Gangs of New York (DVD) Testbericht
D
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Erfahrungsbericht von wildheart
The Hands That Built America
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
„Oh my love
It's a long way we've come
From the freckled hills to the steel and glass canyons
From the stony fields, to hanging steel from the sky
From digging in our pockets, for a reason not to say goodbye
These are the hands that built America
Russian, Sioux, Dutch, Hindu
Polish, Irish, German, Italian.“ (1)
Dass historische Gedächtnis ist oft ein Kurzzeitgedächtnis. Nach dem zweiten Weltkrieg und dem Holocaust bekam so mancher Fremde in Deutschland zu spüren, dass es die Jahre 1933 bis 1945 für viele Deutsche nicht zu geben schien. Man machte wieder Urlaub, im Land wo die Zitronen blühen, und schuf sich ein Wirtschaftswunder. Und ein Wunder brauchte man, um der Vergangenheit Herr zu werden, sprich: sie zu verdrängen oder zu verleugnen, wie es Margarete und Alexander Mitscherlich Ende der 60er Jahre in ihrem Buch „Die Unfähigkeit zu trauern“ so drastisch schilderten.
Auch die amerikanische Geschichte ist von solchen Ausblendungen reich. Und der allzu gerne gepflegte Leitsatz: „Amerika bedeutet Zivilisation auf höchstem Niveau, woanders herrscht Barbarei“ überzieht die jüngste Vergangenheit bis in die letzten Winkel der Erde. In seinem epochalen Film „Gangs of New York“ zieht Martin Scorsese, wie schon in früheren Filmen, gegen diese Verblendung zu Felde. Scorsese schildert – unter erheblichem Aufwand an Ausstattung, Kulissen (ein ganzer Stadtteil wurde in Cinecitta in Rom nach Beschreibungen, Zeichnungen und Fotos bis in alle Einzelheiten unter Leitung von Dante Ferretti rekonstruiert), Kostümen –, wie ab Mitte des 19. Jahrhunderts ein ganz anderes New York sich entwickelte, als es die meisten und vor allem die Amerikaner selbst heute kennen. Im Zentrum stehen die Five Points, eine Kreuzung von fünf Straßen im Süden New Yorks, zwischen Canal Street, Chinatown und dem heutigen Financial District. Dort führt Bill the Butcher (Daniel Day-Lewis) einen Krieg gegen die verhassten irischen Einwanderer, die katholischen Hungerleider, die zu Zehntausenden nach der großen Hungersnot, The Great Famine, in Irland ihre letzten Habseligkeiten zusammenrafften und unter extremen Strapazen in Amerika auf ein neues Leben hofften.
„I last saw your face in a watercolour sky
As sea birds argued a long goodbye
I took your kiss on the spray of the new line star
You gotta live with your dreams
Don't make them so hard
And these are the hands that built America
These are the hands that built America
The Irish, the Blacks, the Chinese, the Jews
Korean, Hispanic, Muslim, Indian.“ (1)
Doch der Sohn des von Bill 16 Jahre zuvor in einem Bandenkrieg zwischen seinen Natives und den irischen Dead Rabbits ermordeten Priesters Vallon (Liam Neeson), Amsterdam (Leonardo DiCaprio), sinnt auf Rache. Aus einem Erziehungsheim zurückgekehrt gewinnt er das Vertrauen des mächtigen Bill, der mit den politischen Wortführern der Reichen New Yorks, die in der 5th Avenue leben, der sog. Tammany Hall (den späteren Demokraten), ein taktisches Bündnis geschlossen hat. Anführer der Tammany Hall ist einer der wohl korruptesten und skrupellosesten Männer der amerikanischen Geschichte, William „Boss“ Tweed (Jim Broadbent), der die Polizei kontrolliert und alles tut, um Wählerstimmen zu bekommen. Die Mittel spielen keine Rolle. Gewalt ist in Five Points sowieso an der Tagesordnung.
Die Situation spitzt sich zu, als ein alter Freund Amsterdams, Johnny Sirocco (Henry Thomas), Amsterdams Identität an Bill verrät – aus Eifersucht, denn die Taschendiebin Jenny (Cameron Diaz) verliebt sich in Amsterdam und nicht in Johnny. Es beginnt ein Kampf um Leben und Tod.
