Dawn of the Dead (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von das-christian

Zombies im Kaufhaus - Das Remake!

Pro:

Der 15minütige Vorspann, viel Blut, unglaublich spannende Story, hat nicht viel mit dem Original zu tun

Kontra:

fehlt im Vergleich zum Original die Gesellschaftskritik, Schauermusik von Goblin wird durch alltägliche Horrorfilmmusik ersetzt

Empfehlung:

Ja

Einleitung

Ich liebe Zombiefilme, das ist das einzige Gebiet im Bereich Horror, welches mir heutzutage noch Gänsehaut bescheren kann. So war es im Grunde von Vornherein beschlossene Sache mir Dawn of the Dead anzuschauen, das Remake des gleichnamigen Klassikers aus dem Jahre 1978 von George A. Romero. Mir war bereits im Vorfeld klar, das dieses Remake nicht 1:1 übernommen wurde, somit war ich noch neugieriger mir diesen Film anzuschauen. Zur Erklärung, in Dawn of the Dead geht es um Zombies, welche aus unerklärlichen Grund auf der Erde sind und auf der Suche nach Fleisch von lebenden Menschen sind. In meinem Bericht erfahrt ihr, ob es sich lohnt dieses Werk anzutun und für wen genau dieser Film geeignet ist.

Story

Warum es begann und wo alles seinen Anfang nahm - das ist UNBEKANNT.

Ana (Sarah Polley) ist Krankenschwester, sie kommt von einem anstrengenden Arbeitstag abends nach Hause zu ihrem Freund Luis (Justin Louis). Am nächsten morgen, um 6:37 Uhr steht die kleine Vivian (Hannah Lochner) vor der Schlafzimmertür des jungen Paares, sie ist eine Freundin der Familie. Luis erkennt dass sie Blut an ihrem Mund hat, er geht zu ihr hin und möchte es wegmachen, plötzlich wird er jedoch von Vivian in den Hals gebissen. Ana tritt Vivian aus dem Zimmer und versperrt die Tür, sie versucht Luis seine blutende Wunde zu stillen, jedoch hat sie keine Chance, er stirbt, Vivian tritt wie wild gegen die Schlafzimmertür. Luis erwacht wieder, als Zombie, der es jetzt auf Anas Wohl abgesehen hat, sie versteckt sich im Bad, dort flüchtet sie aus dem Fenster weil es Luis gelungen ist die Tür einzubrechen. Sie steigt in ihr Auto und fährt fort, im Auto sieht sie das Elend, was sich auf den Straßen mit den ganzen Untoten abspielt. Menschen werden auf offener Straße von Zombies gejagt und getötet. Dies war der Vorspann welcher ganze 15 Minuten lang ist.

