Gothika (VHS) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
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Erfahrungsbericht von SVoigt3000
Ich seh\' tote Menschen
Pro:
Halle Berry, sehr spannend, gute Schockmomente, aber auch anspruchsvoll, gute Kamerafahrten
Kontra:
FSK 16 an der Grenze des Vertretbaren
Empfehlung:
Ja
Oscar-Preisträgerin Halle Berry spielt in einem Horrorfilm mit! „Bitte nicht!!!“, war mein erster Gedanke. Aber dann erfuhr ich, dass der Film mehr ist, als ein sinnloser Horror-Schocker und so entschied ich mich, mir den Film anzusehen – dieses Mal nicht mit der berühmt berüchtigten Kinoclique, sondern mit meiner Freundin...
-----STORY:-----
Miranda Grey (Halle Berry) ist Psychologin in einem Frauengefängnis und betreut dort die Insassinnen, die versuchen müssen, ihre Taten und Ängste zu verarbeiten. Eine ihrer Patientinnen ist Chloe (Penelope Cruz), die ihren Vater ermordete und nun erzählt, sie würde vom Teufel heimgesucht werden. Miranda Grey glaubt dieser Geschichte natürlich nicht und vermutet einen Zusammenhang mit der Tat und den Misshandlungen, die Cloe durch ihren Vater erfahren hat. Wie es sich anfühlt, für verrückt erklärt zu werden und für unglaubwürdig zu gelten wird die Psychologin aber sehr bald am eigenen Leibe erfahren...
Eines Abends fährt Miranda dann durch eine stürmische Gewitternacht nach Hause zu ihrem Mann (Charles S. Dutton). Doch auf der Fahrt steht urplötzlich ein halbnacktes Mädchen vor ihrem Auto mitten auf der Straße. Ein Ausweichmanöver und Mirandas Wagen liegt im Straßengraben. Die Psychologin ist aber unverletzt und will sich um das Mädchen kümmern. Dieses ist aber sehr ängstlich und wehrt sich gegen die Hilfe, bis sie plötzlich in Flammen aufgeht...
Die nächste Szene: Miranda Grey hat die Seiten gewechselt. Nun ist sie nicht mehr die Ärztin in dem Frauengefängnis, sondern Insassin und Patientin. Die Beweise sind erdrückend: Grey soll ihren Mann brutal mit einer Axt ermordet haben – ihn regelrecht in Stücke gehackt haben. Grey kann sich an die Tat nicht erinnern und kann sich auch nicht vorstellen, warum sie ihren geliebten Mann so bestial ermorden hätte sollen. Aber Greys Lage scheint aussichtslos. Wie Chloe ihr sagt, werde sie nun auch für verrückt gehalten und niemand würde ihr glauben. Und umso mehr sie versuchen würde, die Ärzte von ihrer Gesundheit zu überzeugen, umso mehr würde sie für verrückt gehalten werden.
Damit aber nicht genug. Das Mädchen, das Miranda auf der Straße sah taucht immer wieder auf. Das Mädchen ist ein Geist, der sie verletzt, schlägt und sich fragen lässt, ob sie wirklich gesund ist und was diese Erscheinungen zu bedeuten haben. Wird Miranda Grey wirklich verrückt oder kommt sie durch den Geist des Mädchens den Geschehnissen in jener Nacht auf die Spur?
-----KOMMENTAR:-----
Erst einmal muss ich auf die ominöse Geistererscheinung eingehen, die mir wirkliche Sorgen bereitete. Spielt Halle Berry, immerhin Oscarpreisträgerin, nun schon in Horrorfilmen mit Geistern oder Zombies mit? Ja, tut sie. Allerdings wird am Ende des Filmes, nur durch einen Nebensatz, dem Zuschauer die Möglichkeit gegeben, den Film zurück auf eine realistische Ebene zu bringen. Ähnlich wie bei „Schatten der Wahrheit“ gibt es für die Erscheinungen eine psychologische Erklärung, die allerdings nicht weiter erklärt wird. Man muss schon selbst nachdenken um diese Erklärung er erkennen. So ist der Geist des Mädchens wohl eher eine Projektion von Miranda Greys Unterbewusstsein, ihren Vorstellungen, Fanatasien und Vorstellungen, als ein übernatürliches Phänomen. Sie projiziert ihre Gedanken, Vorstellungen und vielleicht auch moralischen Ansichten in ein totes Mädchen. Warum das? Das wird hier nicht, dafür aber am Ende des Filmes verraten. Wer diese rationale Erklärung nicht möchte, kann in dem Film auch einen Geister-Schocker à la „The Sixth Sense“ sehen, was mir persönlich aber viel zu platt wäre.
