Diablo 2 - Lord of Destruction AddOn (deutsch) (PC Rollenspiel) Testbericht

Diablo-2-lord-of-destruction-addon-deutsch-pc-rollenspiel
ab 16,21
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Erfahrungsbericht von Raszagal

Ein wahres Addon

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Seit einiger Zeitist das erste offizielle Addon "Lord of Destruction" für Diablo II heraus. Ab 60 DM (zum Beispiel bei Saturn Hansa, bei Amazon kostet es 64,99 DM) muss man dafür berappen, was ein ziemlich hoher Preis für ein Addon darstellt; normalerweise kosten Addons nämlich zwischen 30 und 40 DM, wie beispielsweise "Das Geheimnis der Amazonen" (40) für Siedler III oder "Broodwar" (30 DM) für Star Craft zu dem Zeitpunkt, als sie neu auf den Markt gekommen sind (jetzt gibt es sie natürlich günstiger und auch zusammen mit dem Hauptspiel in Gold bzw. Special Editionen zu einem guten Preis).

Doch zurück zu "Lord of Destruction", welches ich im folgenden mit LoD abkürzen werde. "Addon" bedeutet ja "Erweiterung" oder "Zusatz" (laut http://dict.leo.org), im folgenden soll daher geklärt werden, ob LoD diesem Anspruch gerecht wird.

Doch zunächst vorweg genommen, ich setze bei dem Lesen dieser Meinung voraus, dass das Hauptspiel Diablo II bekannt ist. Sollte dies nicht der Fall sein, bitte ich darum, sich über Diablo II in Form von Websites über das Spiel oder auch diverser Ciao-Meinungen zu informieren, da es sonst an dem Verständnis bezüglich dieser Meinung hapern wird. Außerdem möchte ich an dieser Stelle hinweisen, dass ich die englische Version von Diablo II samt Addon spiele, so dass man mir verzeihen möge, wenn ich die englischen Begriffe (welche meines Erachtens besser klingen) hernehme; ich versuche aber, soweit mir möglich, die deutschen Begriffe auch anzugeben, es kann aber sein, dass meine Übersetzung mit der deutschen Version nicht 100%-ig übereinstimmt.



Was bietet LoD?

Zunächst einmal ganz offensichtlich wurden zwei neue Charaktere den fünfen aus dem Hauptspiel hinzugefügt. Man hat nun zu Beginn die Qual der Wahl zwischen den bekannten Charakteren Amazone, Barbar, Paladin, Necromancer (Totenbeschwörer) und Soceress (Zauberin) und den neu hinzugekommenen Assassin (Attentäter, Auftragskiller; in der deutschen Version "Assassine") und Druid (Druide).

Details zu den neuen Charakteren:

Assassin
Assassins sind reine Nahkämpferinnen, welche neben Skills Traps (Fallen, z.B. Feuerbomben) und Shadow Disciplines (verstärkte Fähigkeiten, z.B. "Fade" (zeitweise Resistenz gegen alles) oder "Burst of Speed" (zeitweise Erhöhung der Attack- und Movementgeschwindigkeit)) auch Martial Arts in Form von Finishing Moves entwickeln können. Die speziellen Waffen der Assassin sind zum einen Katare und zum anderen Klauen; erstere sind Handwaffen, welche an den Händen befestigt werden und eine messerähnliche Klinge aufweisen; zweitere sind praktisch dasselbe, nur in Form von langen Krallen (man stelle sich praktisch Wolverine-Hände (vgl. X-Men) vor, nur dass eben die Krallen nicht einziehbar sondern anschnallbar sind).

