Zimmer vorher zeigen lassen, da man auch auf schmutzige Zimmer stoßen kann. An der Küste haben die einfachen Unterkünfte meist einen Ventilator und im Bad nur kaltes Wasser, welches jedoch lau aus dem Hahn kommt. Im Bergland hat man meist einen Durchlauferhitzer, dem kühleren Klima gezollt.
Die Preise bewegen sich für einfache Unterkünfte zwischen 5 und 40 US$ für ein Doppelzimmer, mal mit mal ohne Frühstück.
Küche:
Um es kurz zu machen, die Küche in Costa Rica empfand ich als furchtbar. Sie besteht im wesentlichen aus Reis und schwarzen Bohnen, mal gemixt oder separat, dazu wählt man Ei, Huhn, Steak oder Fisch. Und das gibt’s früh. Mittags und abends. Manchmal gibt’s noch eine Maistortilla oder Kochbanane dazu. Ich bin dann schon auf Früchte ausgewichen, von denen es hier eine Menge in 1A-Qualität gibt. Schließlich kommen unsere einheimischen Bananen oder Ananas zum Großteil aus Costa Rica.
Auf den Kaffee sollte man lieber verzichten, auch er ist grauenhaft. Lieber auf Fruchtsäfte oder das wirklich erstklassige einheimische Bier (Imperial) ausweichen.
Fazit:
Costa Rica ist ein vorzügliches Reiseland mit einer Vielzahl unterschiedlicher Landschaften und Klimazonen. Die touristische Infrastruktur ist gut, die Verkehrswege eher mäßig ausgebaut. Ich kann einen Urlaub im Lande aber uneingeschränkt empfehlen.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-24 13:49:44 mit dem Titel Im Atem der Vulkane
Nationalpark Rincón de la Vieja
In Costa Rica gibt es eine Vielzahl von Nationalparks, von denen ich den von Rincón de la Vieja besonders empfehlen möchten. Zum einen wartet er mit einer Vielzahl von Sehenswertem auf, andererseits ist er nicht so überlaufen wie andere Nationalparks, so dass Tierbeobachtungen besser möglich sind.
Seinen Namen hat der Park von gleichnamigen Vulkan, welcher der aktivste einer Gruppe von 9 Vulkanen der sogenannten "Cordillera de Guanacaste" ist. Die benachbarte Vulkane Santa Maria und „von Seebach“ gelten als erloschen, während der Rincón das letzte mal 1966/1967 magmatisch ausbrach und seither öfter Dampf und Asche ausstößt. Der Nationalpark wurde 1973 gegründet und hat eine Fläche von ca. 14.000 Hektar. Er schließt Urwald, Trockenwald sowie felsiges Gelände in einer Höhe von 650 bis 1916 Metern über Meeresspiegel sowohl der karibischen als auch pazifischen Seite der vulkanischen Gebirgskette mit dem Namen "Cordillera de Guanacaste" ein.
Lage/Anreise:
Der Park befindet sich im Nordwesten des Landes, unweit der Grenze zu Nicaragua. Genauer gesagt nördlich von Liberia, der Provinzhauptstadt von Guanacaste. Von der Interamericana, 5 km von Liberia entfernt in der Ortschaft Guadelupe biegt eine gute aber steinige Piste ab. Diese befährt man ca. 15 km bis Curubande, wo rechts eine Piste zum Nationalpark abbiegt. Nach einigen weiteren Kilometern erreicht man eine Mautstation, besser gesagt einen Zaun, der nur geöffnet wird, wenn man löhnt. Soweit ich mich erinnere waren es umgerechnet 2 Euro pro Person.
Dann erreicht man nach weiteren 5 km Guachepelin, von dort aus sind es nochmals 5 km bis zum Eingang des Parks. Ich würde die Strecke eigentlich nur mit Jeep/Allrad empfehlen, da der Zustand der Piste doch ziemlich kompliziert ist an einigen Stellen.
Öffnungszeiten/Preise:
Der Nationalpark ist täglich von 07:00 bis 16:00 Uhr geöffnet. Am Eingang muss man einige Daten angeben, damit man bei Abmelden wieder identifiziert werden kann. Somit weiß der Ranger, wie viele Personen sich im Park befinden und ob es möglicherweise zu Unfällen gekommen ist. Der Eintritt für Ausländer beträgt 6 US$, oder den Gegenwert in Colones.
Sehenswürdigkeiten:
Zunächst einmal kann man den Krater des Rincón de la Vieja besteigen; der Aufstieg soll jedoch auf Grund starker Fallwinde nicht ganz problemlos sein. Dafür wird man entschädigt mit Ausblicken auf die Ebene von Guanacaste sowie einen kaum zugänglichen blaugrünen Kratersee. Beim Abstieg kann man dann im Wasserfall des Rio Blanco baden.
Wer sich den beschwerlichen Aufstieg sparen möchte, findet in den unteren Regionen eine Vielzahl von Wanderwegen.
