Holiday Park Haßloch Testbericht

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Erfahrungsbericht von Schiffsturbine

Und sie dreht sich doch...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

\"Und sie dreht sich doch!\" Dass sich die Erde um die Sonne dreht, hat schon Galileo Galilei vor ein paar Jahren herausgefunden. Genau zu dieser Erkenntnis bin auch ich gekommen, aber ganz ohne große Nachforschungen: Nach drei Fahrten mit der \"Expedition GeForce\" hat sich auch bei mir die Erde gedreht.

Es war ein ewiger Kindheitstraum von mir, einmal einen Freizeitpark zu besuchen, aber so einen richtigen mit Achterbahnen und Wildwasserbahnen usw. 17,5 lange Jahre sollte es dauern. Aber nun ist dieser Wunsch endlich in Erfüllung gegangen!

Mit dem Auto, drei Geschwistern und einem Babba ging es morgens los Richtung Hassloch in der Pfalz. Von uns aus in ca. 2 Stunden zu erreichen, geht. Der Park selbst ist etwas versteckt, da er von Wald umgeben ist, aber wenn man dann das erste Schild entdeckt hat ist es kein Problem.

Vor dem Park selbst findet man sehr viele Parkmöglichkeiten. Zwar war an dem Tag das erste WM-Spiel der Deutschen gegen Saudi-Arabien und der Park somit zu unserem Glück nicht besonders viel gefüllt (Anstellzeit max. 20 Minuten!), aber der großzügige Parkplatz hätte auch einem größeren Ansturm von Besuchern standgehalten.
Damit man sein Auto auf der großen Fläche nicht verliert, ist jede \"Straße\" dort nach einer Attraktion des Parks benannt. Wir waren in der Donnerflussstrasse.

Ein kurzer Weg führt zur Kasse. Und hier ist dann auch schon einer der wenigen Kritikpunkte zu bemängeln: Der Eintritt ist zwar mit 20 Euro für die vielen Fahrgeschäfte gut bemessen, Kinder unter 12 Jahren zahlen aber gerade mal 2 Euro weniger. Und die wiederum gingen genau für den Parkplatz drauf. Und es ist nicht möglich, Familienkarten zu kaufen. Wir mit 5 Personen zahlten damit 100 Euro, was ja nicht gerade wenig ist. Das könnte man noch mal ändern.

Nach dem Eintritt präsentiert sich der Park erst einmal von seiner Naturseite: Alles ist voller Bäume, Blumen und anderer Pflanzen. Ein sehr beschauliches Bild und auch vergleichbar mit einem Stadtpark. Alles wirkt sehr gepflegt.

Geht man aber ein Stück den Weg entlang, kommt man recht bald zur Superattraktion des Parks: die \"Expedition GeForce\". Diese Achterbahn der Superlative ist der erste Megacoaster Europas und wurde von den Amerikanern sogar zur besten Achterbahn Europas gewählt! Und die Fahrt ist wirklich spektakulär. Ich habe mich allerdings erst ganz zum Schluss getraut, damit zu fahren. Dann konnte ich mich aber nicht mehr losreißen...

Die Achterbahn ist mit 62 m doch recht hoch, gerade wenn man bei der ersten Fahrt so aus dem Wagen schaut... Direkt danach geht es mit 82° nach unten und 74° nach rechts wieder abwärts. Hier erreicht man die Spitzengeschwindigkeit von 120 km/h. Danach geht es weiter in einem wilden Wechsel von ziemlich senkrechten Kurven und hohen Hügeln, auf denen man die so genannten \"Air Times\" erlebt, die völlige Schwerelosigkeit. An anderen Stellen muss man zwar Kräften von bis zu 4,5 G standhalten, aber das stellte sich als gar nicht so schlimm heraus. Wenn man sich traut, die Arme von den Griffen zu lösen, spürt man es ein wenig, aber das ist nicht besonders schlimm.

Die Expedition kommt ohne Looping aus, und das hat sie auch nicht nötig, die Fahrt ist auch so gut genug. Nach der Fahrt war mir nicht schlecht, nur der Kopf hat etwas geschmerzt. Auch ist die Bahn keine besonders Übelkeit erregende Bahn, der schnelle Fahrspaß ist hier die Leistung.

Sicherheit wird groß geschrieben, auch wenn es nicht so scheint. Man sitzt in den Wagen alleine gesichert durch einen Hüftgurt wie im Auto, und einen Bügel, der auf den Lendenbereich drückt. Der Oberkörper ist vollkommen frei. Während der Fahrt sorgt das aber kaum für zusätzlichen Nervenkitzel, man könnte rausfliegen oder so. Die Zentrifugalkraft tut das Ihrige.

