Gangs of New York (VHS) Testbericht

Gangs-of-new-york-vhs-historienfilm
ab 19,90
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Erfahrungsbericht von loppo

Wenn Amsterdam einen Krieg gegen New York führt ...

Pro:

schöne Schlachten reichlich Action und viel Blut Daniel Day Lewis\\\' Leistung schöne Bilder

Kontra:

Cameron Diaz teils sehr langatmig

Empfehlung:

Ja

An so einem kalten und leicht verschneiten Tag möchte ich meinen neusten Bericht veröffentlichen. Dieses mal lasse ich mich über Scorseses Film Gangs Of New York aus, der vor gut 1,5 Jahren in unseren Kinos lief und nicht so das gewünschte Ansehen beim Publikum gewinnen konnte. Ebenfalls wurde er auch damals auf der Oscarverleihung zwar hoch angepriesen, doch ging letzten Endes leer aus, meiner Meinung nach verständlicher weise. Wie gut der Film also wirklich ist, das erfahrt ihr im Folgenden, viel Spaß beim Lesen...


Story


Wir schreiben das Jahr 1846 in Amerika: Eine Masse von mehreren irischen Imigranten unter der Führung des Priesters Vallon (Liam Neeson) stellt sich dem Tyrannen William Cutting (Daniel Day Lewis) und seinen Männern entgegen, um in einem Krieg zu entscheiden, wem das neu entstehende New York zugesprochen werden soll. Den schon lange dort lebenden Kolonisten oder den Imigranten ...
William Cutting ist in wahrsten Sinne des Wortes ein Tyrann, er wird auch überall Bill der Schlachter genannt, weil er gerne mit einem Schlachterbeil hantiert.
Es kommt letzten Endes zu Krieg den Cutting und seine Männer gewinnt! Cutting tötet währendes Kampfes den Priester Vallon vor den Augen Vallons Sohnes Amsterdam (Leonardo DiCaprio). ...

16 Jahre vergehen, die der junge Amsterdam in einem Waisenhaus voll Rachsucht abgesessen hat. Er will sich an dem Mann rächen, der seinen Vater tötete und dieser Mann ist Cutting, der mittlerweile seine Macht ausgebaut hat und nun schon Chef über ein großes Areal von New York geworden ist.
Amsterdam, der damals verschwunden war, kehrt nun zurück nach New York, zu dem Schauplatz, wo einst sein Vater für seine Freiheit kämpfte und starb.
Um möglichst gut an Cutting heranzukommen, schleust sich Amsterdam in Cuttings Gang ein und wird dort auch herzlich aufgenommen. Schon nach kurzer Zeit schafft er es, Cuttings Vertrauen auf sich zu richten ... hat es aber noch nicht fertig gebracht, ihn bei einer guten Gelegenheit einfach hitnerrücks umzubringen.

Eines Tages lernt Amsterdam die junge Jeanny (Cameron Diaz) kennnen, in die er sich auch prompt verliebt. Problem ist nur, dass Jeanny schon Cutting zugesprochen ist und somit leichte Rivalitäten zwischen den beiden aufkommen.
Letzten Endes kommt es zu dem allseits entscheidenen Kampf, zwischen Cutting und seiner großen tyrannischen Armee und Amsterdam, der nach und nach seine Leute zusammengetrommelt hat und Cutting damit möglicherweise gut standhalten kann ...

Wie der Kampf endet, das kann man sich vielleicht ein wenig denken, aber schaut es euch doch selbst an ...


Mein Eindruck


Story:

Das erste war wohl der Trailer den ich von dem Film gesehen habe und einen schlechten Eindruck hat der auf mich überhaupt nicht gemacht! Die Atmosphäre hat mir gefallen, die Aufmachung und meine Erwartungen stiegen in die Höhe. Ein wenig rechnete ich mit einer abenteuerlichen Geschichte mit ein paar Schlachten, die ruhig an die Brutalität von Braveheart herankommen dürften und einem Kampf zwischen Gut und Böse, der gut dargestellt wird und nicht durch unnötig lange Dialoge in die Länge gezogen wird, wie es bei "Gladiator" zum Teil so war!
Was Regisseur Scorsese hier gezaubert hat ist wirklich bildgewaltig und hat auch eine satte Länge von knapp 170 Minuten. Man könnte meinen, dass dies schon zu lang ist, und ich glaube, man hätte ihn ruhig auch um einige Minuten verkürzen können, weil er einfach zu sehr in die Länge gezogen wurde. Das kann den Film kaputt machen, weil einige Zuschauer einfach nur nach der Zeit gelangweilt werden. Ich bin letztlich einer der hartgesottenen Kinogänger und so schnell bringt mich wirklich NICHTS zum einschlafen, deswegen habe ich darüber hinweggesehen, dass er einige langatmige Szenen hat (langatmig nicht gleich langweilig!), die aber doch wieder Langeweile haben aufkommen lassen. Im Grunde wartet der Zuschauer den ganzen Film nervös auf den letzten entscheidenden Kampf, in dem der Bessere ( der Gute :) ) siegen soll.
Enttäuschend war für mich, dass es letzten Endes gerade mal 2 größere Kämpfe im Film gibt. Da hätte man sicher noch etwas mehr einbauen können, so wären sicher die Braveheart-Fans unter uns auf die Kosten gekommen. Aber ich muss schon sagen, dass die 2 Schlachten schon recht brutal ausgefallen sind, was ganz klar für sich spricht. Der Zuschauer wird mal wieder mit dem abgespeist, was er gerne sehen will: Blut! Was Drum her rum passiert, ist dann meistens unwichtig ...
Ehrlich gesagt weiß ich nicht so recht, was ich von der eingebauten Liebesgeschichte zwischen Amsterdam und Jeanny halten soll, da sie zum Teil sehr aufgedrückt wirkt, von Diaz Seiten überhaupt nicht überzeugend herübergebracht wird.
Ansonsten ist die Geschichte ansich sehr interessant inszeniert und es macht dem Zuschauer auch Spaß, den Verlauf zu verfolgen. Abwechslungsreich wird es vielleicht nicht gerade, und andererseits lässt sich einfach zu gut vorhersehen, wie die Geschichte verläuft. Ich möchte damit jedoch nicht sagen, dass "Gangs of New York" keineswegs spannend ist!
Alles in allem ein durschnittlischer Film von der Story her ...

