Ford Mondeo Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2003
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Summe aller Bewertungen
- Fahreigenschaften:
- Fahrkomfort:
- Platzangebot:
- Zuverlässigkeit:
Erfahrungsbericht von ralphi72
Graue Maus mit Laserschwert
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Ohne auf den Schriftzug am Heck oder in die Wagenpapiere zu schauen, erkennen manche Menschen Autos. Marke, Modell, Jahrgang. Sie haben sich spezialisiert. Es gibt Individuen, denen reicht ein Rostkrümeö - forensisch betrachtet eine Art DNA des Vehikels -, um ein genaues Signalement auszuspucken. Auf Wunsch nennen sie einem die Fabriknummer des Motors und das Innenvolumen des Handschuhfaches in Kubikzentimetern.
Wer nict dazu gehört, sucht Er gerät in Situationen, in denen er den Schlüssel der Mietwagenfirma in der Hand hält. Er liest "Ford Focus Turnier", irrt auf dem Parkplatz neben dem Hamburger Hauptbahnhof umher, auf der verzweifelten Suche nach dem Auto, das er für das Wochenende gebucht hat. 156,55 Euro, inklusive Mehrwertsteuer. Noch immer steht "Ford Focus Turnier" auf dem Zunschlüssel. "Grau" sagt ihm etwas. Er sucht nach Farbe den Parkplatz ab und vergleicht die Nummern auf den amtlichen Kennzeichen mit der auf dem Zündschlüssel: DN-SD 8444. Irgendwo entdeckt er ein Kleinstschild, das auf spezielle Sixt-Parkplätze hinweisen möchte. Aberauch dort steht alles Mögliche an Gefährten, keiner heißt Focus, keiner Turnier.
Weiß der Mietvertrag mehr? "Fahrzeug steht auf BGS". Taxifahrer auf dem Parkplatz des Bundesgrenzschutz bestätigen, dass ich 200 Autos dort abgesucht habe, wo man mich hingeschickt hat. Nach einer halben Stunde gebe ich auf, marschiere zurück. Man wird mich am Sixt-Schalter für den Vollidioten des Tages halten. Und das nur Stunden nachdem mein deutscher Führerschein den im Prinzip seit drei Jahren abgelaufenen schweizerischen ersetzt hat. Aber das gehört vielleicht nicht hierher.
Ich bin nicht der Idiot. Dem Sixt-Mann fällt ein, dass ein Kollege den Wageb kilometerweit weg bei den Deichtorhallen abgestellt hat, um es bald drei Monate für sich zu haben. Das Auto sei deshalb tatsächlich nicht da. Ich bin beruhigt. Mein Ruf ist gerettet. Eine Panne, keine Entschuldigung, stattdessen ein sanfter Vorwurf: "Würden Sie nicht unbedingt den Focus wollen, könnte ich Ihnen einen anderen geben." Er opfert sich, bringt mich hin. Längst ist es Nacht. Aber die Redseligkeit des Sixt-Mannes rettet den Abend.
Bei welch anderer Gelegenheit hätte ich erfahreb, wie Autovermieter sich verhalten, wenn andere sich auf ihre Parkplätze stellen. "Manchmal parken wir sie zu." Das sei eigentlich "Nötigung" aber "wir machen das". Die müssten dann das Büro von Sixt suchen und beichten. "Wir fragen dann: So, sie haben auf unseren Parkplätzen geparkt?" Das seiso ihre Rache. Und schon sind wie da. Es ist zappendustere Nacht. Noch immer weiß ich nicht wie Ford Focus Turnier aussieht. Aber etwas steht da. Sehr erfreut, DN-SD 8444.
Am Samstag muss der Focus Stadtauto spielen. Er sehe schön spacig, futuristisch aus. Es wäre rufschädigend, zu verraten, wer das gesagt hat. An Godards Ventilatoren in Alphaville ist mehr Zukunft als in dieser auf graue Flitzmaus gestylten Nase. Das Auto kostet über 30 000 Mark, die vielen Plastikteile vermitteln dagegen, in der Zastava-Klasse gelandet zu sein.