Zu Halle Berry kann man nur eines sagen: Wahnsinn! Diese Frau dominiert den Film nicht nur durch ihre Rolle, die natürlich die größte ist, auf der immer der Fokus liegt. Sie spielt auch alle anderen Akteure in Grund und Boden. Sie bringt die rationale, seriöse Psychologin nicht nur durch die glatte Langhaarfrisur rüber, die sie gegen ihren frechen Kurzhaarschnitt eintauschen musste. Man nimmt ihr die Angst, den Wahnsinn, die Ungläubigkeit und die Verzweiflung in jeder Sekunde ab. Auch dank ihrer Leistung erhält der Film diese übermäßige Spannung.
Dieses Lob soll aber nicht die Leistung der anderen Akteure schmälern. Auch Charles S. Dutton leistet Großes, wenn man in Flashbacks sieht, wie er, schon verstümmelt, vor seinem Mörder kriecht und ihn anfleht, ihn nicht zu töten. Aber auch Penelope Cruz bringt eine solide Leistung, obwohl ihre Rolle leider recht klein ist. Sie kann eigentlich in dieser Rolle weder sonderlich glänzen, noch groß etwas falsch machen. Schade, ich hätte ihr mehr gegönnt.
Regisseur Mathieu Kassovitz („Die purpurnen Flüsse“) legt mit „Gothika“ seinen ersten US-Streifen vor und trifft gleich ins Schwarze. Gut, er muss sich schon den Vorwurf gefallen lassen, immer wieder Genre-Klischees (alte Häuser und Gebäude, enge und dunkle Flure und Räume, Nacht, Gewitter...) zu nutzen, aber warum auf Bewährtes verzichten? Er schafft es auf jeden Fall, dem Film fast über die gesamte Distanz eine fast nervenzerreißende Spannung zu verleihen, die den Zuschauer immer wieder im Kinosessel zusammenzucken lässt, wenn der Film eine unerwartete Wendung nimmt, oder einer der vielen Schockeffekte auf den Zuschauer zukommen, die aber leider auch recht oft vorhersehbar sind. Da wäre dann der Punkt, warum man vielleicht doch auf Bewährtes verzichten und neue Wege gehen sollte. Dennoch: Spannung ist in extrem hohem Maße vorhanden und ich musste mich einige Male wirklich zusammenreißen und einmal konnte ich ein „Woah“ vor Erschrecken nicht verhindern.
Besonders beeindruckt haben mich die Kamerafahrten, die immer wieder zu sehen sind. So sieht der Zuschauer eine Szene aus dem Blickwinkel des Geistes. Die Kamera fährt auf Miranda Greys Glaszelle zu, durch die Glastür hindurch (sehr beeindruckend gemacht), dann auf Miranda zu, fährt durch ihr Haar am Ohr vorbei, woraufhin sich Grey natürlich erschreckt... Großes Kompliment an diese Kameraführung.
Freigegeben ist der Film ab 16 Jahren, was ich gerade noch für vertretbar halte. Einige Szenen sind zwar nicht wirklich für 16-jährige Jugendliche gedacht, wenn ich da nur an die äußerst brutale Ermordung von Miranda Greys Mann denke, die im Laufe des Filmes gezeigt wird, aber ansonsten ist der Film eben extrem spannend, aber nicht wirklich jugendgefährdend. Trotzdem: Wegen der brutalen Ermordung von Miranda Greys Ehemann wäre ich auch nicht verwundert, wenn der Film erst ab 18 Jahren freigegeben worden wäre. Eine Ermessensentscheidung, die wohl zu Gunsten der höheren Zuschauerzahlen ausgegangen ist, die zu verzeichnen sind, wenn der Film ab 16 Jahren freigegeben wird...
