Emergency 3 - Jubiläums-Edition (PC Strategiespiel) Testbericht

ab 14,94
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Erfahrungsbericht von melli2021

nicht ganz gelungen

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Katastrophe im Aquadom! Die riesige Glaskuppel der Therme ist eingebrochen und in die Schwimmhalle gestürzt. Aus dem gesamten Umkreis rasen die Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerkes zum Unglücksort, um die 15 teils schwer Verletzten zu bergen.

Was wie eine Nachricht aus der Tageszeitung klingt, gehört im Strategiespiel Emergency 3 zu den Aufgaben. Als Kommandant eines Rettungsteams schickt man Polizei, Feuerwehr, Sanitäter und das THW in heikle Missionen, um verschüttete Opfer zu finden, Autobahnunfälle abzusichern oder sogar Bomben zu entschärfen. Im Gegensatz zu den realistischen und dramatischen Szenarios verlaufen die Aufträge im Spiel jedoch ein bisschen arg nüchtern.

Die 20 fordernden Missionen in Emergency 3 decken jede Menge Rettungseinsätze ab: So löscht man einen durch Blitzschlag entstandenen Brand in einem Ponyhof, durchsucht ein schwer zugängliches Waldstück nach zwei verunglückten Bungee-Springern oder birgt einen Tanklaster, der in ein Schnellrestaurant gekracht ist. Es gilt immer, Hilfskräfte sinnvoll einzusetzen. Denn erstens steht immer nur ein begrenztes Budget zur Verfügung, und zweitens hat jede Figur ihr Spezialgebiet. Ein Feuerwehrtaucher etwa kann Rauchvergiftungsopfern kaum helfen. Aus jeder der vier Einsatzgruppen (Polizei, Feuerwehr, Sanitätsdienst und THW) stehen unterschiedliche Hilfskräfte zur Auswahl. Bei der Polizei reicht die Palette zum Beispiel vom einfachen Beamten über den Psychologen bis hin zum Scharfschützen

Auch der Fuhrpark ist umfangreich: So dient ein einfacher Kleinbus als Truppentransporter, für härtere Fälle gibt\'s den gepanzerten Sonderwagen. Zudem besitzen Polizei und Sanitätsdienst einen flinken Helikopter. Der benötigt aber viel Platz für die Landung und kann deshalb nicht überall eingesetzt werden. Einsatzkräfte ordert man vor Ort über ein übersichtliches Menü. Hier erfährt man, wie viel das gewünschte Fahrzeug kostet und welche Figuren darin Platz finden. Allerdings fällt es den Rettern oft schwer, zu den Opfern zu gelangen. Angeforderte Einheiten tauchen einfach am Rand der Karte auf, man muss sie mühselig zum Unglücksort dirigieren. Durch die schlechte Wegfindung verhaken sich zudem die Fahrzeuge häufig, wodurch die Fahrt zum Einsatzort zur Nervenprobe wird.

Bis auf wenige Ausnahmen erreicht man das Missionsziel nur durch das perfekte Zusammenspiel aller Einsatzgruppen. So muss beim Schwimmbad-Unglück der THW-Lastenheber zuerst riesige Betonblöcke beseitigen, damit Feuerwehrtaucher in der zerstörten Halle die Verletzten aus dem Pool retten können. Der Notarzt bereitet die Opfer anschließend auf den Abtransport im Krankenwagen vor. Da man nie schon zu Beginn weiß, was benötigt wird, muss man oft zwischen dem Unglücksort und dem Punkt, wo die Verstärkung eintrifft, hin- und herscrollen. Das nervt doppelt, wenn das Spiel in einigen Missionen ein enges Zeitlimit setzt, etwa bei einer ohnmächtigen Frau, die auf Eisenbahnschienen liegt und vom Zug überrollt zu werden droht. Für Rettungseinsätze ohne tickende Coundowns gibt\'s jedoch das Freie Spiel, bei dem in einer fiktiven Stadt immer wieder diverse Notrufe zufallsgeneriert werden. Eine nette Idee, allerdings stören teils minutenlange Leerlaufphasen.

Von der Hektik und Dramatik eines echten Rettungseinsatzes spürt man in Emergency 3 recht wenig. Während in Fire Department 2 hitzige Funksprüche und wackelige Amateurfilm-Aufnahmen den Spieler in die Szenerie einführen, gibt\'s in Emergency 3 nur einen extrem kurzen animierten Film sowie einen sparsamen Text. Ebenfalls schwach: In den meisten Missionen gibt es nur ein Unglück - durch Skriptsequenzen ausgelöste Folgekatastrophen sind eher die Ausnahme. Spannung erzeugen die Entwickler nur durch Zeitlimits, die jedoch gelegentlich recht knapp ausfallen. Zudem gibt es hin und wieder nervige Fleißaufgaben. Beispielsweise lotst man mit einem kleinen Polizeiteam jeden Raser, der in die Blitzerfalle tappt, von der Landstraße auf einen Parkplatz - das war\'s.

Fazit:
Statt wie in Fire Department 2 nur die Feuerwehr zu steuern, gibt\'s hier eine riesige Auswahl an Einheiten, die ich in die kniffligen Einsätze schicken kann. Super, zumal die Missionen so ziemlich alles abdecken, was Hans Meiser je in seiner Sendung »Notruf« präsentiert hat. Auch das Zusammenspiel der Spezialisten passt. Doch alle Vielfalt in Ehren krankt das Spiel schwer an der arg langweiligen Präsentation. Die spektakulären Unglücke lösen sich mit erschreckender Gelassenheit.

Systemanforderung:
Mindestanforderung: 1,2 GHz Intel, XP 1200+ MHz AMD, 128 MB RAM,
1,2 GB Festplatte
Standardanforderung: 1,8 GHz CPU, XP 1800+ AMD, 256 MB RAM,
1,2 GB Festplatte
Optimalanforderung: 1,4 GHz CPU, XP 2400+ AMD, 512 MB RAM,
1,2 GB Festplatte