Friseur/in Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Einstellungschancen:  gut
  • Aufstiegschancen:  durchschnittlich
  • Verdienstmöglichkeiten:  schlecht
  • Sozialleistungen:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von Schoenheit2003

3 Jahre zum Fenster rausgeschmissen

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Als ich mit 16 Jahren die Schule verlassen habe, stand mein Berufswunsch fest; Ich wollte unbedingt Frisörin werden. Mein Glück war perfekt als ich gleich bei der zweiten Bewerbung eine Zusagen bekommen habe. Der Betrieb schien echt toll zu sein. Neben der Chefin arbeiteten dort noch zwei Friseur- Gesellinnen, 1 Azubi im 3. Jahr, ein Azubi im 2. Jahr und dann ich im 1. Jahr.

Zu Beginn der Ausbilung war ich den ganzen Tag nur mit Putzen beschäftigt. Ok, klar darf man nicht sofort an die Haare der Kunden, aber wenigstens mal waschen, oder einwickeln. Nach satten 3 Monaten durfte ich das endlich, zumindest waschen. Mir graute schon schlimmes, denn auch die Auszubildende im 2. Jahr durfte nie schneiden oder frisieren. Gegen Ende des ersten Jahren durfte ich dann gnädigerweise gelegentlich mal die Farbe anrühren und wenn es nur die Ansätze waren, auch mal färben. Ich hatte also ein ganzes Jahr im Friseursalon gearbeitet und praktisch rein gar nichts gelernt.

Zur Mitte des zweiten Jahres kam dann die Zwischenprüfung, ich hatte immer noch nicht geschnitten (außer in der Schule an Modellköpfen), die Prüfungsaufgabe war ein Frauenstufenschnitt mit Strähnchen und ein einfacher Männerschnitt. Den Männerschnitt habe ich echt gut hinbekommen, ich hatte auch genug Möglichkeit an meinem Freund zu üben (sonst hat mich ohne Erfahrung keiner ran lassen wollen) aber der Frauenschnitt? Eine Katastrophe, die Strähnchen waren total ungleichmäßig und die Stufen nicht paralel. Aber wie auch? Ich hatte beides noch nie zu vor gemacht. Durch Kopfmassage, Kundengespräch und Wasserwelle (was das einzige ist dass man am Modellkopf gut üben kann) konnte ich mich noch auf eine 3 retten.
In der schriftlichen Prüfung hatte ich eine glatte 1.

Auch die restlichen 1 1/2 Jahre durfte ich seeeeehr selten schneiden. Plötzlich war da die Abschlussprüfung: Auf die Frauenfrisur bekam ich eine 5, da ich aber sonst nur gute Noten hatte, war mein endgültiger Schnitt 1,9. Ich freute mich wie ein Schneekönig, die Ausbildung zur Friseurin (oder zur Friseursalonputzfrau) endlich fertig zu haben. Da meine Chefin mich nicht übernommen hat musste ich mir eine neue Arbeit suchen, doch nie ist es über die Probezeit hinausgegangen. Eine meinte sogar: Tut mir leid, aber meine Azubis im ersten Jahr können mehr! Das hat schon ganz schön gesessen, aber ich muss ihr recht geben, leider.

Nachdem ich dann fast ein Jahr Arbeitslos war, habe ich eine neue Ausbildung zur Bankkauffrau begonnne. Das war das einzige gute daran, denn auf Grund meines guten Prüfungsergebnisses habe ich die Mittlere Reife erlangt und konnte damit Bankkauffrau lernen. Und bei diesem Beruf bin ich auch geblieben.

FAZIT: Der Beruf der Friseurin ist ein wunderschöner Beruf doch man muss mit seinem Ausbilder schon etwas Glück haben um wirklich was lernen zu können. Ich habe von einigen aus meiner Klasse mitbekommen, dass es ihnen ähnlich ging. Die Chefinnen freuen sich über billige Arbeitskräfte die die Drecksarbeit machen, wirklich ausbilden wollen sie gar nicht.
Als ich würde euch raten, wenn ihr diesen Beruf lernen wollt, macht erst mal ein mehrwöchiges Praktikum im Salon um zu sehen wie es den anderen Azubis ergeht.

Meine Bewertung bezieht sich jetzt auch meine persönlichen Erfahrungen, sie haben nichts mit dem Beruf allgemein zu tun

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