Durch einen Fahrfehler, den ein Passant verursacht hat, ist Ana vor einem Baum gefahren. Dort trifft sie den Polizist Kenneth (Ving Rhames), mit diesem tritt sie nun ihren Weg zu Fuß an, ein paar Meter weiter sind drei weitere Personen, zwei Männer namens Andre und Michael (Mekhi Phifer, Jake Weber), im Schlepptau haben sie eine schwangere Frau namens Luda (Inna Korobkina), welche Andre’s Freundin ist. Da sie keinen anderen Ausweg finden, verschanzen sich die 5 im Einkaufscenter was gleich in der Nähe ist. Dort angekommen durchstöbern sie das Einkaufszentrum nach Zombies. Sie werden schnell fündig, daher beschließen die 5 den Fahrstuhl zu nehmen, um eine Etage höher zu kommen, dort treffen sie drei Wachmänner, CJ (Michael Kelly), Terry (Kevin Zegers) und ein weiterer, anfangs wollen die drei die Flüchtlinge nicht aufnehmen, lassen sich letztendlich jedoch überreden. Die drei Wachmänner genießen ihre Macht und sperren die 5 abends ein, jedoch gibt es dann einen kurzen Streit in dem die 5 die Oberhand erhalten und zwei der Wachmänner in eine Zelle einsperren. Auf dem Dach des Supermarktes sehen die Bewohner Andy (Bruce Bohne), dieser befindet sich auf einem nebenstehenden Gebäude. Er ist Besitzer eines Waffenladens und hat sich allein auf seinem Dach verschanzt. Mit ihm treten die Bewohner ständig in Kontakt, anfangs nur durch Schreibtafeln. Eines Tages fährt ein Lieferwagen am Supermarkt entlang, er dreht Runden und überfährt dabei einige Zombies, den Bewohnern fällt dies auf, sie öffnen die Türen und lassen die 2 Fahrer und die 6 weiteren, im Laderaum sich befindlichen Personen herein. Eine Frau die im Lieferwagen war, stirbt jedoch kurze Zeit später aufgrund eines Zombiebisses und verwandelt sich in einen Zombie, somit wissen die Bewohner, dass die Bisse tödlich sind, Frank (Matt Frewer), ein weiterer Lieferwageninsasse wurde ebenfalls gebissen, bei ihm nahm die Verwandlung jedoch noch keinen Lauf, die Bewohner beschließen ihn zu töten, bringen es jedoch nicht über das Herz, da seine Tochter Nicole (Lindy Booth) weinend neben ihm sitzt. Sie beschließen ihn erst dann zu töten, nachdem er sich verwandelt hat, was dann auch geschieht. Die restlichen Bewohner versuchen nun ihre Langeweile mit alltäglichen Dingen zu vertreiben, Kenneth spielt zum Beispiel mit Andy Schach, der Geschlechtsverkehr wird betrieben und die Dinge im Kaufhaus werden unter die Lupe genommen, dabei kommen sich viele Bewohner etwas näher. CJ und sein Kollege wurden mittlerweile wieder aus dem Knast entlassen, da sie sich nicht mehr daneben benommen haben, als sie sich jedoch in der Tiefgarage befinden, stirbt CJ’s Kollege. Andre’s Freundin Luda bekommt ihr Baby, da sie vorher von einem Zombie gebissen wurde, stirbt sie danach und verwandelt sich selbst in eine solche Kreatur. Andre hat sich von der Gruppe abgekapselt, weil er unbedingt Vater werden wollte, das Kind ist ebenfalls ein Zombie. Als jemand in das Zimmer kommt, gibt es ein Feuergefecht, wobei alle sich im Raum befindlichen Personen ums Leben kommen, bis auf das Baby, dieses wird dann anschließend erschossen. Die restlichen überlebenden suchen einen Weg aus dem Einkaufszentrum, um an einen sicheren Ort zu gelangen, Steve (Ty Burrell) kommt scherzhaft auf die Idee mit einem Boot am Hafen auf eine einsame Insel zu flüchten, was er als Scherz ansieht, nehmen die anderen vollkommen ernst, sie panzern zwei Autos und planen den Auszug aus dem Supermarkt, der mittlerweile von Zombies umlagert ist. Dabei wollen sie auch Andy mitnehmen, der sich jedoch auf einem anderen Gebäude befindet. Es beginnt der Fluchtversuch.