Scorsese schildert aber nicht nur diese Geschichte der Rivalität und Rache. Er zeigt ein New York in vielen Einzelheiten, den sozialen Lebensumständen, so weit sie rekonstruiert werden konnten, ein Milieu, in dem Korruption, Gewalt, Armut, Bandendiktatur und Intrige die Macht konstituieren, und nicht irgendeine demokratisch gewählte und kontrollierte Regierung. Einziger Kontrapunkt in diesem düsteren Spiel scheint die Liebe zwischen Jenny und Amsterdam.
Scorsese räumt auf mit der Unterscheidung von Zivilisation und Barbarei. An den Five Points ist kein Unterschied zwischen beiden sichtbar. Die Diktatur der verschiedenen Interessengruppen balanciert sich aus durch Gewalt und geschicktes Taktieren. Erst als die Reichen der Stadt den Überblick verlieren und selbst Opfer der wütenden Gegner der Einberufung zum Bürgerkrieg werden, lassen sie durch die Zentralregierung den Aufstand niederschlagen. Doch das Ende der Bandenkriege ist nicht der Anfang der Demokratie. Der Tod Bills ist nicht das Ende von Gewalt und Korruption.
Ich will es dabei belassen, da ein ausführlicher Bericht von mir und ausgezeichnete Berichte von anderen zum Film schon lange vorliegen.
„Of all of the promises
Is this one we can keep?
Of all of the dreams
Is this one still out of reach?
Its early fall
There's a cloud on the New York skyline
Innocence dragged across a yellow line
These are the hands that built America
These are the hands that built America.“ (1)
• DVD •
1. Technische Informationen:
Die 2 Disc Spezial Edition enthält den Film auf der ersten, ausführliches Bonusmaterial auf der zweiten DVD.
Erscheinungsdatum: 22.9.2003
Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1 und DTS), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
Bildformat: 6:9 (2,35:1); Pal Ländercode 2
Bonusmaterial: ca. 90 Minuten
2. Bonusmaterial:
2.1. Set-Design (9 Minuten):
Vor allem Dante Ferretti, aber auch Scorsese und einige Schauspieler berichten über die langwierigen, so weit ich mich erinnere fünfmonatigen aufwendigen Bauten in Rom, um den Stadtteil um die Five Points möglichst detailgerecht zu rekonstruieren.
2.2. Erforsche das Set von „Gangs of New York (knapp 23 Minuten):
Das Feature zeigt einen Rundgang von Scorsese und Ferretti durch Cinecitta, wo der Stadtteil rekonstruiert wurde. Man erfährt wirklich Interessantes über Fragen wie: Woher nahm Scorsese sein Material, welche Schwierigkeiten mussten überwunden und historischen Lücken geschlossen werden usw. Zudem kann mit der Playtaste im 360-Grad-Modus das Set an einigen Stellen angeschaut werden; der Rundgang wird für diese Momente unterbrochen. Sehr beeindruckend und eine gute Ergänzung zu dem ersten Feature.
2.3. Das Kostüm-Design (knapp 9 Minuten):
Kostümdesignerin Sandy Powell berichtet über den enormen Aufwand, um insgesamt annähernd 7.000 Kostüme zu fertigen, und die Bedeutung der Kostüme für den Film. Man war auf Zeichnungen, die ersten Fotos und viel Phantasie angewiesen, insbesondere was die Kleidung der Unterschichten anbetrifft. Gezeigt werden farbige Entwürfe der Kostüme, u.a. auch für die Hauptdarsteller.
2.4. Die Geschichte der Five Points (13,5 Minuten):
Das Feature schildert die Probleme des durch riesige Einwanderungswellen geplagten New Yorks und die Auseinandersetzungen, die daraufhin mit den sich selbst als „Ur-Amerikaner“, Natives, titulierenden in New York geborenen Menschen begannen. Noch interessanter ist das nächste Feature,
2.5. Die wahren Gangs of New York (34 Minuten):
Historiker schildern ausführlich die sozialen Verhältnisse im New York Mitte des 19. Jahrhunderts, die Five Points als wohl einen der größten Slums der USA, sprechen über die Bedeutung der zahlreichen Feuerwehren – jede Gang besaß eine –, die mehr gegeneinander kämpften als Feuer zu löschen, über die zwei Polizeieinheiten, die sich ebenfalls bekriegten, und über die Geschichte William Tweeds (der übrigens u.a. das Metropolitan Museum of Arts bauen ließ). Die Historiker schätzen, dass 30.000 bis 40.000 Straßenkinder in New York lebten, viele Frauen als Taschendiebe zur Geldbeschaffung der Gangs eingesetzt wurden. Sie erzählen auch von dem wohl größten inneramerikanischen Aufstand von ca. 80.000 plündernden, mordenden Menschen, die gegen die Einberufung zum Bürgerkrieg protestierten, dann aber nur noch wie bestialische Horden durch die Stadt zogen und Schwarze ermordeten. Am 15.7.1863 schlug die Armee den Aufstand nieder. 2.000 Tote soll es nach Schätzungen mindestens gegeben haben. Schließlich wird über den Sturz Tweeds 1871 berichtet.