Mir hat es vor allem der Rundweg „Las Pailas“ am Fuße des Vulkans angetan, da man hier zahlreiche brodelnde Schlammlöcher, Erdspalten aus denen heiße stinkende Luft zischt, heiße Schwefelquellen und kleine Geysire vorfindet. Dieser Rundweg dauert ca. 2 Stunden und ist leicht zu absolvieren. Zunächst erreicht man einen kleinen Wasserfall, der in der Trockenzeit allerdings nicht besonders spektakulär ist. Hier bemerkt man schon bald einen schwefligen Geruch in der Luft, und nach ein paar Minuten steht man am "Paila de Barro", einem mit blubberndem Schlamm gefülltem Krater. Es folgen der "Paila de Agua“, welcher mit kochendem Wasser gefüllt ist und ziemlich beeindruckend ist. Ebenso der "Volcancito", ein Minikrater, der unter lautem Getöse Schlamm und heiße Dämpfe spuckt. Schließlich erreicht man die "Laguna Fumarólica", einem Gebiet, wo man auf zahllose Fumarolen, Geysire und Schlammlöcher trifft.
Neben diesem Rundweg gibt es weitere ausgedehnte Wanderwege, die durch Trockensavanne und Bergwälder führen und auf denen man hervorragend Tierbeobachtungen machen kann.
Tierwelt:
Bei seinen Wanderungen wird man auf eine Vielzahl von Tieren treffen, besonders die Vielfalt an Vögeln, Insekten, Schmetterlingen und Käfern ist groß. Außerdem trifft man häufig auf Pakas und Agutis (kleine Nagetiere), Nasenbären, Brüllaffen und Gürteltiere. Außerdem sollen auch Jaguare, Coyoten, Ozelots, Oppossums und andere seltene Tiere vorkommen, welche ich jedoch nicht zu Gesicht bekam. Den Göttervogel der Mayas, den prächtigen Quetzal, habe ich leider nie angetroffen.
Mich faszinierte der wunderschöne blauen Morpho-Schmetterling, welcher allerdings dermaßen flatterhaft war, dass ich ihn nie aufs Foto bannen konnte.
Umfangreichere Listen mit vorkommenden Tierarten findet man hier:
http://www.guachipelin.com/flora_fauna/lista_birds_de.shtml
http://www.guachipelin.com/flora_fauna/lista_mamiferos_de.shtml
http://www.guachipelin.com/flora_fauna/lista_reptiles_de.shtml
Zur Tierbeobachtung sollte man einen Feldstecher bei sich haben. Günstig ist es, möglichst frühzeitig zum Park zu kommen, da hier die Wahrscheinlichkeit, auf viele Tiere zu treffen, am größten ist. Ich rate dazu, einfach immer mal längere Zeit stehen zu bleiben und vor allem nach oben zu gucken. Erst durch die Bewegung sieht man dann viele Tiere, an denen man sonst vorbei gelaufen wäre.
Tiere zu fotografieren ist schwer. Oft sind sie weit entfernt, in Bewegung, zu schnell oder im gegenlicht. Nicht enttäuscht sein, wenn man keine guten Tierfotos mit nach hause bringen kann!
Pflanzenwelt:
Bei der Anreise zum Nationalpark fährt man durch Trockensavanne, so dass man kaum glauben mag, wie artenreich und grün die Pflanzenwelt hier ist. Die Trockensan´vanne ich laubabwerfend, dass heißt, während der Trockenzeit sind die Bäume blattlos. Der Park selber ist grün.
So findet man beispielsweise häufig die Nationalblume Costa Ricas, eine Orchideenart namens Cattleya Skinneria oder „Guaria Morada".
Sehr eindrucksvoll sind riesige Bäume mit geschlungenen Brettwurzeln, Würgefeigen, überhaupt der Aufbau des Waldes in seinen Stockwerken. Kein Zentimeter ist unbewachsen, überall sieht man Epihyten wie Bromelien und andere Schmarotzer.
Klima:
Das Klima im Park ist sehr verschieden und wechselt nahezu schlagartig. Während es Bereiche gibt, wo es 4-5 Monate keinen Regen gibt, trifft man vor allem in Gipfelnähe sowie auf der karibischen Seite auf Gebiete mit konstantem Niederschlag.
Unterkunft:
Nachdem wir erfolglos versucht haben, in der näheren Umgebung des Parks zu übernachten, fanden wir in Liberia preiswerte und gute Unterkunft. Hier gibt es eine Vielzahl an Hotel und einfachen Pensionen, in denen man ab 6 US$ pP. übernachten kann. Die Anfahrt zum Nationalpark dauert von hier ca. 70 Minuten.
In der unmittebaren Nähe des Parks gibt es einige Lodges, welche man allerdings vorbuchen sollte, und welche dann auch teuerer sind. Hier bezahlt man ab 65 US$ pro Person. Zu nennen wäre die Rincón de La Vieja Lodge sowie die Hacienda Guachepelin.
Fazit:
Für mich ist der Nationalpark Rincón de la Vieja auf Grund seiner Vielfalt einer der schönsten Nationalparks Costa Ricas. Er sollte daher auf dem Plan eines jeden Reisenden stehen.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-02 10:56:40 mit dem Titel Noch'n Vulkan!
Nationalpark Arenal
Den Namen hat dieser Nationalpark vom nahezu klassisch kegelförmigen Vulkan der ständig vor sich hinbrodelt. Der Park befindet sich im Norden Costa Ricas, im Bergmassiv von Tilaran.
