Die weiße Massai (Taschenbuch) / Corinne Hofmann Testbericht

ab 5,69
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Erfahrungsbericht von Gummifloh

Vielleicht weiß- aber sicher nicht weise.

Pro:

Story

Kontra:

Stil, naive Autorin

Empfehlung:

Ja

So...vor einiger Zeit habe ich mir einfach mal so ein Buch aus der Bücherhandlung geholt.
Einfach weil es günstig war und weil ich schon ein wenig davon gehört hatte.
Es handelte sich dabei um Corinne Hofmanns \"Die weiße Massai\"...

1. Die Autorin
2. Die Geschichte
3. Das Buch
4. Meine Meinung

1. Die Autorin

Corinne Hofmann wurde am 04.06.1960 in der Schweiz geboren. Nach einer Ausbildung als Einzelshandelsangestellte arbeitete Sie als kaufmännische Angestellte bei einer Versicherungsgesellschaft. Mit 21 eröffnete Sie ihr erstes Geschäft mit Brautmoden. Sechs Jahre später, im Jahr 1987 wanderte Sie, der Liebe zu einem Massai-Krieger wegen, nach Kenia aus. Bereits 3 Jahre später flüchtete Sie aus dem Land. Zurück in der Schweiz schrieb Sie sich ihre Erfahrungen von der Seele, es entstand „Die weisse Massai“ und 5 Jahre später „Zurück aus Afrika“. Beide Bücher wurden Bestseller. (1)

Heute lebt sie gemeinsam mit ihrer Tochter in der Schweiz und wurde von ihrem Ehemann geschieden, wessen Familie sie aber nach wie vor unterstützt.

2. Die Geschichte

1986 beginnt Corinnes Abenteuer...
Sie reist mit ihrem damaligen Freund Marco nach Mombasa in Kenia um dort ihren Urlaub zu verbringen.
Ganz im Gegensatz zu Marco, fühlt sich die damals 27 Jährige gleich wohl in dem Land, welches für 3 Jahre ihre Heimat werden wird.
Schon am drittenTag ihrer Reise verliebt sich Corinne, obwohl sie mit ihrem Freund da ist, in einen Massai-Krieger, welchen sie auf einer Fähre bei einem Tagesausflug zum ersten Mal gesehen hat.
Sie sie vergleicht sein Aussehen mit dem eines jungen Gottes- er ist groß, schwarz, bunt geschmückt, exotisch und nur mit einem Hüfttuch bekleidet.
Von diesem Zeitpunkt an hat Corinne keine Augen mehr für ihren Freund- sie hat nur noch ein Ziel: \"Ihren Massai\" wiederzufinden. Sie schleppt ihren Freund von Ausflug zu Ausflug auf der Suche nach diesem fremden Mann. Schließlich treffen sie ihn in einer Disco und Corinne schwebt im siebenten Himmel.
Doch als ihr klar wird, dass es so nicht weiter gehen kann, trennt sie sich nach den Ferien von ihrem Freund und macht sich ein halbes Jahr später das zweite Mal mit ihrem Bruder und dessen Verlobten auf den Weg nach Kenia.
Dort zieht sie nach einigen Tagen aus ihrem Hotel in das Massai Dorf in dem auch Lketinga wohnt- ihr Massai.
Sie kommen sich in den folgenden Tagen sehr nahe...und Corinne spürt das erste Mal, dass die Massai-Männer anscheindend eine andere Ansicht von Beziehung haben, als die europäischen. Dennoch gewöhnt sie sich an eine sehr emotionslose Art der körperlichen Liebe.
Nach und nach kommt sie auch mit den Lebensumständen des Dorfes klar- denn Pricilla, welche sie als gute Freundin gewonnen hat, weiht sie in die Geheimnisse des täglichen Lebens ein.
Als ihre Reise zu Ende ist beschließt Corinne ihr Leben in der Schweiz aufzugeben und in den Busch zu einen Mann zu ziehen, mit dem sie sich noch nicht einmal richtig unterhalten kann, denn die beiden sprechen nicht wirklich Englisch. Aber dennoch verkauft sie ihr Auto, ihr Geschäft und löst ihre Wohnung auf.
Wieder zurück in Kenia erleidet sie den ersten Schock:
Ihr \"Mann\" ist weg. Er sei krank geworden und nach Hause gefahren- er arbeitet nur in Mombasa.
Der Grund fürs eine Krankheit, so hat Corinne es gehört, sei Lketingas Verzweiflung- er dachte seine \"Weiße\" käme nicht mehr zurück und hätte ihn nur hinters Licht geführt. Und damit haben die anderen Männer den stolzen Krieger aufgezogen.
Nach sehr langem Suchen in den entlegensten Buschdörfen hat sie ihren Massai dann doch wiedergefunden und begann sich erstmal heimisch einzurichten:
sie kauft ein Bett (man beachte, dass in den Manyattas nicht mal Platz zum stehen ist) und für Lketinga was zum Anziehen. Denn die beiden müssen noch einige bürokratische Hürden überwinden, bis Corinne in Kenia bleiben kann, denn als Wohnort ein Massaidorf anzugeben, ist auch dort nicht gerade üblich.
Die folgende Zeit wird sehr hart für die junge Frau. Es folgt eine Krankheit auf die nächste und dabei handelt es sich um solche wie Blutarmut oder akute Malaria.
Doch in der Zwischenzeit- also in der Zeit, in der sie nicht krank ist, kauft sie einen Landrover, denn sie ist mit ihrem Mann- ja richtig- ihren Mann in dessen Heimatdorf Barsaloi gezogen.
Sie hat sich zwar inzwischen sehr gut an die Lebensumstände gewöhnt, aber als könnte nicht gerade alles mal schon sein muss ihr Mann durchdrehen.
Von Zeit zu Zeit wird Lketinga immer eifersüchtiger. Corinne darf sich mit keinem Mann unterhalten, ohne, dass ihr Ehemann sie behelligt, oder gar beschuldigt mit ihm geschlafen zu haben.
Auch ihr erstes Kind oder der gemeinsame Shop im Massaidorf bringen keine Wende in die Beziehung- es wird sogar noch schlimmer.
Lketinga unterstellt seiner Frau ihre gemeinsame Tochter Napirai sei ein Kuckuckskind und sie würde im Geschäft fremde Männer empfangen.
Von da an beschließt Corinne zu fliehen. Doch da das nicht so einfach ist, denn nach afrikanischem Recht steht Napirai ihrem Vater zu, überlegt sich Corinne einen Plan:
Sie will mit Lketinga und Napirai in Mombasa einen Shop für Massai-Schmuck eröffnen. So könnte sie unbemerkt fliehen und würde Lketinga eine Möglichkeit zum Geldverdienen bieten und ihn so nicht einfach im Stich lassen...
Natürlich gelang es ihr, sonst gäbe es das Buch nicht :)

