Die drei ??? (1) - Der Super-Papagei (Hörbuch) Testbericht

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Erfahrungsbericht von Tub_thumper

Da guckste in die Röhre, was?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Diesen Monat gab es eine Initiative, Berichte über die Hörspielserie \"Die drei Fragezeichen\" zu schreiben. Am letzten Tag möchte ich mich daher einmal daran beteiligen und mit welcher Folge könnte man besser anfangen als mit der allerersten:

Plot:
Die jungen Detektive \"Die drei Fragezeichen\" haben von dem Autor Alfred Hitchcock den Auftrag bekommen, den verschwundenen Papagei des Autors Mr. Fentriss wiederzufinden. Auf dem Hinweg zum abgelegenen Haus hören Justus und Peter Hilfeschreie. Sie schleichen sich ans Haus heran, wobei Peter eher ängstlich agiert während Justus\' Interesse geweckt ist. Die beiden werden von einem dickeren Mann entdeckt.

Die beiden Detektive werden von dem Mann mit einer Waffe bedroht. Justus versucht, Mr. Fentriss aufzuklären, dass sich die beiden wegen der Hilfeschreie anschleichen wollten. Im Haus von Mr. Fentriss angelangt, reicht Justus dem Mann die Visitenkarte, wo die drei Detektive vorgestellt werden.

Justus Jonas ist erster Detektiv, Peter Shaw zweiter. Bob Andrews ist für die Recherchen verantwortlich.

Die Situation entspannt sich allmählich. Doch dann will sich der Mann eine Zigarette anstecken. Er nimmt auf einmal die Waffen und richtet sie auf die beiden Detektive. Doch statt einer Waffe entpuppt sich die Pistole als Feuerzeug. Mr. Fentriss erklärt den beiden, dass der gesuchte Papagei, der Lucky heißt, wieder aufgetaucht sei. Der Papagei selbst habe um Hilfe geschrieen. Da der Papagei wieder aufgetaucht sei, habe er keinen Bedarf mehr an den Detektiven.

Enttäuscht machen sich Justus und Peter auf den Heimweg. Justus blickt noch einmal auf das Haus zurück, doch dann fällt es ihm wie Schuppen von den Augen. Da in Kalifornien Telefonleitungen nur überirdisch verlegt werden, können Mr. Fentriss nicht mit Hitchcock telefoniert haben. Somit müssen die beiden nicht mit dem richtigen Mr. Fentriss gesprochen haben. Die beiden veranlassen den Chauffeur Morton zur Umkehr. Hintergrund ist, dass die drei Fragezeichen einen Rolls Royce von einem dankbaren Kunden samt Chauffeur ausgeliehen bekommen.

Plötzlich kommt den Detektiven ein Wagen mit dem vermeintlichen Mr. Fentriss entgegen. Peter bemerkt, dass es sich um einen neuen Coupe Ranger handelt, der ein kalifornisches Nummernschild hat. Das Nummernschild endet mit der Zahl 13. Morton kann sich noch an eine rote Polsterung erinnern. Justus und Peter machen sich auf zum Haus und finden den richtigen Mr. Fentris schließlich gefesselt. Sie befreien ihn und erfahren so, dass sich der Mann als Mr. Claudius ausgegeben hat und sich für Lucky interessiert. Lucky heißt eigentlich Lucius Lucinius Lucullus und kann seinen Namen fast richtig aufsagen. \"Lucius et Lucinius et Lucullus. Kopf oder Zahl - errare humanum est\" sei sein Wortschatz.

Auf dem Rückweg in die Zentrale treffen Justus und Peter noch auf Mrs. Waggoner, eine Bekannte von Fentris, die nach ihrem Papagei Schneewittchen sucht. Im Gespräch mit den Detektiven kommt heraus, dass der Papagei den Spruch \"Weiß wie Schnee, Rot wie Blut, braun wie Ebenholz - Ist Sherlock Holmes zu Hause?\" aufsagt.

In der Zentrale angekommen beschließen die drei, eine Telefonlawine zu starten. Als Belohnung setzen sie eine Fahrt im Rolls Royce aus. Finden sie Claudius? Was hat es mit den Diebstählen der Papageien auf sich? Und warum sagen die Papageien ihre Sprüche nicht ganz korrekt auf?

Kritik:
Mir hat die Folge der drei Fragezeichen sehr gut gefallen. Die Geschichte ist spannend. Beispielsweise durch die Situation mit dem Feuerzeug kriegt die Story immer mal wieder spannungssteigernde Zwischenelemente, die mich an die Story fesseln.

Ohnehin muss ich sagen, dass ich es gut finde, dass die Geschichte von Minute zu Minute bis kurz vor dem Höhepunkt immer komplexer wird. Als Hörer weiß ich im Gegensatz zu vielen anderen Geschichten eben nicht worum es eigentlich geht. Wie die drei Detektive werde ich so in die Lage versetzt, dass mir der Diebstahl der Papageien unlogisch vorkommt. Diese Unwissenheit ist ein wesentliches Spannungselement. So kann man sich die Folge gut anhören.