Schauspieler & Crew

Bei dem Film habe ich gemerkt, dass es keinen richtigen Hauptcharakter gibt, welcher den Held verkörpert, höchstens Sarah Polley, kann man als Hauptperson herausidentifizieren, da sie von Anfang bis Ende im Film mitspielt und auch ihr Weg verfolgt wird. Im Supermarkt sind dann jedoch alle Personen gleichgestellt und es wird Freud und Leid aller überlebenden dargestellt, so erhält der Zuschauer Einblick in mehrere Charaktere. Von der Qualität der Schauspieler gibt es überhaupt nichts zu meckern. Alle verkörpern einen gewissen Charakter, Sarah Polley die mutige Frau, die ihren Mann verloren hat und trotzdem weiterkämpft, eine ansehnliche Leistung. Ving Rhames ist der kräftige Cop, der das Herz am richtigen Fleck hat und im Film sehr sympathisch erscheint, aufgrund seiner gutmütigen und fairen Art, er kann jedoch auch sein Herz abschalten und Dinge tun, für die andere nicht den Mut aufbringen können. Jake Weber spielt Michael, auch eine sehr sympathische Rolle, er baut eine Beziehung zwischen Ana und ihm auf, die jedoch mehr auf freundschaftlicher Basis ist, er verkörpert eine bodenständige Person, welche rücksichtsvoll und teamfähig ist. Aber am besten erscheint Michael Kelly, dieser verkörpert anfangs noch den bösen und einsichtslosen Wachmann CJ, ändert sich jedoch gegen Ende hin zu einem wichtigen Teammitglied, sehr sympathische und wandlungsfähige Rolle. Lindy Booth und Kevin Zegers konnten bereits in Wrong Turn genügend Horrorfilmerfahrung sammeln, diese beiden sind durchschnittliche Schauspieler denen eine solche Rolle genau entspricht, eine angemessene Nebenrolle mit ein paar kurzen Sprechrollen. Mekhi Phifer ist der Vater des kleinen Zombiekindes, der den aktuellen Zustand nicht akzeptieren möchte und sein Kind ganz normal auf die Welt bringen will, um die Freuden eines Vaters leben und erleben zu dürfen, er ist mir als Schauspieler am meisten im Gedächtnis geblieben, was sicherlich auch an seiner Rolle liegt. Ty Burrell verkörpert den menschlichen Bösewicht, dies auch sehr gut, der Zuschauer empfindet Hass gegenüber dieser Person, da er ein von Grund auf schlechter und egoistischer Mensch ist, der nur auf sein eigenes Wohl aus ist, jedoch kristallisiert sich dieser Charakter erst gegen Ende hin richtig heraus. Matt Frewer ist mir ein bekannter Name, hat er doch in vielen durchschnittlichen Filmen, sowie in der TV-Serie PSI Factor mitgespielt, ist seine Rolle hier als Vater von Nicole eher kurz geraten. Sehr lustig fand ich dass Tom Savini und Ken Foree jeweils einen Kurzauftritt im Film hatten, als Sheriff und Fernsehmoderator. Ken Foree war im Original von 1978 ein Hauptcharakter, sein Text wurde fast 1:1 vom Original übernommen, was sicherlich eine kleine Anspielung auf George A. Romeros Werk sein sollte. Er spricht unter anderem „…Wenn in der Hölle kein Platz mehr ist, kommen die Toten auf die Erde zurück…“, diese Stelle kam auch im Original vor. Untermalt wird sein textlicher Part von schauriger Musik, auch diese kommt bekannt vor, somit sorgt Ken Foree’s Part für zusätzlichen Horror und Gänsehaut. Tom Savini ist bei den meisten Horrorfilmen für die Masken und Stunt-Szenen zuständig, auch beim Original hatte er eine kurze Rolle als Biker. Er war der Sheriff, diese Rolle erinnerte mich sehr an Night of the Living dead, den eigentlich ersten Teil von George A. Romeros Zombietrilogie. Viele kennen Tom Savini sicherlich nur als Sex Machine aus dem Film From Dusk Till dawn. Allgemein konnte ich über die Unfähigkeit der Schauspieler nicht lästern, sicherlich keine Oscargewinner aber für einen solchen Film reicht das Potenzial. Allgemein auch eher unbekannte Schauspieler, die jedoch allesamt überzeugen konnten. Die Synchronisation war passend getroffen, alles Stimmen haben zu dem jeweiligen Schauspieler gepasst.

Zack Snyder ist Regieneuling, was mich sehr überrascht hat, denn das was er auf die Beine gestellt hat ist sehr beachtlich. Leider ist hier nicht Altmeister Tom Savini für das Make Up zuständig, sondern David LeRoy Anderson, da er in Make Up jedoch Tom Savini in nichts nachsteht, gibt es hier nichts auszusetzen. Scheint wohl ein Sprössling von Tom Savini’s Schule zu sein, welche speziell für Masken und Make Up gegründet wurde. Die Geschichte basiert auf der Story von George A. Romero, wurde jedoch von James Gunn grundlegend überarbeitet.

