Die weiße Massai (Taschenbuch) / Corinne Hofmann Testbericht

ab 5,69
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Erfahrungsbericht von dani___

\"Du bist eine (...) sehr starke Frau. ...

Pro:

Erlebnisse; kultureller Einblick; Mut von Corinne Hofmann; nicht abgehoben trotz ihrer Geschichte; interessanter Einblick in das dortige Leben;

Kontra:

wenig Erzählungen über die Kultur; sprachliches Niveau; wenig Spannung; wenig Romantik;

Empfehlung:

Ja

... Wenn du etwas willst, gibst du nicht auf, nur warum kann nicht ich den Platz dieses Massai einnehmen?\"
Das waren die Worte von Marco, als sie ihm von ihrer Liebe zu Lketinga unterrichtet.


Corinne Hofmann erzählt ihre Geschichte. Sie kommt mit ihrem Freund Marco in Afrika an, sie wollen dort ihren Urlaub verbringen. Gleich am Flughafen scheiden sich die Geister, sie genießt das tropische Klima, er findet, es stinke. Und dann sieht Corinne einen Massai. Gebannt von seinem Anblick, kann sie sich kaum auf etwas anderes konzentrieren. Er hat sie sofort in seinen Bann gezogen mit seinem Schmuck, seinen Haaren und seinem leichten, athletischen Körper.
Als der Massai Corinne und Marco dann anspricht, ist für Corinne sofort klar, dass das der Mann ihres Lebens ist. Sie will ihn kennenlernen und mit ihm zusammen sein. Treffen und gemeinsame Abende mit ihm beflügeln sie und als sie dies schließlich Marco mitteilt, reagiert er ruhig, aber traurig.

In der Schweiz zurück, bricht sie ihre Zelte ab und will nach Kenia auswandern. Sie ist sich sicher, dass sie Lketinga, ihren Massai, liebt und dass es ein gemeinsames Leben für die beiden gibt. Als sie ein dreimonatiges Visum erhält, aber daraufhin feststellen muss, dass Lketinga im Gefängnis ist, schmälert sich ihre Vorfreude. Wie soll sie ihn bitte finden? Doch mit viel Hilfe von neu gewonnenen Freunden schafft sie es schließlich, ihre große Liebe zu finden. Sie wohnen bei einer gemeinsamen Bekannten, doch sie werden durch Zwischenfälle immer wieder getrennt. Doch auch als er plötzlich zu seiner Mutter nach Barsaloi flüchtet, findet sie ihn auch dort wieder. Corinne gibt nie auf und wohnt schließlich bei ihm, seiner Mutter und den anderen Verwandten.

Corinne gewöhnt sich nur langsam an die Umstände, die dort herrschen, nicht einmal ein Bett hat sie, geschweige denn eine richtige Hütte. Durch die spärliche Nahrung wird sie häufig krank, bekommt Malaria und Hepatitis. Doch sie schafft es immer wieder über den Berg zu kommen und sich durchzukämpfen.
Die Zeit vergeht und die Gefühle der beiden werden immer intensiver. Sie heiraten und schließlich wird Corinne schwanger. Doch auch die Schwangerschaft verläuft nicht wie geplant, denn durch die vielen Krankheiten ist sie geschwächt und das Kind nicht groß genug.

Doch was anfangs so schön begonnen und sich wie ein Märchen angehört hat, birgt doch Probleme in sich: Lketinga ist krankhaft eifersüchtig und bei allem, was seine Frau macht, hat er etwas auszusetzen. Sei es das Führen des Geschäftes, wo sie in Kontakt mit anderen Männern kommt oder einfache Gespräche. Er vermutet immer, dass sie ihm fremdgeht und zerstört so das Band, das sie bis dahin verbunden hat.
Für Corinne gibt es nur noch einen Ausweg: Flucht...



~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ Meinung ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~
Corinne Hofmann hat mit ihrem ersten Buch \"Die weiße Massai\" ihre Erlebnisse und wahrscheinlich die größte Wende in ihrem Leben schriftlich festgehalten. Diesen Schritt zu gehen, alles in der Schweiz zurückzulassen (sie hatte dort ein gut laufendes Geschäft, ihren Freund und ihre Familie) und das alles für einen Mann, von dem sie zu diesem Zeitpunkt nicht einmal wusste, ob er das Gleiche für sie empfindet, verlangt großen Respekt. Andererseits denkt man sich sicherlich auch, dass es schon auch naiv war, einfach so alle Zelte abzubrechen, denn Lketinga hätte genauso gut auch nicht auf sie eingehen können. Sie hat nach Gefühl gehandelt, alles stehen und liegen lassen und auch ihre damalige Beziehung zu Marco aufgegeben. Mutig, aber vielleicht auch unüberlegt, vor allem aber blauäugig. Doch wie heißt es so schön: Liebe macht blind.

