Die weiße Massai (Taschenbuch) / Corinne Hofmann Testbericht

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Erfahrungsbericht von nele83

Eine Liebe im Busch

Pro:

traumhaft geschrieben, warmherzig

Kontra:

keine

Empfehlung:

Ja

Hallo liebe Leser,

heute möchte ich mich mal an einem Buchbericht versuchen.
Das Buch das ich euch hier vorstellen möchte heißt \"Die Weiße Massai\" und wurde von Corinne Hoffmann geschrieben. Erschienen ist es als Taschenbuch im \"knaur\" Verlag.

- Hintergrund -

Die Autorin Corinne Hoffmann wurde 1960 in der Schweiz im Kanton Thurgau als Kind deutsch - französischer Eltern geboren. Auch heute lebt sie mit ihrer Tochter wieder in der Schweiz. Sie arbeitet als Verkaufsberaterin im Außendienst und wurde in der Zwischenzeit von ihrem Kenianischen Ehemann geschieden. Corinne Hoffmann unterstützt weiterhin ihre Kenianische Familie mit Zahlreichen Projekten.
Das Buch \"die weiße Massai\" beruht auf einer wahren Begebenheit und die Autorin Corinne Hoffmann erzählt in der Ich-Perspektive von ihrem damaligen Leben im Busch und ihren Erfahrungen, die sie dort gesammelt hat.

- Der Klappentext -

Die Weiße Massai - Die große Liebe in einer fremden Welt

Auf einer Urlaubsreise durch Kenia begegnet Corinne Hoffmann dem Massai-Krieger Lketinga und verliebt sich auf den ersten Blick in ihn. Sie verlässt ihren Lebensgefährten, zieht in den Kenianischen Busch zu den Massai und heiratet Lketinga.

Abenteuerliche Jahre folgen, Jahre der Liebe, aber auch des Verzichts und wachsender Probleme: Die Verständigung ist schwierig, die Ernährung ungewohnt, das Rollenverständnis völlig anders. Als ihre Tochter Napirai geboren wird, scheint sich doch noch alles zum Guten zu wenden...

- Das Cover -

Das Cover des Buches ist in dunklen Rot- und Orangetönen gestaltet, die nach oben hin immer dunkler werden, bis sie schließlich ins Schwarz übergehen.
Abgebildet ist eine Schirmakazie vor einem kenianischen Sonnenuntergang.
Im Oberen drittel des Covers ist in weißer Schrift der Name der Autorin aufgedruckt und darunter der Titel es Buches.
In der Mitte der unteren Hälfte sind neben der Akazie zwei kleine Bilder abgebildet, das eine zeigt Corinne Hoffmann in ihrem weißen Hochzeitskleid inmitten einer Scharr schwarzer Frauen und Kinder am Tag ihrer Hochzeit mit Leketinga. Das zweite Bild zeigt den anmutigen Massai-Krieger Leketinga.

- Die Sprache -

Das Buch ist sehr leicht zu lesen, es ist in einem sehr leicht verständlichen Stil geschrieben, sodass man es sehr einfach und zügig lesen kann. Der Satzbau ist zumeist sehr ähnlich und besteht selten aus mehr als einem Haupt- und einem Nebensatz.
Das gesamte Buch ist in der Ich-Perspektive geschrieben, wobei die Protagonistin die Autorin \"Corinne Hoffmann\" selbst ist, die ihr Leben noch einmal erzählt.
Geschrieben ist das Buch im Present Thense, sodass der Leser die Geschichte aktiv miterleben kann.
Häufig wechselt die Sprache zwischen Deutsch und Englisch, wenn Dialoge zwischen Corinne Hoffmann und ihrem Kenianischen Mitmenschen wiedergegeben werden. Hier verzichtet die Autorin manchmal darauf leichtere Passagen zu übersetzten, wobei die komplexen jedoch in Klammern gefasst übersetzt wurden, sodass jeder deren Inhalt verstehen kann.
Durch diesen Sprachwechsel bekommt man einen tieferen Einblick in das damalige Leben der Autorin, die sich nicht nur zwischen zwei Welten befunden hat, sonder auch zwischen mehreren Sprachen, der Deutschen, der Englischen und der Stammessprache der Massai. Wobei ihre Gedanken ja doch immer noch deutsch waren.
Hin und wieder sind auch wenige Worte in der Stammessprache verfasst, diese werden dann von Corinne Hoffmann in ihrer Bedeutung erklärt. Diese Erklärungen reichen von einfachen Übersetzungen bis hin zu anschaulichen Begriffserklärungen, sollte es sich um ein Wort handeln, dass wir in unserem Sprachgebrauch nicht kennen.