Original & Remake

Es grenzt eigentlich schon fast an Frechheit den Klassiker Dawn of the Dead neu aufzulegen. Jedoch ist der Film in sich vollkommen anders. Er beinhaltet nur die Thematik mit den Zombies, und die Tatsache das sich die Menschen im Kaufhaus verstecken, einige kurze Anspielungen sind zu erkennen an das Original, diese bekommt man jedoch nur mit wenn man das Werk von George A. Romero kennt. Zum Beispiel die Tatsache, dass die Zombies in das Kaufhaus kommen, weil sie aus alten Tagen etwas vermissen und dies hier suchen. Die größten Anspielungen machen Tom Savini und Ken Foree, die ja auch schon im Original mitgespielt haben. An diesem Remake fehlt es jedoch an Gesellschaftskritik, was George A. Romero einmalig darstellen konnte mit seinem Film. Er kritisierte unter anderem die amerikanische Konsumgesellschaft, indem er den Hauptschauplatz auf das Kaufhaus verlegte, diese Idee mit dem Kaufhaus wurde übernommen, zeigt also nichts Neues. Dies ist ein Grund warum dieser Film nicht mit dem Original mithalten kann, im Original wurden viele neuartige Änderungen gemacht, der Film war für seine damalige Zeit äußerst brutal, mittlerweile kann man damit jedoch keinen mehr schocken. Der Zuschauer bekommt dieses Gefühl und diesen gewissen Vergleich zwischen Zombie und Mensch gar nicht mit, was besonders bei Day of the Dead, den Nachfolger von Dawn of the Dead, aus dem Jahre 1985 gezeigt wurde. Die Zombies werden als kannibalische, seelenlose Hunde dargestellt, die es gilt zu töten. Ein Vergleich zwischen Zombie und Mensch wäre sicherlich angebracht gewesen, mit einer anschließenden Feststellung, dass es sehr viele Gemeinsamkeiten im kollektiven Verhalten gibt. Außerdem vermisse ich eine Kritik am Verhalten des Menschen, dem Mensch wird im Film kein Vorwurf gemacht, dass er etwas falsch gemacht haben könnte, die Sache erscheint als passiert und nicht mehr rückgängig zu machen. Auch die psychedelische Goblin-Musik ist hier nicht vertreten, man hört zwar kurzzeitig die Supermarktmusik, jedoch kann dies keinen zusätzlichen Schauer auslösen, da diese Stellen viel zu kurz sind. Die restlichen Musikeinlagen erinnern zu sehr an alltägliche Horrorstreifen und können nicht mit Einmaligkeit glänzen. Ein weiterer großer Unterschied ist der, dass die Zombies hier rennen können, zum Teil ist dies gut, zum Teil aber auch schlecht, scheint wohl die neue Machart zu sein, um diese Wesen noch furchterregender wirken zu lassen. Die Biker, die im Original das Kaufhaus gestürmt haben, waren hier auch nicht zu sehen, der Film handelt nur von den sich im Kaufhaus befindlichen Personen. Grundsätzlich gibt es nur wenige Zusammenhänge zwischen Original und Remake, allein Anfang und Ende sind vollkommen verschieden. Beim Original wird der Zuschauer sofort mit dem Thema Zombies konfrontiert, weil dort in eine Fernsehstation geschalten wird, welche im Ausnahmezustand ist und die Zombies bereits unter den lebenden sind. Aber genau diese Dinge machen den Film sehenswert, weil man etwas Neues vorgesetzt bekommt, ich als Zuschauer wusste nicht wie der Film endet.

Dawn of the Dead ist Teil von Romeros Zombietrilogie, welche mit Night of the living Dead ihren Anfang fand, mit Dawn of the Dead fortgesetzt wurde und bei Day of the Dead endete. Ob man diese drei Filme als Trilogie ansieht, ist jedem selbst überlassen, jedoch sind es jeweils Teile mit offenem Ende gewesen, die dazu passend fortgesetzt wurden, selbst Day of the Dead hätte fortgesetzt werden können von Romero. Dieses Remake kann auch leicht eine anknüpfende Fortsetzung finden, obwohl es ein eindeutigeres Ende wie die Romerofilme hat.