2.6. Musik-Video (4 Minuten 48 Sekunden):
Das von U2 eigens für den Film komponierte „The Hands That Built America“ ist in einem Musik-Video zu sehen, in dem Aufnahmen aus dem Film mit Aufnahmen der Band zusammengeschnitten wurden.
Der deutsche Trailer und der Original-Teaser-Trailer schließen die zweite DVD ab.
Das Zusatzmaterial ist interessant, kurzweilig und durch beeindruckende Aufnahmen vom Set abwechslungsreich gestaltet. Es kann in englischer Originalversion oder mit deutscher Voice-over abgespielt werden.
3. Preis:
Bei Amazon: € 22,90.
Bei CD WOW: € 14,95.
4. An Ton und Bild gibt es nichts auszusetzen.
Fazit
Der Film ist die beeindruckende Studie eines Teils der amerikanischen Geschichte, die bislang offenbar nur wenig beachtet wurde, spannend, bis in die Nebenrollen exzellent besetzt, von überwältigenden Bildern eines Milieus geprägt, über das nur wenig bekannt ist. Dass Scorsese es mit der historischen Wahrheit (was die Personen betrifft) nicht immer genau nimmt, spielt dabei keine Rolle. Es handelt sich schließlich um einen Spielfilm und keine historische Dokumentation. Die Aussage des Films und die Darstellung der Zeit kommen jedenfalls – das wird auch aus dem Zusatzmaterial deutlich – der historischen Realität sehr nahe.
Das Zusatzmaterial ist als Ergänzung zum Film mehr als geeignet (z.B. auch für Unterrichtszwecke) und verzichtet auf die oft bei Making Offs üblichen inszenierten Werbeeffekte.
Wertung: Film: 10 von 10 Punkten (mit Prädikat besonders wertvoll)
Wertung DVD: 10 von 10 Punkten.
[1] U2, The Hands That Built America, geschrieben für Gangs of New York.
Gangs of New York
(Gangs of New York)
USA, Deutschland, Italien, Großbritannien, Niederlande 2002, 168 Minuten
Regie: Martin Scorsese
Drehbuch: Jay Cocks, Steven Zaillian, Kenneth Lonergan, u.a. nach dem Buch von Herbert Asbury („The Gangs of New York“ von 1928)
Musik: Howard Shore
Director of Photography: Michael Ballhaus
Schnitt: Thelma Schoonmaker
Produktionsdesign: Dante Ferretti, Stefano Maria Ortolani, Robert Guerra, Maria Theresa Barbasso, Nazzareno Piana, Alessandro Alberti, Dimitri Capuani
Hauptdarsteller: Leonardo DiCaprio (Amsterdam Vallon), Daniel Day-Lewis (William „Bill the Butcher“ Cutting), Cameron Diaz (Jenny Everdeane), Liam Neeson (Priester Vallon), Jim Broadbent (William „Boss“ Tweed), John C. Reilly (Happy Jack), Henry Thomas (Johnny Sirocco), Brendan Gleeson (Walter „Monk“ McGinn), Gary Lewis (McGloin), Stephen Graham (Shang), Eddie Marsan (Killoran), Alec McCowen (Reverend Raleigh), David Hemmings (Mr. Schermershorn), Larry Gilliard Jr. (Jimmy Spoils), Cara Seymour (Hell-Cat Maggie), Roger Ashton-Griffiths (P. T. Barnum), Peter Hugo Daly (einarmiger Priester), Cian McCormack (der junge Amsterdam)
Internet Movie Database: http://german.imdb.com/Title?0217505
Weitere Filmkritik(en):
„Chicago Sun-Times“ (Roger Ebert) (3,5 von 4 Punkten):
http://www.suntimes.com/ebert/ebert_reviews/2002/12/122004.html
„Movie Reviews“ (James Berardinelli) (3 von 4 Punkten):
http://movie-reviews.colossus.net/movies/g/gangs_ny.html
© Ulrich Behrens 2003 für
www.ciao.com
www.yopi.de
www.Dooyoo.de
It's a long way we've come
From the freckled hills to the steel and glass canyons
From the stony fields, to hanging steel from the sky
From digging in our pockets, for a reason not to say goodbye
These are the hands that built America
Russian, Sioux, Dutch, Hindu
Polish, Irish, German, Italian.“ (1)
Dass historische Gedächtnis ist oft ein Kurzzeitgedächtnis. Nach dem zweiten Weltkrieg und dem Holocaust bekam so mancher Fremde in Deutschland zu spüren, dass es die Jahre 1933 bis 1945 für viele Deutsche nicht zu geben schien. Man machte wieder Urlaub, im Land wo die Zitronen blühen, und schuf sich ein Wirtschaftswunder. Und ein Wunder brauchte man, um der Vergangenheit Herr zu werden, sprich: sie zu verdrängen oder zu verleugnen, wie es Margarete und Alexander Mitscherlich Ende der 60er Jahre in ihrem Buch „Die Unfähigkeit zu trauern“ so drastisch schilderten.
