Erfahrungsbericht von GAWOnline1983
Die Gerechtigkeit. Fordert ihren Tribut.
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Inhalt
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Vor drei Jahren wurde Miami durch die Cupido-Morde aufgewühlt, doch letztlich gelang es den Verantwortlichen, einen Schuldigen hinter Gittern zu bringen. Scheinbar ist Ruhe eingekehrt, doch dann geschieht etwas Schreckliches. Chavez, der damals den Cupido-Mörder bei einer Verkehrskontrolle entdeckte, wird ermordet. Chavez erhielt die Meldung, nach einem Obdachlosen sehen zu sollen, trifft jedoch keinen an. Im Wagen lauert bereits sein Mörder auf ihn. Auch Staatsanwältin C. J. Townsend, die damals für die Verhandlung der Cupido-Morde zuständig war, wird zum Tatort gerufen. Was sie verschweigt ist, dass Chavez vor drei Jahren degradiert wurde, weil die Entdeckung der Leiche der 22jährigen Anne Prado im Kofferraum des Mörders nicht vorschriftsmäßig war. Chavez hatte ein Rücklicht eingetreten, um seine Durchsuchung machen zu können. Doch um den Täter verurteilen zu können, der Townsend vor mehreren Jahren in ihrer eigenen Wohnung überfiel und brutal vergewaltigte, ist ihr jedes Mittel recht gewesen. Auch das Schweigen über diesen Vorfall, da sie ihn unbedingt hinter Gittern sehen wollte.
Schon kurze Zeit später wird Bruce Angelillo getötet, der allerdings mit dem damals geschmiedeten Komplott in keinem Zusammenhang steht. Er soll nicht der letzte sein und C. J. schweigt immer noch, sie vertraut sich nicht einmal ihrem Verlobten Dominick Falconetti, einem FBI-Agenten, an. Doch es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, da es scheint, als ob der Mörder sein Ziel immer noch nicht erreicht hat…
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Meine Meinung
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Nachdem ich auf den Debütroman „Cupido“ von der Autorin Jilliane Hoffman durch Zufall aufmerksam wurde und ihn schließlich zu einem meiner Lieblingsbücher hochstilisierte, konnte schließlich die zweite Veröffentlichung gar nicht mehr erwarten. In hoher Erwartungshaltung kaufte ich mir bereits für 17 Euro die englische Ausgabe, da ich unbedingt wissen wollte, was es mit dieser neuen Mordserie auf sich hat. Doch weit kam ich nicht. Obwohl ich in der Regel eigentlich keine Probleme habe, englischsprachige Literatur zu lesen, quälte ich mich erst einmal durch knapp die Hälfte es Buches. Ich vermochte mit der neuen Geschichte jedoch nicht warm zu werden. Eigentlich tue ich das nie, doch ich legte das Buch erst einmal beiseite.
Als schließlich irgendwann die deutsche Übersetzung erschien, konnte ich mich dem doch nicht entziehen, da ich einfach nicht glauben wollte, dass es nach dem brillanten Erstling „Cupido“ zu so einem Abstieg gekommen sein sollte. Glücklicherweise bekam ich das Buch auf meinen Wunsch hin dann im Rahmen des letztjährigen Weihnachtsfestes geschenkt, so dass ich nicht erneut die Ausgaben für dieses Buch aufwenden musste.
Man kann es „Morpheus“ nicht absprechen, dass die Autorin durchaus spannungsgeladen in die Geschichte einsteigt. Das erste Kapitel konfrontiert gleich mit einer Szenen vor Gericht, in der die Cupido-Morde wieder zur Sprache gelangen. Allerdings stellt sich damit zugleich der erste Kritikpunkt dar, denn ich finde, es sind umfassende Vorkenntnisse erforderlich, um das Geschehen in „Morpheus“ hinreichend verfolgen zu können. Es ist einzusehen, dass es eine äußerst schwierige Gradwanderung ist, neue Leser hinreichend zu informieren und diejenigen, die „Cupido“ bereits kennen, nicht zu langweilen. Aber diese Gradwanderung beherrscht Hoffman leider nicht, da vieles doch nur so angerissen wird. Sicherlich erinnerte ich mich auch nach längerem noch an die markanten Geschehnisse in dem Debütroman, und dennoch fragte ich mich innerlich teilweise trotz der kurzen Wiederholung stellenweise schon, wie genau denn alles abgelaufen war. Sicherlich könnte man nun sagen, dass man einfach nochmals „Cupido“ vorweg lesen sollte, doch das kann sicherlich auch nicht Sinn der Übung sein. Für jene, die von Hoffman bisher noch nichts gelesen haben, gilt jedoch ohne Zweifel, dass „Cupido“ bereits aus diesem Grund für sie nur äußerst bedingt zu empfehlen ist.