Meine Meinung

Der Film besitzt einen 15 minütigen Vorspann, dieser erscheint zwar anfangs sehr in die Länge gezogen, kristallisiert sich jedoch letztendlich als spannendstes Element des Filmes heraus. Allein schon die erste Szene im Krankenhaus erwirkte bei mir ein schaudern, es wurden dort verletzte mit Bisswunden eingeliefert. Die Darsteller in ihren Rollen sahen dies nicht als Katastrophe an, eher als Zufall, ich als Zuschauer der bereits wusste was kommt, sah die Sache jedoch von einem anderen Standpunkt aus. Die Szene in der Anas Mann von Vivian gebissen wird ist sehr hart und geht auf die Psyche des Zuschauers, man hat sich kurz mit der Luis-Figur befassen können, sie etwas näher kennen gelernt und letztendlich stirbt er und wird eines dieser seelenlosen Lebewesen. Die Flucht von Ana vor den Zombies und die Fahrt durch die apokalyptisch wirkende Stadt sind beeindruckend und auch beängstigend. Besonders gut gefiel mir, als der zum Zombie gewordene Luis seine Frau Ana verfolgte, sie war im Auto und somit auch schneller, Luis machte Jagd auf sie, sah dann aber links einen weiteren Menschen, der Luis’ neues Opfer war. Dies spiegelt den Drang von niederen Lebewesen wieder, wahllos auf der Jagd nach Nahrung zu sein. Der lange Vorspann wird dann letztendlich durch Nachrichtenbilder abgeschlossen, welche die aktuelle Lage dokumentieren und auch sehr denkwürdig erscheinen.

Obwohl die Story nicht viel mit dem Original zu tun hat, wurde trotzdem etwas sehr gutes auf die Reihe gestellt, es fehlt zwar an Gesellschaftskritik, dafür aber nicht an Unterhaltung. Der Film beinhaltet einige Längen, diese kommen dem Zuschauer jedoch genau richtig zur Erholung. Es ist eine gut durchdachte Story, die hier und da zwar ein paar logische Ungereimtheiten aufweist, kompakt gesehen jedoch über vielen aktuellen Horrorfilmen steht. Größte logische Ungereimtheit ist wohl die Szene, in der sich die Hausbewohner gegenseitig erschießen, Ana anschließend sagt dass sie nicht wieder aufstehen werden, weil sie nicht gebissen wurden, dies schließt die Tatsache aus, dass in der Hölle kein Platz mehr ist und somit die Untoten zurück auf die Erde kommen. Laut Ken Foree’s Aussage in diesem Film sollte es ja so gewesen sein. Dies erklärt eher als möglichen Grund ein Virus, wie es auch bei 28 Days Later der Fall war. Sehr gut ist hier, dass ab der Mitte des Filmes der komplette Kontakt zur Außenwelt via TV und Radio gesperrt ist, somit weiß der Zuschauer nicht mehr was mit der Welt passiert. Der Film ist zirka 95 Minuten lang, eine ordentliche Länge wie ich meine. Die Geschichte der Zombies kann zwar nicht neu erfunden werden, dafür aber eine Geschichte zu den Zombies, was hier sehr gut gelungen ist. Im Kaufhaus gehen die Menschen, trotz der aktuellen Situation, ihren Bedürfnissen nach. Die leichte Verletzlichkeit der menschlichen Psyche wird dargestellt, indem sie sich oftmals selbst im Weg stehen. Da die Story komplett anders ist, kann sich der Zuschauer auch auf viele Überraschungen freuen, besonders das Ende wartet mit einem deftigen Ereignis.