Schauspieler:

Ich werde auf die 3 Hauptcharaktere einmal näher eingehen. Ganz oben ist mein persönlicher Favorit Daniel Day-Lewis, der Cutting mimt. Meines Erachtens brillierte er schon in "der letzte Mohikaner", obwohl viele nicht die Meinung teilen können. Er stellt Cutting so tyrannisch dar, dass er wirklich alle Blicke auf sich zieht und alle in seinem Schatten stehen. Er stellt das perfekt Böse da, das anscheinend übermachtig ist. Ein klares Lob an Lewis!
Der zweite Charakter wird von DiCaprio gespielt, Amsterdam. Er soll den rachsüchtigen Helden Amsterdam spielen, der Vergeltung an Cutting ausüben soll. In dem Trailer bekommt seine Rolle eine gute Perspektive, er wird als Held richtig gut herausgehoben, kommt im Film dann zum Teil aber noch zu kindlich rüber. Da habe ich sofort feststellen müssen, dass so eine Rolle für DiCaprio nicht geeignet ist. Er soll lieber den Chameur in Catch me If You Can weiterspielen, der ihm wunderbar steht!
Nur mittelmäßige Leistung von DiCaprio.
Kurz und knapp nun noch ein paar Worte zu Diaz: Ehrlich gesagt hätte man jede andere Schauspielerin nehmen können, die mehr aus der Rolle gemacht hätte. Diese "Liebe" kam überhaupt nicht überzeugend herüber und es war einfach nur lächerlich anzusehen, wie sie ohne große Mimik ihren auswendig gelernten Text heruntergeprabbelt hat. Schlechte Leistung Frau Diaz!

Regie:

Martin Scorsese führte bei diesem "monumentalen" Werk Regie! Ich bin der Ansicht, dass er mehr aus dem Drehbuch von Jay Cock hätte machen können. Insofern schade eigentlich, aber man darf ihn nicht auf ganzem Wege kritisieren, weil er denn noch einige sehr schöne Bilder liefert, die durch Austattung, Kostüme und Szenerie wirlich realistisch wirken. In der Hinsicht muss man ihn auch einmal loben!

Brutalität:

Ich habe ja schon unter Story erwähnt, dass der Film zum Zeitpunkt der zwei Hauptschlachten doch recht brutal ausfällt, und kommt in der Hinsicht auch voll und ganz an Braveheart heran, der ebenfalls schon sehr blutig war. Insofern sollte man sich schon überlegen, ob man Blut verträgt oder nicht! Ich denke mal, dass das FSK sich wieder in die Haare kriegen wird. Ich schätze dennoch, dass "Gangs of New York" eine Freigabe ab 16 Jahren erhällt und diese gerechtfertigt ist!

Musik:

Die Musik kommt zwar nicht so gewaltig herüber, wie einst bei Gladiator, oder andererseits auch nicht so emotional wie bei Braveheart, aber verpasst dem Film eine gute Stimmung. Dabei wurden unterschiedliche Musikrichtungen gewählt. Einen Song steuerte selbst U2 bei; Geschmackssache muss ich aber dazu sagen!


Filmdaten


USA 2003

FSK: ab 16 Jahren

Filmlänge: ca 170 Minuten

Regie: Martin Scorsese

Cast: Daniel Day-Lewis, Leonardo DiCaprio, Cameron Diaz

URL: www.gangsofnewyork.de


Fazit


Gangs of New York, ein durschnittlicher Film, wo meine hohen Erwartungen leider nicht alle erfüllt worden sind. Er ist unterhaltsam, gerade bei den Schlachten, kann weitgehend überzeugen, wird leider doch von einigen langatmigen Szenen geplagt, die man hätte besser aus dem Film herausgenommen. Spannend und bildgewaltig zugleich, so kann ich ein gucken sich empfehlen! Doch ich muss festellen, dass der Film nie an Braveheart & Co herankommt ...
Richtlinie: Braveheart natürlich! ;-)



bis dann



euer Marcel

50 Bewertungen