Gangs of New York (VHS) Testbericht

Gangs-of-new-york-vhs-historienfilm
ab 19,90
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Erfahrungsbericht von jillybean

Ein Stück düstere US Vergangenheit...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

und weil dieser Film so ehrlich mit der eigenen Geschichte umgeht, ist er wohl auch an den US Kinokassen gefloppt. Vielleicht ein bisschen zu viel Ehrlichkeit um in den USA ein Kassenschlager zu werden. Gestern abend habe ich ihn mir angesehen und nun mein Bericht dazu.

~~ Der Film ~~

//Einführung//

Wir schreiben das Jahr 1846, die Stadt New York ist eigentlich noch keine Stadt sondern ein Schmelztigel unterschiedlicher Kulturen, Nationalitäten, Banden und einem ausgeprägten Klassensystem. An den Docks der Stadt kommen jeden Tag neue Schiffe bis zum bersten Gefüllt mit Iren an, die vor der Hungersnot und Elend fliehen. Doch was sie in New York willkommen heisst ist alles andere als das was sie erwartet hatten, die Natives, angeführt von Bill Cutter \"The Butcher\" (der Schlächter) sehen in den Iren Abschaum, der ihnen ihr Land, ihr Amerika streitig machen und bedrängen die Imigranten mit Gewalt und Hass wo sie nur können. Gegenüber der \'Natives\' hat sich unter der Führung von Priest Vallon eine Gruppe von Iren und anderen Einwanderern zusammengeschlossen die \'Dead Rabbits\'. Die Dead Rabbits stehen den NAtives in Gewalt in Nichts nach und bringen grosse Opfer um dem Treiben der Natives ein Ende zu setzen und es den neuen Einwanderern leichter zu machen. Kulisse für die Geschehnisse sind die \'Five Points\'.

//Geschichte//

Priest Vallon trifft sich mit seinen \'Dead Rabbits\' und Cutting inclusive dessen \'Natives\' um ein für allemal zu klären, wer die Herrschaft über die Five Points hat. Im Hintergrund lässt Vallon seinen kleinen Sohn Amsterdam zurück. Die zunächst unberührte weisse Winterlandschaft ist schon bald blutgetränkt und der Kampf naht sich dem Ende, da versetzt Cutting Vallon einen tödlichen Hieb. Der kleine Amsterdam läuft verzweifelt zu seinem Vater der von Cutting mit einem weiteren Stich erlöst wird. Vallons Leiche ist die einzige, die Cutting seinen \'Natives\' zu verstümmeln verbietet und für eine Beerdigung sorgt, den kleinen Amsterdam schickt er zur guten Erziehung ins Heim. Doch dieser läuft was er kann davon.

16 Jahre später wird Amsterdam aus dem Heim entlassen und findet New York vor, wie er es verlassen hat, korrupt, brutal und kalt. Wahlen stehen an, der Bürgerkrieg tobt und die frisch eingewanderten Iren werden mit drei Mahlzeitenund Sold frisch vom Schiff auf das nächste gelockt, um als Frischfleisch an die Front transportiert zu werden. New York ist uneins, selbst die unterschiedlichen Feuerwehren konkurieren und prügeln sich eher untereinander als einen Brand zu löschen. In diesem Tumult schleicht Amsterdam unerkannt durch die Strassen zur alten Kirche, einzig und allein sein alter Freund Jonny erkennt ihn und führt ihn bei Cutting ein. Dort muss er feststellen, dass einige der alten \'Rabbits\' inzwischen zu den Natives abgewandert sind. Einmal im Jahr feiert Cutting den grossen Sieg über die Rabbits und hält dennoch Priest Vallon als einzigen ehrbaren Mann den er getötet hat in Ehren. Amsterdam gewinnt durch Geschick das Vertrauen von Cuttingund avanciert zu dessen Ziehsohn, wäre da nicht immer noch der Rachedurst gegenüber dem Vater. Zusätzlich sorgt auch noch die Taschendiebin Jenny für Verwirrung, in die Jonny verliebt ist, doch all seine Annäherungsversuche werden von ihr abgwiesen, an Amsterdam hingegen, scheint sie mehr als nur interessiert. Und eben diese Dreiecksverwicklung wird zum Auslöser des Endkampfes zwischen Bill und Amsterdam, wärend ein Aufstand durch die untere Bevölkerungsschicht geht und von Streitkräften blutig niedergeschlagen wird.


//Schauspieler//

Priest Vallon -:- Liam Neeson
Bill Cutting -:- Daniel Day- Lewis
Amsterdam -:- Leonardo di Caprio
Jenny -:- Cameron Diaz
Jonny -:- Henry Thomas


~~ Meine Meinung ~~

Zunächst einmal finde ich es äusserst positiv dass einmal ein Stück äusserst dunkler und oftmals gern vergessener US Geschichte aufgegriffen wird und das auf durchaus unterhaltsame Weise. Die schauspielerische Leistung von Daniel Day Lewis fand ich grandios, denn einerseits versteht er es brutal und gefühlskalt zu wirken, andererseits schafft er es augenzwinkernd widerum einige Sympathiepunkte herauszuschlagen, einfach eine grandiose Gradwanderung zwischen der Boshaftigkeit aber auch Ehrbarkeit. Auch Leonardo di Caprio der eigentlich als Milch Bubi verschrien ist, fand ich erstaunlich gut, der es versteht die Rolle des Amsterdam auszufüllen, der einerseits angezogen und abgestossen von der Gruppe der Natives und Bill Cuttings ist. Cameron Diaz spielt die Diebin Jenny ebenfalls überzeugend und geschickt, vielmehr vermag ich dazu eigentlich nicht zu sagen.

Die Geschichte schleicht am Anfang ein wenig, bedeutungsschwangere Aufnahmen nehmen doch einiges an Geschwindigkeit und Spannung aus dem Anfang, nach der Pause allerdings überschlagen sich die Ereignisse hingegen und es wird vermehrt mit Stilmitteln wie Zeitungsverichten und Erzählungen gearbeitet. Alles in allem fand ich die Kulissen und auch die Kameraarbeit recht beeindruckend. Sehr psoitiv ist mir auch die musikalische Untermahlung aufgefallen, besonders am anfänglichen Kampf zwischen Natives und Rabbits, recht unkonventionell und unabhängig von der Zeit in der die Geschichte spielt. Im Verlaufe des Film hingegen sind öfter Irische Melodien zu hören.

~~ Fazit ~~

Ein sehenswerter Film, die FSK 16 ist gerechtfertigt da doch fröhlich drauflos gemetztelt wird, zumindest stellenweise. Der Film vermittelt ein gewisses Mass an historischem Wissen und lässt einen in die Filmwelt eintauchen wenn er auch ein kleinwenig langatmig ist. Die Darsteller sind überzeugend und die Handlung mal eine andere als der Durchschnitts Actionfilm. Einfach Klasse.

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