Dänemark Testbericht

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Erfahrungsbericht von *sannah*

Eine Woche Entspannung...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

„Warum zum Teufel fährst Du im Februar nach Dänemark?“ musste ich mir von einigen Freunden anhören, als ich gegen Semesterende immer wieder meine geplante Entspannungswoche lauthals ankündigte.
Nun ja, der Landschaft wegen bin ich garantiert nicht gefahren – 25 km von der Küste entfernt im Landesinnern versprüht die dänische Landschaft den Charme einer verbrannten Scheibe Toast: Wenn nicht gerade eine verkrüppelte bzw. windgebeugte Baumbuschreihe die Sicht versperrt, kann man sehen, wer morgen zu Besuch kommt. Nicht umsonst zählt Dänemark zu den flachsten Ländern überhaupt, durchschnittlich 30 m über dem Meeresspiegel gelegen, die höchste Erhebung übertrifft mit 173 m den Wilseder Berg nur um wenige Meter.

Aber ich hatte andere Gründe, gute Gründe. In einer früheren Meinung schrieb ich, ich wäre ein Land- und– Leute- Urlauber. In diesem Fall trifft das nur bedingt zu...

Zunächst einmal die Leute – in diesem Fall waren es wegen die Dänen, die mich interessierten, sondern meine Clique, wenn ich das so nennen darf, sieben Personen an der Zahl, durchschnittlich 21 Jahre alt (sannah mit 19 die jüngste, unser „Opa“ 23), die Gruppe homogen auf der (dieser) einen, heterogen auf der anderen Seite, die Namen im Nachfolgenden geändert oder auch nicht.
Darf ich vorstellen: Susanne, Maschinenbaustudentin, die es schaffte, während der Woche für ihre Klausuren zu lernen; Christina, CTA und Dauerschläferin; Steffi, HoFa-Azubi, unser Sündenbock; Steffen, Wirtschaftsingenieurwesenstudent, der zur nachtschlafenden Zeit gegen 11:30 Uhr seine Vordiplomsnoten übers Handy durchgesagt bekam; Dodi, eigentlich und besonders ernsten Situationen Dorothee, Sozialpädagogikstudentin; Dirk, Zivi und begnadeter Cocktailmixer; als Gäste für einen Tag und eine Nacht blieben Stefan und Sandra, denn es gibt ja Leute, die arbeiten müssen... und schließlich sannah. Ein Querschnitt durch die 21jährige Bevölkerung, ursprünglich alle einmal am Gymnasium Soltau, inzwischen in ganz Deutschland verteilt.

Das sind die Protagonisten des einwöchigen Spaßes, der erst vor gut fünf Stunden (vor Veröffentlichung) sein Ende nahm. Und das waren im großen und ganzen auch schon die nicht besonders tiefsinnigen Gründe.

Wie es für Dänemark üblich ist, mieteten wir uns für eine Woche ein Ferienhaus. Durch die komplette Nebensaison (denn wer fährt schon Mitte Februar nach Dänemark???) wurde für uns, die wir ja größtenteils alles „arme Studenten“ sind, der Luxus eines relativ neuen Hauses mit Whirlpool und Sauna (jeweils für maximal zwei Personen) bezahlbar.

Wer noch nie in Dänemark war, wird mit dem Begriff des „typischen dänischen Ferienhauses“ wohl recht wenig anfangen können, daher einige Erläuterungen: diese Häuser sind in der Regel aus Holz und eingeschossig, je nachdem, wie spitz das Dach ist, finden sich dort noch Schlafräume oder nur einfache Liegeflächen, sogenannte „Hemse“, die beide jeweils nur über eine recht steile Treppe zu erreichen sind. In dieser Woche bedeutete „steil“ 90°, zu meinem Schlafplatz kam ich nur über eine Sprossenwand, was mir jede Menge blaue Flecken an den Beinen einbrachte (Alkohol und Kühnheit sind zwei Dinge, die man lieber voneinander trennen sollte... *autsch*). Die Betten sind normalerweise zu schmal und zu kurz, es kommen also Erinnerungen an Jugendherbergszeiten hoch. Ebenfalls meist in Dänemark zu finden sind Duschen ohne Duschkabine, also mit Duschvorhang (Die sind mitunter verdammt „anhänglich“...) und dann ist der Boden mit Abfluss 1cm tiefer gesetzt. Dennoch sind die Chancen, das Bad zu überfluten, recht hoch und steigen bei Nutzung von Whirlpool und Sauna noch weiter (ebenso wie der Wasserpegel im Bad).
Ein typisches dänisches Ferienhaus ist außerdem nie allein, sondern Teil einer „Kolonie“, organisiertes Wohnen also, meistens mit Supermarkt in der Nähe, was im Sommer bestimmt auch gut bevölkert ist, nur waren wir eben im Februar da und da war nicht viel los – aber so konnten sich wenigstens keine Nachbarn über uns beschweren.