Das Gebiet umfasst ein Areal von 5208 Hektar und erstreckt sich auf einer Höhe von 400 bis 1633 Metern. Auf 1633 Meter kommt man jedoch nicht, da die aktive Zone des Vulkans aus Sicherheitsgründen gesperrt ist.
Bis zum 29. Juli 1968 glaubte man gar nicht an eine Aktivität des Berges, der sich völlig überwachsen und friedlich zeigte. An diesem Tage machte sich der Arenal jedoch wieder bemerkbar, zerstörte zwei Ortschaften und nahm 80 Menschen mit in den Tod. Seitdem brodelt er vor sich hin und zählt zu einem der aktivsten Vulkane der Welt. Regelmäßig fließt Lava an seinen Hängen hinunter, wirft er unter tösendem Gedonner Gesteinsbrocken bis zu 300 Meter in den Himmel, und dann den Hang hinunter.
1991 erst wurde der Nationalpark Arenal gegründet, einer der schönsten und interessantesten Costa Ricas wie ich finde. Er umfasst neben dem Vulkan auch die schwer zugänglichen Gebiete um ihn herum. Sie sind geprägt durch Regenwald, Lavazonen, die urplötzlich den Urwald durchdringen und hüglige Regionen nahen dem Arenal See.
Ausgangspunkt für Touren zum Nationalpark ist das kleine Städtchen La Fortuna auf der Nord-Ost-Seite des Vulkans. Auf dieser Seite sieht der Berg tatsächlich aus, als wäre er nicht aktiv. Grün bis zum Gipfel, keine Rauchwolken sind zu sehen.
Hier kann man auch einige Tage verweilen, da von hier einige sehr interessante Ausflüge, nicht nur zum Nationalpark Arenal gemacht werden können. Ich möchte da besonders die Höhlen von Venado (ein Abenteuer nur für Leute ohne Platz- oder Höhenangst), ein Bad in den Heißen Quellen des Rio Tabacon sowie den Wasserfall „Cascade La Fortuna“ in Stadtnähe empfehlen, welchen man mit einer kurzen Wanderung (Oder Ritt, das wär was für Miara...) erreichen kann, dabei Tukane und anderes Getier beobachten kann. Ein Bad um Wasserfall inmitten tropischen Regenwaldes wird wohl nicht so bald zu vergessen sein. Im Städtchen selber gibt es eine Reihe einfacher Unterkünfte, die Preise bewegen sich so zwischen 6 und 60 US$ pro Person und Nacht. Zahlreiche Sodas (einfache einheimische Restaurants), Kneipen und bessere Gaststätten laden zum Verweilen ein. Das Preisniveau ist niedrig.
Nun aber zum Nationalpark: Zum Eingang des Nationalparks gelangt man auf der Straße von La Fortuna nach Nuevo Arenal, wo sich auch zahlreiche Deutsche und Schweitzer niedergelassen haben. Ca. 8 km nach La Fortuna biegt nach links eine Piste ab. Von hier sieht der Vulkan schon etwas anders aus als auf der Nordseite. Kahl, fast wie eine Schlackehalde riesigen Ausmaßes. Bei klarer Sicht sieht man nun auch die Rauchwolken und den Krater auf der Bergspitze, dem permanent Rauchwolken entsteigen.
Nach nur ca. 3 km ist man am Eingang des Nationalparks. Vorbei an der Rangerstation kann man noch ca. 2 Kilometer in Richtung Vulkan fahren. Steht der Wind ungünstig, wie es bei uns der Fall war, riecht man den schwefligen Atem des Berges schon.
Am Endpunkt der Piste befindet sich ein Aussichtspunkt, von dem man einen imposanten Ausblick auf den Vulkan aber auch den Arenalsee hat. Selbiger versorgt Costa Rica mit Energie, denn etliche Wasserkraftwerke befinden sich um ihn herum.
Von Parkplatz aus ca. 500 Meter zurück kann man zwei ausgedehnte Wanderungen unternehmen. Das sollte man auch machen, denn der Nationalpark besteht nicht nur aus dem Vulkan. Der Sendero „Los Tucanes“ beispielsweise führt zunächst durch freies Gelände, bis die Vegetation dichter wird. Schließlich muss man über einen erkalteten Lavastrom klettern, hat noch einmal gigantische Aussichten, bevor urplötzlich der Dschungel anfängt. Nimmt man sich hier Zeit, kann man viele Tiere beobachten. Uns gelang es, Kapuzineraffen, Nasenbären, eine Vielzahl unbekannter Vögel sowie herrliche Schmetterlinge zu beobachten. Aber auch die Vegetation nimmt einen gefangen. Riesige Bäume, verschiedenste Palmenarten, Schlingpflanzen usw. lassen erahnen, was „Grüne Hölle“ bedeutet.
Nach einigen Kilometern erreicht man einen Fluss. Diesen kann man versuchen zu überqueren und kann von dort seine Wanderung fortsetzen. Ich empfehle jedoch, einige Meter zurückzugehen. An einer verlassenen Rangerhütte geht nach rechts ein schmaler Pfad ab, welcher auf einem Rundbogen mitten durch den Dschungel geht. Hier hat man auch mehr Chancen, Tiere zu beobachte. Einfach ab und zu anhalten, still sein und nach oben gucken! Aber auch am Boden gibt es Interessantes zu sehen. Straßen der Blattschneideameisen beispielsweise, riesige Tausendfüssler, Schlangen und Käfer.