-----FAZIT:-----
Ich habe den ganzen Film über auf eine rationale Erklärung der Geistererscheinung gewartet und sie am Ende auch bekommen – zum Glück, denn ansonsten hätte ich diesem Film sicher nicht die Topbewertung gegeben. Aber so kann ich jedem das Anschauen dieses Psycho-Schockers nur empfehlen. Das ist großes Kino mit viel Nervenkitzel.
-----STORY:-----
Miranda Grey (Halle Berry) ist Psychologin in einem Frauengefängnis und betreut dort die Insassinnen, die versuchen müssen, ihre Taten und Ängste zu verarbeiten. Eine ihrer Patientinnen ist Chloe (Penelope Cruz), die ihren Vater ermordete und nun erzählt, sie würde vom Teufel heimgesucht werden. Miranda Grey glaubt dieser Geschichte natürlich nicht und vermutet einen Zusammenhang mit der Tat und den Misshandlungen, die Cloe durch ihren Vater erfahren hat. Wie es sich anfühlt, für verrückt erklärt zu werden und für unglaubwürdig zu gelten wird die Psychologin aber sehr bald am eigenen Leibe erfahren...
Eines Abends fährt Miranda dann durch eine stürmische Gewitternacht nach Hause zu ihrem Mann (Charles S. Dutton). Doch auf der Fahrt steht urplötzlich ein halbnacktes Mädchen vor ihrem Auto mitten auf der Straße. Ein Ausweichmanöver und Mirandas Wagen liegt im Straßengraben. Die Psychologin ist aber unverletzt und will sich um das Mädchen kümmern. Dieses ist aber sehr ängstlich und wehrt sich gegen die Hilfe, bis sie plötzlich in Flammen aufgeht...
Die nächste Szene: Miranda Grey hat die Seiten gewechselt. Nun ist sie nicht mehr die Ärztin in dem Frauengefängnis, sondern Insassin und Patientin. Die Beweise sind erdrückend: Grey soll ihren Mann brutal mit einer Axt ermordet haben – ihn regelrecht in Stücke gehackt haben. Grey kann sich an die Tat nicht erinnern und kann sich auch nicht vorstellen, warum sie ihren geliebten Mann so bestial ermorden hätte sollen. Aber Greys Lage scheint aussichtslos. Wie Chloe ihr sagt, werde sie nun auch für verrückt gehalten und niemand würde ihr glauben. Und umso mehr sie versuchen würde, die Ärzte von ihrer Gesundheit zu überzeugen, umso mehr würde sie für verrückt gehalten werden.
Damit aber nicht genug. Das Mädchen, das Miranda auf der Straße sah taucht immer wieder auf. Das Mädchen ist ein Geist, der sie verletzt, schlägt und sich fragen lässt, ob sie wirklich gesund ist und was diese Erscheinungen zu bedeuten haben. Wird Miranda Grey wirklich verrückt oder kommt sie durch den Geist des Mädchens den Geschehnissen in jener Nacht auf die Spur?
-----KOMMENTAR:-----
Erst einmal muss ich auf die ominöse Geistererscheinung eingehen, die mir wirkliche Sorgen bereitete. Spielt Halle Berry, immerhin Oscarpreisträgerin, nun schon in Horrorfilmen mit Geistern oder Zombies mit? Ja, tut sie. Allerdings wird am Ende des Filmes, nur durch einen Nebensatz, dem Zuschauer die Möglichkeit gegeben, den Film zurück auf eine realistische Ebene zu bringen. Ähnlich wie bei „Schatten der Wahrheit“ gibt es für die Erscheinungen eine psychologische Erklärung, die allerdings nicht weiter erklärt wird. Man muss schon selbst nachdenken um diese Erklärung er erkennen. So ist der Geist des Mädchens wohl eher eine Projektion von Miranda Greys Unterbewusstsein, ihren Vorstellungen, Fanatasien und Vorstellungen, als ein übernatürliches Phänomen. Sie projiziert ihre Gedanken, Vorstellungen und vielleicht auch moralischen Ansichten in ein totes Mädchen. Warum das? Das wird hier nicht, dafür aber am Ende des Filmes verraten. Wer diese rationale Erklärung nicht möchte, kann in dem Film auch einen Geister-Schocker à la „The Sixth Sense“ sehen, was mir persönlich aber viel zu platt wäre.