Im Film gibt es viele erschreckende Momente, die Zombies wirken zwar nicht so gruselig, aber durch die Tatsache dass sie rennen können, wirken sie gefährlicher und unberechenbarer. Humor ist nur ganz wenig und dann auch nur stellenweise vorhanden, so ist dieser meistens bei der Kontaktsuche mit Andy zu finden, der ja auf dem Dach eines Nebenhauses ist. So wird mit ihm zum Beispiel Schach gespielt, oder Zombies werden abgeknallt, denen vorher noch Namen von großen Schauspielern gegeben werden, um die Sache interessanter zu machen. Die Kommunikation erfolgt durch beschriftbare Schilder, erst gegen Ende wird mit dem Funkgerät Kontakt aufgenommen. Wer über makaberen Humor lachen kann, wird hier sicherlich mehr Lacher haben. Action gibt es genügend, zwar mit ein paar kleinen Pausen zwischendurch, gesamt gesehen kommt aber jedes Actionherz auf seine Kosten. Romantik und Gefühle sind auch gesetzt, dies wird aber nicht von den Bewohnern verkörpert, sondern eher von dem Zuschauer, der das Leiden ertragen muss. Die Szene wo Andre’s Frau und schließlich auch das Baby getötet werden, Erwirken bei einigen Zuschauern sicherlich Entsetzen. Die Tatsache ist nämlich diese, wie schnell eine frische Familie sterben kann und die Trauer darauf nicht wirklich tiefgründig gemacht werden kann, da alle Bewohner in einer Ausnahmesituation sind und um ihr eigenes Wohl bangen. Speziell die letzten Worte von Andre: „…Willst du meine Familie umbringen...“ bleiben im Gedächtnis. Genau solche Aktionen machen den Film einmalig, es wird niemand respektiert, wer nicht aufpasst oder einen Fehler begeht, der stirbt, ob es Kinder oder Babys sind, ein Platz für Menschlichkeit von Seiten des Regisseurs gibt es hier nicht. Genau dies lässt diesen Film jedoch für die heutige Zeit realistischer erscheinen. Es gibt auch einige kurze Sexszenen, diese sind jedoch wirklich kurz geraten. Zudem entwickeln sich einige Sympathien unter den Bewohnern, was sich schließlich auch in Liebe oder tiefgehende Gefühle hineinsteigert und somit ein Abschied von manchen Personen noch schwerer fällt. So wachsen dem Zuschauer viele Figuren ans Herz und man findet es schade sich von diesen dann trennen zu müssen.

Der Splatteranteil ist sehr hoch bei diesem Film, somit würde eine FSK von unter 18 Jahren gar nicht in Frage kommen. Jedoch ist die FSK 18 auch durch die vielen eiskalten Handlungsstränge vertretbar, welche manchmal zum Teil unmenschlich und verachtend wirken. Der Film ist zwar noch nicht indiziert, aber ich vermute sehr stark, dass man ihn in der komplett ungeschnittenen Fassung in Zukunft eher selten zu Gesicht bekommen wird, jedenfalls wird es hier in Deutschland so sein. Es werden hauptsächlich die Zombies getötet, meist in Szenen wo denen etwas durch den Kopf gejagt wird, ob es nun eine Kugel ist oder ein Speer. Aber auch die Menschen werden nicht gerade verschont, gegen Ende gibt es eine für mich sehr extreme Szene, in der ein Mann mit seiner Kettensäge ausrutscht und einer Frau die Schulter durchsägt, diese Szene war schon ganz schön hart. Die Splatterszenen sind zudem auch ganz schön abwechslungsreich, so sieht man andauernd neue Tötungsarten an Zombies und Menschen. Verteilt auf den Film gibt es hier kein Massaker a la Dead Alive, völlig blutfrei ist der Film jedoch nicht, er ist jedenfalls um Längen härter als das Original. Entgegen vieler anderer Behauptungen finde ich dieses Werk um einiges blutiger als das Original.

Es gab hier keine millionenteuren Tricks und Special Effects, dies war zu erkennen. Trotzdem hat der Film einige gute, beziehungsweise neuartige Szenen die mir wirklich gefallen haben. So sieht man Ana am Anfang auf der Flucht eine Straße entlangfahren. Dort kommt vor ihr ein Auto aus einer Seitenstraße und rammt ein weiteres Auto, eines kommt ins schleudern und fährt in eine Tankstelle rein, welche dann anschließend explodiert. Diese Szene ist aus der Flugperspektive zu sehen, ähnlich wie bei den Spielen GTA1 und 2. Aus dieser Sicht sieht man auch an einem verregneten Morgen das Chaos, welches aufgrund der Zombies angerichtet wurde. Eine weitere, fast schon kultig wirkende Szene ist diese, in der die Zombies weggesprengt werden. Die Bewohner flüchten mit zwei Transportern, dann bekommt ein Zombie etwas in die Hand geworfen, was scheinbar eine Gasflasche ist, diese wird dann zum explodieren gebracht und man sieht wie die Zombies zerfetzt werden und der Weg freigemacht wird, diese Szene wirkt auch sehr gut. Das ist wohl auch das besondere am Film, viele Sichtperspektiven laufen von oben ab, also eine völlig neue Kameraeinstellung.

