Discovery - Daft Punk Testbericht

Discovery-daft-punk
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Summe aller Bewertungen
  • Cover-Design:  gut
  • Klangqualität:  sehr gut

Erfahrungsbericht von dcaddict

One more time - it\'s been much too long

3
  • Cover-Design:  gut
  • Klangqualität:  sehr gut

Pro:

Das Artwork

Kontra:

Aerodynamicähnliche Tracks

Empfehlung:

Ja

Ja, ich habe nicht immer ausschließlich handgemachte Musik gehört. Daft Punks Mischung aus House/Dance und noch ein paar clubtauglichen Genres hat es mir ebenfalls schon einmal angetan gehabt. Damit meine ich ihr zweites und wohl erfolgreichstes Album „Discovery“. Heute steht die CD bei mir irgendwo zwischen meinen Jugendsünden (Take That und Backstreet Boys) und den Anfängen von etwas, das man Musikgeschmack nennen kann (damals noch gebrannte CDs von Bon Jovi und Aerosmith). Mit diesem Bericht widme ich mich also einem nicht mehr ganz so dunklem Kapitel meiner Teenager-ich-weiß-alles-und-kann-alles-besser-Zeit.


1. Die Künstler
2. Das Album
3. Artwork/Booklet
4. Wo und wie viel?
5. Die Tracks
6. Fazit


1. Die Künstler

Das erste mal Aufsehen erregten die Franzosen mit englischen Texten mit einer Single aus ihrem ersten Album „Homework“. Die nannte sich „Around the world“ und hatte einen dazugehörigen Clip mit herumtanzenden Skeletten und diversen, mit Neonfarben versehenen, Gestalten. Richtig bekannt wurden sie dann mit „One more time“, der ersten Single aus „Discovery“.
Daft Punk sind zwei Männer, die nie ihr Gesicht zeigen, sie verstecken es zu allen öffentlichen Anlässen hinter einer roboterartig anmutenden Maske. Auch in ihren eigenen Videos sind sie nicht zu sehen. Das hat natürlich bestimmt gewaltige Vorteile wenn man beim Einkauf im Aldi um die Ecke nicht erst mal ein paar Autogramme schreiben will...


2. Das Album

Auf diesem Album sollte für fast jeden etwas dabei sein aber den wenigsten wird alles zusagen. Es gibt Songs, di ezum mitträllern einladen, so z. B. „one more time“, aber auch welche, die rein instrumental sind, z. B. „Aerodynamic“.
Mehr Einigkeit herrscht da bei den Meinungen über die dazugehörigen Videos. Als Animé gestaltet, erzählen sie eine Geschichte, die neuerdings auf DVD erhältlich ist („Interstella 5555“). Bis „Harder, better, faster, stronger“, dem 4. Track und der 4. Single der CD, konnte man diese Geschichte sogar in den Musikvideos bei MTV, VIVA und Co. mitverfolgen. Man kann das Album also praktisch als Gesamtwerk sehen, nicht als Zusammensetzung einzelner Tracks.
Mit einem Code, der auf einer Karte, die bei der CD dabei war, stand, bekam man über das www damals auch noch Zugriff auf diverse Remixe, Interviews und Videos. Hierfür gab es sogar eine eigene Software. Mittlerweile wurde die Seite aber umgestellt und man darf gespannt darauf warten, was es zur neuen DVD zu sehen gibt. (die Seite ist noch im Aufbau)


3. Artwork/Booklet

Auf dem Cover findet man auf schwarzem Untergrund den silbernen, bunt unterlegten, Daft-Punk-Schriftzug. Wenn man es aufklappt erhält man auf der einen Seite ein (zumindest für mich) undefinierbares, buntes Gebilde, das aber irgendwie cool aussieht. Auf der anderen Seite gibt es ein schwarz/weiß Bild von Daft Punk, natürlich auch wieder maskiert, eine kurze Anleitung, wie man damals mit dem Code auf der Karte an musikalischen Nachschub kam, eine Trackliste und, soweit vorhanden, die dazugehörigen Texte - alles auf schwarzem Untergrund versteht sich, damit es auch einheitlich wirkt.


4. Wo und wie viel?

Das Album ist eigentlich in jedem gut sortiertem Multimedia- bzw. Cd-Fachgeschäft erhältlich. Zwischen 12 und 18 Euro ist man im Geschäft dabei, es sei denn es gibt gerade wieder irgendwelche Sonderaktionen. Ansonsten gibt es noch Onlineshops, z.B. Amazon, wo der Preis derzeit bei fast 18 € für Neuware liegt, was meiner Ansicht nach eindeutig zu teuer ist. Von privat bekommt man es aber auch dort schon ab 8 Euro. Ansonsten kann man es ja immer noch bei eBay versuchen.


5. Die Tracks

5.1. One More Time
Wer kennt diesen Ohrwurm nicht? In Clubs und im Radio wurde er rauf und runter gespielt...und wird trotzdem nicht langweilig. Diese erste ist auch gleichzeitig die erfolgreichste Singleauskopplung des Albums. Sie erreicht den Massengeschmack wie kein anderer Song des Albums.

5.2. Aerodynamic
Hier das erste Instrumentalstück des Albums – sehr schnell, klingt alles etwas künstlich und computergesteuert aber es gefällt halt vielen. Mich persönlich haut dieser Track nicht um aber er ist hörbar.

5.3. Digital Love
Juhu! Es gibt wieder Text. „Digital Love“ ist eher an „One more time“ als an „Aerodynamic“ angelehnt. Wenn man den Text einmal kann, lässt er sich recht gut mitsingen und zum Tanzen reicht es auch. Trotz text sind jedoch längere musikalische Passagen enthalten.