Um aber ganz sicher zu sein, dürfen nur Personen mit mindestens 140 cm Körpergröße, die auch mindestens 12 Jahre alt sind, in die Bahn. Auch Personen, die einen Bauchdurchmesser von mehr als 34 cm haben, sind ausgeschlossen, weil der Bügel nicht mehr zugehen würde.

Bei mir im Wagen übrigens war der Weltrekordler, der versucht, 2 Monate oder so Tag für Tag ununterbrochen Achterbahn zu fahren. Ich habe teilgenommen ;-)

Die ganze Umgebung der Achterbahn ist aufgemacht wie bei einer Urwaldexpedition. Überall stehen Geländewagen und Ölfässer herum, eine Urwaldbühne, und auch das dazugehörige Restaurant hat Urwald-Charakter. Man hat richtig das Gefühl, wirklich in einer Expedition zu sein. Auch der Anstellbereich ist mit Wellblech und Pfahlbauten urwaldmäßig aufgebaut.

Nun die andern Attraktionen, die ich ausprobiert habe, in der Bewertung:

-Free Fall Tower
Das einzige Fahrtgeschäft, auf das ich nicht scharf bin es noch mal auszuprobieren. Aber einen Kick hat es trotzdem gebracht :-)
Etwas nervend ist die Vorbereitung. Man kommt durch drei sogenannte X-Zonen. Hier werden eher langweilige Filme mit Andres Türck gezeigt. Er \"bereitet\" einen auf die Fahrt vor und erzählt einem, wie mutig man ist, wenn man das ganze geschafft hat, \"Club der FreeFaller\" usw. Aber eigentlich will man diesen blöden Sturz nur so schnell wie möglich hinter sich bringen, und es geht weiter zur X-Zone 2 und zur X-Zone 3...

Erst in X-Zone 4 kommt dann tatsächlich die Gondel, mit der man in die Tiefe stürzen wird. In Viererreihen wird man dann 70 m in die Höhe gezogen. Die Beine hängen frei in der Luft, was den Effekt noch verstärkt. Oben hat man zwar eine wunderbare Aussicht, aber viel Zeit zum Genießen hat man nicht. Obwohl man die sich gerne nehmen würde...

Und dann, ganz plötzlich, spürt man, wie man ausgeklinkt wird und ungebremst in die Tiefe stürzt (Das Adrenalin kommt mir beim Schreiben wieder etwas hoch...). Erst ca. 15 m über dem Boden wird man sanft abgebremst. Während des Falls hat man ein sehr unangenehmes Gefühl in der Magengegend, alles wird zusammengedrückt. Aber danach fühlt man sich toll :-)

-Donnerfluss
Der Donnerfluss ist eine nette Attraktion: In unsinkbaren, runden Booten, die an Autoreifen erinnern, sitzt man zu sechst und fährt einen Wildwasserfluss entlang. Künstlich natürlich. Aber trotzdem echt gut. Von falschen Felsen eingerahmt fährt man durch Stromschnellen und Wellen, und dotzt dabei öfters mal gegen den Rand.

Während der Fahrt kommt des öfteren auch mal Wasser ins Boot, was aber trotzdem sehr lustig ist, gerade bei dem warmen Wetter, das wir hatten.

-Teufelsfässer
Die Teufelsfässer sind eine weitere Wasserattraktion: eine Baumstammrutsche. Auch hier ist der Anstellweg ganz besonders schön gestaltet. Die Fahrt startet in einem auf alt getrimmten Haus aus falschen Steinen. Man steigt in \"Baumstämme\" ein, die maximal 6 Personen Platz bieten. Dann geht es in den Kanal, angetrieben wird der Baumstamm durch die Strömung des Wassers. Insgesamt gibt es über die Strecke verteilt drei Stürze. Der erste ist nicht besonders hoch, aber trotzdem spürt man schon ein gewisses Kribbeln in der Magengegend. Weiter geht es in eine alte Mühle hinein. Hier drinnen ist es stockduster. Bis plötzlich die Lichter angehen und viele kleine Teufel erscheinen. Die drehen den Baumstamm so, dass man den nächsten Sturz rückwärts nimmt. Auch aufregend.

Der letzte Sturz schließlich geht ganz hoch hinaus. Von oben hat man eine wunderbare Aussicht, die man auch genießen kann, bevor es in einem gewaltigen Sturz und hohem Tempo wieder steil nach unten geht. Dass man hierbei nass wird, insbesondere die Person, die ganz vorne sitzt, kann man sich denken.

