Grand Canyon Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von mawirtz
mawirtz turnt durch große Loch ;o]
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Der Grand Canyon National Park liegt im Nordwesten des US- Bundesstaates Arizona. Er ist eine der grandiosesten und spektakulärsten Landschaften der Erde und zählt zu den 7 Weltwundern. 1919 wurde er zum Nationalpark erklärt. Der 4929 km² große Nationalpark entlang des Colorado Rivers reicht vom Lake Mead bis zur Mündung des Little Colorado River. An seiner tiefsten Stelle ist der Grand Canyon fast 2 km tief in das Colorado Plateau eingeschnitten, seine horizontale Ausdehnung beträgt 6km an der schmalsten Stelle bis etwa 30 km.
Geschichte:
**********
Vor etwa 11.000 Jahren siedelten die ersten Paläo- Natives am Grand Canyon, diese archaische Periode endete vor etwa 3000 Jahren. Für die folgenden 1500 Jahre gibt es keinen Nachweis für Besiedelung. Erst vor 1500 Jahren begann eine neue Besiedelungswelle mit Cohonina- und Anasazi Indianern, die vor etwa 700 Jahren das Gebiet in Richtung Osten wieder verließen, um sich im heutigen Gebiet der Hopi anzusiedeln. Der bekannteste Indianerstamm, die Navajo, gelangten etwa vor 600 Jahren an den Grand Canyon, ihr heutiges Reservat grenzt im Osten an den NP an.
Im Jahr 1540 entdeckte der Spanier Garcia Lopez de Cardenas den Grand Canyon für die Europäer, empfand ihn aber als mehr als lästiges Hindernis auf der Suche nach Gold. Richtig bekannt wurde der Grand Canyon allerdings erst durch die abenteuerliche Bootsexpedition des Bürgerkriegsveteranen John Wesley Powell im Jahr 1869/70, die drei seiner Mitreisenden das Leben kostete.
Klima und Vegetation:
********************
Das Klima des Grand Canyon reicht von subarktisch am oberen Rand des Canyons bis zum Wüstenklima im Talsohlenbereich. Analog dazu findet man hier allein 4 der 7 Vegetationszonen Nordamerikas, von borealer Vegetation bis zur Vegetation der Sonora- Wüste unterhalb etwa 600 m NN. Dieses weite Spektrum muss man bei einer Tour durch den Grand Canyon bedenken, oben ist es barbarisch kalt, und wenn man mittags unten ankommt, brennt einem die Sonne aufs Hirn.
Geologie:
********
Nun ich möchte Euch hier nicht mit Fachwissen nerven und fasse mich deshalb kurz.
Der Colorado River hat sich im Laufe der Zeit (seit etwa 4 Millionen Jahren) in das sich aufgrund der laramidischen Orogenese aufwölbende Colorado Plateau eingeschnitten. Die Stratigraphie dieses Untergrundes ist geprägt von einem schräg anstehenden präkambrischen metamorphen Gestein mit aufgelagerten Sedimenten, darauf folgt eine „Zeitlücke\" und anschließend dicke Schichten unterschiedlicher paläozoischer (Kambrium bis Perm) Sedimente (Kalke, Sandsteine, Tonschichten) die sich wie ein Stapel Pfannekuchen auftürmen. Merke: der älteste Pfannekuchen liegt bekanntlich unten, das ist das stratigraphische Grundgesetz.
Bright Angel Trail
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Die meisten der jährlich 4 Millionen Besucher sehen nur einen kleinen Ausschnitt des Grand Canyon, nämlich den Blick vom Rand. Das menschliche Gehirn kommt jedoch mit den Dimensionen des dargebotenen bombastischen Naturspektakels nicht klar; diese werden greifbarer, wenn man sich auf den Weg nach unten macht, und zwar je nach Gesundheitszustand auf einem Muli oder aber zu Fuß. Sportliche Zeitgenossen mögen mit dem Gedanken spielen, die Strecke vom Grand Canyon Village zur Phantom Ranch und wieder hinauf an einem Tag zu bewältigen. Es ist eine enorme Distanz (über 17 km einfache Strecke, also etwa 35 km insgesamt) mit einem riesigen Höhenunterschied (2000 Höhenmeter hinunter und 2000 Höhenmeter wieder rauf) und unter extremen klimatischen Bedingungen (über 40 °C und kein Schatten). Deswegen rate ich, auch aus eigener Erfahrung, dringend von dieser Idee ab, außer Ihr seid fit wie Rüdiger Nehberg. Es gibt entlang des Weges 2 Rastplätze (2,4 km und 4,8 km nach Trailbeginn), an denen man im Sommer seine Wasserflaschen auffüllen kann. Auf halber Strecke etwa liegt Indian Gardens, eine grüne Oase mit Cottonwoods, und läd zum Verweilen ein. Hier teilt sich der Weg: Der Bright Angel Trail führt weitere 750 Höhenmeter tiefer zu den Ufern des Colorado, ein weiterer Weg geht zum etwa 2,5 km entfernten Plateau Point direkt über dem inneren Canyon mit einer hervorragenden Aussicht.
