Die Chronik der Unsterblichen 03. Der Todesstoß (gebundene Ausgabe) / Wolfgang Hohlbein Testbericht

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Erfahrungsbericht von Volker111

Vom Vampyr zum Werwolf - Ein Abstieg

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Der Todesstoß Wolfgang Hohlbein Die Chronik der Unterblichen 3.Teil

••• Vorwort •••

Wenn schon Fortsetzungsroman, dann möglichst rasch hintereinander, denn Monate lang auf eine Fortsetzung warten, nee, das halte ich für wenig sinnvoll.
Daher hatte ich die drei im Taschenbuchformat des Ullstein-Verlages vorhandenen Bände gleichzeitig gekauft. Besonders an diesen dritten Teil hatte ich hohe Erwartungen, denn ich war gespannt, wie der besondere Schluss des zweiten fortgeführt werden würde.
Was würde aus Frederic werden? Wer von den Wesen in seinem Körper würde letztendlich die Oberhand gewinnen? Wie würde Andrej darauf reagieren?

Also begann ich einige Stunden nach Lesen des zweiten Teils mit dem dritten, den ich ebenfalls in nur wenigen Stunden dann durch hatte. Vorweg, meine Neugier, meine Fragen, wurden überhaupt nicht beantwortet, eigentlich brauchte man für diesen dritten Teil die ersten zwei Teile gar nicht gelesen zu haben. Schreiten wir also zum notwendigen Inhaltsanriss, denn auch hier führt der Klappentext den Leser auf die falsche Spur.

••• Inhaltsanriss •••

Zehn Jahre, über die höchst vage informiert wird, sind nach Frederics Befreiung vergangen.
Aus dem Zweckbündnis Andrejs mit dem vielfachen Mörder und Piratenkapitän Abu Dun hat sich eine enge Freundschaft entwickelt. Andrej ist immer noch auf der Suche nach Maria, der Schwester des Inquisitors und möchte selbst den Gründen seiner besonderen Veranlagung, der relativen Unverletzbarkeit bzw. Unsterblichkeit aufdecken.

Sein Lebensprinzip scheint inzwischen zu sein, sich möglichst wenig in Konflikte seiner Mitmenschen einzumischen. Doch als er als Zeuge einer Hexenverbrennung meint Maria unter den möglichen Opfern zu erkennen, schreitet er zur Tat und befreit die junge Frau.
Es ist natürlich nicht Maria. Über diese junge Frau erfährt er von einer weisen Zigeunerin, die ihm das Geheimnis seiner Herkunft enthüllen könnte.
Obwohl die junge Frau zu den Unsterblichen gehört, stirbt sie an einer seltsamen Krankheit, einer unbekannten Vergiftung.

Auf dem Weg nach Bayern zur weisen Zigeunerin kommen Abu Dun und Andrej durch den kleinen Ort Trentklamm. Hier übernehmen sie wieder einmal einen Befreiungsauftrag.
Später wechselt der Auftrag samt Auftraggeber in die Rettung des Dorfes vor der Vernichtung durch die Inquisition. Werwölfe, Untote sind in das Geschehen eingebunden. Mehr zu verraten, hieße die typischen Wechselmanöver Hohlbeins zwischen Gut und Böse aufzudecken und damit einen großen Teil der Spannung vorwegzunehmen, daher möchte ich vom Ablauf nichts weiter verraten.

••• Wertung •••

Als Fortsetzung gesehen ist dieser Teil der schwächste, für sich allein betrachtet aber durchaus lesenswert, vorausgesetzt man hat Spaß an Kampfszenen, Verwandlungen und ist bereit, inneren Widersprüche nicht zu große Bedeutung beizumessen.
Eigentlich arbeitet Hohlbein nach sehr einfachen Strukturen: Verfolgungen aus Motiven der Rettung oder Rache, Kämpfen, Gefangenschaft, Befreiung, erneute Verfolgung, scheinbare Aussichtslosigkeiten, Kampferfolg durch unerwartet Außenhilfestellungen, Wechselspiel der Guten und der Bösen, erneute Entscheidungskämpfe und wiederum entweder Verfolgung oder Flucht.

Sprachlich ausschmückend und teilweise, je nach Bereich, auch anschaulich, beschreibt Hohlbein überwiegend Aktionen. Seltsam, dass im ersten Band noch darauf verwiesen wird, dass die Unsterblichen praktisch sehr, sehr langsam altern, wie anders könnte jemand sonst auch 500 Jahre oder älter werden, im dritten Band aber kein nennenswerter Unterschied zwischen Abu Dun und ihm in der physischen Entwicklung zu verzeichnen ist.
Erstaunlich ebenfalls wieder, wie der ja um echte zehn Jahre gealterte Abu Dun (z.B. von 35 auf 45 Jahre) sich nach härtesten Torturen wieder physisch blendend präsentiert.

Weiter fällt auf, dass Hohlbein doch sehr, sehr viel Wörtliche Rede, also eine Unmenge von Dialogen einsetzt, die häufig von der Situation her gesehen recht unwahrscheinlich wirken.
Dies verstärkt noch den Aktionismus bzw. die Handlungsdichte, welche kaum Zeit zum Nachdenken lässt. Die auf diese Weise erzeugte Spannung wirkt auf mich häufig wenig überzeugend.

Das Wechselspiel seiner Fantasien, Ideen, das Mitleiden mit dem Helden (lässt aber nach) lässt auch diesen Band für Anhänger dieses Genres empfehlenswert erscheinen.
Insgesamt mag ich diesem Band nur noch drei Sterne von fünf zu verleihen. Doch wer die Chronik der Unsterblichen einmal begonnen hat, möchte natürlich auch erfahren, welchen endgültigen Schluss sich Hohlbein für seine Leser ausgedacht hat.

Trotzdem bin ich irgendwie ganz froh, dass der vierte Teil noch ein bisschen auf mich warten muss, da die angekündigte Taschenbuchausgabe des Ullstein-Verlages immer noch nicht erschienen ist, zu einem Zeitpunkt, wo im gebundener Fassung bereits der fünfte Teil angekündigt wird. Ist dies vielleicht Geschäftspolitik?
Für 8,95 Euro kann man das Taschenbuch kaufen, gebraucht bereits ab 5,50 Euro bei amazon.de.

Dieser Beitrag von mir erscheint vorläufig nur bei YOPI und Q-Test, denn ich kann nicht nachvollziehen, warum zwar Teil 1 und 2 bei CIAO vergütet werden, der aktuellere 3. Teil jedoch eine Null Kategorie darstellt.
Ich freue mich auf eure Kommentare und Kritiken zu dieser vorläufigen Abschlussrezension.

26 Bewertungen, 3 Kommentare

  • blackangel63

    14.09.2008, 02:21 Uhr von blackangel63
    Bewertung: sehr hilfreich

    LiEbE gRuEsSe....AnJa

  • hjid55

    12.05.2007, 15:45 Uhr von hjid55
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sh & lg Sarah

  • Tweety30

    12.08.2006, 15:35 Uhr von Tweety30
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh. Liebe Grüße, Tweety30!