Industriekaufmann/frau Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Schwierigkeitsgrad der Ausbildung:  leicht
  • Einstellungschancen:  sehr gut
  • Aufstiegschancen:  sehr gut
  • Verdienstmöglichkeiten:  gut
  • Sozialleistungen:  gut
  • Eigenverantwortliches Arbeiten:  stark gefördert

Erfahrungsbericht von alia79

Interessante, abwechslungsreiche Ausbildung mit Zukunft

Pro:

angesehener Beruf, man hat viele Möglichkeiten nach der Ausbildung, ideale Studienvoraussetzung

Kontra:

große Unterschiede in den Unternehmen und in der Vergütung

Empfehlung:

Ja

Liebe yopi-Leser,

heute möchte ich euch meinen Beruf Industriekauffrau etwas näher bringen, den ich bei DaimlerChrysler erlernte. Ich habe hier schon einige Beiträge über die Ausbildung gelesen und bin immer wieder erstaunt, wie unterschiedlich und vielfältig dieser Beruf doch sein kann. Meine Ausbildung dauerte von 1998 bis 2001 und fand im Land Brandenburg statt (wichtig, da es regional größere Unterschiede in der theoretischen Ausbildung geben kann).

Allgemeines:
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Für den Beruf Industriekaufmann/-frau wird meist ein Realschulabschluss bzw. Abitur verlangt. Gute Noten sollte man in jedem Fall in den Hauptfächern Deutsch, Englisch und Mathematik nachweisen können. Auch sollte man möglichst keine unentschuldigten Fehlzeiten auf dem Zeugnis haben, denn das macht einen sehr unzuverlässigen Eindruck und kann schon mal eine Absage zur Folge haben.

Der Beruf wird, wie der Name schon sagt, in diversen Industrieunternehmen gelehrt. Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre, kann aber in einigen Firmen durch Antrag verkürzt werden auf 2,5 Jahre (z.B. bei Abiturienten). Die Vergütung kann sehr unterschiedlich sein. Meist liegt sie jedoch zwischen 450 – 700 €.


Theoretische Ausbildung:
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Wir hatten an zwei Tagen in der Woche Berufschulunterricht in den Fächern
- Industriebetriebslehre
- Rechnungswesen/Datenverarbeitung
- Wirtschafts- und Sozialkunde
- Wirtschaftsenglisch
- Deutsch
- Sport

Das Fach Industriebetriebslehre beinhaltet die theoretischen Grundsätze der betrieblichen Abläufe. Von der Fertigung und Produktion, über Materialwirtschaft bis zur Absatzwirtschaft, Marketing und Personalwirtschaft lernt man die betrieblichen Teilbereiche kennen.

Im Rechnungswesen wird das ganze System der Buchführung behandelt, von Buchungssätzen über Jahresabschluss bis zur Kosten- und Leistungsrechnung. Wir hatten dann noch praktischen Unterricht am PC, wo wir die Grundlagen von MS Office erlernten.

In Wirtschafts- und Sozialkunde befassten wir uns mit den Gesetzlichkeiten des HGB und BGB, sowie mit den Mitbestimmungsgesetzen. Dabei lernten wir die Funktionen des Betriebsrates und der Gewerkschaften kennen.

Im Fach Deutsch lernten wir die Regeln der neuen Rechtschreibung, wie man Geschäftsbriefe formuliert und alle dazugehörigen DIN-Normen.

Nach der Hälfte der Zeit erfolgte eine schriftliche Zwischenprüfung nach dem Multiple-Choice-Verfahren. Die Zensur dieser Prüfung war aber für kein Endergebnis wichtig, wurde nicht weiter verwendet. Sie war einfach nur eine Kontrolle, wie man leistungsmäßig gerade steht. Gleichzeitig ist die Zwischenprüfung natürlich eine gute Vorbereitung auf die Abschlussprüfung, die man deshalb schon ernsthaft angehen sollte. Manche Ausbildungsbetriebe legen auch einen größeren Wert auf das Ergebnis, da man ungefähr abschätzen kann, wie dann die Abschlussprüfung ausfallen wird. Uns hat man damals gesagt, dass die Abschlussprüfung im Durchschnitt eine Note schlechter ausfällt als die Zwischenprüfung, aber das lässt sich natürlich nicht verallgemeinern. Bei mir hat´s in etwa gestimmt.

