Das Auskommen mit den Nachbarn Testbericht

No-product-image
ab 6,46
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

Erfahrungsbericht von MissyG

Wer Rücksicht erwartet sollte Rücksicht nehmen

Pro:

Nachbarn? Es gibt auch viele liebe Exemplare

Kontra:

Wir haben zu 80 % die andere Sorte erwischt

Empfehlung:

Nein

In unserem jetzigen Haus haben wir es nicht besonders leicht. Mein Mann ist 26, ich erst 23 und damit sind wir nach der kleinen Tochter der Obermieter (5), die jüngste Mietpartei hier. 9 der 12 Wohnungen werden seit 30 Jahren fast ausschließlich von den gleichen Mietern bewohnt. Das kleine Mädchen über uns ist das einzige Kind im Haus.

Als wir hier einzogen lief blankes Entsetzen durch die Mietparteien: Wir besaßen ja einen Hund. Gleich am ersten Tag teilte man mir mit, was für ein ruhiges Haus das doch wäre und das das in Zukunft auch so bleiben soll. Ich habe mir dabei noch nicht viel gedacht, grüßte immer freundlich und versuchte unseren Hund möglichst ruhig zu halten. Da er ohnehin ein Schlaftier gewesen ist, fiel das nicht besonders schwer. Er reagierte nur auf Sirenen, Kirchturmglocken und Telefongebimmel. Dem sorgten wir mit einer ständigen, leisen Geräuschkulisse (Radio) und einem versteckten Telefon vor. Man hielt es bald allerdings für untragbar, dass unser Hund, gewohnheitsgemäß von 7-12 und dann noch mal bis 15.30 Uhr allein war. Die jüngeren Nachbarn, die über und neben uns wohnten hörten ihn NIE. Die unteren Nachbarn behaupteten allerdings, er würde den gesamten Tag heulen. Wir wurden dann doch langsam ärgerlich. Andere Nachbarn fragten uns, ob wir überhaupt noch einen Hund hätten, und die unteren Mieter meinten, er würde ständig Lärm machen. Seit Februar bin ich dann aufgrund der ungünstigen Schwangerschaft krank gewesen und der Kleine war dann gar nicht mehr allein. Hätte er geheult, hätte ich es ja hören müssen...

Nun, man trieb es dennoch auf die Spitze und nachdem ich 4 Wochen \"zur Erholung\" bei meinen Eltern verbrachte, hatten sich die Nachbarn wieder aufgeregt bei meinem Mann beschwert und schließlich flog uns eine Abmahnung unserer Vermieter ins Haus. Wir hatten für unseren Hund \"nur\" eine Sondergenehmigung zur Tierhaltung und die drohte man, zu widerrufen. Wir testeten daraufhin, wie der Hund allein in der Wohnung reagierte und quartierten uns mehrer Stunden bei den Nachbarn ein. Er wagte es tatsächlich in dieser Zeit 2 Mal zu heulen (einmal 25 und einem 15 Sekunden) Den Rest der Zeit war Ruhe. Als wir wiederkamen, lag er müde auf seinem Sessel und bedachte uns mit einem seichten Schwanzwedeln...

Dies teilten wir den Vermietern mit, zusammen mit Unterschriften, dass der Hund überhaupt nicht zu hören ist. Wir baten freundlich, um Aufhebung der Abmahnung.

Daraufhin ereilte uns eine weitere Abmahnung, unser Hund würde auf das Rasenstück und in die Sanskiste vor dem haus machen und das wäre ja unvertretbar. Da wir auf dem Gelände der Grundstücksverwaltung unseren Hund grundsätzlich an der Leine hatten und immer dafür sorgten, dass die Häufchen auch entfernt werden, kann ich meine Hand dafür ins Feuer legen, dass unser Hund das keinesfalls gewesen ist!

Nun gingen wir zum Anwalt, der uns erst einmal die bestehende Rechtslage erklärte. Grundsätzlich ist ein generelles Tierverbot RECHTSWIDRIG! Die Lärmbelästigung, die von unserem Hund ausging, lag mehr als im Bereich des Erträglichen und die Verschmutzung durch ihn leugnete er in einem Schreiben an die Vermieter empört ab. Nach diesem Brief haben wir nichts mehr von den Vermietern gehört. Er ist mittlerweile seit mind. 6 Wochen in deren Händen.

Nun, wer meine Beiträge kennt, weiß, dass wir unseren kleinen Schatz leider einschläfern lassen mussten und neben der immensen trauer, ärgert es mich doch, dass die Nachbarn ihren Willen bekommen haben.

***********************

Mal von unserem \"Ungeheuer\" abgesehen, haben die unter uns wohnenden Nachbarn jedoch noch andere Vorstellungen vom gegenseitigen Zusammenleben.

Erst einmal beschwerten sie sich über die \"laute\" Musik, die wirklich nur in Zimmerlautstärke durch unsere Zimmer hallt. Mein Mann, der gegen 5.30 Uhr aus dem Bett springt, läuft barfuß durch die Wohnung und dies ist ihnen zu laut. Ebenso das (selten vorkommende) morgentliche Duschen (meine bessere Hälfte duscht lieber abends), dass man auch in der Wohnung unter uns hört. Der eine Spieleabend, der mit Freunden monatlich bei uns stattfindet, paßt natürlich auch nicht. Kurz nach Mitternacht beschwerten sie sich per Telefon (wir spielten Karten, keine Musik und wir waren nur zu 5., wohl gestehe ich, dass wir ab und an einem lachten...) ob wir, wenn wir denn schon feiern müssten, nicht auf den Stühlen sitzenbleiben könnten, anstatt in Abständen auf die Toilette zu gehen... Sorry, 2 Schwangere gehen wahrscheinlich öfter mal, als angebracht.

Mir fehlten die Worte. Außerdem haben wir zu viel Besuch! Zur Erklärung: In dem 3/4 Jahr, dass wir hier leben, hatten wir 4 Mal Besuch... Ab und zu wagt es ein Freund, mal vorbeizusehen. So zu essen oder zum DVD gucken....

Also: Wir sind wirklich laut! Ich frage mich, wie oft sich die Herrschaften beschweren, wenn unser Baby da ist. Schade, dass man dagegen nichts tun kann. Uns zufällig ist auch noch die 2. \"unter 40-Nachbarin\" schwanger ist und dann 2 Säuglinge im Haus herumschreien...

Ich kann nur sagen: Wer Rücksicht erwartet, der muss auch Rücksicht nehmen. In der Ruhezeit habe ich früher weder die Spülmaschine laufen gehabt, noch die Waschmaschine oder habe geduscht. Ich habe nach 22 Uhr nicht mehr schallend gelacht und immer versucht durch die Wohnung zu schleichen. Aber irgendwo hört die Freundschaft auf! Sie haben uns schon wegen unseres Hundes das Leben zur Hölle gemacht und da lasse ich mir sicher nicht das Lachen verbieten...

16 Bewertungen