Von der Handlung her konnte ich mich vielleicht während der ersten beiden Morde richtig auf das Buch konzentrieren, doch schon alsbald ließ dies nach. Während ich im ersten Roman zumindest noch zu Beginn Sympathien mit der Protagonistin C. J. Townsend gehegt hatte, ließen diese schon aufgrund meines Gerechtigkeitsempfindens spätestens am Ende des ersten Romans nach. Dies war mit einer der Gründe warum ich – damals wohl schon beim englischsprachigen Original, bei dem ich es noch auf die Sprache schon – einfach mit dem Roman nichts anfangen konnte. Sicherlich gibt Hoffman sich Mühe, die Morde überzeugend und spannend darzustellen. Doch irgendwann war es für mich zuviel es Guten und ich las die Geschichte zwar zu Ende, allerdings eben ohne von ihr wirklich gefesselt beziehungsweise eingenommen zu sein. Auch das Gerangel mit den Bundesbehörden und Polizei ist ein ausgelutschtes Thema, das bereits zu oft behandelt wurde und nichts mehr hergibt. Zwar versucht die Autorin am Ende des Buches noch mit einer Überraschung aufzuwarten, doch das vermochte das schlechte Werk in meinen Augen auch nicht mehr zu retten. Mit der Zeit verschwamm eben alles bereits in einem Einheitsbrei und ich hatte immer wieder Mühe, die Namen und die jeweiligen Personen dem Geschehen richtig zuzuordnen.
Während der Stil des Vorgängers mich noch gefesselt hatte, wirkte er hier äußerst nüchtern auf mich. Hoffman schaffte es weder, mir die Geschichte noch die Charaktere näher zu bringen. Durch die Vergewaltigung von C. J. Townsend vermochte sie es wenigstens zuvor noch Sympathien zu erwecken. Dies versucht sie zwar durch die anstehende Hochzeit zwischen Dominick und C. J. immer noch, doch diesmal vermag sie eben nicht so recht zu überzeugen. Die Charaktere wirken seltsam farblos und wandern in einem ebenso farblosen Buch umher. Mir erschien „Morpheus“ eben sehr lieblos heruntergeschrieben und von dem Flair des Vorgängers war nichts mehr zu spüren. Ohne Zweifel ist der Druck nach solch einem erfolgreichen Debüt sehr hoch, doch Hoffman hätte sich für die Fortsetzung lieber etwas mehr Zeit lassen sollen, bevor sie ein neues Werk in den Handel entlässt.
Dennoch bin ich einmal auf die für Januar angekündigte Veröffentlichung „Vater unser“ gespannt – diesmal mit anderen Protagonisten, doch auch die dortige Hauptfigur scheint eine nicht ganz einfache Vergangenheit zu haben. Bleibt abzuwarten, ob es wieder ein Abklatsch des Erstlings sein wird. „Morpheus“ kann ich jedenfalls nicht empfehlen und verleihe eigentlich nur gerade noch so zwei Sterne, da es von der Grundidee her vielleicht nicht schlecht ist, aber dennoch verliert sich die Handlung bald und Hoffman hatte Schwierigkeiten, mich am Lesen zu halten.
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Das Buch
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„Morpheus“ erschien im deutschsprachigen Raum erstmals im Dezember 2005 im Wunderlich Verlag. Der Roman umfasst 400 Seiten und ist unter der ISBN 3-499-23691-5 als Taschenbuch bei Rowohlt erhältlich. Unter dem Originaltitel „Last Witness“ erschien das Buch ebenfalls im Jahr 2005 Bei G. P. Putnam’s Sons (Penguin Group). Übersetzt ins Deutsche wurde es von Sophie Zeitz.
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Die Autorin
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Jilliane Hoffman war stellvertretende Staatsanwältin in Floria und beriet im Auftrag des Bundesstaates die Spezialeinheiten der Polizei in Drogenfahndung, organisiertes Verbrechen etc. Sie lebt heute mit ihrem Mann Rick und den beiden Kindern Amanda und Katarina in Fort Lauderdale.
(Quelle: "Cupido")
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Mehr von Jilliane Hoffman
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1. Cupido
2. Morpheus
3. Vater unser (Januar 2007)
(copyright by laurathoma, September 2006)
26 Bewertungen, 8 Kommentare
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04.03.2007, 17:57 Uhr von Prisca
Bewertung: sehr hilfreichwird Zeit, das ich mal wieder ein wenig lese! LG Prisca
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01.10.2006, 21:26 Uhr von Gozo-Bernie
Bewertung: sehr hilfreichGruss aus dem Mittelmeer - bernie
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01.10.2006, 00:03 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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30.09.2006, 19:37 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh :o)
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30.09.2006, 18:27 Uhr von stegi
Bewertung: sehr hilfreichLG Martin
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30.09.2006, 16:29 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichSchöner Bericht,LG Bernd
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30.09.2006, 14:27 Uhr von Vicky
Bewertung: sehr hilfreich* Sehr hilfreich - Vic *
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30.09.2006, 12:58 Uhr von amgis
Bewertung: sehr hilfreichschöner Bericht

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