Haustiere Testbericht

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Erfahrungsbericht von modschegibbchen

Jetzt rede ich - Fräulein Petra Müller!!!

Pro:

Ich hatte Glück!!!!

Kontra:

gibt es keins!!!

Empfehlung:

Ja

Hallo,

ich glaube, einige von euch kennen mich schon, ich bin Fräulein Müller, Petra Müller. Mein Frauchen, das Modschegibbchen hat mir gebeichtet, dass sie euch von mir und wie sie mich gefunden hat berichtet hatte, das ist ja wirklich lieb von meinem Frauchen gewesen, aber nun sollt ihr auch mal meine Version der Geschichte hören.

Also, ich bin ein Hundemädchen und irgendwer hat mich einfach auf den sinnigen Namen Petra getauft. Das ist schon so lange her, dass ich gar nicht mehr weiß, wie ich eigentlich gaaaaanz früher mal geheißen habe. Aber Namen sind Schall und Rauch, heißt es doch immer so schön bei euch Zweibeinern, und wenn man mich nur lieb anspricht, ist mir der Name eigentlich egal.

Ich denke zwar nicht mehr gern an früher – die Zeit bevor ich zu Frauchen kam – zurück und vieles habe ich schon Gott sei Dank vergessen, aber eins weiß ich schon (bin ja nicht dumm): So gut wie jetzt ging es mir in meinem Hundeleben noch nie. Endlich ein schönes Zuhause (seit Jahren unverändert gut) mit Vollpension und Streicheleinheiten ohne Ende. Ja früher, da hatte ich es schwer, Frauchen sagt immer, dass ich es doppelt schwer gehabt hätte, weil ich schon zweimal ins Tierheim abgeschoben wurde. Wenn sie das sagt, schmunzeln immer alle, aber es klingt ja auch putzig. Aber es wahr, glaube ich, alles andere als das.

Ja, ihr habt richtig gehört: Doppelt schwer, weil schon zweimal im Tierheim. Man wird ja auch nicht jünger, und beim letzten Mal dachte ich schon: Das war´s jetzt. Keiner will Dich, Du bist zu alt! Dabei habe ich mir immer ganz viel Mühe gegeben, wenn mich jemand sehen wollte, und bin wie ein junges Reh rumgehüpft. Ehrlich, ich wäre schon noch als junger Hüpfer durchgegangen. Aber dann, wenn diese Zweibeiner hörten, dass ich schon 3 bis 4 Jahre alt bin, da war´s vorbei. Wie oft hatte ich gehört: Die ist ja ganz niedlich, aber schon so alt. Wir wollten lieber einen jüngeren Hund. Ich habe mich dann immer stark zusammen gerissen und meine Traurigkeit runtergeschluckt und sie mit meinen großen, schönen Augen angeguckt. In meinem Blick war immer gaaaaaaanz viel Liebe…

Das erstemal kam ich ins Tierheim, weil mich mein Zweibeiner loswerden wollte. Ich war im Weg, für was weiß ich gar nicht mehr – war es, weil der Vermieter keine Hunde(mädchen) mochte oder weil der Urlaub nur mit ohne Hund geklappt hätte oder war ich, noch jung an Jahren, zu wild? Ich kann mich wirklich nicht mehr daran erinnern. Aber ich weiß noch, dass er mich an eine Straße mit vielen, vielen Autos – bei Frauchen habe ich gelernt, es heißt „Autobahn“ – angebunden und gesagt hatte, keine Angst, ich komm gleich wieder. Lügen, alles nur Lügen, nichts als Lügen! Es wurde dunkel, es wurde kalt und keiner, den ich kannte und liebte, kam wieder. Irgendwann kam dann aber doch jemand und brachte mich dorthin, wo es schon ganz viele von uns gab. Der Ort hieß Tierheim. Ich hatte zunächst keine Angst vor diesem Ort, denn ich kannte keinen Ort, der so hieß. Ich fror, ich hatte Hunger und ich war traurig – ich glaube, damals war mir alles recht. Hauptsache weg von der „Autobahn“ und noch heute habe ich vor großen Straßen, mir großen Autos immer noch große Angst.