Die Abschlussprüfung der IHK erfolgte bei uns schriftlich auch im Multiple-Choice-Verfahren in den Fächern Industriebetriebslehre, Rechnungswesen und Wirtschafts-/Sozialkunde. Eine mündliche Prüfung mit Fragen aus allen Themenbereichen rundete das Ganze ab.

Während der Ausbildung musste täglich ein Berichtsheft geführt werden, wo alle ausgeführten Tätigkeiten sowie der behandelte Unterrichtsstoff eingetragen wurde. So hatte man selbst nicht nur einen guten Überblick darüber, was man bereits gelernt hat, sondern der Ausbilder konnte auch sehen, was in der Schule bereits behandelt wurde, um die Auszubildenden im Betrieb effektiv einsetzen zu können.


Praktische Ausbildung:
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Hier kann ich natürlich nur über meinen eigenen Betrieb berichten (siehe auch mein Bericht über die Ausbildung in der DaimlerChrysler AG). Da die Unternehmen in ihrem Aufbau so unterschiedlich sind, beinhaltet die betriebliche Ausbildung auch nicht immer die gleichen Inhalte.

Ich hatte jeweils 3-monatige Einsätze in verschiedenen Abteilungen unserer Firma. Dazu gehörten:

- Wareneingang
- Materialdisposition
- Versand
- Einkauf
- Buchhaltung
- Marketing
- Entwicklung
- Personalwesen
- Veranstaltungsmanagement

Angefangen von Ablage und einfachen Dateneingaben in den PC wurden die Tätigkeiten im Laufe der Ausbildung immer anspruchsvoller und komplexer. Man lernte mit der Zeit die verschiedenen Computerprogramme kennen, verstand betriebliche Abläufe immer besser, konnte theoretisches Wissen mit einfließen lassen. Im 3. Lehrjahr wurden dem Azubi bereits die gleichen Sachbearbeitungsaufgaben zugewiesen, wie einem „normalen“ Mitarbeiter. Man hatte sein eigenes Aufgabengebiet, eigene Projekte usw. Das hob natürlich die Motivation und bereitete optimal aufs verantwortungsvolle Berufsleben vor.

Ich möchte an dieser Stelle noch kurz auf die Kleiderordnung eingehen. Während der Ausbildung hat man das bei uns noch nicht so eng gesehen, hat uns aber darauf hingewiesen, dass wir uns rechtzeitig vor Ausbildungsende „angemessene“ Kleidung zulegen sollten. Sicherlich wird das Thema in vielen Betrieben unterschiedlich gehandhabt. Pauschal kann man allerdings sagen: Saubere, legere Kleidung, nicht zu auffällig (keine zu grellen Farben), keine Turnschuhe... dann könnt ihr nichts falsch machen. Meist ist es in Bereichen mit Kundenkontakt etwas strenger, dort wird gern der Anzug oder das Kostüm gesehen, aber es gibt auch Bereiche, da ist die Jeans alltäglich zu beobachten. Fragt einfach in eurem Betrieb nach, was dort üblich ist.


Zusammenfassung:
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Mein persönlicher Eindruck der Ausbildung war sehr gut. Die Inhalte waren interessant, anspruchsvoll, abwechslungsreich, man lernt viele Menschen kennen, hat in vielen Bereichen Kundenkontakt. Außerdem erlangt man ein umfassendes kaufmännisches und wirtschaftsbezogenes Wissen, was man im Leben auch privat noch sehr oft gebrauchen kann (z.B.: BGB-Recht). Ich habe es bis heute nicht bereut, diesen Beruf erlernt zu haben. Ich wurde in meinem Betrieb nach der Ausbildung übernommen und habe jetzt eine sehr interessante Tätigkeit in der IT-Abteilung. Nebenbei studiere ich BWL an der Wirtschaftsakademie, um alle Chancen zu nutzen und beruflich noch weiter voranzukommen. Dafür war die Ausbildung zur Industriekauffrau eine ideale Grundlage. Oft findet man Industriekaufleute auch im Einkauf, in der Buchhaltung und in der Materialdisposition. In kleineren Betrieben übernehmen sie sogar kaufmännische Aufgaben aus allen Bereichen gleichzeitig. Diese Ausbildung empfehle ich deshalb allen, die einen soliden, interessanten Beruf im Büro wünschen, der nicht nur alle Möglichkeiten bietet, sondern zudem auch noch Spaß macht.

alia79
für
www.ciao.com
www.yopi.de

11 Bewertungen, 1 Kommentar

  • campimo

    09.03.2007, 10:01 Uhr von campimo
    Bewertung: sehr hilfreich

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