Wenn es ab und zu wummert, donnert oder wie auch immer: Es muss kein Gewitter sein, das sind dann nur stärkere Eruptionen des Vulkans. J
Preise:
Der Eintritt in den Nationalpark beträgt für Ausländer 6 US$, sollte man mit Einheimischen reisen, kommt man für umgerechnet ca. 1 Euro hinein.
Öffnungszeit:
täglich von 08:00 Uhr bis 22:00 Uhr
Tipps:
Wer sparen will, kann sich die 6 $ schenken und in Richtung „Arenal Observatory Lodge“ fahren. Die Piste ist nicht ganz einfach, kurz vor der Lodge gibt es einen Parkplatz, jetzt nur noch links über den Fluss und schon ist man kostenlos im Nationalpark.
Wer Tiere beobachten will, sollte möglichst frühzeitig dort sein. Gegen 10:00 Uhr kommen dann doch einige Touristen zusammen, und vor allem Amerikaner können ja nie ihre Klappe halten und verscheuchen so ziemlich alles im Umkreis von 100 Metern.
Den Vulkan so richtig als Vulkan zu erleben, macht nur im Dunkeln sinn. Deshalb ist der Nationalpark ja auch bis 22:00 Uhr geöffnet. Nur dann kann man die Lavaströme leuchten sehen. Leider ist diese Möglichkeit stark vom Wetter anhängig. Meist schieben sich gegen Abend Wolken zusammen, und verhüllen die Bergspitze. Sollte man also einen klaren Abend erwischen, sofort hinfahren! Die Wahrscheinlichkeit, den Arenal nachts wolkenfrei zu sehen, sind nicht sehr hoch! Wir hatten zumindest im Dunkeln immer Pech L.
Fazit:
Der Nationalpark Arenal ist eine Sehenswürdigkeit Costa Ricas allererster Güte. Die Mischung aus aktivem Vulkan, Dschungel, Wasser und Tieren bringt eine riesige Vielfalt mit sich. In der Nähe gibt es weitere Sehenswürdigkeiten, so dass ein mehrtägiger Aufenthalt sehr zu empfehlen ist.
Lage und Anreise:
Costa Rica liegt auf der schmalen Landverbindung zwischen Nord- und Südamerika zwischen Nicaragua und Panama. Es zählt mit seinen 51.100 km² zu den kleinsten Staaten Lateinamerikas und ist nur unwesentlich größer als das Bundesland Niedersachsen. Nichtsdestotrotz strotzt es vor Sehenswürdigkeiten und besticht durch eine abwechslungsreiche Landschaft, einen vorbildlichen Umweltschutz, eine stabile Demokratie ohne Militär und ungeheuer freundlichen Menschen.
Meines Wissen gibt es von Deutschland aus keinen Direktflug nach San José, bis auf eine Maschine in der Woche mit Condor von Düsseldorf. Gewöhnlicherweise fliegt man via USA oder Mexiko, wobei ich gegenwärtig empfehlen würde, nicht über die USA zu fliegen, da trotz durchgechecktem Gepäck Extrakontrollen und Verspätungen an der Tagesordnung sind.
Die Zeitverschiebung beträgt in der Winterzeit 7 Stunden.
Fortkommen im Land:
Für den Touristen wird wohl das Mietauto wohl das beste Verkehrsmittel, wenn man in kürzester Zeit viel sehen will. Ich empfehle auch in der Trockenzeit zu einem Allradfahrzeug zurückzugreifen, da die Straßenverhältnisse doch sehr gewöhnungsbedürftig sind. Viele touristische Ziele liegen in Gebieten, zu denen keine asphaltierten Straßen führen. Diese sind dann oft dermaßen steinig und mit Hindernissen gespickt (Furten, Schlammpassagen, große Steine), dass ein normaler PKW ohne ausreichende Bodenfreiheit seine Schwierigkeiten hat. Selbst Nationalstraßen sind oft über viele Kilometer unasphaltiert. Vorsicht vor allem vor den gigantischen Schlaglöchern, welche unverhofft auftauchen, selbst auf der Interamericana. Fährt in diese oft wassergefüllten Löcher riskiert man einen Achsbruch!
Die Orientierung im Land ist schwierig. Besonders in Städten und auf Nebenstraßen gibt es of keine Wegweiser. Hat man sich hier verfahren, hilft nur noch Fragen. Da es keine Ortseingangs- und Ortsausgangsschilder gibt, weiß man oft nicht einmal, in welcher Ortschaft man sich aktuell befindet.
Für den kleinen Geldbeutel finden sich eine Menge Busgesellschaften, die einen fast an jeden Ort des Landes befördern. Taxis sind ebenfalls weit verbreitet und erschwinglich.
Ein paar Brocken Spanisch sollte man können, da häufig englisch selbst von Jugendlichen nicht verstanden wird.
Gesundheit:
Eigentlich sollte diese Impfungen jeder haben: Tetanus, Diphtherie und Hepatitis A bzw. B Andere Prophylaxen wie etwa Malaria oder Cholera sind nicht erforderlich.