Ich blieb dann einige Zeit dort – auch da hatte ich ein Zuhause und Vollpension, aber wenig Liebe. Die Leute hatten einfach zu wenig Zeit, zu viel zu tun und wir waren zu viele, die geliebt werden wollten. Ich konnte es ja verstehen.

Dann irgendwann ein Lichtblick. Es war viel los in diesem Tierheim und irgendwann kam jemand und nahm mich mit zu sich. Ich war happy – wieder hatte ich ein neues Zuhause, bessere Vollpension und die Liebe musste ich mir nicht mehr mit den vielen anderen teilen. Das neue Herrchen hatte ich nur für mich. Ich wollte ein liebes Hundemädchen sein, wenn er mich nur lieb hatte. Naja, Kost und Loggie hatten ja noch gut geklappt. Mit der Liebe hatte es der neue Zweibeiner dann doch nicht so. Manchmal, wenn ich zu mobil war oder nicht gleich wusste, was er von mir wollte, da kam schon mal die Zeitung und es setzte was. Aber nichts ist so negativ, dass nicht was positives bei rausspringt: Bei der Sache mit der Zeitung hab ich auch was gelernt: Wenn jemand die Zeitung in die Hand nimmt, geh in Deckung! Irgendwann meinte mein Zweibeiner, dass ich nichts taugen würde – ungehörsam (ich wollte keine Katzen jagen und sein Scharfmachen hat mir auch nicht gefallen), dumm (bin ich nicht!!) und gefrässig. Ja, so hat er mich genannt. Aber um mich ohne Komplikationen wieder ins Tierheim zu schleusen, musste er sich schon was Besseres einfallen lassen. Und ich sag euch, der hatte ne Idee, wie er mich ganz schnell wieder loswurde. Der Zweibeiner war schon alt und so richtig laufen konnte er auch nur noch schwer – wenn ich schneller war als er, dann flog schon mal der Pantoffel (getroffen hat er allerdings selten, weil er genauso gut zielen, wie er laufen konnte) – und so sagte er dem Tierheimzweibeiner einfach, dass er sich nicht mehr um mich kümmern könnte, denn er schafft es ja schon kaum, sich um sich selbst zu kümmern. Das war ein Argument, das saß – und ich saß wieder im Tierheim. Die Frischluftappartments waren begehrt und alle schon besetzt, deswegen kam ich in ein Zimmer im Haus. Mensch war das undekorativ – Fliesen, kalt und nicht eben der letzte Schrei. Aber, damit ich mir den Pürzel nicht verkühlte, ich bekam immerhin meine eigene Decke. Auf der verbrachte ich so den Tag und dachte über den Sinn meines kleinen Hundelebens nach. Viel bei rausgekommen ist ja nicht. Denn immer wenn ich so in Gedanken war, wurde ich traurig und dachte mir, manno, weswegen immer ich? Wieso habe ich denn nie Glück und finde ein tolles Zuhause, wo man mich lieb hat und nicht bei der ersten besten Gelegenheit wieder abschiebt? Wie oft hatte ich beim Gassigehen anderen – allerdings meist auch jüngere Hunde – getroffen; die hatten es geschafft. Wie oft sagten sie voller Stolz zu mir: MEIN FRAUCHEN; MEIN HERRCHEN; MEINE LEINE; MEIN NAPF; MEIN SCHLUMMERKISSEN. Ich hätte mir das auch alles gern angesehen, aber ich hatte nie das Glück und sie keine Bilder dabei. Aber sie sahen sooooo glücklich aus und rochen sooooo gut, die konnten mich nicht belogen haben…

Da saß ich nun in meinem Einzelzimmer mit Decke und Fliesen und wurde immer trauriger. Wenn sie mir von den vielen anderen Vierbeinern wenigstens jemanden zum Quatschen mit ins Zimmer gesetzt hätten. Man ist (wird) ja genügsam! … und dann jedes Wochenende diese „Fleischbeschau“. Nette Leute kamen, fanden mich niedlich, hörten mein Alter – und stellten dann fest, dass ich dann wohl eher nichts mehr für sie war. WESHALB IMMER ICH? WIESO HAB ICH DENN KEIN GLÜCK?