-Superwirbel
Der Superwirbel ist, soviel ich gehört habe, die einzige Achterbahn Deutschlands, die einen Looping besitzt. Und dann auch noch gleich zwei, direkt hintereinander. Die Konstruktion ist schon etwas älter, das sieht und vor allem hört man auch (es klappert ganz schön), richtige Angst muss man aber nicht haben. Mitfahren dürfen hier nur Personen ab 1,20 m. Aber auch mein kleiner Bruder, so um die 1,40 m, hatte Probleme, weil sein Kopf dauernd gegen die Bügel stieß. Das hat seinen Spaß aber nicht getrübt, er ist 6 mal gefahren :-)

Der Superwirbel ist nicht so spektakulär wie \"Expedition GeForce\". Die Spitzengeschwindigkeit beträgt \"nur\" 80 km/h. Das macht aber nichts, die Fahrt macht trotzdem Spaß. Auch die beiden Loopings, vor denen ich am meisten Schiss hatte, sind nicht so schlimm, ehe man es sich versieht, ist man schon wieder draußen.

-Sturmschiff
Auf den ersten Blick sieht dieses Piratenschiff recht harmlos aus. Doch so harmlos ist es gar nicht. Eigentlich ist es nur eine riesige Schiffschaukel, die hin und her schwingt. Das aber fast bis zu den 90°. Der Blick von dort oben nach direkt unten ist atemberaubend und das Hinunterfahren kitzelt herrlich im Bauch. Ins Boot passen pro Fahrt mehr als 50 Leute.
Auch wenn es auf den ersten Blick zu \"weich\" aussieht, macht die Fahrt mit dem Schiff doch auch harten Leuten Spaß.

-Bounty Tower
Eigentlich sollte der Bounty Tower nach sehr vielen Fahrten mit dem Superwirbel eher etwas der Entspannung dienen. Doch das kann man sich abhaken. Es ist nicht so sehr die Übelkeit, die hier Besitz von einem ergreift, sondern viel eher wieder mal das gute, alte Adrenalin.

An einem Turm sind vier Ausleger befestigt. Diese vier Arme drehen sich um den Turm. An jedem dieser Arme hängen noch einmal sieben kleine Boote, in denen jeweils eine Person bzw. eine erwachsene Person mit Kind Platz findet. Diese kleinen Boote drehen sich nun wiederum im Kreis. Doch das ist noch nicht alles: Die gesamte Konstruktion wird am Turm in die Höhe gezogen, 36 Meter hoch. Nichts für schwache Nerven, denn die Bootchen sind doch recht offen, und sie schaukeln gewaltig. Ich war froh, als ich wieder unten war...

Hier dürfen Personen ab 8 Jahren alleine, oder jünger in Begleitung einer erwachsenen Person fahren. Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass kleine Kinder dort oben alleine sehr leicht in Panik verfallen können. Schon meine Hände waren danach etwas feuchter als vorher.

-Burg Falkenstein
Die einzige Attraktion, die meine Nerven nicht so beansprucht hat... In einer wunderschönen historischen Burg befindet sich diese Geisterbahn. Wobei es auch viel mehr eine \"Schaubahn\" ist. Man wird nicht so sehr erschreckt, sondern sieht Szenen aus der Ritterszeit. Man sitzt in Zweierwagen und wird darin gemütlich durch die Burg kutschiert. Macht Spaß. Die Szenen sind nett, aber manchmal doch auch recht heftig, so sieht man einen Folterkeller oder halb verweste Gefangene in einem Loch, die ihre Arme voller Qual nach oben strecken. Kinder unter 8 Jahren dürfen auch hier nicht alleine rein, was ich gerechtfertigt finde.

Das waren die Attraktionen, die ich besucht habe. Dazu gibt es noch einige zusätzliche, aber entweder haben die mich nicht so interessiert, oder die Zeit dazu war nicht da.

Neben den ganzen Fahrgeschäften gibt es noch viele andere Dinge zu entdecken. So finden überall Shows statt, wie z.B. eine Fakirshow, so richtig mit Nagelbrett, Schlange und Vogelspinnen, und die gerühmte Wassershow, die dieses Jahr Jubiläum feiert. Auf einem künstlichen See zeigen Wasserskifahrer und –innen tolle Tricks. Echt sehenswert!

Daneben gibt es aber noch einige andere Shows, die wir leider aus zeitlichen Gründen nicht sehen konnten, so z.B. eine Papageienshow, eine Filmtiershow, eine Aqua-Spezialeffekteshow usw.

Natürlich ist auch für das leibliche Wohl gesorgt: Zu jeder größeren Attraktion findet man ein themenspezifisches Restaurant oder einen Imbiss. Ich habe mir die Preise allerdings nicht angeschaut. Der Tag war für uns schon teuer genug, und so haben wir uns unser Picknick mitgebracht. Ich kann mir aber vorstellen, dass im Park selbst auch das Essen nicht gerade billig ist.