Auch die amerikanische Geschichte ist von solchen Ausblendungen reich. Und der allzu gerne gepflegte Leitsatz: „Amerika bedeutet Zivilisation auf höchstem Niveau, woanders herrscht Barbarei“ überzieht die jüngste Vergangenheit bis in die letzten Winkel der Erde. In seinem epochalen Film „Gangs of New York“ zieht Martin Scorsese, wie schon in früheren Filmen, gegen diese Verblendung zu Felde. Scorsese schildert – unter erheblichem Aufwand an Ausstattung, Kulissen (ein ganzer Stadtteil wurde in Cinecitta in Rom nach Beschreibungen, Zeichnungen und Fotos bis in alle Einzelheiten unter Leitung von Dante Ferretti rekonstruiert), Kostümen –, wie ab Mitte des 19. Jahrhunderts ein ganz anderes New York sich entwickelte, als es die meisten und vor allem die Amerikaner selbst heute kennen. Im Zentrum stehen die Five Points, eine Kreuzung von fünf Straßen im Süden New Yorks, zwischen Canal Street, Chinatown und dem heutigen Financial District. Dort führt Bill the Butcher (Daniel Day-Lewis) einen Krieg gegen die verhassten irischen Einwanderer, die katholischen Hungerleider, die zu Zehntausenden nach der großen Hungersnot, The Great Famine, in Irland ihre letzten Habseligkeiten zusammenrafften und unter extremen Strapazen in Amerika auf ein neues Leben hofften.
„I last saw your face in a watercolour sky
As sea birds argued a long goodbye
I took your kiss on the spray of the new line star
You gotta live with your dreams
Don't make them so hard
And these are the hands that built America
These are the hands that built America
The Irish, the Blacks, the Chinese, the Jews
Korean, Hispanic, Muslim, Indian.“ (1)
Doch der Sohn des von Bill 16 Jahre zuvor in einem Bandenkrieg zwischen seinen Natives und den irischen Dead Rabbits ermordeten Priesters Vallon (Liam Neeson), Amsterdam (Leonardo DiCaprio), sinnt auf Rache. Aus einem Erziehungsheim zurückgekehrt gewinnt er das Vertrauen des mächtigen Bill, der mit den politischen Wortführern der Reichen New Yorks, die in der 5th Avenue leben, der sog. Tammany Hall (den späteren Demokraten), ein taktisches Bündnis geschlossen hat. Anführer der Tammany Hall ist einer der wohl korruptesten und skrupellosesten Männer der amerikanischen Geschichte, William „Boss“ Tweed (Jim Broadbent), der die Polizei kontrolliert und alles tut, um Wählerstimmen zu bekommen. Die Mittel spielen keine Rolle. Gewalt ist in Five Points sowieso an der Tagesordnung.
Die Situation spitzt sich zu, als ein alter Freund Amsterdams, Johnny Sirocco (Henry Thomas), Amsterdams Identität an Bill verrät – aus Eifersucht, denn die Taschendiebin Jenny (Cameron Diaz) verliebt sich in Amsterdam und nicht in Johnny. Es beginnt ein Kampf um Leben und Tod.