3. Das Buch

Wie ihr auf dem Bild sehen könnt handelt es sich um ein Taschenbuch mit einem, im Sonnenuntergang liegendem Baum und zwei Fotos: einmal Corinne im Hochzeitskleid (sie hat in weiß geheiratet) und einem Foto vom geschmückten Lketinga.
Es kostet etwa 9€ (ich hab 10 bezahlt :) und ist bei Amazon, oder in eigentlich jedem Bücherhandel erhältlich.
ISBN: 3426614960
Erscheinungsdatum: März 2000
Droemer Knaur Verlag (www.knaur.de)
362 Seiten

4. Meine Meinung

Puh, ich hab mich ganz schön zurückgehalten blöde Anmerkungen während des Textes zu schreiben.
Aber schon auf der dritten Seite des Buches hab ich mich maßlos über die Naivität dieser Frau aufgeregt.
Ist es denn möglich, dass man mit 27 Jahren durch ein fremden Land reist, auf der Suche nach einem Mann, den man nur ein Mal gesehen hat?
Durch eine Kultur, mit der man sich nicht mal andeutungsweise beschäftigt hat?
Aber nicht nur das. Nein. Man zieht in das Land ohne Malariaimpfung- natürlich.
Corinne wusste nicht, dass die Frauen dort eigentlich beschnitten werden (also auch ihre Tochter- eigentlich), dass Frauen und Männer getrennt essen, dass ihre Tochter Lketingas Mutter zusteht (als Altersversorgung), dass sich die Männer nicht mal ansatzweise darum kümmern, ob sie ihre Frauen befriedigen und, dass es dort nicht gern gesehen wird, dass man sich als Frau selbständig macht.
Sie wusste eigentlich gar nichts. Das begründet aber auch ihre dauernden Heulanfälle, die echt nerven.
Klar ist die Situation sicher sehr schwer, aber Mitgefühl hat sie von mit nicht bekommen.
Man denkt sich nur: \"Selbst schuld.\"
Ich habe das Buch zwar wahnsinnig schnell gelesen, denn die Geschichte ist einfach interessant. Aber Sympathie konnte ich nie mit Corinne empfinden.
Erstens nervt ihr Schreibstil. Kurze abgehackte Sätze und nebenbei noch das schlechte Englisch- auf die Art, wie sie sich mit Lketinga unterhielt.
Klar, das soll authentisch wirken. Aber auf Leute, die Englisch können, wirkt es lächerlich und Menschen, die gar kein Englisch können verstehen es einfach nicht.
Manchmal hatte ich einfach keine Lust mehr zu lesen, weil ich entweder wütend auf sie war, oder keine Lust auf diesen verkorksten Stil hatte. Aber dann hab ich doch immer weitergelesen, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht.
Ach ich weiß nicht, ob ich es euch empfehlen soll.
Ich sag`s mal so:
Legt ihr Wert auf einen schönen Schreibstil und wollt ihr euch mit der Hauptfigur identifizieren können:
NEIN.
Ist euch das allerdings egal und ihr wollt einfach ein spannendes Buch lesen:
JA.
Ich persönlich hab mit einem Buch in Richtung von \"Wüstenblume\" gerechnet. Naja.

Schönen Sonntag noch wünscht der
Gummifloh

36 Bewertungen, 5 Kommentare

  • anonym

    01.03.2007, 20:18 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG Damaris :-)

  • manyatta

    23.11.2006, 00:02 Uhr von manyatta
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich musste es zweimal lesen, um Begeisterung dafür zu empfinden. Mittlerweile bin ich wie geagt begeistert aber der Schreibstil ist wirklich gewöhnungsbedürftig. Super beschrieben!

  • Gozo-Bernie

    30.09.2006, 02:04 Uhr von Gozo-Bernie
    Bewertung: sehr hilfreich

    Gruss aus ach rat mal wo - bernie

  • anonym

    23.08.2006, 15:49 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh :o)

  • morla

    14.01.2006, 01:13 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich <br/>