Druid
Druiden sind Fernkämpfer, welche um sich eine große tierische und pflanzliche Anhängerschaft ("Summoner") versammeln können, die für ihn kämpfen (und die daraus gewonnenen Erfahrungspunkte voll dem Druiden zu Gute kommen). Zu diesen Summonern zählen beispielsweise Raben, Wölfe und Grizzlies, aber auch ein Vine (laut http://dict.leo.org ist das eine Rebe bzw. ein Rebstock; sie schauen wie Schlangen aus und schaden bzw. töten durch Berührung) und eine Oak Sage (laut http://dict.leo.org: oak = Eichel, Eichelbaum, sage = der Weiße, weise, klug; es handelt sich hier um eine Art Energiewesen, welche die Lebenspunkte des Druiden samt seiner Party (also auch allen Summonern) erhöht, selber aber nicht kämpft). Zusätzlich kann sich der Druide aber auch zeitweise in Tiere verwandeln, z.B. in einen Werewolf oder einen Werebear, die dann ganz schon mit ihren Pranken zuschlagen und einstecken können. Der Druide hat keine speziellen Waffen (man kann ihn also praktisch mit allen Waffen ausstatten, es empfehlen sich allerdings Fernwaffen, wie Pfeil und Bogen), dafür gibt es aber Tierköpfe als Helme, mit denen er seine speziellen Skills verbessern kann.

Interessant ist nun das Verhältnis zwischen männlichen und weiblichen Kämpfern sowie auch zwischen Nah- und Fernkämpfern:
Vor LoD gab es 2 weibliche und 3 männliche Kämpfer, wobei 2 männliche Kämpfer für den Nahkampf, der Rest für den Fernkampf destiniert war.
Nach LoD gibt es nun 3 weibliche und 4 männliche Kämpfer, wobei es nun 3 Nahkämpfer (Assassin, Barbar und Paladin) und 4 Fernkämpfer (Amazone, Druid, Necromancer und Soceress) gibt und nicht nur den Männern der Nahkampf überlassen wird. Die jeweiligen Verhältnisse kann man angesichts ungerader Zahlen (7 Charaktere, 3 Nahkämpfer, 3 Frauen) als ziemlich ausgewogen bezeichnen.


Wie schon bei der Beschreibung der neuen Charaktere angeklungen, gibt es nun auch spezielle Waffen sowie auch Helme und Schilde (im folgenden zusammengefasst als "spezialisierte Items") für die einzelnen Charaktere, was eine Neuerung durch LoD darstellt. Das Besondere daran ist, das nur bestimmte Charaktere diese spezialisierten Items verwenden können, da diese mit dem Zusatz "XY only", also z.B. "Assassin only" bei Klauen oder "Necromancer only" bei bestimmten Wands (Zauberstäben) versehen sind. Teilweise kann aber auch das spezialisierte Item von jedem Charakter verwendet werden, nur bestimmte Boni in Form von einem Plus zu bestimmten Skills haben diesen "XY only"-Zusatz. Größtenteils sind diese spezialisierten Items zudem magisch.

Was ist von der Spezialisierung der Items zu halten?

Großer Vorteil ist natürlich, dass die jeweiligen spezialisierte Items den jeweiligen Charakter besonders fördern. Skills kann man ja leider nur pro Levelanstieg (welcher immer länger dauert) um einen Punkt verbessern, spezialisierte Items dagegen können alleine durch das Benutzen bis zu drei bestimmte Skills um bis zu drei Punkte verbessern (einen höheren Wert habe ich bisher noch nicht gesehen).

Großer Nachteil des Ganzen ist das Problem, dass man durchschnittlich nur noch 1 von 7 dieser spezialisierten Items verwenden kann, wobei mir aufgefallen ist, dass manche Charaktere durch die Häufigkeit der Items zudem noch benachteiligt werden, was insbesondere die Amazone und den Paladin betrifft. Viele spezialisierte Items gibt es für den Necromancer und den Barbaren im Barbarenlevel (dazu später mehr). Bei "falschen spezialisierten Items" bleibt da einem oft nur das Verkaufen übrig, wobei diese auch teilweise verdammt wenig Geld bringen können (das schlechteste waren bei mir 45 Goldstücke, das Maximum liegt bei 25.000 Goldstücke).