Die Lebenshaltungskosten sind in Dänemark recht hoch, das liegt vor allem an den hohen Steuern (die sollen das großzügige Sozialsystem bezahlen), vor allem bei Tierprodukten (also Fleisch und Käse) tun sich erhebliche Preisunterschiede auf. Früher galt diese Regel auch vor allem für Benzin, aber das hat sich durch das „Entgegenkommen“ Deutschlands ausgeglichen. Dennoch waren wir sehr froh, zwei Autos bekommen zu haben, denn die Anreise mit der Bahn hätte sich außerdem aufgrund der in diesem Bereich nur schwach ausgebauten Infrastruktur als schwierig gestaltet – von unserem Ferienhaus wäre der nächste Bahnhof 15 km entfernt gewesen.
Insofern war es schon praktisch, am Samstag Mittag mit zwei vollbeladenen Kombis nach Dänemark aufzubrechen, sieben gut gelaunte junge dynamische Menschen, sieben Reisetaschen und zentnerweise „Lebensmittel“ im weitesten Sinne, die für eine Woche ausreichen sollten, waren auf dem Weg nach Arrild. Diese unsere Wahlheimat liegt im Westen Südjütlands, knapp 40 km hinter der dänisch-deutschen Grenze und ebenso weit entfernt vom Nordseestrand Römös (statt „ö“ müsste das „o“ durchgestrichen sein). Wenn man durch Dänemark fährt, fällt die relativ dünne Besiedlung sofort auf. Da allein gut ein Viertel der 5,2 Millionen Dänen in Kopenhagen lebt, kommt es schon vor, dass man eine schnurgerade Straße entlang fährt, links und rechts nur platte Landschaft erblickt und dann plötzlich zu einem Kreisel kommt, der eine Zivilisation andeutet – 500 m weiter ist davon dann keine Spur mehr zu sehen, es kommt nur das Gefühl auf, schon einmal an der Stelle vorbeigekommen zu sein... Für Autobahnen wie alle anderen Straßen gilt übrigens das Gebot, auch tagsüber mit Abblendlicht zu fahren. Und auf der Autobahn schneller als die vorgeschriebenen 110 km/h zu sein, kann auch recht schnell kostspielig werden.

Als oberstes Gebot für alle (zukünftigen) Dänemark-Reisenden empfiehlt sich also, alle Lebensmittel mitzubringen. Mit einer Ausnahme: Klöver. Klöver (eigentlich auch wieder mit durchgestrichenem „o“) ist lecker Joghurt, richtig lecker, um genau zu sein, in Ein-Liter-Tetrapaks erhältlich und ist daher auch etwas flüssiger als herkömmliche deutsche Markenjoghurts. Und außerdem sind sie auch wunderbar als Cocktailgrundlage zu verwenden, wie Dirk in mehreren Kreationen immer wieder auf’s Neue bewies *mjam*...

Kennt eigentlich jemand die Geschichten von Pippi Langstrumpf? In einer davon geht es um den „Spunk“ – Pippi erfindet das Wort und fragt zunächst einen Verkäufer, ob er nicht einen Spunk für sie hat, der kann ihr nicht weiterhelfen, schließlich schleppt sie sich zum Arzt und leidet an einem Spunk.
Doch in Wirklichkeit ist „Spunk“ ein Fruchtgummiprodukt und ebenfalls sehr lecker!

Tja, und was macht man nun in Dänemark völlig außerhalb der Saison??? Das Legoland wäre in erreichbarer Nähe gewesen, andererseits ist das vielleicht nicht mehr unsere Altersgruppe. Aber da dieses Kinderparadies ohnehin erst am 1. April öffnet, kamen wir um die Versuchung herum.
Römö war ja nun nicht weit, und nachdem wir uns mit dem Wettergott arrangiert hatten, konnten wir einen Strandspaziergang wagen, ohne dabei nass zu werden.
Einen weiteren Nachmittag verbrachten wir in Esbjerg, für dänische Verhältnisse eine recht große Stadt, immerhin groß genug für H&M und McDoof in der Innenstadt. Doch kein Vergleich zu Kopenhagen, wo ich vor einigen Jahren war. Aarhus, Odense und Aalborg sind weitere größere Städte.

Ansonsten machten wir die Nacht zum Tag, ich werde wahrscheinlich eine weitere Woche brauchen, um mich wieder an einen normalen Tagesablauf zu gewöhnen. Frühstück um 12:00, Mittag um 20:00, Abendessen um 2:30 Uhr (letzteres dann eher freischaffend), zwischendurch Cocktails, Toast und natürlich Klöver.
Gesellschaftsspiele durften natürlich auch nicht fehlen – Phase 10, Baptistenskat, „Siedlern“, Doppelkopf und natürlich Uno, natürlich mit verschärften Regeln, sonst macht das ja keinen Spaß. Ich danke an dieser Stelle Steffen, der bei diesem Spiel mit einer weitausholenden Geste seinen „White Russian“ (den ich auch vorher noch nicht mochte – wer kommt schon auf die Idee, Milch mit Wodka zu mischen?) auf dem Tisch und meiner Hose verteilte – ein Gefühl wie Weihnachten...
Andere, beispielweise Christina, blockierten Sofa oder Bett dauerhaft, indem sie 16 Stunden am Stück schliefen.
Oder aber Steffen und Dirk saßen vorm Fernseher und schauten Olympia – zum einen beherrsche ich mittlerweile halbwegs die Eishockeyregeln, zum anderen weiß ich die Spannung des Curlings jetzt erst richtig zu schätzen. (Vorsicht, Ironie!). Oft half da nur ein energisches: „Steffen, mach den Kamin an, und Dirk, mix mal was!“ von Frauenseite. Irgendeinen Vorteil musste die weibliche Überzahl ja haben. Bis in den frühen Morgen hinein ging es dann mit Videos und Spaziergängen weiter, letzteres aber nur, wenn der Wettergott mal mitspielte, denn wir hatten alles: Sonne, Schnee, Hagel und Regen in alle möglichen Mixverhältnissen, dazu immer Wind (das hört sich an wie ein Cocktail) bis hin zum Sturm.