Geld:
Die einheimische Währung ist der Colón. Im Umlauf sind Münzen von 5 bis 500 Colon, Scheine gibt es in den Stückelungen von 100 bis 5000 Colon. Für einen Dollar bekommt man momentan ca. 350 Colón. Euros werden nicht getauscht. Man sollte also vorher einige Dollars zu hause tauschen. An Geldautomaten kann man sich auch mit Geld versorgen, jedoch sind diese rar und akzeptieren meist nur gängige Kreditkarten.
Sehenswertes:
Der Tourist in Costa Rica kommt in erster Linie in das Land, um sich die zahlreichen Nationalparks, tropischen Regenwälder und die vielfältige Tierwelt anzuschauen. Neben den bekannten Nationalparks wie dem Nebelwald Monteverde, dem Vulkan Poas und Arenal (Regenwald, vulkanische Attraktionen) sowie dem Nationalpark Manuel Antonio (Strände, Sekundärwald, Tierbeobachtungen), welche stark frequentiert werden, gibt es eine Vielzahl unbekannterer und auch kleinerer privater Reservate, die einen Besuch mehr lohnen. Vor allem, weil man bei den weniger besuchten Parks eher die Chance hat, Tiere zu beobachten. Sollte man diese Parks besuchen, sollte man zeitig aufstehen und zur Öffnung der Parks (meist 07:00 Uhr) dort sein, bevor die Busse mit amerikanischen Touristen entladen werden.
Empfehlenswert und von mir auch besucht wurden: Nationalpark Rincón de la Vieja (tropischer Urwald, Wasserfälle, heiße Quellen, Fumarolen), das staatliche Reservat Santa Elena (Dschungel, Tierbeobachtungen, Nebelwald) sowie der an der Pazifikküste liegende Nationalpark Tamarindo.
An der Küste gibt es einige Badeorte von internationaler Bedeutung, jedoch findet man noch eine Vielzahl einsamer und traumhafter Strände.
Auf einzelne Sehenswürdigkeiten werde ich in separaten Berichten näher eingehen.
Unterkünfte:
Im ganzen Land verstreut findet man eine Vielzahl von Unterkünften. An weniger touristischen Orten sind es meist einfache Hotel oder sogenannte Cabinas. Sonst kann man auch Luxushotels finden. Auf alle Fälle sollte man sich das Zimmer vorher zeigen lassen, da man auch auf schmutzige Zimmer stoßen kann. An der Küste haben die einfachen Unterkünfte meist einen Ventilator und im Bad nur kaltes Wasser, welches jedoch lau aus dem Hahn kommt. Im Bergland hat man meist einen Durchlauferhitzer, dem kühleren Klima gezollt.
Die Preise bewegen sich für einfache Unterkünfte zwischen 5 und 40 US$ für ein Doppelzimmer, mal mit mal ohne Frühstück.
Küche:
Um es kurz zu machen, die Küche in Costa Rica empfand ich als furchtbar. Sie besteht im wesentlichen aus Reis und schwarzen Bohnen, mal gemixt oder separat, dazu wählt man Ei, Huhn, Steak oder Fisch. Und das gibt’s früh. Mittags und abends. Manchmal gibt’s noch eine Maistortilla oder Kochbanane dazu. Ich bin dann schon auf Früchte ausgewichen, von denen es hier eine Menge in 1A-Qualität gibt. Schließlich kommen unsere einheimischen Bananen oder Ananas zum Großteil aus Costa Rica.
Auf den Kaffee sollte man lieber verzichten, auch er ist grauenhaft. Lieber auf Fruchtsäfte oder das wirklich erstklassige einheimische Bier (Imperial) ausweichen.
Fazit:
Costa Rica ist ein vorzügliches Reiseland mit einer Vielzahl unterschiedlicher Landschaften und Klimazonen. Die touristische Infrastruktur ist gut, die Verkehrswege eher mäßig ausgebaut. Ich kann einen Urlaub im Lande aber uneingeschränkt empfehlen.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-24 13:49:44 mit dem Titel Im Atem der Vulkane
Nationalpark Rincón de la Vieja
In Costa Rica gibt es eine Vielzahl von Nationalparks, von denen ich den von Rincón de la Vieja besonders empfehlen möchten. Zum einen wartet er mit einer Vielzahl von Sehenswertem auf, andererseits ist er nicht so überlaufen wie andere Nationalparks, so dass Tierbeobachtungen besser möglich sind.
Seinen Namen hat der Park von gleichnamigen Vulkan, welcher der aktivste einer Gruppe von 9 Vulkanen der sogenannten "Cordillera de Guanacaste" ist. Die benachbarte Vulkane Santa Maria und „von Seebach“ gelten als erloschen, während der Rincón das letzte mal 1966/1967 magmatisch ausbrach und seither öfter Dampf und Asche ausstößt. Der Nationalpark wurde 1973 gegründet und hat eine Fläche von ca. 14.000 Hektar. Er schließt Urwald, Trockenwald sowie felsiges Gelände in einer Höhe von 650 bis 1916 Metern über Meeresspiegel sowohl der karibischen als auch pazifischen Seite der vulkanischen Gebirgskette mit dem Namen "Cordillera de Guanacaste" ein.