Zusätzlich wurden die "normalen" Items (also alle Waffen, Armor, Schilde, Schmuck, Helme und Handschuhe) auch verbessert - es gibt mehr "Rare Items" (ist eigentlich ein Widerspruch in sich, dass es mehr seltene Gegenstände gibt), welche mit einer gelben Schrift bei der Bezeichnung gekennzeichnet sind und viele praktische Extras (z.B. Resistenzen, mehr Stamina, mehr Life, mehr Mana usw.) aufweisen. Genauso wurde auch die Anzahl der Setitems erhöht - es ist aber nach wie vor sehr schwierig, ein Set zusammenzubekommen, bisher habe ich das auch nicht geschafft.

Außerdem wurden die Socketed (gefassten) Waffen verbessert, so dass man statt in bis zu drei im Originalspiel nun mehr in bis zu sechs Sockets (dank LoD) Gems und - das ist auch neu durch LoD - sogenannte Jewels und Runen einsetzen kann, um bestimmte Fähigkeiten (z. B. Resistenzen, Angriffspunkte) zu verbessern.
Hier ist allerdings noch folgendes anzumerken:
Die Jewels, die ich gefunden habe, waren nichts besonderes gewesen, die besten hatten "+ 5 to Strengh", die schlechtesten "+ 1 to Mana" oder "+1 to Life", wobei sich letzte beiden Zusätze kaum positiv auswirken, da ein einziger Lebens- oder Manapunkt angesichts mehrerer Hundert nicht viel auszurichten vermag, gerade in den höheren Levels. Bisher habe ich auch noch keinen einzigen Jewel eingesetzt, weil man mit höherwertigen Gems weitaus besser fährt.
Ebenso verhält es sich mit den Runen, von denen es insgesamt ca. 40 verschiedene gibt, welche alle mit einer bestimmte Silbe bezeichnet werden (z.B. "Ort", "El", "Eld", "Eth", "Nef" oder "Tal"). Wenn man bestimmte "Wörter" mit ihnen durch das Einsetzen in socketed Items bildet, kann man regelrechte Superitems erhalten, die aber immer noch gegen komplette Sets mächtig abstinken können.
Was die Anzahl der Sockets (Fassungen) angeht, habe ich bisher eine Waffe mit vier gesehen, die Items mit fünf oder gar sechs Sockets suche ich noch =). Gerade für das Einsetzen von Runen sind ja Items mit vielen Sockets notwendig, um die Items wirklich gut verbessern zu können.


Eine wichtige Veränderung durch LoD fehlt noch, nämlich ein zusätzlicher Act (Kapitel), der in der Barbarenstadt Harrogath (das bereits oben erwähnte "Barbarenlevel") spielt. Dieser Act hat im Gegensatz zu den je sechs Quests in den vorherigen Acts nur drei Quests, bevor der Endgegner besiegt werden muss. Nachdem man im 1. Act gegen Andariel, im 2. Act gegen Duriel, im 3. Act gegen Mephisto und im 4. Act gegen Diablo gekämpft hat, muss man im 5. Act gegen Baal kämpfen, der aufgrund eines kaum unterscheidbaren, aber ebenso gefährlichen Ebenbildes, welches nach seiner Vernichtung wieder neu entsteht, sehr schwer besiegbar ist.


Weitere Änderungen:

Die Soceress und die Amazone wurden in ihren Skills ziemlich entschärft, Feuerbälle und Feuerpfeile töten beileibe nicht mehr so schnell wie vor der Installation von LoD. Wer seinen Charakter also diesbezüglich ziemlich gefördert hat, wird nach der Installation von LoD und der nicht wieder rückgängig machbaren Umwandlung in einen Expansion-Set-Charakter ziemlich ernüchtert sein. Um sich das zu ersparen, sollte man vor der Umwandlung seinen Charakter sichern (im Diablo-2-Verzeichnis das Unterverzeichnis "save" kopieren und um die Umwandlung wieder halbwegs rückgängig zu machen die Sicherung des "save"-Verzeichnisses über das Original-"save"-Verzeichnis kopieren).