5.4. Harder, Better, Faster, Stronger
Stark...Geschmackssache...
Der Text beschränkt sich auf folgende 4 Zeilen:
„Work It Harder Make It Better
Do It Faster Makes Us Stronger
More Than Ever Hour After
Hour Work Is Never Over”
Diese 4 Zeile springen einem nun in diversen Variationen während des gesamten Tracks entgegen. Wenn man es sich eine Weile anhört klingt es gar nicht mal sooo schlecht. Man denke sich nun zum sinn des ganzen was immer man will...

5.5. Crescendolls
Und hier etwas zum gemeinschaftlichen „Hey!!!“ grölen. Das ist nämlich das einzige, was man vom, eigentlich gar nicht vorhandenem Text, versteht. Und es ist einer der wenigen Tracks, zu dem ich einfach keine Meinung habe, außer, dass er werder schlecht, noch gut ist.

5.6. Nightvisions
Wie der Titel, so klingt auch der Song, nämlich sehr ruhig und auch wieder instrumental, was einen starken Kontrast zum vorherigen „Crescendolls“ bietet. Mit 1:43 min eigentlich etwas zu kurz aber sehr schön.

5.7. Superheroes
„Jump...in the air“ - soviel zum Text. Aber im Booklet steht ja sowieso “instrumetal”. Ähnlich wie „Crescendolls“ ist „Superheroes“ wieder recht schnell und wie „Aerodynamic“ auch sehr künstlich...aber wem es gefällt...

5.8. High Life
Schon wieder etwas à la „Crescendolls“ und „Superheoes“...irgendwie wird es langsam langweilig aber immerhin klingt es diesmal ganz clubtypisch und – tauglich.

5.9. Something About Us
Und endlich mal wieder etwas nach One-More-Time-Manier. Diesmal etwas ruhiger und mit piepsiger Stimme und auch der Text ist recht flach („It might not be the right time, I might not be the right one, but there’s something about us I want to say…”) aber man kann es anhören und das notfalls auch ein paar mal in Endlosschleife.

5.10. Voyager
Klingt nicht ganz wie der Soundtrack zur gleichnamigen Serie, ist aber meiner Meinung nach einer der besseren Instrumentaltracks, da er auch abwechslungsreicher ist als „High Life“ und Co.

5.11. Veridis Quo
Fängt recht langsam an aber ein paar synchronisierte Drums und ein paar minimale Effekte kommen noch hinzu. Es wäre sogar eigentlich gar nicht mal so schlecht, wenn es sich nicht über fast 6 Minuten hin ziehen würde. Das fällt zwar nicht auf wenn man gerade in Gedanken versunken ist, was übrigens für mich auch die einzige Gelegenheit ist, in der ich das als Hintergrundmusik mitlaufen lassen würde, aber ansonsten ist es einfach nur zum...ähmmm...Gähnen.

5.12. Short Circuit
Auch nicht gerade einer meiner Favoriten. Die Effekte passen zwar irgendwie zusammen aber sind andererseits doch nur aneinandergeschustert. Auf einem Jahrmarkt mit Achterbahn, Berg-Und-Tal-Bahn und ähnlichen Fahrgeschäften wäre dieser Track vielleicht in den Abendstunden ganz angebracht (aber bitte bloß nicht in Endlosschleife) aber ansonsten sehe ich leider nicht wirklich Verwendung dafür.

5.13. Face to Face
Ein bisschen „too long...what’s goin on...dance with me...“ (das „too long“ wird noch einmal im nächsten Track aufgegriffen) zum Anfang und dann gibt es mal wieder sowas wie richtigen Text. Diesmal nicht so zaghaft und piepsig wie in „something about us“, sondern sogar menschlich klingend und ein ganzes Stück tiefer. „face to face ist auch schneller als „something about us“, nicht so melodisch wie „one more time“ oder „digital love“ und nicht so gewöhnungsbedürftig wie „harder, better, faster, stronger“.

5.14. Too Long
Volle 10 Minuten ist dieser Track lang. Trotzdem wird er nicht langweilig. Der Text ist nicht schwer, vor allem weil der sich oft auf ein „Too long, can you feel it?“ beschränkt, und so kann man ihn ganz gut mitträllern, tanzen kann man auch,w enn man es darauf anlegt und dafür, dass ganze 10 Minuten gefüllt wurden, ist „too long“ auch recht abwechslungsreich...obwohl ich immer noch nicht das Gefühl los werde, dass mir einige Passagen bekannt vorkommen...fragt mich aber bitte nicht woher.


6. Fazit
Das war nun also der Bericht über eine meiner weniger dramatischen musikalischen Jugendsünden. Aber nachdem ich „Discovery“ nun während des Schreibens dieses Berichtes seit langem einmal wieder angehört habe, muss ich sagen, dass es doch nicht ganz sooo schlecht ist. Eigentlich kann man das Album sogar hören, es ist eigentlich sogar richtig gut, trifft nur leider seit längerem nicht mehr so ganz meinen Geschmack, von einzelnen Songs einmal abgesehen. Wem die ersten 4 Singles (one more time, aerodynamic, digital love, harder...,), die man ja auf diversen Musiksendern, nicht zuletzt wegen der schönen Clips, des öfteren zu sehen bekam, gefallen haben, dem dürfte auch der Rest des Albums zusagen. Ich bin immer noch der Meinung, dass es kein rausgeschmissenes Geld war aber mittlerweile hätte ich noch hundert bessere Ideen, welche CD ich mir dafür in den Einkaufskorb legen könnte.

20 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Sommergirl

    05.09.2006, 15:06 Uhr von Sommergirl
    Bewertung: sehr hilfreich

    von denen hört man auch nichts mehr