Der ganze Park ist perfekt durchorganisiert und auch geldtechnisch ausgenutzt. Überall findet man Automaten, für die man noch mal extra zahlen muss. Aber was sind schon 50 Cent. Kleinvieh macht eben auch Mist...
Außerdem endet der Ausgang fast jeder Attraktion in einem Souvenirgeschäft. Man kommt nur durch den Laden wieder hinaus, und wird so natürlich automatisch animiert, noch was zu kaufen. Wir aber sind hart geblieben!

Bei vielen Attraktionen kann man auch ein Action-Foto kaufen. Irgendwo auf der Strecke ist eine Kamera installiert, die dann überraschend tolle Bilder zeigen, die einen mit aufgerissenem Mund, wehendem Haar und hochgerissenen Armen zeigen. Nicht jedermanns Sache, wer eins haben will muss zusätzlich noch mal 5 Euro blechen. Bei der \"Expedition GeForce\" besteht zum Kauf des Bildes danach zusätzlich die Möglichkeit, der Bild per Internetterminal kostenlos an Freunde per Email zu schicken. Nette Idee, funktioniert aber nur, wenn man vorher die 5 Euro für das Bild gezahlt hat.

Der ganze Park wirkt richtig gut und gepflegt. Alle zwei Meter hängen Mülleimer, die oft einfach nur Strohkörbe sind und sich somit wunderbar in die Landschaft einfügen. Dauernd laufen überall Mitarbeiter herum, die Müll aufsammeln, und eigentlich ist der Boden überall sauber. Auch die Toiletten sind sauber und hygienisch, da macht das Pinkeln wieder Spaß!

Ich habe leider den Vergleich nicht, habe aber gehört, dass andere Parks wie der Europapark viel mehr Attraktionen haben. Mag sein, aber der Holiday Park hat mir vollkommen gereicht. An großen Attraktionen gibt es wirklich nicht viel, aber uns hat es erst mal gereicht. Die wurden auch beim zweiten, dritten oder sogar vierten Mal fahren nicht langweilig, was gerade an diesem besucherarmen Tag kein Problem war.
Außerdem besticht der Park durch seine Detailverliebtheit und seine Aufmachung, die einfach perfekt ist und den Park zu etwas Besonderem macht.

Geöffnet hat der Park an den längsten Tagen zwischen 9.00 Uhr und 19.00 Uhr, wobei man da allerdings nur bis 16.30 Uhr reinkommt. Ist aber auch logisch, danach lohnt es sich eigentlich nicht mehr, weil man nichts mehr ausprobieren kann.
Die Öffnungszeiten, die oft unterschiedlich sind, kann man den Prospekten entnehmen oder auf der Internetseite nachschauen.

Wer nicht mit Bus oder Auto kommt, sondern mit dem Zug, für den bietet der Holiday Park einen Bustransfer an. Darüber bin ich nicht informiert, aber ich denke mal, dass auch der nicht umsonst sein dürfte.

Auch im Internet präsentiert sich der Park unter http://www.holiday-park.de. Der Auftritt wirkt professionell und überzeugend. Die Seite ist dreisprachig, wie auch alle Schilder im Park selbst, und bietet eine Menge Informationen. Alle Attraktionen kann man sich anschauen, Texte darüber lesen, News beziehen, den Newsletter bestellen usw. Die vielen zusätzlichen Services, die ich gar nicht alle genannt und bemerkt habe, können auch hier abgerufen werden.

Insgesamt kann ich nur sagen, dass der Holiday Park mich beeindruckt hat. Ich habe so etwas vorher nie erlebt und bin auf keinen Fall enttäuscht. Für meinen ersten Besuch bin ich vollends zufrieden, ich war schwerelos, habe 400 kg gewogen und bin frei aus 70 Meter Höhe gefallen. Was will man mehr?
Zwar können wir uns einen zweiten Besuch aus Kostengründen erst mal nicht leisten (außer es lesen ganz viele Leute diesen Bericht :-) ), aber dieser eine Besuch reicht erst mal für eine Zeit.

Der Park ist nicht unbedingt was für jeden, gerade Leute mit kleinen Kindern sollten sich vielleicht nach was anderem umschauen, aber gerade für Jugendliche und junge Leute ist er perfekt geeignet.

17 Bewertungen, 3 Kommentare

  • blokk

    04.06.2002, 00:37 Uhr von blokk
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wow, was für eine Fleißarbeit

  • seehuhn

    03.06.2002, 23:42 Uhr von seehuhn
    Bewertung: sehr hilfreich

    Da will ich auch dieses Jahr noch hin

  • madel4

    03.06.2002, 23:11 Uhr von madel4
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich war das letzte mal vor 5 Jahren da, da war der Eintritt noch 17 DM!!! Da haben se ganz schön draufgeschlagen was??? madel4