Die Söldner wurden auch mehr in das Spiel eingebunden: So steigern auch sie ihr Level und können nun auch wiedererweckt werden, was in höheren Level eine Frage des Geldes ist, denn der Preis berechnet sich aus Level * 400 (also z.B. bei Level 30 zahlt man 12.000 Goldstücke). Was ich gut finde, ist, dass man die Söldner nun auch mit Armor, Waffen, Helm und Schild ausstatten kann und bei Bedarf ihnen auch Heiltränke geben kann, damit sie nicht so schnell sterben. Verbessern könnte man sie, indem man ihnen auch einen Gürtel geben könnte, wo man Heiltränke deponiert, die die Söldner dann bei Bedarf verwenden können, weil man in der Zeit, in denen man ihnen die Heiltränke manuell gibt, ziemlich verwundbar ist (weglaufen oder kämpfen sowie sich selbst mit Tränken zu versorgen ist da nicht drin).

Der Staff wurde vergrößert, um genau zu sein, wurde der Platz verdoppelt (von 6 x 4 auf 6 x 8 Platzeinheiten). Da man nun viel mehr Items zu sammeln hat (Runen, Setitems usw.), braucht man den Platz auch. Und wieder hat man das gleiche Problem: Der Staff ist zu klein, um alles sammeln zu können, was man vielleicht noch einmal brauchen könnte. Gerade Waffen (1 x 2 bis 2 x 4 Platzeinheiten), Armor (2 x 3 Platzeinheiten) und Schilde (2 x 2 bis 2 x 4 Platzeinheiten) können dabei viel Platz auf einmal wegnehmen und auch den Platzbedarf von Runen und Gems (je 1 x 1) sollte man nicht unterschätzen.

Man kann nun mit dem Shortcut "w" zwischen einer Haupt- und einer Nebenwaffe umschalten. Es empfiehlt sich, sich so für den Nah- und Fernkampf gleichzeitig auszustatten, so dass man je nach bedarf leichter switchen kann (z.B. wenn die Pfeile ausgehen sollten). Man kann aber auch verschiedene (spezialisierte) Items beliebig wechseln, um so effektiver dank veränderter Skills oder Fähigkeiten in den jeweiligen Situationen kämpfen zu können.

Man hat auch nun die Wahl, zwischen zwei Auflösungen auswählen zu können. Zu der bisherigen 640 x 480er Auflösung gibt es nun auch eine 800 x 600er Auflösung. Allerdings ruckelt da bei mir das Bild ziemlich, teilweise rührt sich gar nichts mehr für eine kurze Zeit (bis zu 2 Sekunden), danach "rennt" das Bild zu dem Status nach, wo es eigentlich ohne die unfreiwillige Pause hätte sein müssen.

Für eine bessere Sicht kann man die Karte zum linken Rand hin verkleinern.

Es wurden neben neuen Charakteren, Items und dem 5. Act auch neue Monstertypen hinzugefügt.

Um das Gameplay zu verbessern, wurde außerdem gegen diverse Bugs gepatcht.



Zurück zur Eingangsfrage: Verdient LoD die Bezeichnung Addon wirklich (jetzt mal ohne auf den Titel zu linsen *g*)?

Meiner Ansicht nach kann man diese Frage voll bejahen. Bis auf ein paar kleine Patches (Bugs, Character Balancing), welche man auch von einem Addon erwartet, handelt es sich ausschließlich um Zusätze und Erweiterungen:
- 2 neue Charaktere (Assassin und Druid)
- neue und verbesserte Items (z.B. mehr rare Items, spezialisierte Items) und Extras (Runen, Jewels)
- ein neues Kapitel: der 5. Act
- stärkere Einbindung der Söldner
- mehr Monstertypen und ein neuer Endgegner
- zusätzlicher Raum im Staff
- Ersatzwaffen ("w")
- eine zusätzliche Auflösung
- die Möglichkeit der Verkleinerung der Karte



