Onimusha 2 - Samurai's Destiny (PS2 Spiel) Testbericht
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Erfahrungsbericht von sinfortuna
Schnetzelmeister im 5er-Pack
Pro:
Sehr ansehnliche Optik, sehr gute Soundkulisse, geschmeidigere Animationen als beim Erstlingsteil, fünf Hauptcharaktere, non-linearer Spielverlauf, variierende Lösungswege und Zwischensequenzen, gute Steuerung, hoher Wiederspielwert
Kontra:
Kein Multiplayermodus, Kameraführung nicht immer voll und ganz auf der Höhe, bei hoher Gegneranzahl ruckelt es doch ziemlich häufig
Empfehlung:
Ja
Im Mittelpunkt dieses fernöstlichen Abenteuers für die Sony Playstation 2 steht diesmal ein anderer Samurai, sein Name ist Jubei Yagyu. Die Geschichte spielt mehr als ein Jahrzehnt nach dem ersten Teil und natürlich befinden wir uns immer noch im feudalen Mittelalter des alten Japan, welches durchzogen wird von Intrigen und Machtkämpfen, in erster Linie geht es dabei um die Inbesitznahme großer Ländereien. Oberbösewicht Nobunaga sorgt erneut für Angst und Schrecken und terrorisiert das ganze Land. Er befehligt eine große Armee an Dämonenkriegern, welche nahezu am Fließband in friedliche Gebiete eindringt und regelmäßig die dort ansässigen Bewohner massakriert. So geschehen auch im Heimatdorf unseres Helden Jubei, so dass dieser sich sofort dazu entschließt, dem Grauen möglichst schnell ein Ende zu bereiten. Geleitet von tiefen Rachegefühlen schnetzelt er in der Folgezeit alles nieder, was auch nur im Ansatz mit Nobunaga zu tun haben könnte, „kein Erbarmen“ lautet hier die offensichtliche Devise. Was ja grundsätzlich unter den gegebenen Umständen auch absolut verständlich sein dürfte, schätze ich. Wir als Yubei greifen dabei auf unterschiedliche Mordinstrumente geschmiedet aus feinstem Stahl zurück, um Dämonen, Echsenkrieger, Zauberer, Golems und Zombies sauber in ihrer Einzelteile zu zerlegen. Nicht nur unterschiedliche magische Schwerter, die auf Elementarkräften des Windes, Feuers und Eises basieren, kommen hier zur Geltung, sondern auch Pfeil und Bogen, Muskete, Hellebarde und Hammer. Jeder Waffe wohnen ureigene Spezialmanöver inne, die sich sowohl auf physische als auch magische Attacken erstrecken. Mag das Niedermetzeln am Fließband zwar vom Endergebnis bzw. der Zielsetzung her immer ungefähr auf dasselbe rauskommen, so unterscheiden sich die Art und Weise des Eliminierens teils erheblich voneinander.
Das besiegte Gesocks hinterlässt dabei netterweise im Regelfall kleine Lichtkugeln – diese fungieren quasi als Verkörperung der erlegten Seelen -, die unterschiedliche Farben aufweisen: blaue Kugeln füllen unsere magische Energie, gelbe frischen unsere Lebensenergie auf und rote sorgen für eine Aufwertung unserer Rüstung an den Speicherpunkten. Neu im Vergleich zum ersten Teil sind die lila Kugeln, diese sorgen im 5er-Pack dafür, dass sich unser Held für wenige Sekunden in eine Art mutierten Mega-Krieger verwandelt, welcher mit Blitzen um sich schmeißt. Die größte Neuerung und zugleich ein dicker Pluspunkt ist aber etwas ganz Anderes: wir kämpfen in „Onimusha 2, Samurai’s Destiny“ nun nicht mehr mutterseelenallein gegen die Dämonenarmee Nobunagas, sondern können auf vier weitere Protagonisten zurückgreifen, welche uns ihre wertvollen Dienste anbieten: Magoichi ist ein Experte im Gebrauch von Schusswaffen, Oyu ist eine engagierte Amazonenkriegerin, Kotaro benutzt als ambitionierter Ninja mit Vorliebe fiese kleine Wurfgeschosse und Ekei baut ganz auf seinen mächtigen Speer. Alle Figuren haben ein gemeinsames Ziel: die Vernichtung Nobunagas oder zumindest erst einmal dessen Armee. Manchmal eilen diese Jubei zur Hilfe herbei und unterstützen uns im Kampf, ohne dass wir sie steuern und ein anderes Mal dürfen wir diese auch selber steuern. Interessant wird das Ganze dadurch, dass diese uns nur in bestimmten Fällen zur Hilfe eilen, was davon abhängig ist, wie wir im Vorfeld agiert haben. Pflicht ist, den einzelnen Charakteren zuvor die genau richtigen Geschenke gemacht zu haben, dann sind sie in der nächsten entscheidenden Situation mit von der Partie. Die entsprechenden Geschenke gibt es entweder im Laden käuflich zu erwerben oder sie sind in Schatzkisten versteckt, die es natürlich zunächst aufzustöbern gilt. Magoichi interessiert sich für Geschichtsbücher, Oyu überwiegend für Kosmetikkram wie Haarspange, Handspiegel oder auch Schmuck, Kotaro steht auf nicht gerade alltägliches Spielzeug und Ekei bevorzugt leckere Speisen und ordentlich Alkohol. Sehr gut abgerundet wird diese innovative Spielidee dadurch, dass wir unterschiedliche Zwischensequenzen im Spiel bestaunen, je nachdem, wie wir vorher verfahren haben. Da schließlich auch noch mehrere Lösungswege existieren, lohnt sich ein mehrmaliges Durchspielen, die Langzeitmotivation ist für den Liebhaber solcher fernöstlicher Metzelabenteuer demzufolge nicht gerade niedrig.