Die Zombies sind alle sehr gut getroffen, an Make Up und Blut wurde nicht gespart. Wirken sie anfangs noch sehr menschlich da die Verwesung noch nicht eingesetzt hat, kommen sie von Zeit zu Zeit immer verfallener und grauenvoller daher. Einziges Erkennungsmerkmal der Zombies ist am Anfang ihre raubkatzenartige Artikulation und der Blutdurst. Mit der Zeit verwandeln sich ihre Gesichtszüge, bei einigen fehlen dann Teile der Kopfhaut, andere entwickeln sich von ihrem Aussehen zurück in eine Art Neandertaler. Zombies sind nur zu töten, indem man ihr Gehirn beschädigt, also zum Beispiel durch Kopfschüsse oder indem man ihnen den Kopf vom Körper abtrennt. Im Film kennen die Zombies keine Gefühle oder Gedächtnis, zudem schlafen sie nie. Dadurch erhalten sie dunkle Augenringe und ihre starren Augen kommen aufgrund der fehlenden Glaskörper, dies lässt sie noch bösartiger erscheinen. Ihr Gesicht wirkt bläulich grau gefärbt mit durchscheinenden Adern. Diese Wesen übertragen einen tödlichen Virus, der den Mensch anschließend zu einen ebensolchen seelenlosen Wesen macht. Das Make Up und die Masken sind auf dem Stand von 1985, bei Day of the Dead sahen die Zombies genauso aus, was jedoch nicht negativ gemeint ist.

Fazit

Dawn of the Dead ist ein Film mit genialen Vorspann, der wirklich extrem spannend ist. Im Film gibt es jedoch ein paar Längen, die anschließend jedoch wieder mit viel Blut und Spannung weg gemacht werden. Mit dem Original gibt es außer den zahlreichen Anspielungen nur wenige Gemeinsamkeiten. Den Film kann ich auf jeden Fall empfehlen, einzige Kritikpunkte sehe ich darin, dass diese Version nicht an das Original herankommt, aufgrund der fehlenden Gesellschaftskritik und der fehlenden düsteren Musik, die für zusätzliche Spannung gesorgt hat. Da der Film jedoch allgemein gesehen sehr gut ist, fallen diese beiden Punkte eher weniger ins Gewicht, aber er ist das offizielle Remake, also muss er auch den Vergleich mit dem Original aufnehmen können, wo er zwar nicht ganz mithalten kann, jedoch ein wirklich sehr akzeptables Werk ist. Ich kann den Film empfehlen und zwar an alle, die mit härteren Horrorfilmen etwas anfangen können, da es hier doch sehr zur Sache geht. Für zart besaitete ist dieser Film keine Empfehlung, er ist meiner Ansicht nach um einiges härter als neuere Horrorfilme wie Freddy vs. Jason oder 28 Days Later. Solltet ihr euch den Film anschauen, dann aber bitte komplett, also auch noch den Abspann, weil dann etwas Überraschendes passiert, die meisten rennen nämlich schon aus dem Kino und bekommen das eigentliche Ende gar nicht mit. Ich kann jedenfalls sagen, dass dies der beste Horrorfilm war, den ich seit Jahren gesehen habe. Deswegen kann ich leider nicht anders als volle Punktzahl zu vergeben. Es gibt auch eine aktuelle Webseite zu dem Film, unter http://movies.uip.de/dawnofthedead/ ist diese zu erreichen, hier gibt es zahlreiche Infos, Spiele und einen Trailer zum Film.

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