Gangs of New York (VHS) Testbericht

Gangs-of-new-york-vhs-historienfilm
ab 19,90
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Erfahrungsbericht von SimonHeimwerkerking

Gangs of New York - ein unerwarteter Kinobesuch mit positivem Ausgang !

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Ehrlich gesagt, die Entscheidung ins Kino zu gehen fiel 15 min vor Beginn des Filmes. Und auch während der Fahrt in ebendieses wussten wir noch nicht welchen Film wir anschauen würden. Die Entscheidung für „Gangs of New York“ fiel somit quasi erst vor dem Kino. Was ich damit sagen will ist, daß ich relativ unvoreingenommen und spontan den Film gesehen habe. Ich wusste nicht was mich erwartet, und hatte mich nicht vorher informiert, ob es sich überhaupt lohnt. Ich ging also mit null Ahnung das Ganze an. Gehört zwar nicht zum Thema, aber 7 €uro für eine kleine Nebenleinwand ist für meinen Geschmack eindeutig zu teuer. Man muß sich nicht wundern, daß man 14 Tage nach dem Kinoanlauf sämtlich Filme schon unter der Hand auf DVD angeboten bekommt...

Aber darum solls nicht gehen, wir wollen ein wenig die guten und die weniger guten Seiten des Filmes beleuchten. Der Anfang des Filmes ist für meinen Geschmack etwas zu brutal. Wir schreiben Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Stadtteil 5 Points wird von 2 Gangs beherrscht. Sie halten sich mit Raub, Betrug, falschen Spiel... über Wasser. Wobei eigentlich nur die großen Bosse gut leben. Die „kleinen Lichter“ der Gang sehen nicht viel von Ihren gegen das Gesetzt verstoßenden Bereicherung. Das Gesetz ist quasi auch nicht vorhanden. Polizei ist, wenn sie überhaupt da ist, bestochen. Auch ein Menschenleben ist nicht viel wert, und es wird großzügig damit umgegangen. In dieser Zeit treffen sich die 2 größten Gangs, die eine wird von einem brutalen New Yorker, die andere von einen irischen Emigranten angeführt. Der New Yorker und seine Gang haben ein grundsätzliches Problem mit Iren und hassen sie alle. Aus diesem Grund soll eine öffentliche Schlacht im New Yorker Winter ausgetragen werden. Die beiden Gangs stehen sich gegenüber, bewaffnet mit Messer, Knüppel, Äxten... Es beginnt eine furchtbare Schlachterei, die für meinen Geschmack zu freizügig dargestellt ist. Etwas weniger hätte gereicht, und die Härte der Kämpfe wäre auch rübergekommen. Am Ende der Schlacht besiegt der Anführer der New Yorker den der Iren, und vollstreckt ihn mit einem Messer. Nach der Schlacht ist der ganze Schnee der „Arena“ hellrosa gefärbt...
Der Sohn des irischen Anführers hat alles mit angesehen, und rennt zu seinem schwer verwundeten Vater. In seinen Armen hält er seinen Sohn, und stirbt. Daraufhin wird der kleine von New York weggebracht, wo er bei einer Pastorfamilie aufwächst. Erst 16 Jahre später ist er selbstständig, und kommt zurück nach New York, und will Rache...

Ich möchte an dieser Stelle nicht weitererzählen, denn der Leser meines Beitrags soll ja auch noch etwas Spannung im Kino erleben. Parallel laufen noch Geschichten wie die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht, und man erlebt wie korrupte Politiker sich Stimmen im Wahlkampf erschleichen.

Der Film zeigt einen Einblick in die Geschichte New Yorks, die mir so nie gegenwärtig war. Selbst wenn nur die Hälfte der Zustände damals so waren wie sie im Film gezeigt werden, war es furchtbar. Kaum zu glauben, daß das gerade mal 150 Jahre – sprich zur Geburtszeit unserer Ur Urgroßväter – war.
Das allein finde ich sehr beeindruckend, und auch sehr gut inszeniert. Man fühlt sich richtig in die damalige Zeit hineinversetzt.
Schauspielerische Leistungen sind gut, wenn auch nicht überdurchschnittlich. Sorry, aber ich bin einfach kein wirklicher „Leo“ Fan.
Was für mich noch ein Pluspunkt war, ist die Spannung. Man sitzt mehrmals sprichwörtlich drin wie angenagelt, und starrt mit offenem Mund in Richtung Leinwand. Allein die Szene mit dem Messerwerfen ( mit seine Mädchen ) – für alle die ihn schon gesehen haben. Spannung pur ist also garantiert.
Insgesamt wirkt das Ganze sehr echt und nicht – wie beispielsweise beim „aktuellen“ Bond – zu gekünstelt.
Was mich einfach noch etwas gestört hat ist der freizügige Umgang des Regisseurs mit Blut. Da spritzt das Blut das es eine wahre Pracht ist. In einer Szene steht das Blut regelrecht Wadenhoch. Und das wiederum wirkt dann für meinen Geschmack doch wieder eher unecht. Etwas weniger Blut, und etwas weniger Brutalität hätte den Film meiner Meinung nach noch weiter aufgewertet. Denn es gilt nicht je brutaler desto besser. Das ist aber auch der einzige Kritikpunkt der mir aufgefallen ist. Insgesamt lohnt sich ein Kinobesuch auf jeden Fall – auch für 7 €uro. Ich gebe 8 von 10 Punkten.

17 Bewertungen