Die Anfangs- und Abschlußmusik hat mich allerdings nicht sonderlich überzeugt. Es ist ein einfaches monotones Bassspiel, das vom Schlagzeug unterstützt wird. Im Gegensatz zur Handlung ist das sehr wenig kreativ. Die anderen Stücke schaffen es allerdings ziemlich gut, die vorhandene Grundstimmung zu transportieren und eine Überleitung zwischen den einzelnen Erzählschritten zu schaffen. Die Musik ist nicht weiter auffällig, sondern es sind meist Sequenzen, die wenige Sekunden dauern.

Die Sprecher schaffen es, die Stimmung in dieser Folge sehr gut zu transportieren. Sei es die Angst von Peter, die durch seinen Sprecher Jens Wawrczeck, dargestellt wird oder die Nüchternheit von Justus, die sich auch in der Stimme von Oliver Rohrbeck wiederspiegelt. Die Erzählung wirkt durch die Stimmen glaubwürdiger. Die Stimmen passen dadurch auch zu den unterschiedlichen Charakteren. Justus wird als wissensbegieriger, ehrgeiziger Mensch beschrieben, der wohl nichts mehr hasst als ein offenes Rätsel. Peter ist ein eher emotionaler Mensch, der seine Gefühle wie Angst auch mal ausdrücken kann. Bob tritt in dieser Folge gegenüber den anderen beiden doch ein bisschen in den Hintergrund, kann seine Fähigkeiten als guter Rechercheur durch die Zusammenfassung der Sprüche beweisen. Ansonsten sind jedoch vor allem Justus Kombinationsgabe gefragt.

Ein besonderes Element einer Serie ist natürlich die Besetzung der Stimmen der anderen Rollen einer Folge. So finde ich, dass die Stimme von Mr. Claudius durch Gerlach Fiedler sehr charismatisch ist. Die Stimmen von Mrs. Claudius (Ingrid Andee) und Mr. Hugenay(Hans Irle) fallen gegen die von Claudius doch ein bisschen ab. Allerdings spielt Mr. Claudius in dieser Folge auch die wirklich interessante Rolle, denn es bleibt den Verlauf der Geschichte nicht bei einer reinen Schwarz-Weiß-Malerei, sondern es wird der Hintergrund von Mr. Claudius beschrieben. Das Latinoelement von Ramos und Carlos wird durch Stefan Brönneke und Ulrich Meves ordentlich umgesetzt. Die beiden spielen jedoch wie Mr. Fentriss oder Mrs. Waggener eine Nebenrolle.

Zudem sind für mich die Papageien ein Pluspunkt dieser Folge. Die Sprüche sind bekannt und wirken sowohl durch die Stimme der Vögel als auch durch die Abwandlungen relativ witzig. Zudem passt das Aufsagen der Sprüche zu den Vögeln, weil sie einerseits die Sprüche einfach mal so aufsagen, aber andererseits durch Ansprechen zum Aufsagen animiert werden können, also eine Reproduktion einer Gesprächssituation erfolgt. Zudem wird gerade in den Sprüchen deutlich, dass Justus und Co. manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen und eben nicht jedesmal gleich auf die Bedeutung eines Hinweises kommen und somit die Geschichte zu gerade verläuft.

Fazit:
Die drei Fragezeichen gehören mit Sicherheit zu den Kult-Hörspielkassetten. Dies ist vor allem der Tatsache zu verdanken, dass die erzählten Geschichten von der Spannung leben und man sie durchaus nicht als sonderlich niveauarm beschreiben kann. Es wird durch Zwischenelemente neben der Story weitere Spannungselemente eingebaut. So ist diese Folge nicht nur für Kinder interessant, sondern „Die drei ??? und der Superpapagei“ ist Werk, das auch einen Erwachsenen fesseln kann. Die Geschichte zeichnet sich durch manche unerwartete Wendung aus, was sie letztlich so interessant macht.

Die Umsetzung der Ideen wurde meiner Ansicht nach gut vollzogen, sowohl durch die Stimmen als auch durch die Musik. Bis auf die eher langweilige Titelmusik ist mir an dieser Folge eigentlich nichts negativ aufgefallen.

Stimmen:
Peter Pasetti(Alfred Hitchcock, Erzähler), Oliver Rohrbeck (Justus), Jens Wawrczeck(Peter), Andreas Fröhlich(Bob), Richard Lauffen(Mr. Fentriss), Gerlach Fiedler(Mr. Claudius), Ingrid Andree(Mrs. Claudius), Katharina Brauren(Miss Waggoner), Stefan Brönneke(Carlos), Karl-Ulrich Meves(Ramos), Hans Irle(Hugenay)

Danke für’s Lesen, Tub_thumper

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