Ausrüstung:
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Was Ihr bei einer Wanderung auf dem Bright Angel Trail unbedingt mitnehmen müsst:
* Sonnencreme mit hohem LSF, Sonnenhut
* ein Fotoapparat mit Zoom vom 35 - 100 mm oder so, mit einem nicht allzu lichtempfindlichen Film, nach Möglichkeit ein Skylight- Filter. Die Kamera müsst Ihr die ganze Zeit schleppen, sie sollte nach Möglichkeit nicht so schwer sein...
* Wasserflaschen, je nach Temperatur und Durst rechnet mit mindestens 1 - 2 Liter- Flaschen pro Person, da man diese unterwegs auffüllen kann.
* Bergschuhe Klasse B oder C, diese sollten GUT eingelaufen sein und den Knöchel feste stützen, mit den dazugehörigen Socken aus Wolle oder Technofaser
* Essen, Essen, Essen: Kalorienbomben nach Wahl sowie für den Rückweg temperaturbeständige Nahrungsmittel wie Äpfel, Müsli- Riegel und Kekse, ganz wichtig ist Traubenzucker!!! Meine spitzfindige Leserschaft kann ja mal ausrechnen, wie viele Kalorien man auf dem Bright Angel Trail verbrät, wenn man ihn an einem Tag ablatscht... (zur Erinnerung: 34 km längs, 2000 m runter und 2000 m hoch...) ich glaube das reicht für eine Werksbesichtigung mit anschließender Verkostung bei Coppenrath & Wiese
Infrastruktur:
************
Das Grand Canyon Village verfügt über alle notwendigen touristischen Einrichtungen wie Camping, Unterkünfte, Tankstelle, Supermarkt und Restaurants. Die Qualität der angebotenen Dienstleistungen ist in Ordnung, allerdings zu gesalzenen Preisen... In das Grand Canyon Village fahren die Greyhound- Busse und der historische Grand Canyon Railway Train ab Flagstaff. Es verkehren kostenlosen Pendelbusse ab dem Village zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten.
Übernachtungsmöglichkeiten:
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Zentrale Reservierung mindestens 6 Monate im Voraus über Grand Canyon NP Lodges, PO Box 699, Grand Canyon, AZ 86023, Tel.: 001-520-638-2401
Zum Campen im Nationalpark benötigt mal ein kostenloses Permit des Backcountry Reservation Office (am Eingang zum Mather Campgroung an der South Rim bzw. bei der North Rim Ranger Station, PO Box 129, Grand Canyon 86023)
Am Bright Angel Trail liegen Indian Gardens und Bright Angel Campground, auch für geübte Camper wirken diese beiden Campgrounds eher archaisch. Reservierung über Backcountry Reservation Office.
Die Phantom Ranch am Ufer des Colorado bietet Übernachtungsmöglichkeiten mit einem Dach über dem Kopf, sie ist allerdings schon über Monate im Voraus ausgebucht. Reservierung über Backcountry Reservation Office.
Fazit:
*****
Das faszinierende am Grand Canyon ist, dass man fast die Hälfte der Erdgeschichte erwandern kann, und zwar den Zeitraum vom Perm bis ins Präkambrium. Nachdem ich den Bright Angel Trail abgestiefelt war , hatte ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Begriff von diesem bis dato eher abstrakten Wissens über Erdzeitalter. Natürlich hatte ich auch Blasen an den Füßen und am nächsten Tag einen ordentlichen Muskelkater, was den Lerneffekt allerdings eher verstärkte. Ich hatte 2 Milliarden Jahre gesehen, das ist eine 2 mit neun Nullen hintendran. Ich habe sie nicht nur gesehen, sondern begriffen.