Nachdem ich nun alle Neuerungen aufgezählt und beschrieben habe (die mir zumindest alle eingefallen sind; ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit), möchte ich nun noch ein paar Punkte zum Gameplay loswerden:

Ich habe mit dem Necromancer im Originalspiel angefangen und bin bis Level 27 gekommen, ehe ich ihn in einen Expansion-Set-Charakter umgewandelt habe, um dann den neuen 5. Act zu spielen und in der 2. Schwierigkeitsstufe ("Hardcore") Act 1 voll und Act 2 zur Hälfte weiter zu spielen. Mittlerweile bin ich in Level 42 und möchte meinen Charakter erst auf Level 45 oder noch besser 50 hochtrainieren, bis ich mit den Quests weiter mache (sonst hat man verdammt wenig Chancen auf Sieg oder andersherum: verdammt viele Gelegenheiten zum Sterben).

Zum Schreiben dieser Meinung habe ich auch noch bei den beiden neuen Charakteren Assassin und Druid den ersten Act durchgespielt, mit der Soceress habe ich zusätzlich angefangen, bin aber noch nicht fertig mit dem ersten Act (ein Quest fehlt noch), um eine bessere Vergleichsbasis zu haben.

Mit meinen Necromancer habe ich im LAN gespielt, zusammen mit einer Amazone. Wir haben ca. 9 bis 10 Stunden am ersten Act gespielt, bei den beiden neuen Charakteren habe ich aber nur jeweils ca. 5 Stunden dafür gebraucht (da habe ich aber im Gegensatz durchgespielt und nicht wie beim Necromancer in mehreren Sessions gespielt). Mit der Soceress habe ich nun ca. 4 Stunden bis 4 Stunden und 30 Minuten gespielt, also wird sie in etwa auch so lange wie die beiden neuen Charaktere brauchen, um mit dem ersten Act fertig zu werden.


Was mir aufgefallen ist:

Der Druide ist etwas für Anfänger, mit ihm ist es sehr leicht dank den vielen Summonern, durch das Spiel zu kommen. Die Gamestar ist von diesem Charakter auch nicht sehr begeistert. Man kann praktisch durchrennen, ich bin auch kein einziges Mal gestorben, obwohl er mit Lebenspunkten nun wirklich nicht überwältigend ausgestattet ist und sehr leicht im Nahkampf sterben kann. Wenn es zuviel wird, hält man sich aus dem Kampfgetümmel heraus und kümmert sich nur noch darum, dass man neue Summoner erstellt, sobald die bisherigen von den Gegnern getötet wurden. Bisschen Abwechslung bietet der "Tiermodus" (also die Verwandlung z.B. in einen Werewolf), mit der man ganz schön "aufräumen" kann. Während des ersten Acts kam bei mir allerdings - was alarmierend und erschreckend zugleich ist - Langeweile auf, weil alles einfach zu leicht ging, wenn man einen anderen Charakter zum Vergleich kennt.

Die Assassin ist dagegen schon eher todesgefährdet, da sie erst in höheren Leveln Summoner (ihr Ebenbild) erstellen kann und sonst - mit Ausnahme eines Söldners - auf sich alleine im Nahkampf gestellt ist. Ich bin mit ihr ein einziges Mal gestorben (in der letzten Quest gegen Andariel), ansonsten ist auch dieser Charakter leicht zu handhaben, wenn auch die Auswahl der Skills vorher gut überlegt sein muss (ich habe da relativ planlos weiterentwickelt und einfach mal herumprobiert). Wenigstens kam, obwohl ich nun zum vierten Mal den ersten Act spielte, nicht so viel Langeweile wie beim Druiden auf, da das Kämpfen, was ein Hauptbestandteil im Spiel ist, etwas anspruchsvoller war.