Scorsese schildert aber nicht nur diese Geschichte der Rivalität und Rache. Er zeigt ein New York in vielen Einzelheiten, den sozialen Lebensumständen, so weit sie rekonstruiert werden konnten, ein Milieu, in dem Korruption, Gewalt, Armut, Bandendiktatur und Intrige die Macht konstituieren, und nicht irgendeine demokratisch gewählte und kontrollierte Regierung. Einziger Kontrapunkt in diesem düsteren Spiel scheint die Liebe zwischen Jenny und Amsterdam.
Scorsese räumt auf mit der Unterscheidung von Zivilisation und Barbarei. An den Five Points ist kein Unterschied zwischen beiden sichtbar. Die Diktatur der verschiedenen Interessengruppen balanciert sich aus durch Gewalt und geschicktes Taktieren. Erst als die Reichen der Stadt den Überblick verlieren und selbst Opfer der wütenden Gegner der Einberufung zum Bürgerkrieg werden, lassen sie durch die Zentralregierung den Aufstand niederschlagen. Doch das Ende der Bandenkriege ist nicht der Anfang der Demokratie. Der Tod Bills ist nicht das Ende von Gewalt und Korruption.
Ich will es dabei belassen, da ein ausführlicher Bericht von mir und ausgezeichnete Berichte von anderen zum Film schon lange vorliegen.
„Of all of the promises
Is this one we can keep?
Of all of the dreams
Is this one still out of reach?
Its early fall
There's a cloud on the New York skyline
Innocence dragged across a yellow line
These are the hands that built America
These are the hands that built America.“ (1)
• DVD •
1. Technische Informationen:
Die 2 Disc Spezial Edition enthält den Film auf der ersten, ausführliches Bonusmaterial auf der zweiten DVD.
Erscheinungsdatum: 22.9.2003
Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1 und DTS), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
Bildformat: 6:9 (2,35:1); Pal Ländercode 2
Bonusmaterial: ca. 90 Minuten
2. Bonusmaterial:
2.1. Set-Design (9 Minuten):
Vor allem Dante Ferretti, aber auch Scorsese und einige Schauspieler berichten über die langwierigen, so weit ich mich erinnere fünfmonatigen aufwendigen Bauten in Rom, um den Stadtteil um die Five Points möglichst detailgerecht zu rekonstruieren.
2.2. Erforsche das Set von „Gangs of New York (knapp 23 Minuten):
Das Feature zeigt einen Rundgang von Scorsese und Ferretti durch Cinecitta, wo der Stadtteil rekonstruiert wurde. Man erfährt wirklich Interessantes über Fragen wie: Woher nahm Scorsese sein Material, welche Schwierigkeiten mussten überwunden und historischen Lücken geschlossen werden usw. Zudem kann mit der Playtaste im 360-Grad-Modus das Set an einigen Stellen angeschaut werden; der Rundgang wird für diese Momente unterbrochen. Sehr beeindruckend und eine gute Ergänzung zu dem ersten Feature.
2.3. Das Kostüm-Design (knapp 9 Minuten):
Kostümdesignerin Sandy Powell berichtet über den enormen Aufwand, um insgesamt annähernd 7.000 Kostüme zu fertigen, und die Bedeutung der Kostüme für den Film. Man war auf Zeichnungen, die ersten Fotos und viel Phantasie angewiesen, insbesondere was die Kleidung der Unterschichten anbetrifft. Gezeigt werden farbige Entwürfe der Kostüme, u.a. auch für die Hauptdarsteller.
2.4. Die Geschichte der Five Points (13,5 Minuten):
Das Feature schildert die Probleme des durch riesige Einwanderungswellen geplagten New Yorks und die Auseinandersetzungen, die daraufhin mit den sich selbst als „Ur-Amerikaner“, Natives, titulierenden in New York geborenen Menschen begannen. Noch interessanter ist das nächste Feature,
2.5. Die wahren Gangs of New York (34 Minuten):
Historiker schildern ausführlich die sozialen Verhältnisse im New York Mitte des 19. Jahrhunderts, die Five Points als wohl einen der größten Slums der USA, sprechen über die Bedeutung der zahlreichen Feuerwehren – jede Gang besaß eine –, die mehr gegeneinander kämpften als Feuer zu löschen, über die zwei Polizeieinheiten, die sich ebenfalls bekriegten, und über die Geschichte William Tweeds (der übrigens u.a. das Metropolitan Museum of Arts bauen ließ). Die Historiker schätzen, dass 30.000 bis 40.000 Straßenkinder in New York lebten, viele Frauen als Taschendiebe zur Geldbeschaffung der Gangs eingesetzt wurden. Sie erzählen auch von dem wohl größten inneramerikanischen Aufstand von ca. 80.000 plündernden, mordenden Menschen, die gegen die Einberufung zum Bürgerkrieg protestierten, dann aber nur noch wie bestialische Horden durch die Stadt zogen und Schwarze ermordeten. Am 15.7.1863 schlug die Armee den Aufstand nieder. 2.000 Tote soll es nach Schätzungen mindestens gegeben haben. Schließlich wird über den Sturz Tweeds 1871 berichtet.