Lage/Anreise:
Der Park befindet sich im Nordwesten des Landes, unweit der Grenze zu Nicaragua. Genauer gesagt nördlich von Liberia, der Provinzhauptstadt von Guanacaste. Von der Interamericana, 5 km von Liberia entfernt in der Ortschaft Guadelupe biegt eine gute aber steinige Piste ab. Diese befährt man ca. 15 km bis Curubande, wo rechts eine Piste zum Nationalpark abbiegt. Nach einigen weiteren Kilometern erreicht man eine Mautstation, besser gesagt einen Zaun, der nur geöffnet wird, wenn man löhnt. Soweit ich mich erinnere waren es umgerechnet 2 Euro pro Person.
Dann erreicht man nach weiteren 5 km Guachepelin, von dort aus sind es nochmals 5 km bis zum Eingang des Parks. Ich würde die Strecke eigentlich nur mit Jeep/Allrad empfehlen, da der Zustand der Piste doch ziemlich kompliziert ist an einigen Stellen.
Öffnungszeiten/Preise:
Der Nationalpark ist täglich von 07:00 bis 16:00 Uhr geöffnet. Am Eingang muss man einige Daten angeben, damit man bei Abmelden wieder identifiziert werden kann. Somit weiß der Ranger, wie viele Personen sich im Park befinden und ob es möglicherweise zu Unfällen gekommen ist. Der Eintritt für Ausländer beträgt 6 US$, oder den Gegenwert in Colones.
Sehenswürdigkeiten:
Zunächst einmal kann man den Krater des Rincón de la Vieja besteigen; der Aufstieg soll jedoch auf Grund starker Fallwinde nicht ganz problemlos sein. Dafür wird man entschädigt mit Ausblicken auf die Ebene von Guanacaste sowie einen kaum zugänglichen blaugrünen Kratersee. Beim Abstieg kann man dann im Wasserfall des Rio Blanco baden.
Wer sich den beschwerlichen Aufstieg sparen möchte, findet in den unteren Regionen eine Vielzahl von Wanderwegen.
Mir hat es vor allem der Rundweg „Las Pailas“ am Fuße des Vulkans angetan, da man hier zahlreiche brodelnde Schlammlöcher, Erdspalten aus denen heiße stinkende Luft zischt, heiße Schwefelquellen und kleine Geysire vorfindet. Dieser Rundweg dauert ca. 2 Stunden und ist leicht zu absolvieren. Zunächst erreicht man einen kleinen Wasserfall, der in der Trockenzeit allerdings nicht besonders spektakulär ist. Hier bemerkt man schon bald einen schwefligen Geruch in der Luft, und nach ein paar Minuten steht man am "Paila de Barro", einem mit blubberndem Schlamm gefülltem Krater. Es folgen der "Paila de Agua“, welcher mit kochendem Wasser gefüllt ist und ziemlich beeindruckend ist. Ebenso der "Volcancito", ein Minikrater, der unter lautem Getöse Schlamm und heiße Dämpfe spuckt. Schließlich erreicht man die "Laguna Fumarólica", einem Gebiet, wo man auf zahllose Fumarolen, Geysire und Schlammlöcher trifft.
Neben diesem Rundweg gibt es weitere ausgedehnte Wanderwege, die durch Trockensavanne und Bergwälder führen und auf denen man hervorragend Tierbeobachtungen machen kann.
Tierwelt:
Bei seinen Wanderungen wird man auf eine Vielzahl von Tieren treffen, besonders die Vielfalt an Vögeln, Insekten, Schmetterlingen und Käfern ist groß. Außerdem trifft man häufig auf Pakas und Agutis (kleine Nagetiere), Nasenbären, Brüllaffen und Gürteltiere. Außerdem sollen auch Jaguare, Coyoten, Ozelots, Oppossums und andere seltene Tiere vorkommen, welche ich jedoch nicht zu Gesicht bekam. Den Göttervogel der Mayas, den prächtigen Quetzal, habe ich leider nie angetroffen.
Mich faszinierte der wunderschöne blauen Morpho-Schmetterling, welcher allerdings dermaßen flatterhaft war, dass ich ihn nie aufs Foto bannen konnte.
Umfangreichere Listen mit vorkommenden Tierarten findet man hier:
http://www.guachipelin.com/flora_fauna/lista_birds_de.shtml
http://www.guachipelin.com/flora_fauna/lista_mamiferos_de.shtml
http://www.guachipelin.com/flora_fauna/lista_reptiles_de.shtml
Zur Tierbeobachtung sollte man einen Feldstecher bei sich haben. Günstig ist es, möglichst frühzeitig zum Park zu kommen, da hier die Wahrscheinlichkeit, auf viele Tiere zu treffen, am größten ist. Ich rate dazu, einfach immer mal längere Zeit stehen zu bleiben und vor allem nach oben zu gucken. Erst durch die Bewegung sieht man dann viele Tiere, an denen man sonst vorbei gelaufen wäre.
Tiere zu fotografieren ist schwer. Oft sind sie weit entfernt, in Bewegung, zu schnell oder im gegenlicht. Nicht enttäuscht sein, wenn man keine guten Tierfotos mit nach hause bringen kann!
