Am seidenen Faden (Taschenbuch) / Joy Fielding Testbericht
ab 6,29 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
Erfahrungsbericht von fäääl
Nimm mich, auch wenn ich ein Massenmörder bin!
Pro:
siehe oben
Kontra:
siehe oben
Empfehlung:
Nein
Joy Fielding hat mittlerweile eine ganze Menge Bücher vorgelegt, die sämtlich den Psychoterror im ganz normalen, vermeintlich angstfreien Umfeld zum Thema machen. Auch Missing Pieces, wie \"Am seidenen Faden\" im Original zutreffender heißt, gehört dazu. Das Buch wurde Mitte der 90er geschrieben, was man einigen Randdetails anmerken kann.
Der Inhalt:
Eine Familientherapeutin beobachtet ihre völlig verdrehte Schwester dabei, wie diese sich während seines Mordprozesses an den Vergewaltiger, Quäler und Mörder von mindestens 13 Frauen, Colin, heranmacht. Alle Versuche, sie davon abzuhalten, scheitern. Denn dies gelingt ihrer Schwester sogar, schließlich heiratet sie diesen Colin und verhilft ihm zur Flucht.
Parallel dazu entwickelt sich die private Geschichte der Hauptperson: Sie trifft ihren Jugendfreund wieder, beginnt beinahe ein Verhältnis mit ihm, versucht ihre außer Rand und Band geratene älteste Tochter \"einzufangen\" und ihre an Alzheimer erkrankte Mutter zu betreuen - und beschäftigt sich vor allem immer wieder mit der merkwürdigen Verhaltensweise ihrer jüngeren Schwester.
Worum es geht:
Aus einem scheinbar ziemlich normalen und geregelten Familienablauf heraus entwickelt sich eine Katastrophe. Alle sorgsam unter dem Deckel gehaltenen und ignorierten Warnzeichen (daher auch der Titel \"Missing Pieces\" - fehlende Versatzstücke) laufen schließlich in der finalen Sequenz zusammen, als Colin alle Familienmitglieder bedroht und nur noch Selbsthilfe helfen kann.
Fielding versucht darüber hinaus noch ein Psychogramm einer Familie zu erstellen - mit allen Versatzstücken, die in den 90ern eben so gängig waren - bis hin zur sexuellen BElästigung von Kindern.
WArum das Buch sich zu lesen lohnt:
Zunächst einmal klingt es ja spannend - und die Charakterisierung der durchgeknallten Schwester ist tatsächlich auch spannend. Auch die psychologische Seite im Verhältnis der beiden Schwestern macht durchaus etwas her. Die Grundidee ist sicherlich lobenswert - und Fieldings Anliegen, die vermeintlich überschaubare, bürgerliche Welt als den absoluten Alptraum darzustellen, sorgt immer für eine gewisse Spannung.
Warum das Buch sich nicht zu lesen lohnt:
Das ist leider der überwiegende Teil meiner Meinung. Denn: Die Probleme mit den beiden Kindern sind absolut merkwürdig geschildert und werden in keiner Weise verständlich. Warum revoltiert ein Teenager, der andere aber nicht? Warum gibt es diese PRobleme überhaupt?
Das Verhältnis der Hauptperson zu ihrem Mann ist so gut wie gar nicht beleuchtet. Warum sie also nach 20 Jahren doch ziemlich guter Ehe ihrer etwas unglücklichen Jugendliebe nachrennt, die noch dazu ein richtiger Filou ist, wird überhaupt nicht verständlich. Allein die Tatsache, daß die EHe schon so lange währt, reicht da nicht hin. Und auch die Stellung der Eltern zu ihren Töchtern ist alles andere als begreiflich geschildert. Hier ist der Versuch eines Psychogramms schnell gescheitert.
Vor allem aber entbehrt das Buch die Spannung, die spannungsgeladene Atmosphäre, die sich üblicherweise aus der Abweichung von der Normalität, die aber scheinbar weiterläuft, ergibt. Da ist das Buch langweilig, vorhersehbar, durchschaubar. Und nicht einmal die mitgelieferten Erklärungen lassen irgendetwas nicht durchsichtig erscheinen. Wer Colin ist, weiß man. Was passieren wird, auch. Ein Hitchcock vermag aus einer solchen Situation die spannendste und gruseligste Geschichte herstellen - Joy Fielding gelingt das überhaupt nicht. Hier hat sie sich mit ihre Fähigkeiten eindeutig übernommen.