Die Gründe für den Eisenmangel leuchten ein: Gewichtseinsparung, Benzinverbrauch. Aber die Vernunft kann einen ja nicht zwingen, das Auto zu lieben. Die reihe von Dingen, die den Gusto der Ästehtik malträtieren: Das mit genähtem Kunstleder umwickelte Lenkrad sieht irgendwie nuttig aus. Oder die Resultate, die vom Scheitern des Farbdesigners künden. Der hat offenbar versucht, Schaltknüppek, Einbau-Stereoanlage und den Amaturenbrett-Kunststoffüberzug in denselben Grau-Anthrazit-Tönen hinzukriegen.
Aber nun ist es Zeit, das Auto lieben zu lernen. Es ist ein Meisterwerk der Übersichtlichkeit. Nach drei Minuten habe ich allen Schaltern im Cockpit Funktionen zugeordnet. Ich kann scheinwerfern, notblinken, Heckscheibe wärmen. Die runden Einbuchtungen in der Mittelkonsole sind für das Abstellen von Getränkedosen gedacht. Für PET-Trinker sind die Beulen allerdings zu groß. Die 0,5-Liter-Flasche landet in der ersten Kurve sabbernd zwischen den Pedalen.
Die Sitze sind zu eng, die Schultern werden im Hü und Hott des Stadtverkehrs immer wieder vor die Brust gedrückt. Focus ist keine Stadtmarke. Zu rumpelig reagiert er beim Schalten. Der Knüppel scheint eingebettet in einen Haufen rostiger Nägel., hinzu kommz der unschöne Traktorenklang des Dieselmotors - den man immerhin beim Starten nicht vorwärmen muss.
Auf dem Land ist es schön. es ist jetzt Sonntag. Muss man nicht schalten, ist der Focus ein angenehmes Fortbewegungsmittel. Das findet auch die Familie. Das freundliche Herbstwetter tut sein übriges. Neblige Schleier hängen am Himmel, die Sonne scheint als wäre es das letzte mal. Ausfahrten flitzen vorbei und als Spdländer staune ich über die seltsamen Ortsnamen der Nordstaatler: Radbruch, Winsen, Borstel, Vögelsen.. Meine Frau ertappt mich, wie ich 150 fahre. Ich habe es elbst nicht bemerkt, so ruhig segelt der Focus dahin. ich bedaure in diesem Moment einzig, dass in diesem Wagen zwar fünf Spiegel sind (Zwie außen, einer an der Decke und zwei zum Schminken), ich aber der kleinen Ana hinter mir in keinem Zugucken kann, wie sie zu den "zügelnden Igeln" der schweizer Mundart-Rockband Züri West mit dem Koppf wippt.
Wendland, Ggend von Lndwürsten und Castor-Transporten. Überall, an Scheunen und Bäumen, die Kreuze der Wehrhaften. Dass es mir in diesem potthässlichen. lustfremden Ford warm ums Herz werden könnte, hätte ich nicht gedacht.
Die Kälte kehrt auf der Autobahn zurück. Zu spät bemrke ich beim Überholen, dass hinter mit einer mit 300 kommt. Er klebt am Hintern unserer Kutsche und ich erfahre, was mit dem Fachterminus "Überholprestige" gemeint sein könnte. Das Raubtier faucht, wirft Flammen. Und als der ungeduldige Herr dann vorbeidarf, lässt er sein Auto noch akkustisch meckern.
Ich habe fast alles getestet. Man kann unter der geöffneten fünften Tür aufrecht stehen, die Beschleunigunh hat einmal für ein dezentes Reifebquietschen gereicht. Ein Fahrrad hat bei heruntergeklappten sitzen problemlos Platz. Der Einschlag ist hervorragend, nur über den Airbag kann ich nichts sagen. Ich habe ihn nicht gebraucht.
Nun ist wieder Nacht. Meine partielle Nachtblindheit isrt weggeblasen. Sogar mit Abblendung bleibt die Übersichtlichkeit vorhanden. Der Focus kann leuchten! Der Lichtdesigner hat besser gearbeitet als der Farbdesigner. Genau die Knöpfe sind beleuchtet, die es auf einer nächtlichen Fahrt brauch. Sogar ästhetische Punkte kann der Focus jetzt buchen. Die vier Zeiger für Temperatur, Tempo, Touren und Tankfüllung leuchten aus dem Amaturenbrett heraus, wie die rote Version von Luke Skywalkers Laserschwert.
Dann haben uns die Hamburger Lichter wieder. Um den Morgenstau zu vermeiden, stelle ich das Auto schan am Abend wieder zu den Sixttäfelchen. Dem Sixt-Mann sage ich, dass ich mit dem Auto zufrieden war.
