Gibt es Wege aus der Arbeitslosigkeit? Testbericht

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Erfahrungsbericht von Mischka27

Welche Erfahrungen habe ich gemacht

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Heute sind über 4 Millionen Menschen in Deutschland arbeitslos. Wie kann man denn heute noch eine Arbeit finden ?
Ich möchte einmal verschiedene Wege aufzeigen, mit denen man es schaffen kann oder mit denen man nur wenige Aussichten hat.

1.Arbeitsamt

Wer sich heute noch auf das Arbeitsamt verlässt ist meistens verlassen. Die wenigen Mitarbeiter die noch wegen der Sparmaßnahmen zur Verfügung stehen haben alles andere zu tun nur nicht die Vermittlung von Arbeitsstellen.
Neben der Verwaltung der immer mehr werdenden Arbeitslosen, müssen sie auch noch die Schwarzarbeiter finden, die Unfallvorschriften in den Betrieben kontrollieren. Das ist fast unmöglich.
Außerdem beschweren sich viele Betriebe das dort oft Arbeiter ohne Lust oder ohne eine passende Qualifikation zum Bewerbungsgespräch erscheinen.
Da wird man als Bewerber erst einmal als schlecht eingestuft.
Ein guter Service ist die Stellenangebotsseite im Internet unter www.arbeitsamt.de.
Hier wurde auch seit einer Woche die Stellensuche vereinfacht.

Also für mich kommt eine Stellensuche über das Arbeitsamt kaum in Frage. Einmal in der Woche schaue ich im Internet ob es etwas passendes gibt.

2.Umschulung

Eine weitere Möglichkeit die das Arbeitsamt bietet.
Meine Erfahrungen dazu.
Die Chance eine feste Arbeitsstelle zu finden sind sehr gering. Vielmehr ist es eine Beschäftigungstherapie für Langzeitarbeitslose, die eh nichts anderes finden, wie bei uns in einer Region mit einer sehr hohen Arbeitslosenzahl.
Laut Aussage des Arbeitsamtes haben max. 5% der Teilnehmer eine Chance auf eine Anstellung die dann meistens solange läuft wie eine Förderung durch das Arbeitsamt gezahlt wird.

Entschließt man sich doch eine Umschulung zu machen, wird man oft als billige Arbeitskraft mißbraucht. So musste ich als Maurer Gräben buddeln, und Aufräumungsarbeiten machen, das in einem 3 Wöchigen Praktikum. a habe ich vielleicht 3 Tage gemauert.
Bis ich mich beschwert habe. Da lerne ich ja in der Lehrhalle mehr.
Die Versprechen das man wenn man sehr gut arbeitet auch übernommen wird waren zu 100% heiße Luft. Keiner hat eine Stelle erhalten, obwohl einige sehr gut waren.
Aber dann kostet man Geld.


3.Private Arbeitsvermittlung

Ist erst seit kurzer zeit sehr aktuell und sprießen wie Pilze aus dem Boden.
Ich habe dies noch nicht genutzt und kann darüber nur soviel sagen das die Vermittlungsgebühr durch das zuständige Arbeitsamt bezahlt wird.

Wenn ich so die Angebote lese sind diese meisten für Arbeiten im Ausland, bei uns sind das vor allem Norwegen und die Niederlande.
Außerdem vermitteln diese viele Arbeitnehmer an Zeitarbeitsfirmen.

Für alle die nicht Ortsgebunden sind ist dies eine sehr gute Alternative und der Arbeitssuchende hat auf alle Fälle besser Chance als beim Arbeitsamt, weil dieser nur verdienen kann, wenn er wirklich Leute in feste Arbeit vermittelt.

4.Zeitarbeit

Da sind die Erfahrungen die ich durch Freunde und Bekannte sammeln konnte nicht so positiv.
Die meisten zahlen nur einen Hungerlohn, für den man durch ganz Deutschland gejagt wird.
Das ist nur etwas für Ledige, die ein eigenes Auto haben und sehr sparsam sind.

Von mittlerweile 6 Freunden die bei Zeitarbeitsfirmen gearbeitet haben hat einer eine feste Anstellung erhalten.
Also eine geringe Chance besteht, auch hier eine Arbeit zufinden.

5. Umzug in den Westen

Geht man hier zum Arbeitsamt bekommt man oft die Antwort man soll doch in den Westen gehen, dort kann man doch arbeiten.