Interessant ist bestimmt der Aspekt, dass man etwas über die Kultur in Afrika in Erfahrung bringen kann. Müsste man zumindest glauben, wenn jemand ein Buch über einen dreijährigen Aufenthalt schreibt. Doch hier ist die erste Enttäuschung vorprogrammiert: Corinne Hofmann erzählt zwar schon an manchen Stellen von verschiedenen Bräuchen, zum Beispiel der Beschneidung der Braut kurz vor der Hochzeit oder den Ziegen als Geschenk zum Fest, doch insgesamt erfährt man als Leser nicht allzu viel über den Alltag. Das Buch gibt zwar Auskunft über das Essen, was dort normal ist und wie diese Lehmhütten gebaut werden, aber es gäbe noch so viele andere Punkte, die an dieser Stelle interessieren würden, die aber unerwähnt bleiben. Alleine diese Schilderungen hätten schon sehr viel ausgemacht, denn so bleiben die Erzählungen oft trocken und schleppend.

Ein weiterer negativer Aspekt ist zudem, dass Corinne Hofmann sprachlich gesehen nicht besonders viel Talent besitzt. Sie erzählt zwar munter vor sich hin, aber Spannung will dabei nicht recht entstehen, weil alles so dahinplätschert. Ein gutes Beispiel dafür ist folgende Situation: Sie, Lketinga und ihr Kind Napirai fahren mit dem Landrover an einer Schlucht vorbei. Plötzlich stehen Autos mitten auf der Straße, sie kommen nicht daran vorbei. Als sie aussteigen und den Grund wissen wollem, warum die Italiener hier stehen, erfahren sie, dass eine Frau, als sie an die Schlucht ging, hinuntergefallen sei und bis jetzt kein Lebenszeichen von ihr zu vernehmen war. Lketinga und ein anderer Krieger steigen diese gefährliche Schlucht, die über 100 Meter nach unten geht, hinab und bergen die tote Frau. All diese Schilderungen erfolgten mehr als sachlich, Emotionen wurden nur in kurzen, nicht mitreißenden Sätzen abgehandelt, sodass sicherlich keine Spannung aufkommen konnte.
Leider gibt es dafür mehrere Beispiele, die sich ideal für Spannungsaufbau angeboten hätten. Und auch wenn es sich hierbei um eine Art Biographie handelt (wenngleich es nur gut drei Jahre ihres Lebens sind), die ihren Schwerpunkt auf dem Erlebten hat, so könnte man das Ganze doch etwas angenehmer und interessanter gestalten.

Genauso verfährt sie auch mit Situationen, die sie romantisch oder gar erotisch schildern hätte können. Zum Beispiel, als sie das erste Mal miteinander schlafen. Anfangs gibt sich Corinne Hofmann ja noch wirklich Mühe, es interessant zu erzählen, doch dann kommt man sich vor, als hätte sie es eilig, alles muss schnell erzählt werden und schwup ist es aus. Dazu kommt auch noch, dass Massai Krieger es meist so handhaben, ihre Frauen nicht auf den Mund zu küssen und den \"Akt\" schnell zu vollführen, was auch dazu beiträgt, dass Hofmann nicht so viel zu erzählen hatte, doch zumindest ihre Gefühle, als sie kurz davor sind, hätte man besser beschreiben können.
Sie beschreibt auch ihre ersten richtig intensiven Gefühle beim Geschlechtsverkehr mit Lketinga nur mit \"schön\", damit ist das Thema dann abgehakt.

Die Sätze sind zudem auch sehr einfach, meist nach dem gleichen Schema. Irgendwann wirkt das Ganze platt gewälzt, weil es sich so sehr ähnelt. Corinne Hofmann ist folglich keine Autorin, der man für ihr Schreiben besonderes Lob aussprechen muss, man sollte sich bei diesem Buch eher auf das Erlebte konzentrieren und die Sprache, soweit es geht, vergessen.
Wer sich Gedanken darüber macht, dass er die englischen Aussprüche nicht übersetzen kann, dem sei gesagt, dass sich das Niveau dabei in Grenzen hält. Die englischen Sätze sind primitiv und sind oft auch nicht korrekt gebildet, verstehen kann man sie also auch, wenn man der Sprache nicht ganz mächtig ist. Das liegt einfach daran, dass Corinne Hofmann fast kein Englisch konnte, als sie nach Kenia kam. Sie musste diese Sprache erst nach und nach lernen, um mit Lketinga einigermaßen kommunizieren zu können.