- Leseseindrücke -

Corinne Hoffmann beschreibt die unterschiedlichen Landschaften Kenias in sehr deutlichen Worten, sodass jeder Leser sich sofort vorstellen kann, wie es an den beschriebenen Orten aussieht.
So erhebt sie das Bild von Nairobi als eines einer turbulenten Stadt, in der nur wenig Ordnung, dafür aber umso mehr buntes und regen Treiben herrscht. In der Menschen vieler verschiedener Kulturen und Gesellschaftsklassen anzutreffen sind. Den Verkehr der Stadt schildert sie so deutlich, in all seinen chaotischen Ausmaßen, dass der Leser das Gefühl hat selbst dort zu sein. Oder aber den krassen Gegensatz dazu das kleine Massaidorf Barsaloi, dass mitten im Nichts liegt umgeben von nicht anderem als endloser Weite, Staub und Trockenheit. Dem Dorf in dem Corinne Hoffmann drei Jahre ihres Lebens mit ihrem Massai Lketinga verbracht hat.
Auch die Fahrten in den total überfüllten Bussen von Nairobi bis hin in die entlegenen Dörfer im Hinterland sind so lebhaft erzählt, dass man sich selbst dort einfühlt.
Die Menschen, die der Autorin auf ihren Wegen begegnet sind, werden ebenso bunt und lebensfroh beschrieben wie auch die Landschaften. Sehr emotional beschreibt Corinne Hoffmann ihr Verhältnis zu den jeweiligen Personen, sei es ihr inniges Verhältnis zu Mama, der Mutter ihres Ehemannes, mit der sie sich kaum verständigen kann, oder aber die Spannungen zwischen ihr selbst und Leketinga.

- Leseprobe -

(S. 142 folgende)

Am nächsten Morgen gehe ich in der Früh zur hiesigen Bank und eröffne ein Konto, was nicht ohne diverse Erklärungen abgeht, weil ich weder Wohnort noch Postfach angeben kann. Als ich erkläre, in den Manyattas in Barsaloi zu wohnen, geraten sie völlig aus der Fassung. Wie ich dort hinkomme, wollen sie wissen. Ich erzähle von meinem Autokauf und bekomme endlich mein Konto. Meiner Mutter schreibe ich, damit der Geldnachschub nach Maralal erfolgt.
Mit Nahrungsmitteln beladen fahre ich los. Natürlich nütze ich den kürzesten Weg durch den Busch, da sonst mein Benzin nicht ausreichen wird, um hin- und später wieder zurückzufahren. Ich freue mich auf die Augen, die Leketinga machen wird, wenn ich mit dem Auto ins Dorf zurückkomme.
Der Landrover schlängelt sich den steilen, roten Naturweg hinauf. Kurz bevor der Wald beginnt, muss ich den Vierradantrieb einschalten, um nicht stecken zu bleiben. Ich bin stolz, dass ich das Vehikel so gut im Griff habe. Die Bäume kommen mir riesig vor, und man sieht an der zugewachsenen Spur, dass die Strecke längere Zeit nicht benutzt wurde. Dann fällt der Weg bergab und ich fahre fröhlich drauflos.
Plötzlich sehe ich eine Herde auf dem Weg stehen. Ich bremse sofort ab und wundere mich. Hatte ir nicht Leketinga erzählt, dass hier keine Kuhherden weiden? Doch als ich mich den Tieren auf etwa fünfzig Meter genähert habe, realisiere ich, dass die Kühe ausgewachsene Büffel sind.
Was hat Leketinga gesagt? Das gefährlichste Tier ist nicht der Löwe sondern der Büffel. Und nun sind hier mindestens dreißig Stück, sogar mit Jungtieren. Es sind riesige Kolosse mit gefährlichen Hörnern und breiten Nasen. Während die einen friedlich weitergrasen, schauen einige zu meinem Auto. Zwischen der Herde dampft es. Oder ist es Staub? Gebannt starre ich auf die Tiere. Soll ich hupen oder nicht? Kennen die ein Fahrzeug? Als sie die Straße nicht freigeben wollen, hupe ich nach längerem Warten doch. Sofort schauen alle Tiere hoch. Vorsichtshalber lege ich den Rückwärtsgang ein und hupe in kurzen Abständen weiter. Da ist es vorbei mit dem friedlichen Grasen. Einige der Kolosse beginnen zu bocken, schlagen mit gesenktem Kopf um sich. Gebannt sehe ich dem Schauspiel zu. Hoffentlich ziehen sie ab in den dichten Wald. Der Spuk ist vorbei, Nur eine Staubwolke bleibt.

