Geburt Allgemein Testbericht

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Erfahrungsbericht von katrin1981

Die Geburt meines Mädchens

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Nachdem ich nun so lange Abwesend war, melde ich mich als glückliche Mutter einer gesunden Tochter zurück. Vor einiger Zeit hatte ich ja einen Bericht zur Schwangerschaft verfasst und möchte eigentlich mit diesem Bericht meine Erfahrungen und Gedanken zur Geburt wiederspiegeln. Vorneweg werde ich etwas Allgemein zum Geburtsverlauf Berichten und Anschließend meine Erfahrungen in den Bereichen zum besten geben.

Allgemeines zur Geburt
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Die Geburt wird in 3 Phasen unterteilt, die ich kurz erklären möchte.
Ist die Zeit gekommen das, das kleine Lebewesen auf die Welt möchte, kündigt sich dies mit Vorwehen an. Diese sind meist noch unregelmäßig. Jeder der jetzt wissen möchte wie sich Wehen anfühlen, der Erfährt es im 2. Absatz obwohl sich sowas schwer beschreiben läßt. Nun weiter im Text. Werden die Wehen regelmäßig so beginnt der erste Abschnitt der Geburt.
Die Eröffnungsphase
Man nennt sie so, weil sich in dieser Phase dank der Wehen den Muttermund 10cm öffnet. Die Wehen kommen in dieser Phase immer in gleichen Abständen. Anfangs können das 30 Minuten sein, dann 20 Minuten bis sie dann am Ende einen Abstand von 2 Minuten etwa haben. Wie lange der Muttermund in dieser Phase zum öffnen braucht ist von jeder Geburt verschieden. Bei manchen dauert es nur Stunden, bei anderen dauert es Tage. Ist der Muttermund 10cm eröffnet und der Beckenboden ausreichend gedehnt folgt
Die Austreibungsphase
In dieser Phase wird das Kind aus dem Leibe gepresst. Hier hat man ganz andere Wehen, mit einer anderen Intensität. Das sind die Presswehen, die Gebärende verspürt dabei einen starken Drang zu Pressen. Man kann sich das Vorstellen, wenn man an Verstopfung leidet. Diese Phase kann auch unterschiedlich lange dauern. Man sagt das es bei Erstgebärenden bis zu 5 Stunden dauern kann, muß aber nicht sein. Ist das Kind nun endlich da folgt
Die Nachgeburtsperiode
Dieser Abschnitt ist der kürzeste und Angenehmste Teil der Geburt. In dieser Phase wird lediglich der Mutterkuchen geboren. Das heißt etwa eine halbe bis eine Stunde nach der eigentlichen Geburt, wird der Mutterkuchen geboren. Das ist es was das Kind die ganze Schwangerschaft hindurch versorgt hat. Diese wird anschließend gleich von den Hebammen auf Vollständigkeit überprüft.
Soviel zum Geburtsverlauf wie man es Erzählt bekommt. Nun aber zu meinen persönlichen Erfahrungen.