Grafik und Soundkulisse sind ein weiteres Plus. „Onimusha 2, Samurai’s Destiny“ wurde sowohl in optischer als auch akustischer Hinsicht sehr ansehnlich in Szene gesetzt. Stimmte die Größe der Figuren schon im ersten Teil, so wirken die Animationen in diesem Nachfolger nunmehr wesentlich flüssiger, bei weitem nicht mehr so steif bzw. abgehackt. Leuchtende Spezialeffekte – insbesondere beim Einsatz von Magie – und zuweilen deutlich detailreichere Hintergründe lassen erkennen, dass die Entwickler von Capcom sich über die Schwächen des ersten Teils im Klaren gewesen sind und noch wichtiger: diese auch entsprechend ausgemerzt haben. Nicht zuletzt das wunderschön in Szene gesetzte glitzernde Gewässer in der freien Natur sorgt für eine überaus dichte Atmosphäre. Erwähnen möchte ich aber auch, dass quasi als kleiner Wehrmutstropfen zu vermerken ist, dass der ein oder andere Ruckler unübersehbar ist, sollten sich sehr viele Spielfigur gleichzeitig auf dem Bildschirmausschnitt austoben, dies will ich keineswegs unter den Tisch fallen lassen. Der Soundtrack gibt sich ebenfalls keine Blöße und überzeugt durch ein ähnlich hohes Niveau wie schon die Grafik. Stimmungsvolle Hintergrundmelodien versetzen uns stilecht ins alte Japan, zudem sind diese abwechslungsreich genug, um keine Langeweile aufkommen zu lassen. Angenehm authentisch klingende Außengeräusche runden das Gesamtbild einer überaus gelungenen Präsentation stimmungsvoll ab. Von einer beeindruckenden, ja phasenweise mitreißenden Spielatmosphäre zu sprechen, ist in diesem Fall somit nicht übertrieben.
Die Steuerung erfordert keine lange Eingewöhnungsphase, trotz der unterschiedlichen Waffengattungen und auszuführenden Manöver sollte Euch die Handhabung vor nicht allzu viel Probleme stellen. Dank automatischer Zielerfassung gibt es nur selten chaotische Zustände im Kampf. Nicht ganz so topp ist die Kameraführung, welche zwar keineswegs missraten ist, aber ab und an – speziell bei den Endgegnerduellen – für wenig Übersicht sorgt, hier herrscht leider viel zu oft Verwirrung, was nicht selten dazu führt, dass „irgendwie“ drauflosgeschnetzelt wird. Ein dickes Lob gebührt den Entwicklern bezüglich des Spielumfangs, denn dieser ist im Vergleich zum Erstlingsteil locker 50% größer ausgefallen, nicht zu vergessen der hier im zweiten Teil wesentlich höhere Wiederspielwert durch die bereits erwähnten unterschiedlichen Protagonisten, Lösungswege und Zwischensequenzen. Ganz so eintönig, wie man das grundsätzlich bei so einem Actiongemetzel wie diesem her befürchten muss, gestaltet sich „Onimusha 2, Samurai’s Destiny“ jedenfalls nicht, spielerische Längen ergeben sich zum Glück nur äußerst selten. Dies ist unter anderem ein Verdienst der möglichen kurzzeitigen „Mutation“ von Jubei Yagyu für wenige Sekunden, zudem der Existenz der fünf Hauptfiguren zu verdanken und last but not least dem nicht-linearen Spielverlauf. Wer Actionspielen im mittelalterlichen Japan etwas abgewinnen kann, der ist hier genau goldrichtig. Die Spielspaßwertung beläuft sich im vorliegenden Fall auf satte 83%.
46 Bewertungen, 8 Kommentare
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02.12.2006, 00:28 Uhr von Baby1
Bewertung: sehr hilfreich* LG Anita *
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05.11.2006, 22:20 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh :o)
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17.08.2006, 01:03 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichLieben Gruss, Manuela :o)
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05.08.2006, 16:43 Uhr von panico
Bewertung: sehr hilfreichlg panico :-)
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05.08.2006, 15:50 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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05.08.2006, 14:06 Uhr von crazygirl046
Bewertung: sehr hilfreichSH! Schönes Wochenende. Jasmin
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05.08.2006, 11:38 Uhr von B_Engal
Bewertung: sehr hilfreichSH von mir. Toller Bericht. MfG B_Engal
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05.08.2006, 11:33 Uhr von Vicky
Bewertung: sehr hilfreich* Sehr hilfreich - Vic *
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