So ein Hems hat noch einen ganz anderen Vorteil – einerseits kann man sich zurückziehen, bleibt aber dennoch immer mitten dabei. Oder um es anders auszudrücken: „Oben tobten wir, unten die anderen.“ Die Auslegung des Satzes bleibt jetzt jedem selbst überlassen, es sind mehrere Variationen möglich... *g*

Insgesamt war diese entspannende Woche einfach klasse und durch die absolute Nebensaison sind wir auch relativ günstig davongekommen, obwohl wir natürlich noch Lebensmittel nachkaufen mussten – „Grüne Wiese“ schmeckt einfach nicht ohne O-Saft und wir wollten uns ja nicht besaufen, sondern nur genießen ;-). Nur von Sekt halte man mich fern... Wie auch immer, irgendwie mussten wir ja unserer selbstgewählten Isolation entfliehen. Es hat eben Vor- und Nachteile, außerhalb jeder Saison zu fahren und ebenso kann es Vor- und Nachteil sein, keine Menschenseele weit und breit zu sehen. Ich kann mir schon vorstellen, dass im Sommer recht viele Touristen (die meisten der 10 Mio. Dänemarkurlauber jährlich kommen aus Deutschland oder Schweden) die Gegend bevölkern, schließlich sprechen die Verkäufer nicht vergebens größtenteils sehr gutes Deutsch (zumindest besser als Englisch).

Für Reisen in Kleingruppen, ob es nun Familie oder Freunde sind, eignet sich Dänemark vorzüglich. Es ist ohne weiteres möglich, zwei benachbarte Häuser zu mieten bzw. das „Fassungsvermögen“ des Hauses dementsprechend zu wählen, dass alle hineinpassen – und eine Woche aufeinander zu hocken, sollte jede Familienbande oder Freundschaft überleben. Zumal es eine Woche voller Spaß ist!

„Ich würde es immer wieder tun...“
– wer ist dabei???


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Und hier noch ein paar Angaben, die die Rubrik ansatzweise rechtfertigen...

"Dänemark, amtlich „Kongeriget Danmark“, konstitutionelle Monarchie in Nordeuropa. Dänemark hat nur im Süden eine Landgrenze; ansonsten wird es zu allen Seiten von Meer umgeben. Das Land grenzt im Norden an den Skagerrak (einen Meeresarm der Nordsee), im Osten an den Kattegat (eine Verlängerung des Skagerraks) und den Øresund (eine den Kattegat mit der Ostsee verbindende Meerenge), im Süden an die Ostsee und das deutsche Bundesland Schleswig-Holstein und im Westen an die Nordsee. Das Land umfasst beinahe ganz Jütland (Jylland), eine in Nord-Süd-Richtung etwa 340 Kilometer lange und bis zu rund 180 Kilometer breite Halbinsel, und etwa 480 Inseln in der Nord- und Ostsee. Die größten dieser Inseln liegen zwischen Jütland und Schweden. Die größte ist Seeland (Sjaelland), gefolgt von Fünen (Fyn), Lolland, Falster, Langeland und Møn. Etwa 130 Kilometer östlich von Seeland liegt die der schwedischen Südküste vorgelagerte dänische Ostseeinsel Bornholm. Zu Dänemark gehören zwei autonome Gebiete im Nordatlantik: die Färöer und Grönland. Diese Gebiete kamen erstmals 1380 unter dänische Herrschaft und sind heute beide innenpolitisch unabhängig. 1948 erhielt die zwischen den Shetland-Inseln und Island weit im Westen Jütlands gelegene Inselgruppe der Färöer ihre Selbstverwaltung. Grönland liegt in der Nähe des nordamerikanischen Festlandes, östlich von Kanada. Von 1953 bis zu seiner Selbstverwaltung 1979 war es ein wesentlicher Bestandteil des dänischen Königreiches. Ohne diese Gebiete hat Dänemark eine Fläche von 43 094 Quadratkilometern. Die Halbinsel Jütland stellt fast 70 Prozent der Gesamtfläche des Landes dar. Die Hauptstadt Dänemarks ist Kopenhagen."
(Q: Microsoft Encarta 99)