Dosenpfand Testbericht

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Erfahrungsbericht von rudiratlos

Pfand auf Dosen ist absolut notwendig und überaus sinnvoll

Pro:

der Zwangspfand ist gut und muss kommen

Kontra:

die Lobby .......

Empfehlung:

Nein

Pfand auf "ex und hopp" soll Sturz des Mehrweg stoppen.
Ab 01.01.2002 will bzw. wollte die Bundesregierung eine Pfandpflicht auf Getränkedosen und Einweg-Flaschen einführen. Dieser Zwangspfand soll zwischen 0,25 Euro (kleine Dosen und Flaschen) und 0,5 Euro (große Flaschen ab 1,5 l Inhalt) betragen. Ich bin mal sehr gespannt, wann sie denn jetzt wirklich eingeführt wird.
Aus meiner Sicht ist es hierzu inzwischen allerhöchste Zeit, sonst droht den zwischenzeitlich gestarteten Mehrweg-Initiativen, wie z.B. der Mehrweg-Auslistung bei den Plus-Discount-Märkten, eine überaus harte Landung.
Wie schnell der Zusammenbruch solcher Mehrweg-Systeme erfolgen kann, zeigt die aktuelle Entwicklung in Belgien. Hier betrug die Mehrwegquote für Mineral-wasser und Softdrinks im Jahre 1993 noch 70 %. Bis Ende 2000 ist diese auf nur noch 20 % zusammenge-brochen.
Die Einführung des Zwangspfandes wird solche absolut ökologisch unsinnigen Tendenzen stoppen. Die Einwegverpackungen verlören ihren Bequemlichkeits-vorteil, weil sie nunmehr "wie eine Mehrwegverpackung" zum Verkaufsort zurückgebracht werden müssen.
Ein weiterer positiver Effekt kommt mit der Vermeidung von Abfall dazu. Dosen und Flaschen werden dann ja vermutlich nicht mehr so achtlos in die Landschaft verteilt bzw. in der Landschaft bereits herumliegende Dosen und Flaschen sind ein lohnendes Ziel für "Pfandsammler".
Ich bin absolut für die Einführung dieses Zwangpfandes; die Natur und unsere nachfolgenden Generationen werden es uns danken.




----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-12-08 14:43:39 mit dem Titel Einführung des Dosenpfands ab 1. Januar 2003

Es ist und bleibt ein absolut ärgerliches Taktieren.
Der Eiertanz um das Dosenpfand geht also munter weiter. Denn der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels befand dieser Tage, es werde am Stichtag 1. Januar keine einheitliche Regelung für die Rücknahme von GetränkeEinwegverpackungen geben. Immerhin hat es der saarlän- dische Umweltminister Stefan Mörsdorf geschafft, wenigstens für das Saarland eine klare Linie zu fahren, indem er allen betroffenen Unternehmen empfahl, sich schnellstens auf die neue Rechtslage einzustellen. Gleichzeitig drohte er Sanktionen an:
Wenn das Pfand auf Getränkedosen ab 1. Januar geltendes Recht sein wird, will er strikt darauf achten lassen, dass diese Regelung dann auch eingehalten wird. Ich bin da mal sehr gespannt, ob das auch wirklich so hartnäckig verfolgt wird, oder ob wieder einmal die Lobby der Getränkehersteller siegen wird.
Grundsätzlich ist das Hin und Her von Getränkeindustrie und Händler-Ketten, die Getränke in Einwegverpackungen vertreiben, eine ganz durchsichtige und eigentlich nur noch peinliche Taktiererei. Ganz so, als ob sich die Republik nicht schon seit Jahren über die Vermüllung der Landschaft durch das Wegwerfen von Getränkedosen oder sonstigen Einwegverpackungen aufregen würde. Ganz so, als komme die Einführung des Pfands jetzt plötzlich aus heiterem Himmel. Dabei sind die politischen Entscheidungen spätestens seit dem Amtsantritt der rot-grünen Koalition 1998 auf das Entgelt für die Rücknahme von Einweg-Getränkeverpackungen hinausgelaufen. Allenfalls kann man den Zauderern zugute halten, dass die Gerichte nicht gerade zu einer einhelligen Beurteilung des Pfands beigetragen haben. Bis zur letzten Woche konnten sie darauf hoffen, dass das Oberverwaltungsgericht in Münster für Nordrhein-Westfalen einen aufhebenden Beschluss fassen könnte. Damit wäre ein einheitliches Pflichtpfand ohnehin obsolet gewesen. Nun richten die Verfechter der Hinhaltetaktik ihre Augen auf das Bundesverwaltungsgericht, das im nächsten Frühjahr eine endgültige Entscheidung treffen wird. Sollten die Richter dann das Zwangspfand ablehnen, wäre das politische Tohuwabohu in Deutschland endgültig perfekt.
Denn man muss Bundesumweitminister Jürgen Trittin bescheinigen, dass ihm die Pfandregelung nicht aus einer üblen Laune heraus eingefallen ist, um die deutsche Industrie mit einem Prügel aus der ökologischen Klamottenkiste zu traktieren. Immerhin ist dass Pfand ein wichtiger Bestandteil jener Verpackungsverordnung aus den 90er Jahren, die unter dem christdemokratischen Umweltminister Klaus Töpfer erfunden wurde, um die nicht enden wollende Müllflut endlich wirksam in den Griff zu kriegen.

Der saarländische Umweltminister Mörsdorf mag Recht haben, wenn er das Pfand nur als zweitbeste Lösung betrachtet, weil eine Abgaberegelung womöglich den Mehrweganteil im Getränkemarkt wirksamer gestützt hätte. Doch für diesen Ansatz fehlten die politischen Mehrheiten. Mit dem Zwangspfand ab 1. Januar wird auf jeden Fall ein ökologischer Effekt erzielt: Es werden nicht mehr so viele Dosen in die Landschaft geworfen, weil ihre Rückgabe bares Geld bringt Allein schon dieser Aspekt wird die Einsicht stärken, dass man nicht mehr so weitermachen darf wie bisher. Und der Zeitpunkt, an dem sich endlich auch die Zauderer anschließen, ist schon absehbar.
Es ist allerdings schon ganz schön enttäuschend und sehr traurig, dass sich solche Dinge zum Schutz der Umwelt leider nur mit Zwangsmaßnahmen und sei es in Form eines Pfands durchsetzen lassen.

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