Pflanzenwelt:
Bei der Anreise zum Nationalpark fährt man durch Trockensavanne, so dass man kaum glauben mag, wie artenreich und grün die Pflanzenwelt hier ist. Die Trockensan´vanne ich laubabwerfend, dass heißt, während der Trockenzeit sind die Bäume blattlos. Der Park selber ist grün.
So findet man beispielsweise häufig die Nationalblume Costa Ricas, eine Orchideenart namens Cattleya Skinneria oder „Guaria Morada".
Sehr eindrucksvoll sind riesige Bäume mit geschlungenen Brettwurzeln, Würgefeigen, überhaupt der Aufbau des Waldes in seinen Stockwerken. Kein Zentimeter ist unbewachsen, überall sieht man Epihyten wie Bromelien und andere Schmarotzer.
Klima:
Das Klima im Park ist sehr verschieden und wechselt nahezu schlagartig. Während es Bereiche gibt, wo es 4-5 Monate keinen Regen gibt, trifft man vor allem in Gipfelnähe sowie auf der karibischen Seite auf Gebiete mit konstantem Niederschlag.
Unterkunft:
Nachdem wir erfolglos versucht haben, in der näheren Umgebung des Parks zu übernachten, fanden wir in Liberia preiswerte und gute Unterkunft. Hier gibt es eine Vielzahl an Hotel und einfachen Pensionen, in denen man ab 6 US$ pP. übernachten kann. Die Anfahrt zum Nationalpark dauert von hier ca. 70 Minuten.
In der unmittebaren Nähe des Parks gibt es einige Lodges, welche man allerdings vorbuchen sollte, und welche dann auch teuerer sind. Hier bezahlt man ab 65 US$ pro Person. Zu nennen wäre die Rincón de La Vieja Lodge sowie die Hacienda Guachepelin.
Fazit:
Für mich ist der Nationalpark Rincón de la Vieja auf Grund seiner Vielfalt einer der schönsten Nationalparks Costa Ricas. Er sollte daher auf dem Plan eines jeden Reisenden stehen.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-02 10:56:40 mit dem Titel Noch'n Vulkan!
Nationalpark Arenal
Den Namen hat dieser Nationalpark vom nahezu klassisch kegelförmigen Vulkan der ständig vor sich hinbrodelt. Der Park befindet sich im Norden Costa Ricas, im Bergmassiv von Tilaran.
Das Gebiet umfasst ein Areal von 5208 Hektar und erstreckt sich auf einer Höhe von 400 bis 1633 Metern. Auf 1633 Meter kommt man jedoch nicht, da die aktive Zone des Vulkans aus Sicherheitsgründen gesperrt ist.
Bis zum 29. Juli 1968 glaubte man gar nicht an eine Aktivität des Berges, der sich völlig überwachsen und friedlich zeigte. An diesem Tage machte sich der Arenal jedoch wieder bemerkbar, zerstörte zwei Ortschaften und nahm 80 Menschen mit in den Tod. Seitdem brodelt er vor sich hin und zählt zu einem der aktivsten Vulkane der Welt. Regelmäßig fließt Lava an seinen Hängen hinunter, wirft er unter tösendem Gedonner Gesteinsbrocken bis zu 300 Meter in den Himmel, und dann den Hang hinunter.
1991 erst wurde der Nationalpark Arenal gegründet, einer der schönsten und interessantesten Costa Ricas wie ich finde. Er umfasst neben dem Vulkan auch die schwer zugänglichen Gebiete um ihn herum. Sie sind geprägt durch Regenwald, Lavazonen, die urplötzlich den Urwald durchdringen und hüglige Regionen nahen dem Arenal See.
Ausgangspunkt für Touren zum Nationalpark ist das kleine Städtchen La Fortuna auf der Nord-Ost-Seite des Vulkans. Auf dieser Seite sieht der Berg tatsächlich aus, als wäre er nicht aktiv. Grün bis zum Gipfel, keine Rauchwolken sind zu sehen.
Hier kann man auch einige Tage verweilen, da von hier einige sehr interessante Ausflüge, nicht nur zum Nationalpark Arenal gemacht werden können. Ich möchte da besonders die Höhlen von Venado (ein Abenteuer nur für Leute ohne Platz- oder Höhenangst), ein Bad in den Heißen Quellen des Rio Tabacon sowie den Wasserfall „Cascade La Fortuna“ in Stadtnähe empfehlen, welchen man mit einer kurzen Wanderung (Oder Ritt, das wär was für Miara...) erreichen kann, dabei Tukane und anderes Getier beobachten kann. Ein Bad um Wasserfall inmitten tropischen Regenwaldes wird wohl nicht so bald zu vergessen sein. Im Städtchen selber gibt es eine Reihe einfacher Unterkünfte, die Preise bewegen sich so zwischen 6 und 60 US$ pro Person und Nacht. Zahlreiche Sodas (einfache einheimische Restaurants), Kneipen und bessere Gaststätten laden zum Verweilen ein. Das Preisniveau ist niedrig.