Deshalb kann ich jedem, der eine Reise in den Südwesten der USA geplant hat, einen Besuch in diesem großartigen Naturschauspiel nur dringend ans Herz legen. Meine Sicht der Welt hat sich an diesem Tag im Grand Canyon gründlich verändert. Vielleicht geht es Euch ja genauso.
Geschichte:
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Vor etwa 11.000 Jahren siedelten die ersten Paläo- Natives am Grand Canyon, diese archaische Periode endete vor etwa 3000 Jahren. Für die folgenden 1500 Jahre gibt es keinen Nachweis für Besiedelung. Erst vor 1500 Jahren begann eine neue Besiedelungswelle mit Cohonina- und Anasazi Indianern, die vor etwa 700 Jahren das Gebiet in Richtung Osten wieder verließen, um sich im heutigen Gebiet der Hopi anzusiedeln. Der bekannteste Indianerstamm, die Navajo, gelangten etwa vor 600 Jahren an den Grand Canyon, ihr heutiges Reservat grenzt im Osten an den NP an.
Im Jahr 1540 entdeckte der Spanier Garcia Lopez de Cardenas den Grand Canyon für die Europäer, empfand ihn aber als mehr als lästiges Hindernis auf der Suche nach Gold. Richtig bekannt wurde der Grand Canyon allerdings erst durch die abenteuerliche Bootsexpedition des Bürgerkriegsveteranen John Wesley Powell im Jahr 1869/70, die drei seiner Mitreisenden das Leben kostete.
Klima und Vegetation:
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Das Klima des Grand Canyon reicht von subarktisch am oberen Rand des Canyons bis zum Wüstenklima im Talsohlenbereich. Analog dazu findet man hier allein 4 der 7 Vegetationszonen Nordamerikas, von borealer Vegetation bis zur Vegetation der Sonora- Wüste unterhalb etwa 600 m NN. Dieses weite Spektrum muss man bei einer Tour durch den Grand Canyon bedenken, oben ist es barbarisch kalt, und wenn man mittags unten ankommt, brennt einem die Sonne aufs Hirn.
Geologie:
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Nun ich möchte Euch hier nicht mit Fachwissen nerven und fasse mich deshalb kurz.
Der Colorado River hat sich im Laufe der Zeit (seit etwa 4 Millionen Jahren) in das sich aufgrund der laramidischen Orogenese aufwölbende Colorado Plateau eingeschnitten. Die Stratigraphie dieses Untergrundes ist geprägt von einem schräg anstehenden präkambrischen metamorphen Gestein mit aufgelagerten Sedimenten, darauf folgt eine „Zeitlücke\" und anschließend dicke Schichten unterschiedlicher paläozoischer (Kambrium bis Perm) Sedimente (Kalke, Sandsteine, Tonschichten) die sich wie ein Stapel Pfannekuchen auftürmen. Merke: der älteste Pfannekuchen liegt bekanntlich unten, das ist das stratigraphische Grundgesetz.
Bright Angel Trail
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Die meisten der jährlich 4 Millionen Besucher sehen nur einen kleinen Ausschnitt des Grand Canyon, nämlich den Blick vom Rand. Das menschliche Gehirn kommt jedoch mit den Dimensionen des dargebotenen bombastischen Naturspektakels nicht klar; diese werden greifbarer, wenn man sich auf den Weg nach unten macht, und zwar je nach Gesundheitszustand auf einem Muli oder aber zu Fuß. Sportliche Zeitgenossen mögen mit dem Gedanken spielen, die Strecke vom Grand Canyon Village zur Phantom Ranch und wieder hinauf an einem Tag zu bewältigen. Es ist eine enorme Distanz (über 17 km einfache Strecke, also etwa 35 km insgesamt) mit einem riesigen Höhenunterschied (2000 Höhenmeter hinunter und 2000 Höhenmeter wieder rauf) und unter extremen klimatischen Bedingungen (über 40 °C und kein Schatten). Deswegen rate ich, auch aus eigener Erfahrung, dringend von dieser Idee ab, außer Ihr seid fit wie Rüdiger Nehberg. Es gibt entlang des Weges 2 Rastplätze (2,4 km und 4,8 km nach Trailbeginn), an denen man im Sommer seine Wasserflaschen auffüllen kann. Auf halber Strecke etwa liegt Indian Gardens, eine grüne Oase mit Cottonwoods, und läd zum Verweilen ein. Hier teilt sich der Weg: Der Bright Angel Trail führt weitere 750 Höhenmeter tiefer zu den Ufern des Colorado, ein weiterer Weg geht zum etwa 2,5 km entfernten Plateau Point direkt über dem inneren Canyon mit einer hervorragenden Aussicht.