Wie habe ich die Geburt empfunden?
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Zunächst muß ich sagen, das ich der Geburt meines Kindes etwas nachgeholfen habe, da ich nach 40 Wochen einfach die Nase voll hatte und gerade bei so warmen Wetter und dann geschwollene Hände und Füße und dann der riesen Vorbau. Ich habe demzufolge ein Hausmittelchen ausprobiert was Hebammen empfehlen um die geburt einzuleiten. Am 28. Juni habe ich Nachmittags einen Esslöffel Rizinusöl in Verbindung mit Kaffee eingenommen. Eine Hebamme meinte das wenn man es am Errechneten Termin ein nimmt, die Geburt dadurch los ginge. Nun gut den restlichen Abend hatte ich dann auf der Toilette verbracht, denn jeder weiß was dieses Öl bewirkt. Etwa um 24.00 Uhr gingen die Wehen dann los. Allerdings kamen sie von Anfang an in 10 Minuten Abständen. Da man mir sagte, das ich die Wehen mehrere Stunden beobachten soll bevor ich in die Klinik fahre, versuchte ich zu baden auf der Hoffnung, das die Schmerzen nachlassen. Das war ohne Erfolg. Ich hatte mir die ganze Nacht um die Ohren gehauen und langsam wurden die Schmerzen so unerträglich das ich die Wände hätte raufklettern können. Es begann leicht im Kreuz zu ziehen, daraus wurde dann ein schöner Schmerz der sich nach vorne zum Genitalbereich ausbreitete und etwa 1 Minute lang anhielt. Man kann die ersten Wehen auch mit starken Menstruationsschmerzen vergleichen.
Nun gut es war der 29.Juni und Mittlerweile 8.00 Uhr morgens, wo ich mich dann doch entschlossen hatte in die Klinik zu fahren. Im Kreissaal angekommen, wurden die Wehen plötzlich unregelmäßig. Ja leider hatte ich das pech das die ganze Geburt über unregelmäßige Wehen waren die die Öffnung der Muttermundes erschwerten. Nach der Untersuchung wurde mir gesagt das der Muttermund erst 2cm eröffnet ist (nach gut 8 Stunden) und wurde erstmal auf Station verlegt. Vorher bekam ich noch einen Wehenhemmer gespritzt damit ich mich ausruhen konnte. Der Wehenhemmer bewirkte, das die Wehenpausen größer waren. 18.00 Uhr kam ich wieder zum CTG in den Kreissaal. Nachdem sie nun feststellten das sich mein Muttermund gerademal 3cm eröffnet hatte, begannen sie endlich nachzuhelfen. Neben dem Einlauf und dem entspannendem Bad bekam ich ein Wehenförderndes Mittel nach dem anderen.
Die Zeit verging und die Schmerzen wurden unerträglich. Starkes Ziehen im ganzen Beckenbereich. Man wußte nicht ob man stehen, sitzen oder liegen sollte. In keiner Position konnte ich die Schmerzen ertragen. Da ich nun etwa 20 Stunden mit Wehen kämpfte und mich die Kräfte verließen, bekam ich einen Wehenstoper gespritzt der verursachte das ich keine Wehen mehr spüre für etwa 15 Minuten. Der einzige Nachteil war, das man bei diesen Medikament wahnsinniges Herzklopfen bekommt.
Die Zeit vor den Presswehen kann ich nur von Erzählungen meiner Mutter wiedergeben die bei der Geburt dabei war. Denn ich war so knülle das ich bis zum Pressen nichts mehr mitbekommen habe. Sie sagte das ich etwa 1 Stunde vor der eigentlichen Geburt in jeder Wehenpause eingeschlafen bin. Da ich so entkräftet war wurde ich für etwa eine halbe Stunde per Tropf künstlich ernährt und bekam anschließend den Wehentropf dran der bewirkte das die Wehen noch heftiger wurden. Nachdem ich wieder alles mitbekam, war es auch schon soweit. In jeder Wehe konnte ich mich nicht mehr auf die Atmung Konzentrieren da mich ein höllischer Schmerz immer wieder dazu trieb zu Pressen. Ich empfand es so schmerzhaft das ich wirklich noch die PDA haben wollte. Die PDA dient der Betäubung des Unterleibes so das man keine Schmerzen mehr verspürt.
Nun nachdem die Anästesistin kam um die PDA an mir vorzunehmen, meinte die Hebamme auch schon das die PDA nicht mehr nötig wäre, da das Kind jetzt käme. Daraufhin starte wohl alles zwischen meine Beine und alles sagte mir das das Kind blond ist. Danach erklärte mir die Hebamme in Windeseile wie man presst, brachte mich in die Position zum pressen und schon ging es los.
Diesen Augenblick werde ich wohl nie vergessen. Zunächst hatte meine Mutter recht, die Presswehen tun nicht weh man empfindet dabei keinen Schmerz mehr, lediglich einen enormen Druck im Schambereich, der nach jedem pressen größer wird. Wie erklärt man das am dümmsten? Ja, man kann sich das wohl in etwa vorstellen wie als wenn einem im Intimbereich eine Kokusnuß quer hängt die man mit aller gewalt heraus haben möchte.
Wie die Hebamme plötzlich sagte Hächeln, da machte ich die Augen auf und sah nach unten. In dem Moment konnte ich sehen wie die Hebamme einen kleinen Menschen aus mir heraus holte und mir dieses nasse, warme etwas auf die Brust legte. Das war der Moment wo mir die Tränen kamen und selbst jetzt wo ich es nieder schreibe kommen mir die Tränen.
Da lag nun dieses kleine nackte Mädchen auf mir, welches ich so lange in mir getragen hatte. Nebenbei durfte meine Mutter die Nabelschnur durchtrennen. Das kleine Mädchen war so lebendig das sie auf mir strampelte und dabei quer über meinen Bauch rutschte. 0.32 Uhr kam mein kleines Mädchen auf die Welt. In diesem Moment hatte ich wirklich sämtliche Schmerzen vergessen und war nur noch froh das sie endlich da war. Nach einer halben Stunde nahm die Hebamme mein Kind von der Brust um es zu waschen und zu Untersuchen. In der Zeit kam auch noch die Nachgeburt heraus, danach lag ich auf diesem Geburtsbett mit verschrenkten Beinen und war mit einmal wieder Putz Munter.
Nach etwa 2 Stunden durfte ich aufstehen und mich Duschen allerdings nur in Begleitung der Hebamme da ich doch noch ganz schön schwankte. Danach durfte ich mich auf eine Liege legen, darunter wurden schon meine ganzen Sachen verstaut. Und dann kam sie frisch angezogen in einem Kissen liegend und wurde mir in die Hände gedrückt. Ganze 49cm groß und 2850g schwer war mein kleines Mädchen.
Dann wurde ich auf der Liege auf die Wochenstation gefahren, wo ich mir bis zum Morgengrauen mein Kind bewundert habe. Ich war zwar schon über 24 Stunden durchweg munter aber ich konnte vor lauter Freunde und Aufregung nicht schlafen.

Jetzt bin ich mit ihr zu Hause und immer wenn ich sie so sehe muß ich an die Geburt denken. Jeder der sagt das man die Schmerzen schnell vergißt der irrt. Ich habe die Schmerzen noch ganz genau in Erinnerung und kann mich sehr genau daran Erinnern wie schmerzvoll die ganze Sache war. Und momentan bin ich fest davon überzeugt das dies mein einziges Kind bleiben wird.
Wer jetzt sagt das sind doch keine Tipps und Tricks der erklärt mir bitte, was man hier für Tipps und Tricks geben kann, nämlich keine. Denn wenn es soweit ist entscheidet jede Frau für sich selbst was ihr gut tut und wie sie die Schmerzen der Geburt am besten bekämpft. Das kann man leider nicht vorher wissen sondern erst wenn der Schmerz da ist.

Bis zum nächsten Bericht
Eure Katrin

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