Fazit: Die 17 Dm, die ich seinerzeit gezahlt habe für\'s Taschenbuch, kann man sich schenken.
Der Inhalt:
Eine Familientherapeutin beobachtet ihre völlig verdrehte Schwester dabei, wie diese sich während seines Mordprozesses an den Vergewaltiger, Quäler und Mörder von mindestens 13 Frauen, Colin, heranmacht. Alle Versuche, sie davon abzuhalten, scheitern. Denn dies gelingt ihrer Schwester sogar, schließlich heiratet sie diesen Colin und verhilft ihm zur Flucht.
Parallel dazu entwickelt sich die private Geschichte der Hauptperson: Sie trifft ihren Jugendfreund wieder, beginnt beinahe ein Verhältnis mit ihm, versucht ihre außer Rand und Band geratene älteste Tochter \"einzufangen\" und ihre an Alzheimer erkrankte Mutter zu betreuen - und beschäftigt sich vor allem immer wieder mit der merkwürdigen Verhaltensweise ihrer jüngeren Schwester.
Worum es geht:
Aus einem scheinbar ziemlich normalen und geregelten Familienablauf heraus entwickelt sich eine Katastrophe. Alle sorgsam unter dem Deckel gehaltenen und ignorierten Warnzeichen (daher auch der Titel \"Missing Pieces\" - fehlende Versatzstücke) laufen schließlich in der finalen Sequenz zusammen, als Colin alle Familienmitglieder bedroht und nur noch Selbsthilfe helfen kann.
Fielding versucht darüber hinaus noch ein Psychogramm einer Familie zu erstellen - mit allen Versatzstücken, die in den 90ern eben so gängig waren - bis hin zur sexuellen BElästigung von Kindern.
WArum das Buch sich zu lesen lohnt:
Zunächst einmal klingt es ja spannend - und die Charakterisierung der durchgeknallten Schwester ist tatsächlich auch spannend. Auch die psychologische Seite im Verhältnis der beiden Schwestern macht durchaus etwas her. Die Grundidee ist sicherlich lobenswert - und Fieldings Anliegen, die vermeintlich überschaubare, bürgerliche Welt als den absoluten Alptraum darzustellen, sorgt immer für eine gewisse Spannung.
Warum das Buch sich nicht zu lesen lohnt:
Das ist leider der überwiegende Teil meiner Meinung. Denn: Die Probleme mit den beiden Kindern sind absolut merkwürdig geschildert und werden in keiner Weise verständlich. Warum revoltiert ein Teenager, der andere aber nicht? Warum gibt es diese PRobleme überhaupt?
Das Verhältnis der Hauptperson zu ihrem Mann ist so gut wie gar nicht beleuchtet. Warum sie also nach 20 Jahren doch ziemlich guter Ehe ihrer etwas unglücklichen Jugendliebe nachrennt, die noch dazu ein richtiger Filou ist, wird überhaupt nicht verständlich. Allein die Tatsache, daß die EHe schon so lange währt, reicht da nicht hin. Und auch die Stellung der Eltern zu ihren Töchtern ist alles andere als begreiflich geschildert. Hier ist der Versuch eines Psychogramms schnell gescheitert.
Vor allem aber entbehrt das Buch die Spannung, die spannungsgeladene Atmosphäre, die sich üblicherweise aus der Abweichung von der Normalität, die aber scheinbar weiterläuft, ergibt. Da ist das Buch langweilig, vorhersehbar, durchschaubar. Und nicht einmal die mitgelieferten Erklärungen lassen irgendetwas nicht durchsichtig erscheinen. Wer Colin ist, weiß man. Was passieren wird, auch. Ein Hitchcock vermag aus einer solchen Situation die spannendste und gruseligste Geschichte herstellen - Joy Fielding gelingt das überhaupt nicht. Hier hat sie sich mit ihre Fähigkeiten eindeutig übernommen.
Fazit: Die 17 Dm, die ich seinerzeit gezahlt habe für\'s Taschenbuch, kann man sich schenken.
Bewerten / Kommentar schreiben