Ausrüstung:
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Was Ihr bei einer Wanderung auf dem Bright Angel Trail unbedingt mitnehmen müsst:
* Sonnencreme mit hohem LSF, Sonnenhut
* ein Fotoapparat mit Zoom vom 35 - 100 mm oder so, mit einem nicht allzu lichtempfindlichen Film, nach Möglichkeit ein Skylight- Filter. Die Kamera müsst Ihr die ganze Zeit schleppen, sie sollte nach Möglichkeit nicht so schwer sein...
* Wasserflaschen, je nach Temperatur und Durst rechnet mit mindestens 1 - 2 Liter- Flaschen pro Person, da man diese unterwegs auffüllen kann.
* Bergschuhe Klasse B oder C, diese sollten GUT eingelaufen sein und den Knöchel feste stützen, mit den dazugehörigen Socken aus Wolle oder Technofaser
* Essen, Essen, Essen: Kalorienbomben nach Wahl sowie für den Rückweg temperaturbeständige Nahrungsmittel wie Äpfel, Müsli- Riegel und Kekse, ganz wichtig ist Traubenzucker!!! Meine spitzfindige Leserschaft kann ja mal ausrechnen, wie viele Kalorien man auf dem Bright Angel Trail verbrät, wenn man ihn an einem Tag ablatscht... (zur Erinnerung: 34 km längs, 2000 m runter und 2000 m hoch...) ich glaube das reicht für eine Werksbesichtigung mit anschließender Verkostung bei Coppenrath & Wiese
Infrastruktur:
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Das Grand Canyon Village verfügt über alle notwendigen touristischen Einrichtungen wie Camping, Unterkünfte, Tankstelle, Supermarkt und Restaurants. Die Qualität der angebotenen Dienstleistungen ist in Ordnung, allerdings zu gesalzenen Preisen... In das Grand Canyon Village fahren die Greyhound- Busse und der historische Grand Canyon Railway Train ab Flagstaff. Es verkehren kostenlosen Pendelbusse ab dem Village zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten.
Übernachtungsmöglichkeiten:
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Zentrale Reservierung mindestens 6 Monate im Voraus über Grand Canyon NP Lodges, PO Box 699, Grand Canyon, AZ 86023, Tel.: 001-520-638-2401
Zum Campen im Nationalpark benötigt mal ein kostenloses Permit des Backcountry Reservation Office (am Eingang zum Mather Campgroung an der South Rim bzw. bei der North Rim Ranger Station, PO Box 129, Grand Canyon 86023)
Am Bright Angel Trail liegen Indian Gardens und Bright Angel Campground, auch für geübte Camper wirken diese beiden Campgrounds eher archaisch. Reservierung über Backcountry Reservation Office.
Die Phantom Ranch am Ufer des Colorado bietet Übernachtungsmöglichkeiten mit einem Dach über dem Kopf, sie ist allerdings schon über Monate im Voraus ausgebucht. Reservierung über Backcountry Reservation Office.
Fazit:
*****
Das faszinierende am Grand Canyon ist, dass man fast die Hälfte der Erdgeschichte erwandern kann, und zwar den Zeitraum vom Perm bis ins Präkambrium. Nachdem ich den Bright Angel Trail abgestiefelt war , hatte ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Begriff von diesem bis dato eher abstrakten Wissens über Erdzeitalter. Natürlich hatte ich auch Blasen an den Füßen und am nächsten Tag einen ordentlichen Muskelkater, was den Lerneffekt allerdings eher verstärkte. Ich hatte 2 Milliarden Jahre gesehen, das ist eine 2 mit neun Nullen hintendran. Ich habe sie nicht nur gesehen, sondern begriffen.
Deshalb kann ich jedem, der eine Reise in den Südwesten der USA geplant hat, einen Besuch in diesem großartigen Naturschauspiel nur dringend ans Herz legen. Meine Sicht der Welt hat sich an diesem Tag im Grand Canyon gründlich verändert. Vielleicht geht es Euch ja genauso.
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