Faszinierend ist die Tatsache, dass Corinne Hofmann ganze drei Jahre in Kenia verbracht hat, ohne auch nur wirklich Suaheli zu verstehen. Die Mutter von Lketinga und auch die anderen Dorfbewohner sprachen alle diese Sprache, die wenigsten konnten richtig Englisch, um sich mit Corinne zu verständigen. Kaum zu glauben, dass man trotzdem mit allen auskommt und sich dort auch wohlfühlt. Schließlich ist man die meiste Zeit von den Gesprächen ausgeschlossen.
Wenn man dann auch noch bedenkt, dass Corinne als Weise sowieso eine Art Außenseiterin war, die sich erst mit allen anfreunden musste, dann ist das schon eine gewaltige Leistung. Sie hat nie aufgegeben, kämpfte immer für ihr Recht und für das Wohlergehen anderer und hat sich so viele Freunde gemacht.

Zum Beispiel als sie in Barsaloi einen Shop eröffnet und die Bewohner des Dorfes so mit Grundnahrungsmitteln versorgt hat. Keiner hat sich bis dahin verantwortlich gefühlt und dann kommt eine Schweizerin und nimmt das in die Hand. Verwunderlich, wieviel Kraft sie gehabt haben muss, schließlich war sie damals schon schwanger und hatte auch Probleme wegen der Malaria.
Bei all den Erlebnissen und den Mut, den sie hatte, wird Corinne Hofmann aber nie überschwänglich. Sie lobt sich nicht selbst, gesteht ihre Fehler ein, kritisiert sich selbst und ist offen mit ihren Ängsten umgegangen. Wenn sie wusste, dass sie Recht hatte oder etwas wirklich machen wollte, konnte sie das auch zum Ausdruck bringen. Es entsteht aber niemals der Eindruck, als wolle sie sich mit dem Buch bereichern und sich in den Mittelpunkt stellen. Das macht das Buch und damit auch sie selbst sehr sympathisch, auch wenn man immer im Hinterkopf hat, dass sie sehr naiv gewesen sein musste, um überhaupt nach Kenia zu gehen.

An manchen Stellen kann man sich auch wirklich gut in Corinne Hofmann hineinversetzen, was zwar kaum vom Sprachstil kommen kann, jedoch von der eigenen Fantasie, wenn man das Erzählte auf sich wirken lässt. Eine irrsinnige Flut von Neuem kommt auf den Leser zu, wenn er \"Die weiße Massai\" liest und mit der Zeit kann man sich die Lebensumstände, die Landschaft und die Menschen vorstellen.
Zusätzlich gibt es im Taschenbuch auch einige Seiten mit Bildern von Lketinga, seiner Familie, der Hochzeit und den Hütten, in denen sie wohnten. Damit bekommt die Vorstellung Konturen, die Charaktere werden sichtbar und man kann eher mit ihnen fühlen, wenn etwas vorfällt.

\"Die weiße Massai\" ist ein interessantes Buch, mit vielen schönen, aber auch traurigen und nervenaufreibenden Situationen, aus dem man aber auch mit Sicherheit mehr hätte machen können. Denn Spannung wurde total missachtet und das sprachliche Niveau ist auch nicht immer das beste.



~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ Autor ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~
Corinne Hofmann ist am 04.06.1960 als Tochter einer französischen Mutter und eines deutschen Vaters in der Schweiz geboren. Sie besuchte die Grundschulen sowie die Sekundarschule im Kanton Glarus und ließ sich anschließend zur Einzelhandelsangestellten ausbilden. Nach der Berufslehre wechselte sie für die kommenden zwei Jahre in den kaufmännischen Bereich einer Versicherungsgesellschaft. Nach weiteren zwei Jahren erfolgten die Ausbildung und der Einstieg in die Außendiensttätigkeit derselben Firma. Mit 21 Jahren eröffnete sie ihr erstes eigenes Geschäft und verkaufte in den folgenden fünf Jahren erfolgreich Brautmode sowie exklusive Second-Hand Kleider. 1986 reiste sie zum ersten Mal nach Kenia und wanderte Mitte \'87 definitiv aus. Ende 1990 flüchtete sie mit ihrer kleinen Tochter zurück in die Schweiz Es folgen verschiedene Außendiensttätigkeiten, bis 1998 der große Erfolg ihres Erstlingswerkes \"Die weiße Massai\" einsetzte. Im August 2003 erschien ihr zweites Buch \"Zurück aus Afrika\" und ist ebenfalls ein Bestseller. Zurzeit beginnt ihre Lesetour mit dem soeben erschienenen Buch \"Wiedersehen in Barsaloi\".