Wer nict dazu gehört, sucht Er gerät in Situationen, in denen er den Schlüssel der Mietwagenfirma in der Hand hält. Er liest "Ford Focus Turnier", irrt auf dem Parkplatz neben dem Hamburger Hauptbahnhof umher, auf der verzweifelten Suche nach dem Auto, das er für das Wochenende gebucht hat. 156,55 Euro, inklusive Mehrwertsteuer. Noch immer steht "Ford Focus Turnier" auf dem Zunschlüssel. "Grau" sagt ihm etwas. Er sucht nach Farbe den Parkplatz ab und vergleicht die Nummern auf den amtlichen Kennzeichen mit der auf dem Zündschlüssel: DN-SD 8444. Irgendwo entdeckt er ein Kleinstschild, das auf spezielle Sixt-Parkplätze hinweisen möchte. Aberauch dort steht alles Mögliche an Gefährten, keiner heißt Focus, keiner Turnier.
Weiß der Mietvertrag mehr? "Fahrzeug steht auf BGS". Taxifahrer auf dem Parkplatz des Bundesgrenzschutz bestätigen, dass ich 200 Autos dort abgesucht habe, wo man mich hingeschickt hat. Nach einer halben Stunde gebe ich auf, marschiere zurück. Man wird mich am Sixt-Schalter für den Vollidioten des Tages halten. Und das nur Stunden nachdem mein deutscher Führerschein den im Prinzip seit drei Jahren abgelaufenen schweizerischen ersetzt hat. Aber das gehört vielleicht nicht hierher.
Ich bin nicht der Idiot. Dem Sixt-Mann fällt ein, dass ein Kollege den Wageb kilometerweit weg bei den Deichtorhallen abgestellt hat, um es bald drei Monate für sich zu haben. Das Auto sei deshalb tatsächlich nicht da. Ich bin beruhigt. Mein Ruf ist gerettet. Eine Panne, keine Entschuldigung, stattdessen ein sanfter Vorwurf: "Würden Sie nicht unbedingt den Focus wollen, könnte ich Ihnen einen anderen geben." Er opfert sich, bringt mich hin. Längst ist es Nacht. Aber die Redseligkeit des Sixt-Mannes rettet den Abend.
Bei welch anderer Gelegenheit hätte ich erfahreb, wie Autovermieter sich verhalten, wenn andere sich auf ihre Parkplätze stellen. "Manchmal parken wir sie zu." Das sei eigentlich "Nötigung" aber "wir machen das". Die müssten dann das Büro von Sixt suchen und beichten. "Wir fragen dann: So, sie haben auf unseren Parkplätzen geparkt?" Das seiso ihre Rache. Und schon sind wie da. Es ist zappendustere Nacht. Noch immer weiß ich nicht wie Ford Focus Turnier aussieht. Aber etwas steht da. Sehr erfreut, DN-SD 8444.
Am Samstag muss der Focus Stadtauto spielen. Er sehe schön spacig, futuristisch aus. Es wäre rufschädigend, zu verraten, wer das gesagt hat. An Godards Ventilatoren in Alphaville ist mehr Zukunft als in dieser auf graue Flitzmaus gestylten Nase. Das Auto kostet über 30 000 Mark, die vielen Plastikteile vermitteln dagegen, in der Zastava-Klasse gelandet zu sein.
Die Gründe für den Eisenmangel leuchten ein: Gewichtseinsparung, Benzinverbrauch. Aber die Vernunft kann einen ja nicht zwingen, das Auto zu lieben. Die reihe von Dingen, die den Gusto der Ästehtik malträtieren: Das mit genähtem Kunstleder umwickelte Lenkrad sieht irgendwie nuttig aus. Oder die Resultate, die vom Scheitern des Farbdesigners künden. Der hat offenbar versucht, Schaltknüppek, Einbau-Stereoanlage und den Amaturenbrett-Kunststoffüberzug in denselben Grau-Anthrazit-Tönen hinzukriegen.
Aber nun ist es Zeit, das Auto lieben zu lernen. Es ist ein Meisterwerk der Übersichtlichkeit. Nach drei Minuten habe ich allen Schaltern im Cockpit Funktionen zugeordnet. Ich kann scheinwerfern, notblinken, Heckscheibe wärmen. Die runden Einbuchtungen in der Mittelkonsole sind für das Abstellen von Getränkedosen gedacht. Für PET-Trinker sind die Beulen allerdings zu groß. Die 0,5-Liter-Flasche landet in der ersten Kurve sabbernd zwischen den Pedalen.