- Angaben zum Buch -

Das Buch \"die weiße Massai\" ist im März 2000 das erste mal als Taschenbuch beim \"knaur\" Verlag erschienen.
Es umfasst 462 Seiten und acht mit Bildern bedruckte Seiten, auf denen Fotos von Corinne und ihrer Kenianischen Familie abgebildet sind.
Die ISB N - Nr. des Buches lautet: 3-426-61496-0 und die Taschenbuchausgabe kostet 9,90€.

- Fazit -

Mir hat das Buch \"Die weiße Massai\" sehr gut gefallen, ich möchte euch hier nicht mehr zum Inhalt verraten als auch schon auf dem Klappentext und in dem kurzen Auszug steht, denn ihr sollt es ja schließlich noch selbst lesen, wenn euch mein Bericht gefallen hat.
Besonders gefallen hat mir die warmherzige Geschichte des Lebens der Autorin Corinne Hoffmann, die trotz vieler Rückschläge immer an ihr Glück im Busch geglaubt hat und alles dafür gegeben hat, dass ihr Leben trotz all der Entbehrungen doch lebenswert ist.
Die liebevollen Charakterisierungen der Menschen und die detailliere Beschreibung der Umgebung hat mir das Erlebte der Autorin sehr nahe gebracht und mich oft zutiefst berührt.
Sehr schön ist es auch, dass man hier nicht nur viel über das Leben der Autorin erfährt, sondern auch viel über die Kultur und das Leben der Massai mitten im Samburuland. Corinne Hoffmann hilft einem dabei zu verstehen, wie diese Menschen trotz vieler Mangel ein sehr fröhliches und ausgeglichenes Leben führen können.
Ich bin immer wieder begeistert von diesem Buch und der Geschichte die dahinter steht, daher kann ich es nur allen ans Herz legen.

51 Bewertungen, 8 Kommentare

  • Zzaldo

    28.01.2007, 15:27 Uhr von Zzaldo
    Bewertung: sehr hilfreich

    ein sh von mir für Dich. LG Stephan

  • Cicila

    12.10.2005, 14:56 Uhr von Cicila
    Bewertung: sehr hilfreich

    Danke, ich glaube, ich schau mir den Film, der dazu doch grade im Kino läuft, mal an... <br/>LG Cicila

  • Annna13

    12.10.2005, 12:44 Uhr von Annna13
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr schöner Buchbericht. Liebe Grüße aus Sofia

  • feldhase

    08.10.2005, 01:12 Uhr von feldhase
    Bewertung: sehr hilfreich

    Toll!!! Ein sehr hilfreicher Bericht. LG vom Feldhasen

  • irmi1967

    07.10.2005, 13:43 Uhr von irmi1967
    Bewertung: sehr hilfreich

    Das lese ich gerade, toller Bericht !! Irmi.

  • DarthLuda

    06.10.2005, 13:35 Uhr von DarthLuda
    Bewertung: sehr hilfreich

    wollte mir demnächst die verfilmung mal ansehen, das buch klingt jedenfalls schon mal super! sh

  • gitty_goes_shopping

    05.10.2005, 15:38 Uhr von gitty_goes_shopping
    Bewertung: sehr hilfreich

    voll gelungener 1. Versuch, Brigitte

  • dirkstapelfeld

    17.09.2005, 00:46 Uhr von dirkstapelfeld
    Bewertung: sehr hilfreich

    entlich wieder ein Bericht von Dir .... grins .....