[entnommen aus http://www.massai.ch/de/Biografie.asp]



~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ Sonstiges ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~
Titel: Die weiße Massai
ISBN: 3-426-61496-0
Seitenanzahl: 452 + Leseprobe von Stefanie Gercke aus ihrem Buch \"Ich kehre zurück nach Afrika\"

Preis: 9,50€
weitere Informationen unter: http://www.massai.ch/de/Startseite.asp
=> mit Leseproben ihrer drei Bücher!!!

weitere Bücher von Corinne Hofmann:
-Zurück aus Afrika
-Wiedersehen in Barsaloi



~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ Fazit ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~
\"Die weiße Massai\" von Corinne Hofmann ist ein interessantes Buch, welches schnell zu lesen ist. Es ist nicht schwierig, aber auch nicht sehr anspruchsvoll. Sprachlich darf man nicht allzu viel erwarten und man braucht eine Menge Fantasie, um die Geschichte ins Rollen zu bringen.
Faszinierend ist aber die Kultur in Kenia und der Mut, den Corinne Hofmann aufgebracht haben muss, um diesen Schritt überhaupt erst zu wagen.

Drei von fünf Sternen für dieses Buch.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Daniela.


+++

92 Bewertungen, 17 Kommentare

  • panico

    23.09.2007, 23:06 Uhr von panico
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg panico :-)

  • Clarinetta2

    12.02.2007, 19:16 Uhr von Clarinetta2
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klasse bericht

  • misscindy

    10.02.2007, 00:51 Uhr von misscindy
    Bewertung: sehr hilfreich

    ﻫﻫﻫ sh + lg ﻫﻫﻫ

  • TheBestGirl

    06.02.2007, 18:16 Uhr von TheBestGirl
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg sarah

  • Zuckermaus29

    31.01.2007, 13:37 Uhr von Zuckermaus29
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße Jeanny :o)

  • anonym

    09.05.2006, 22:02 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Das Buch habe ich auch gelesen ;o) Klasse Bericht von dir! LG, Marianne

  • Django006

    20.04.2006, 21:36 Uhr von Django006
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh & *lg* Alan :o))))

  • popipu

    28.03.2006, 16:02 Uhr von popipu
    Bewertung: sehr hilfreich

    Toller Bericht und wie immer gilt Gegenlesen lohnt sich!

  • anonym

    22.03.2006, 10:58 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh

  • morla

    19.03.2006, 22:07 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich <br/>

  • Cicila

    04.03.2006, 19:36 Uhr von Cicila
    Bewertung: sehr hilfreich

    Eines der Bücher, das ich schon seit längerem lesen will. <br/>LG Cicila

  • mausi4

    12.02.2006, 13:08 Uhr von mausi4
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG...Freue mich über Gegenlesungen!

  • Connector

    30.01.2006, 18:39 Uhr von Connector
    Bewertung: sehr hilfreich

    Danke für deine Lesung und zur Belohnung folgt auch gleich eine Gegenlesung. LG an Dich!

  • andrea30b

    25.01.2006, 19:00 Uhr von andrea30b
    Bewertung: sehr hilfreich

    Das Buch wollte ich immer schon mal lesen.

  • try_or_die87

    01.01.2006, 22:29 Uhr von try_or_die87
    Bewertung: sehr hilfreich

    der film ist toll.LG

  • anonym

    22.08.2005, 13:31 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    wurde doch jetzt verfilmt und kommt bald in die kinos - ich würde es gerne lesen und im kino sehen - aber beides ist hier in sharm leider nicht verfügbar (kino schon, aber fast nur arabisch :-(

  • helmut.agnesson

    21.08.2005, 09:40 Uhr von helmut.agnesson
    Bewertung: sehr hilfreich

    hm, muss ich wohl mal unbedingt lesen. allerdings. wenn die auorin in 3 jahren noch nicht mal die sprache erlernt, scheitn sie auch nicht allzu anpassungsfähigkeit oder - willigkei mitgebracht zu haben