Die Sitze sind zu eng, die Schultern werden im Hü und Hott des Stadtverkehrs immer wieder vor die Brust gedrückt. Focus ist keine Stadtmarke. Zu rumpelig reagiert er beim Schalten. Der Knüppel scheint eingebettet in einen Haufen rostiger Nägel., hinzu kommz der unschöne Traktorenklang des Dieselmotors - den man immerhin beim Starten nicht vorwärmen muss.
Auf dem Land ist es schön. es ist jetzt Sonntag. Muss man nicht schalten, ist der Focus ein angenehmes Fortbewegungsmittel. Das findet auch die Familie. Das freundliche Herbstwetter tut sein übriges. Neblige Schleier hängen am Himmel, die Sonne scheint als wäre es das letzte mal. Ausfahrten flitzen vorbei und als Spdländer staune ich über die seltsamen Ortsnamen der Nordstaatler: Radbruch, Winsen, Borstel, Vögelsen.. Meine Frau ertappt mich, wie ich 150 fahre. Ich habe es elbst nicht bemerkt, so ruhig segelt der Focus dahin. ich bedaure in diesem Moment einzig, dass in diesem Wagen zwar fünf Spiegel sind (Zwie außen, einer an der Decke und zwei zum Schminken), ich aber der kleinen Ana hinter mir in keinem Zugucken kann, wie sie zu den "zügelnden Igeln" der schweizer Mundart-Rockband Züri West mit dem Koppf wippt.
Wendland, Ggend von Lndwürsten und Castor-Transporten. Überall, an Scheunen und Bäumen, die Kreuze der Wehrhaften. Dass es mir in diesem potthässlichen. lustfremden Ford warm ums Herz werden könnte, hätte ich nicht gedacht.
Die Kälte kehrt auf der Autobahn zurück. Zu spät bemrke ich beim Überholen, dass hinter mit einer mit 300 kommt. Er klebt am Hintern unserer Kutsche und ich erfahre, was mit dem Fachterminus "Überholprestige" gemeint sein könnte. Das Raubtier faucht, wirft Flammen. Und als der ungeduldige Herr dann vorbeidarf, lässt er sein Auto noch akkustisch meckern.
Ich habe fast alles getestet. Man kann unter der geöffneten fünften Tür aufrecht stehen, die Beschleunigunh hat einmal für ein dezentes Reifebquietschen gereicht. Ein Fahrrad hat bei heruntergeklappten sitzen problemlos Platz. Der Einschlag ist hervorragend, nur über den Airbag kann ich nichts sagen. Ich habe ihn nicht gebraucht.
Nun ist wieder Nacht. Meine partielle Nachtblindheit isrt weggeblasen. Sogar mit Abblendung bleibt die Übersichtlichkeit vorhanden. Der Focus kann leuchten! Der Lichtdesigner hat besser gearbeitet als der Farbdesigner. Genau die Knöpfe sind beleuchtet, die es auf einer nächtlichen Fahrt brauch. Sogar ästhetische Punkte kann der Focus jetzt buchen. Die vier Zeiger für Temperatur, Tempo, Touren und Tankfüllung leuchten aus dem Amaturenbrett heraus, wie die rote Version von Luke Skywalkers Laserschwert.
Dann haben uns die Hamburger Lichter wieder. Um den Morgenstau zu vermeiden, stelle ich das Auto schan am Abend wieder zu den Sixttäfelchen. Dem Sixt-Mann sage ich, dass ich mit dem Auto zufrieden war.
11 Bewertungen, 2 Kommentare
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18.05.2006, 16:22 Uhr von willibald-1
Bewertung: sehr hilfreich"Wer nict dazu gehört, sucht Er gerät in Situationen, in denen er den Schlüssel der Mietwagenfirma in der Hand hält" ???????? - Ansonsten: bis auf die kleinen Fehlerchen nett erzählt - aber leider nicht wirklich übersichtlich. Und fast die Hälfte
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24.03.2002, 12:50 Uhr von schweitzman
Bewertung: sehr hilfreichSo einen will ich mir auch zulegen, aber als Diesel...
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