2.6. Musik-Video (4 Minuten 48 Sekunden):
Das von U2 eigens für den Film komponierte „The Hands That Built America“ ist in einem Musik-Video zu sehen, in dem Aufnahmen aus dem Film mit Aufnahmen der Band zusammengeschnitten wurden.
Der deutsche Trailer und der Original-Teaser-Trailer schließen die zweite DVD ab.
Das Zusatzmaterial ist interessant, kurzweilig und durch beeindruckende Aufnahmen vom Set abwechslungsreich gestaltet. Es kann in englischer Originalversion oder mit deutscher Voice-over abgespielt werden.
3. Preis:
Bei Amazon: € 22,90.
Bei CD WOW: € 14,95.
4. An Ton und Bild gibt es nichts auszusetzen.
Fazit
Der Film ist die beeindruckende Studie eines Teils der amerikanischen Geschichte, die bislang offenbar nur wenig beachtet wurde, spannend, bis in die Nebenrollen exzellent besetzt, von überwältigenden Bildern eines Milieus geprägt, über das nur wenig bekannt ist. Dass Scorsese es mit der historischen Wahrheit (was die Personen betrifft) nicht immer genau nimmt, spielt dabei keine Rolle. Es handelt sich schließlich um einen Spielfilm und keine historische Dokumentation. Die Aussage des Films und die Darstellung der Zeit kommen jedenfalls – das wird auch aus dem Zusatzmaterial deutlich – der historischen Realität sehr nahe.
Das Zusatzmaterial ist als Ergänzung zum Film mehr als geeignet (z.B. auch für Unterrichtszwecke) und verzichtet auf die oft bei Making Offs üblichen inszenierten Werbeeffekte.
Wertung: Film: 10 von 10 Punkten (mit Prädikat besonders wertvoll)
Wertung DVD: 10 von 10 Punkten.
[1] U2, The Hands That Built America, geschrieben für Gangs of New York.
Gangs of New York
(Gangs of New York)
USA, Deutschland, Italien, Großbritannien, Niederlande 2002, 168 Minuten
Regie: Martin Scorsese
Drehbuch: Jay Cocks, Steven Zaillian, Kenneth Lonergan, u.a. nach dem Buch von Herbert Asbury („The Gangs of New York“ von 1928)
Musik: Howard Shore
Director of Photography: Michael Ballhaus
Schnitt: Thelma Schoonmaker
Produktionsdesign: Dante Ferretti, Stefano Maria Ortolani, Robert Guerra, Maria Theresa Barbasso, Nazzareno Piana, Alessandro Alberti, Dimitri Capuani
Hauptdarsteller: Leonardo DiCaprio (Amsterdam Vallon), Daniel Day-Lewis (William „Bill the Butcher“ Cutting), Cameron Diaz (Jenny Everdeane), Liam Neeson (Priester Vallon), Jim Broadbent (William „Boss“ Tweed), John C. Reilly (Happy Jack), Henry Thomas (Johnny Sirocco), Brendan Gleeson (Walter „Monk“ McGinn), Gary Lewis (McGloin), Stephen Graham (Shang), Eddie Marsan (Killoran), Alec McCowen (Reverend Raleigh), David Hemmings (Mr. Schermershorn), Larry Gilliard Jr. (Jimmy Spoils), Cara Seymour (Hell-Cat Maggie), Roger Ashton-Griffiths (P. T. Barnum), Peter Hugo Daly (einarmiger Priester), Cian McCormack (der junge Amsterdam)
Internet Movie Database: http://german.imdb.com/Title?0217505
Weitere Filmkritik(en):
„Chicago Sun-Times“ (Roger Ebert) (3,5 von 4 Punkten):
http://www.suntimes.com/ebert/ebert_reviews/2002/12/122004.html
„Movie Reviews“ (James Berardinelli) (3 von 4 Punkten):
http://movie-reviews.colossus.net/movies/g/gangs_ny.html
© Ulrich Behrens 2003 für
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