Dazu sage ich sollen alle jungen Leute auswandern. Schon jetzt sind bei uns 20 % weniger Menschen als vor 10 Jahren angesiedelt und es werden immer weniger.
Ganze Wohnblöcke werden abgerissen, Kindergärten geschlossen. Erst letzte Woche wurde wieder eine von 2 Grundschulen geschlossen. Eine Ortschaft weiter hat eine andere Schule dicht gemacht.

Im Osten von Deutschland wird der Abstand von jungen und Alten Menschen bedrohlich gering. Immer weniger Einnahmen fließen in die Kassen der Städte und Gemeinden. Dadurch werden immer mehr Arbeitsplätze vernichtet.

Einige Bekannte die umgezogen sind, berichten das sie im Westen wie Arbeiter 2. und 3. Klasse behandelt werden, das Berufsabschlüsse nicht anerkannt werden.
Noch 10 Jahre nach der Wende ist ein Ostarbeiter weniger wert als ein Westarbeiter.

Einige sind schon wieder zurückgekommen, weil sie es seelisch einfach nicht mehr ausgehalten haben.
Meine Schwester ist auch in den Westen gegangen ist jetzt auch arbeitslos, weil sie es nicht mehr ausgehalten hat das sie ständig benachteiligt wird. Der Chef hat gesagt sie solle doch froh sein, schließlich hätte er ja auch einen Ausländer einstellen können.

Soviel nur dazu.

6.Andere Onlinestellenvermittler

Dort hat man sehr gute Chancen, wenn man studiert hat. Ein normaler Bauarbeiter wie ich wird dort kaum etwas finden, sowie der Handwerker allgemein.

Ich habe fast überall meinen Lebenslauf hinterlassen, aber noch nie eine Antwort erhalten.

Beispiele
==========


  • www.stellenmarkt.de
  • www.monster.de
  • www.jobfair24.de
  • www.jobpilot.de
  • www.jobboerse.de

Das sind nur einige der unzähligen Stellenanbieter im Internet.


7.Selbstsuche z.B. auf Baustellen

Die besten Erfahrungen habe ich immer noch mit der eigenen Suche gemacht.
Ich bin auf Baustellen gefahren und habe mich dort vorgestellt und wurde auch schon zweimal eingestellt.

Diese Art Bewerbung hat den Vorteil das der Arbeitgeber wirklich sieht das man Interesse an der Arbeit hat und das man gleich einige Frage stellen kann die für beide Seiten interessant sind.

Für mich kommt auch fast nichts anderes mehr in Frage.

8.Arbeitsvermittlung durch Bekannte

Hier habe ich schon sehr gute Erfahrungen gesammelt. Das geht aber fast nur im Handwerk.
So war ich Vorarbeiter und der Meister sprach mich mehrmals an, ob ich noch zuverlässige Arbeiter kenne.
So konnte ich in 2 Jahren 5 Freunden eine befristete Arbeit besorgen, die jetzt wenigstens wieder einen neuen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben.

Ich habe mich jedes Mal für meine Freunde gefreut, Sie haben auch eine Arbeit und ich wusste der Meister ist mit meiner Arbeit zufrieden, denn schließlich hätte er ja auch einen anderen fragen können.

Eines der besten Möglichkeiten für den Arbeitgeber, weil er dadurch meistens sehr gute und zuverlässige Arbeiter bekommt, da sich ja der vermittelnde Arbeiter auch nicht blamieren möchte und was er vom Arbeitsamt bekommt weiß er nicht.

9.Bundeswehr

Dies kann ich jeden raten der noch jung ist und keine Arbeit findet.
So kann man erst einmal eine gewisse Zeit überbrücken und sich durch den Berufsförderungsdienst qualifizieren. Einige Arbeitgeber nehmen gerne Zeitsoldaten vom Bund. So stellen einige Autohäuser in meiner Stadt nur ehemalige Zeitsoldaten ein die in der Instandhaltung gearbeitet haben. Sie habe fachlich einen sehr guten Ruf und so findet man auch im Sanitätsdienst schnell eine Arbeit nach der Bundeswehr.

Seit 2 Jahren gibt es auch feste Verträge mit Betrieben, in denen die Soldaten schon während der Dienstzeit eine gewissen Zeit in dem Betrieb arbeiten, sich so weiterbilden.
Ein Chemiewerk bei uns stellt so aus unseren ABC-Abwehr Btl Fachkräfte ein.
Besonders die erlernte Menschenführung der Vorgesetzten ist sehr gefragt, weil das so an keiner Meisterschule in der freien Wirtschaft gelehrt wird und viele damit Probleme haben.

10. Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen

Ein sehr beliebtes Mittel im Osten die Arbeitslosenzahlen zu beschönigen.
Jetzt kurz vor der Wahl wird es wieder neue ABM-Stelle geben, so will man noch den einen oder anderen Arbeitslosen für sich gewinnen. Das war vor 4 Jahren genauso.
Dann ist erst einmal für 3 Jahre Ruhe bis zur nächste Wahl.
In dieser Zeit bekommen fast nur immer die selben eine ABM. Entweder haben diese Bekannte beim Arbeitsamt, oder sonstige Beziehungen. Als normaler Arbeitsloser hat man kaum eine Chance eines dieser begehrten Arbeitsstellen zu bekommen, um wenigsten ein Jahr mal etwas mehr geld zu verdienen.

Die Arbeitnehmer erledigen dort für einen geringen Lohn 700 bis 800 Euro Auftrage für die Stadt.
Meistens sind es Umweltaufgaben.

Einige ABM-Arbeiter werden auch für bestimmte Aufgaben an Betrieben verliehen.
Dort sollen Sie auch bestimmte Arbeiten erledigen, die dem Allgemeinwohl dienen.
Aber meisten werden diese Missbraucht um billig zu arbeiten.

So sollte Freunde bei einem Bauern eigentlich die Wege erneuern die auch öffentlich genutzt werden, aber was musste Sie machen, Felder pflügen, Kühe melken, aber keine Wege erneuern.

Und da gibt es viele Beispiele.
Nach der ABM hat man auch keinen erneuten Anspruch auf Arbeitslosengeld.

11.Arbeit statt Sozialhilfe

Das finde ich ist eine gute Sache. Meine Freundin macht das gerade mit. Sie hatte durch die geburt unserer Tochter ihre Lehre abgebrochen und hatte nur nach dem Erziehungsurlaub keine Anspruch beim Arbeitsamt.

Unweigerlich wäre sie in die Sozialhilfe abgerutscht.
Sie hörte das es noch freie ASS-Stellen gab und bewarb sich mit einer Freundin.
Sie wurde auch gerne genommen, weil wir ein Auto haben und so ist sie auch mobil einsetzbar, was leider sehr selten ist.
So macht sie jetzt Strände sauber oder gestaltet gerade einen Spielplatz mit ihrer Freundin.
Der Verdienst ist nicht berauschend, aber immer noch besser als von Sozialhilfe zuleben.
Da wollte wir auf keinen Fall und ist uns bisher erspart geblieben.

Die Maßnahme geht 1 Jahr. Anschließend hat man noch Anspruch auf Arbeitslosengeld.
(Wer weiß wie es bald sein wird.)
Eine sehr nützliche Sache die etwas für sich selbst tun wollen statt nur zu jammern.


Weiter Erfahrungen

Wer wie ich krank ist hat kaum noch Chancen auf dem Arbeitmarkt, wo man gesund sein muss.
Außerdem sollte man 18 Jahre alt sein, den Wehrdienstabgeleistet und 30 Jahre Berufserfahrungen haben.
Schon einige Male wurde mir gesagt das ich zu alt sei. Damals war ich 27 Jahre alt.

Des weiteren hat man ohne Förderung von Arbeitsamt keine Chance, die erste Frage lautet in 9 von 10 Fällen ob man Förderung erhält. Beneint man das hat sich der Bewerbungsgespräch schon erledigt.

Kinder sind auch nicht erwünscht. Eine Bekannte musste von der Oma unterschreiben lassen, das Sie das Kind betreut, wenn es krank ist.

So das wollte ich zu diesen Thema mal los werden.
Nicht alle Arbeitslose sind zu faul zum arbeiten. Viele wollen und dürfen nicht, weil sie am falschen Ort wohnen, oder einfach keine Fördermittel.

Bevor man denen das Geld streicht sollte man Arbeitsplätze schaffen, statt das Geld durch sinnlose Maßnahmen zu Fenster heraus wirft und mit Bestimmungen und Gesetzen die Arbeit die noch vorhanden ist ins Ausland verdrängt, weil der Standort Deutschland immer teurer wird und so nicht mehr interessant für Arbeitgeber ist.


Mischka27

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