Hapag Lloyd Testbericht

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Erfahrungsbericht von rofis

Einmal Urlaub und zurück

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Es muss wohl so Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts gewesen sein, als ich zum ersten Mal ein Flugzeug von Hapag Lloyd bestieg. Wenn ich mich recht entsinne, handelte es sich um eine Maschine vom Typ Boeing 727, einen dreistrahligen Jet . Der Flug führte von Zagreb nach Dubrovnik, die Maschine war wohl an die damals jugoslawische JAT verchartert worden.

Seither ist einige Zeit ins Land gegangen, die Flugzeugtypen haben gewechselt, das Firmenloge ebenfalls. Sicherlich hat die Zahl der Flüge und Destinationen seit damals erheblich zugenommen. Heute fliegt man von 14 Abflughäfen zu 23 Zielen in acht Ländern, wie die Homepage der Gesellschaft verrät.

Von einem dieser Abflughäfen, Stuttgart, zu einer der Destinationen, Teneriffa, sind wir am letzten Tag des Februar 2003 geflogen. Sicherlich ist ein Flug nicht ausreichend, um eine Gesellschaft abschließend zu beurteilen, aber ein kleines Mosaiksteinchen dazu trägt er auch bei.

Beginnen wir mal mit der nahezu unmenschlichen Abflugzeit: 6 Uhr morgens. Wer da nicht den Vorabend-Check-In nutzen kann, der muss ziemlich bald raus aus den Federn... Aber natürlich hat ein so früher Termin auch Vorzüge: man ist frühzeitig am Ziel und kann dort noch einiges unternehmen.

Der Vorabend-Check-In verlief reibungslos. Gestört hat mich nur, dass es nicht möglich war, den Platz für den Rückflug gleich zu reservieren (nein, ich wollte keinen Fensterplatz, ich bat nur aus gesundheitlichen Gründen um einen Platz, von dem aus ich mein linkes Bein gelegentlich ausstrecken kann). Aber so weit scheint der Service bei Urlaubsfliegern nicht zu reichen. Schade.

Am Morgen mussten wir dann erst gegen 5.30 Uhr am Gate sein, was überhaupt kein Problem bereitete. Hatten wir doch die Nacht in einem Hotel nahe am Flughafen verbracht und dessen Shuttle-Bus nutzen können.

Das Einsteigen begann pünktlich, aber leider etwas chaotisch und unorganisiert. Alle wurden gleichzeitig auf die Maschine losgelassen, was - trotz zweier benutzbarer Eingänge - zu gelegentlichem Chaos führte. Logischerweise konnten wir dann nicht pünktlich zum Start rollen.

Aber die Viertelstunde Verspätung beeinträchtigte die Vorfreude auf den Urlaub in keiner Weise. Die Sitzreihen in der Boeing 737-800, die uns befördern sollte, waren zwar knapp gesetzt, insgesamt reichte der Abstand auch für größere und umfangreichere Personen aber aus. Na ja, war ja nur für etwa 4 Stunden...

An Bord gab es die üblichen Hinweise und Sicherheitsanmerkungen, ein Film auf den kleinen Bildschirmen, die im Abstand weniger Sitzreihen (zwei oder drei) herunterklappten.
Leider war die Sichtqualität nicht von allen Plätzen aus gleich gut, was insbesondere für diejenigen ärgerlich war, die sich für 2,50 € einen Kopfhörer zulegten, mit dessen Hilfe sie das Bordprogramm von Ton untermalt verfolgen konnten.

Einige Zeit nach dem Abheben begann die freundliche Kabinencrew mit der Ausgabe eines insgesamt ordentlichen, wenn auch nicht berauschenden Frühstücks. Der Kapitän hatte sich und seine gesamte Mannschaft kurz vorher vorgestellt und hatte einige Details über den bevorstehenden Flug verraten, auf den Bildschirmen wurde die Flugroute eingeblendet, kurz: wir konnten uns beruhigt und informiert an den Verzehr von Hörnchen und Brötchen, Wurst, Käse und Marmelade machen.

Im weiteren Verlauf des Flugs kümmerte sich die Mannschaft ganz gut um die Passagiere, verkaufte einigen alkoholische Getränke (vielleicht gegen die Flugangst? Oder warum muss man morgens schon Schnaps und ähnliches zu sich nehmen?) und servierte alkoholfreies auch kostenfrei.

Natürlich wollte man auch verkaufen: Parfüm, Alkoholika und Zigaretten wechselten den Besitzer. Und da wären wir schon bei einem schwerwiegenden Nachteil der Gesellschaft angelangt: man reserviert immer noch einige Sitzreihen für Raucher, die dann ungestört die Luft verpesten dürfen. Hier sollte die HLF sich ein Beispiel bei den großen Carriern nehmen, die nur noch Nichtraucherflüge anbieten.

Wir kamen mit der anfangs eingehandelten Verspätung in Tenerife-Sur (dem Südflughafen) an, die Landung wurde (wie bei Charterflügen wohl üblich) heftigst beklatscht, obwohl ich sie gar nicht sooo gut empfand. Wohlgemerkt: sie war nicht schlecht, aber eben auch nicht herausragend.

Leider war die Wartezeit auf das Gepäck im Flughafen nicht unbeträchtlich, aber dafür kann die HLF ja wohl nichts. Begann der Urlaub halt ein Stündchen später als geplant...

Leider ist jeder Urlaub auch mal wieder zu Ende, der Rückflug steht an. Wir waren etwa 2 Stunden vor dem Termin am Airport, reihten uns in die lange Schlange der Wartenden an einem der beiden für uns zuständigen Schalter ein und bekamen von einer gestresst wirkenden Angestellten schließlich doch noch zwei Plätze zugewiesen. Leider direkt an der Grenze zur Raucherzone.

Das Einsteigen begann mit etwa 5 minütiger Verspätung, die Maschine war wegen Gegenwindes auch leicht verspätet angekommen. Wegen des wohl üblichen Chaos beim unorganisierten Einsteigen begann dann auch der Rückflug mit größerer Verspätung als vorhergesehen. Aber der freundliche Kapitän teilte uns gleich erfreuliches mit: wegen des jetzt herrschenden Rückenwindes würden wir trotz Verspätung beim Start in STR pünktlich ankommen.

Der Service war auch jetzt wieder sehr freundlich, allerdings auch ein wenig unorganisiert, wie mir schien. Das führte dann letztendlich dazu, dass die eine oder andere Mitarbeiterin gegen Ende des Flugs in leichte Panik zu fallen drohte und Hektik um sich verbreitete. Da mussten noch Becher eingesammelt werden, kleine Päckchen Toblerone sollten verteilt werden - und alles, obwohl der Landeanflug längst eingeleitet war.

Die Landung in STR verlief dann auch wieder ohne größere Zwischenfälle, für meinen Geschmack allerdings hat der Meister des Steuerknüppels die Maschine aus einer recht großen Höhe auf die Landebahn plumpsen lassen. Jedenfalls polterte und wackelte es ganz ordentlich. dass es dafür dann auch noch Applaus gab, das habe ich nun wirklich nicht verstanden.

Ein Geheimnis des Captains wird es allerdings wohl bleiben, warum er uns mitteilte, dass er sich freuen würde, uns auf dem Rückflug wieder an Bord begrüßen zu dürfen.

Insgesamt waren die beiden Flüge nicht unangenehm, es gibt keinen Grund sich ernsthaft zu beklagen - außer über die Raucherreihen. Wir können uns gut vorstellen, wieder mit der HLF in Urlaub zu fliegen, vielleicht dann als Einzelbucher und nicht als Reisebüro-Pauschalgast.

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