Und dann eines Tages, ich lag wieder ganz traurig in meinem Einzelzimmer und hörte, wie sich unten im Hof die Leute unterhielten, welchen sie von uns mit nach Hause nehmen würden. Es war schönes Wetter und ich war traurig. Wer soll mich den hier oben „entdecken“?
Plötzlich ging die Tür auf und der eine Zweibeiner – schon alt und mit Rock – kam und meinte: Komm Petra (weiß gar nicht mehr, wer mir den Namen inzwischen verpasst hatte), neuer Versuch. Da unten sind zwei, die haben keine Ahnung von Hunden, das ist Deine Chance!!! Streng dich an, altes Mädchen, ich drück dir die Daumen, vielleicht klappt es diesmal!!!

Ich habe sofort meinen traurigen Augenaufschlag gegen ein strahlendes Lächeln eines superguten und wohlerzogenen Hundemädchens getauscht – und ich habe mir was vorgenommen: DIESMAL KLAPPT ES!!! DIESMAL GEH ICH MIT!!!

Die Tür zu dem Raum unten, wo die beiden auf mich gewartet haben, ging auf und ich hört – hoppla – eine Stimme, es war die schönste Stimme in meinem ganzen Leben, die zu mir sagte: Oh Süße, kommt doch mal her! Und die Stimme beugte sich zu mir runter. Ich dachte mir, jetzt oder nie und habe meine natürliche Schüchternheit beiseite geschoben und den Zweibeiner, dem die Stimme gehörte, meine ganze Liebe entgegen gebracht. Stellt euch vor, der ging vor mir in die Knie und plötzlich saßen wir beide auf dem Fußboden und knudddelten uns gegenseitig. Da wurde aus dem Zweibeiner meine Beatrice. Ihr nennt so etwas glaube ich „Liebe auf den ersten Blick“. Wie durch einen Schleier bekam ich mit, dass dort noch ein zweiter mir fremder Zweibeiner stand und mich ebenfalls mit wundervoller Stimme begrüßte. Ich schwör es euch, ich war superhappy!
Der eine Tierheim-Zweibeiner sprach dann mit keifiger Stimme, dass sie erst einmal mit mir ein paar Minuten spazieren gehen sollten, damit sie sehen, ob sie mir MIR klarkommen. Manno, wenn die das immer so sauerpeterhaft macht, find ich ja nie ein neues Zuhause. Da muss ich mich wohl mal selbst drum kümmern.

Beatrice und der andere Zweibeiner, mein heutiges Frauchen, haben mich an die Leine genommen und auf ging´s. Ich stolz wie Atze vorneweg und immer mal wieder zuckersüß zurückgeguckt. Musste mich ja absichern, ob sie auch nachkommen. Sie kamen und ich hörte sie reden. Was ich da hörte, verstand ich nicht hundertprozentig, aber es ging um MICH! Manno, nicht einmal mein Alter hatte die beiden abgeschreckt, ich bin sogar schon auf Schnuppertour mit ihnen – soweit war ich bisher nie. Das, liebe Petra, ist deine Chance – nutze sie.
Irgendwann drehten sie plötzlich um und – oh Schreck – es ging zurück. Och nöööö. da will ich doch nicht mehr hin. Na wartet, einen (Trick) hab ich noch. Vor dem Tierheim ließ ich mich auf den Boden plumpsen und da bekam mich niemand mehr weg. Sie müssen doch merken, dass ich sie jetzt schon liebe. Wie können die denn denken, ich geh da wieder rein? Mein kleines Hundeherz war mächtig aufgeregt und ich fiel fast in Ohnmacht. Das hörte ich doch urplötzlich die magischen Worte, die dieser eine Zweibein, das Modschegibbchen, zu meiner Beatrice sagte: DIE NEHMEN WIR JETZTT MIT! JEDES WOCHENENDE DIESES DRAMA; WENN WIR SIE ZURÜCKBRINGEN; DASS KANN ICH NICHT…