Wenn man seinen Charakter auf das Addon umgewandelt hat, steht man vor dem Problem mit dem Söldner, die dank eines geringen Levels (bei mir zumindest) oft gestorben sind. Positiv finde ich aber die KI der Söldner, die nun nicht mehr einfach stehen bleiben und schließen, sondern sich auch (bei Fernkampfsöldnern) freilaufen, um nicht so schnell zu sterben. Insgesamt würde ich sagen, dass es u.a. wegen den Söldnern an sich leichter ist, nochmal mit einem Charakter neu anzufangen, da man außerdem zusätzlich noch ein paar Fehler, die man vielleicht vorher bei der Entwicklung gemacht hat, vermeiden kann. Denn diese Fehler rächen sich oft später, beim Necromancer hätte z.B. meine Schar an Skelett-Magiern geringer und dafür die Ausbildung der Golems stärker vorangetrieben werden müssen, auch mit den Flüchen wusste ich später mehr anzufangen.



Und zum Schluss noch ein Tipp für alle, die im LAN spielen:

Um viele Dinge sammeln zu können, haben mein Freund und ich gegenseitig ItemContainer erstellt. Das sind Charaktere, die der jeweils andere erstellt, wo man seine ganzen Items, Gems, Runen usw. lagern kann. Dieser Charakter wird nicht zum Spielen sondern wirklich nur ausschließlich zur Lagerung verwendet. Um sich das Suchen zu erleichtern, haben wir Excellisten zur Verwaltung erstellt, damit wir immer den Überblick haben, was sich wo in welcher Anzahl befindet. Ist vielleicht etwas umständlich, wieder an seine Sachen zu kommen, die man braucht, da man immer ein neues Spiel dafür starten muss (man kann ja nur mit einem Charakter joinen), aber das ist allemal besser, insbesondere die seltenen Setitems mangels Platz verkaufen zu müssen.



Systemanforderungen:

Neben der Vollversion von Diablo II muss man folgende Soft- und Hardwareanforderungen im Minimum besitzen:
- Windows 2000, ME, XP, 95, 98 oder NT 4.0 mit dem Service Pack 5
- Pentium 233
- 64 MB RAM
- 800MB freier Festplattenplatz (zusätzlich zu der bereits bestehenden Diablo-2-Installation)
- 4fach CD-ROM-Laufwerk
- Multiplayer: Modem (28.8 Kbps oder schneller) bzw. LAN



Fazit:

Das Spiel ist weiterhin fesselnd, für mich so sehr, dass ich nun eine Zwangpause von ca. 1 Woche einlegen muss, da meine Sehnenscheidenentzündung ein Stadium erreicht hat, dass gesundheitlich nicht mehr tragbar ist (ich konnte sogar nicht einmal eine Flasche aufdrehen und kann immer noch nicht ein normales Glas mit Wasser schmerzfrei halten). Daher warne ich an dieser Stelle eingehend vor zu einseitiger Diablo-2-Belastung =). Was Diablo II inklusive dem Addon LoD angeht, kann ich allen, die sich für dieses Genre interessieren oder sich auch mal in etwas anderen Hau-Drauf-Spiele versuchen möchten, wärmstens zu empfehlen. Ich bin persönlich zwar kein Fan dieses Genres (ich mag lieber Strategie und Simulationen), aber Diablo II hat mich trotzdem überzeugt. Wem der Preis zu hoch ist - schließlich kostet Diablo II mit dem Addon ca. 110 DM (Vollversion ab 50 DM, Addon ab 60 DM) - und warten kann, muss sich die Zeit bis zu einer Gold Edition mit anderen Dingen versüßen.



Quellen:

http://dict.leo.org (deutsch-englisches / englisch-deutsches Wörterbuch)
http://www.blizzard.com/diablo2exp/ (englisch)
Gamestar, Heft 08 / 2001, Seite 96ff

5 Bewertungen, 2 Kommentare

  • haenselgrafx

    20.02.2002, 16:40 Uhr von haenselgrafx
    Bewertung: sehr hilfreich

    gleiche Meinung wie Destroyer. haenselgrafx

  • Destroyer

    12.02.2002, 00:40 Uhr von Destroyer
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super Beitrag !!! Ausführlich, informativ und alles was man wissen muss ! mfg Destroyer