Hofkirche Testbericht

Hofkirche
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Erfahrungsbericht von IvanGrosnij

Die Hofkirche

Pro:

sieht gut aus, beeindruckende Ausstattung des Innenraums

Kontra:

gibt es nicht

Empfehlung:

Ja

In diesem Bericht möchte ich die Hofkirche näher beschreiben.
Sie liegt wie die Semperoper oder der Zwinger am Theaterplatz in Dresden.

Als August der Starke vom lutherischen zum katholischen Glauben übertrat, um damit die wichtigste Voraussetzung für seinen Anspruch auf die polnische Königskrone zu erfüllen, war die landesweite Kritik im protestantischen Sachsen unüberhörbar. Eilig verfügte der König Religionsfreiheit, um die Bevölkerung zu besänftigen. Trotzdem vermied er es, das Volk durch den Neubau einer katholischen Hofkirche zu provozieren und feierte die höfischen Gottesdienste stattdessen in der kleinen Schlosskapelle. Selbstverständlich verzichtete er auf Prozessionen durch die Stadt.
Als sein Sohn anlässlich der Hochzeit mit Maria Josepha ebenfalls zum katholischen Glauben übertrat, flammte der Ärger des Volkes wieder auf. Der Grund hinter dem religiösen Gesinnungswandel war wieder politischer Natur, denn August der Starke erhoffte sich aus dieser Verbindung die Kaiserwürde. Dazu sollte es nicht kommen. Nach dem Tod Augusts des Starken im Jahre 1733 begann sein Sohn, Friedrich August II von Sachsen, unter höchster Geheimhaltung mit den Planungen für den Neubau einer katholischen Hofkirche. Noch während der Bauarbeiten wusste niemand unter Bevölkerung, welche Funktion die Baustelle hatte.
Die Hofkirche ist die einzige Erweiterung des Residenzschlosses und ist nicht geostet, sondern diagonal zum schloss angeordnet und verweist so auf ihre Zugehörigkeit. Dadurch entsteht einerseits ein Vorplatz, andererseits wird aber die Schlossschauseite zur Elbe hin eingeschränkt. Die Formen der Hofkirche verweist auf ihre Vorbilder( Schlosskirche von Versailles gilt als bekannt). Die Hofkirche besitzt einen raffinierten rechteckigen Grundriss mit vier sechseckigen Kapellen, an dem Vor- und Zurückschwingen der Mauern ist der gestalterische Rückgriff auf den römischen Baumeisters Francesco Borromini( 1599-1667) zu erkennen.
Der italienische Baumeister Gaëtano Chiaveri(1680-1770) begann 1739 mit dem Bau der Hofkirche und ihrem eleganten Turm auf ovalem Grundriss. Um Prozessionen nicht auf den öffentlichen Straßen abhalten zu müssen, schuf Chiaveri um das Mittelschiff herum den niedriger gelegenen Prozessionsumgang.
Chiaveri meisterte den heiklen Auftrag des Königs mit Bravour. Sie Hofkirche konnte sich mit der evangelischen Frauenkirche messen lassen und hält qualitativ sogar dem Vergleich mit dem Zwinger stand(Magirius 1989, 224-228; Bächler 1991, 92- 101). Mit Hilfe des italienischen Bildhauers Lorenzo Mattielli gelang es Chiaveri zwischen 1738 und 1746, ein gegen-reformatorisches Skulpturenprogramm mit überlebensgroßen Heiligenfiguren zu schaffen, die wie Wächter oben auf den Balustraden stehen. Es ist nicht bekannt, warum Chiaveri 1749 die Stadt vor Vollendung seines Werkes verließ. Nach seinem Weggang vollendeten S. Wetzel, J.C. Knöffel und J.H. Schwarze die Hofkirche, 1755 wurde sie vollendet.

Die ehemalige Hofkirche des italienischen Baumeisters Gaëtano Chiaveri gilt als die größte Barockkirche Sachsens. In ihr manifestiert sich der gegenreformatorische Ausdruckswille des sächsischen Spätbarock. Sie brannte in der Bombennacht des 13./14. Feb. 1945 bis auf die Umfassungsmauern ab. Doch unmittelbar nach Ende des Krieges begann ihr Wiederaufbau.
Seit 1980 ist sie die Bischofskirche(Kathedrale) des Bistums Dresden-Meißen.

Die Hofkirche bildet einen wichtigen Bestandteil der Dresdner Silhouette und ist auf jeden Falle einen Besuch wert. Allein die Ausschmückung des Innenraums ist ein guter Grund.

Zu erreichen ist die Hofkirche bequem zu fuß vom Postplatz aus oder direkt über die Straßenbahnhaltestelle Theaterplatz.

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