Oh, ich traute meinen Ohren nicht. Die wollen mich!!!! Sofort und gleich!!! Ich fass es nicht. Petra, nur nicht umfallen, genieße den Augenblick, er hat was ganz besonderes. Nicht nur ein Zweibeiner will mich, sondern gleich zwei – und gestreichelt haben sie mich in den letzten 30 Minuten mehr als die anderen in den letzten 12 Monaten! Oh, ich war das glücklichste Hundemädchen der Welt. Ich lief vor Freude und Stolz später einen halben Meter über der Erde. ICH HAB ES GESCHAFFT!!!!

Aber halt, warum sollte ich nun noch einmal da rein? War vielleicht der Wunsch hier Vater des Gedanken? Es half nichts, ich musste das Risiko eingehen. Also, bin ich noch einmal mit in dieses Tierheim und hörte dort wie mein späteres Frauchen diese böse Zweibeinerin mit ziemlich rigeroser Stimme sagte, sie solle sofort irgendwas fertigmachen, denn „die Petra nehmen wir jetzt sofort ganz mit!“ Mitten in diesem Freudentaumel hörte ich noch den Zweibeiner vom Tierheim sagen, dass ich aber schon alt sei – 3 bis 4. Du blöde Kuh, mach mir das jetzt nicht wieder kaputt, dachte ich mir gerade. Da hörte ich Frauchen auch schon sagen „Na und!“ Ups, ich hab´s geschafft, die nehmen mich mit!!!

Ganz brav bin ich später mit den beiden mitgegangen, habe mir eine halbe Stunde später sogar mein Körbchen – ich hatte noch nie ein eigenes Körbchen – und Futter aussuchen dürfen. Auch einen Ball zum Spielen haben sie mir gekauft. Ich wusste schon, was ich beim nächsten Gassigehen den anderen Hunden sagen wollte:

MEIN FRAUCHEN 1; MEIN FRAUCHEN 2; MEIN KORB; MEINE LEINE; MEIN BALL; MEIN FRESSCHEN!!!!

Euer Fräulein Müller, Petra Müller

P.S.. Ich bin nun schon das 8. Jahr bei Frauchen und habe es keine Minute bereut. Ich habe immer noch ein wunderschönes Zuhause, eine traumhafte Vollverpflegung, alle Liebe dieser Welt und ganz viel Glück gehabt. Nie schiebt Frauchen mich ab, überall – außer ins Büro – darf ich es begleiten, das Frauchen. Dass ich das nochmal erleben durfte…

Meinen Brüdern und Schwestern in den Tierheimen wünsche ich nun mindestens genauso viel Glück, wie ich es vor fast 8 Jahren hatte.

MEINEM FRAUCHEN SAGE ICH DANKE; DANKE; DANKE!!!!!!

27 Bewertungen, 2 Kommentare

  • redwomen

    22.09.2005, 13:45 Uhr von redwomen
    Bewertung: sehr hilfreich

    man dazu noch viel sagen ???

  • kruemel02

    26.02.2005, 08:59 Uhr von kruemel02
    Bewertung: sehr hilfreich

    der schönsten Berichte die ich je gelesen habe. Ich selbst habe einen Tierheimhund, klar er heißt Kruemel. Auch er wurde angebunden an einem E-Center gefunden, war gerade mal 6 Monate. Er lebt jetzt schon über 4 fast 5 jahre bei mir. Ich bi