Nun aber zum Nationalpark: Zum Eingang des Nationalparks gelangt man auf der Straße von La Fortuna nach Nuevo Arenal, wo sich auch zahlreiche Deutsche und Schweitzer niedergelassen haben. Ca. 8 km nach La Fortuna biegt nach links eine Piste ab. Von hier sieht der Vulkan schon etwas anders aus als auf der Nordseite. Kahl, fast wie eine Schlackehalde riesigen Ausmaßes. Bei klarer Sicht sieht man nun auch die Rauchwolken und den Krater auf der Bergspitze, dem permanent Rauchwolken entsteigen.
Nach nur ca. 3 km ist man am Eingang des Nationalparks. Vorbei an der Rangerstation kann man noch ca. 2 Kilometer in Richtung Vulkan fahren. Steht der Wind ungünstig, wie es bei uns der Fall war, riecht man den schwefligen Atem des Berges schon.
Am Endpunkt der Piste befindet sich ein Aussichtspunkt, von dem man einen imposanten Ausblick auf den Vulkan aber auch den Arenalsee hat. Selbiger versorgt Costa Rica mit Energie, denn etliche Wasserkraftwerke befinden sich um ihn herum.
Von Parkplatz aus ca. 500 Meter zurück kann man zwei ausgedehnte Wanderungen unternehmen. Das sollte man auch machen, denn der Nationalpark besteht nicht nur aus dem Vulkan. Der Sendero „Los Tucanes“ beispielsweise führt zunächst durch freies Gelände, bis die Vegetation dichter wird. Schließlich muss man über einen erkalteten Lavastrom klettern, hat noch einmal gigantische Aussichten, bevor urplötzlich der Dschungel anfängt. Nimmt man sich hier Zeit, kann man viele Tiere beobachten. Uns gelang es, Kapuzineraffen, Nasenbären, eine Vielzahl unbekannter Vögel sowie herrliche Schmetterlinge zu beobachten. Aber auch die Vegetation nimmt einen gefangen. Riesige Bäume, verschiedenste Palmenarten, Schlingpflanzen usw. lassen erahnen, was „Grüne Hölle“ bedeutet.
Nach einigen Kilometern erreicht man einen Fluss. Diesen kann man versuchen zu überqueren und kann von dort seine Wanderung fortsetzen. Ich empfehle jedoch, einige Meter zurückzugehen. An einer verlassenen Rangerhütte geht nach rechts ein schmaler Pfad ab, welcher auf einem Rundbogen mitten durch den Dschungel geht. Hier hat man auch mehr Chancen, Tiere zu beobachte. Einfach ab und zu anhalten, still sein und nach oben gucken! Aber auch am Boden gibt es Interessantes zu sehen. Straßen der Blattschneideameisen beispielsweise, riesige Tausendfüssler, Schlangen und Käfer.
Wenn es ab und zu wummert, donnert oder wie auch immer: Es muss kein Gewitter sein, das sind dann nur stärkere Eruptionen des Vulkans. J
Preise:
Der Eintritt in den Nationalpark beträgt für Ausländer 6 US$, sollte man mit Einheimischen reisen, kommt man für umgerechnet ca. 1 Euro hinein.
Öffnungszeit:
täglich von 08:00 Uhr bis 22:00 Uhr
Tipps:
Wer sparen will, kann sich die 6 $ schenken und in Richtung „Arenal Observatory Lodge“ fahren. Die Piste ist nicht ganz einfach, kurz vor der Lodge gibt es einen Parkplatz, jetzt nur noch links über den Fluss und schon ist man kostenlos im Nationalpark.
Wer Tiere beobachten will, sollte möglichst frühzeitig dort sein. Gegen 10:00 Uhr kommen dann doch einige Touristen zusammen, und vor allem Amerikaner können ja nie ihre Klappe halten und verscheuchen so ziemlich alles im Umkreis von 100 Metern.
Den Vulkan so richtig als Vulkan zu erleben, macht nur im Dunkeln sinn. Deshalb ist der Nationalpark ja auch bis 22:00 Uhr geöffnet. Nur dann kann man die Lavaströme leuchten sehen. Leider ist diese Möglichkeit stark vom Wetter anhängig. Meist schieben sich gegen Abend Wolken zusammen, und verhüllen die Bergspitze. Sollte man also einen klaren Abend erwischen, sofort hinfahren! Die Wahrscheinlichkeit, den Arenal nachts wolkenfrei zu sehen, sind nicht sehr hoch! Wir hatten zumindest im Dunkeln immer Pech L.
Fazit:
Der Nationalpark Arenal ist eine Sehenswürdigkeit Costa Ricas allererster Güte. Die Mischung aus aktivem Vulkan, Dschungel, Wasser und Tieren bringt eine riesige Vielfalt mit sich. In der Nähe gibt es weitere Sehenswürdigkeiten, so dass ein mehrtägiger Aufenthalt sehr zu empfehlen ist.
20 Bewertungen, 3 Kommentare
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15.05.2002, 16:56 Uhr von cwagner
Bewertung: sehr hilfreichKlasse Bericht, stimmt alles... :-) Grüße cwagner
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13.05.2002, 17:53 Uhr von Calini
Bewertung: sehr hilfreichToll beschrieben! :-) Calini
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02.05.2002, 13:07 Uhr von kleineswoelkchen
Bewertung: sehr hilfreichsehr gute Beschreibung, man konnt sich es bildlich vorstellen und kann es als kleinen Reiseführer nutzen
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