Zu Halle Berry kann man nur eines sagen: Wahnsinn! Diese Frau dominiert den Film nicht nur durch ihre Rolle, die natürlich die größte ist, auf der immer der Fokus liegt. Sie spielt auch alle anderen Akteure in Grund und Boden. Sie bringt die rationale, seriöse Psychologin nicht nur durch die glatte Langhaarfrisur rüber, die sie gegen ihren frechen Kurzhaarschnitt eintauschen musste. Man nimmt ihr die Angst, den Wahnsinn, die Ungläubigkeit und die Verzweiflung in jeder Sekunde ab. Auch dank ihrer Leistung erhält der Film diese übermäßige Spannung.
Dieses Lob soll aber nicht die Leistung der anderen Akteure schmälern. Auch Charles S. Dutton leistet Großes, wenn man in Flashbacks sieht, wie er, schon verstümmelt, vor seinem Mörder kriecht und ihn anfleht, ihn nicht zu töten. Aber auch Penelope Cruz bringt eine solide Leistung, obwohl ihre Rolle leider recht klein ist. Sie kann eigentlich in dieser Rolle weder sonderlich glänzen, noch groß etwas falsch machen. Schade, ich hätte ihr mehr gegönnt.
Regisseur Mathieu Kassovitz („Die purpurnen Flüsse“) legt mit „Gothika“ seinen ersten US-Streifen vor und trifft gleich ins Schwarze. Gut, er muss sich schon den Vorwurf gefallen lassen, immer wieder Genre-Klischees (alte Häuser und Gebäude, enge und dunkle Flure und Räume, Nacht, Gewitter...) zu nutzen, aber warum auf Bewährtes verzichten? Er schafft es auf jeden Fall, dem Film fast über die gesamte Distanz eine fast nervenzerreißende Spannung zu verleihen, die den Zuschauer immer wieder im Kinosessel zusammenzucken lässt, wenn der Film eine unerwartete Wendung nimmt, oder einer der vielen Schockeffekte auf den Zuschauer zukommen, die aber leider auch recht oft vorhersehbar sind. Da wäre dann der Punkt, warum man vielleicht doch auf Bewährtes verzichten und neue Wege gehen sollte. Dennoch: Spannung ist in extrem hohem Maße vorhanden und ich musste mich einige Male wirklich zusammenreißen und einmal konnte ich ein „Woah“ vor Erschrecken nicht verhindern.
Besonders beeindruckt haben mich die Kamerafahrten, die immer wieder zu sehen sind. So sieht der Zuschauer eine Szene aus dem Blickwinkel des Geistes. Die Kamera fährt auf Miranda Greys Glaszelle zu, durch die Glastür hindurch (sehr beeindruckend gemacht), dann auf Miranda zu, fährt durch ihr Haar am Ohr vorbei, woraufhin sich Grey natürlich erschreckt... Großes Kompliment an diese Kameraführung.
Freigegeben ist der Film ab 16 Jahren, was ich gerade noch für vertretbar halte. Einige Szenen sind zwar nicht wirklich für 16-jährige Jugendliche gedacht, wenn ich da nur an die äußerst brutale Ermordung von Miranda Greys Mann denke, die im Laufe des Filmes gezeigt wird, aber ansonsten ist der Film eben extrem spannend, aber nicht wirklich jugendgefährdend. Trotzdem: Wegen der brutalen Ermordung von Miranda Greys Ehemann wäre ich auch nicht verwundert, wenn der Film erst ab 18 Jahren freigegeben worden wäre. Eine Ermessensentscheidung, die wohl zu Gunsten der höheren Zuschauerzahlen ausgegangen ist, die zu verzeichnen sind, wenn der Film ab 16 Jahren freigegeben wird...
-----FAZIT:-----
Ich habe den ganzen Film über auf eine rationale Erklärung der Geistererscheinung gewartet und sie am Ende auch bekommen – zum Glück, denn ansonsten hätte ich diesem Film sicher nicht die Topbewertung gegeben. Aber so kann ich jedem das Anschauen dieses Psycho-Schockers nur empfehlen. Das ist großes Kino mit viel Nervenkitzel.
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