Industriekaufmann/frau Testbericht

No-product-image
ab 9,76
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 08/2003
5 Sterne
(6)
4 Sterne
(4)
3 Sterne
(2)
2 Sterne
(1)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)
Summe aller Bewertungen
  • Schwierigkeitsgrad der Ausbildung:  leicht
  • Einstellungschancen:  sehr gut
  • Aufstiegschancen:  sehr gut
  • Verdienstmöglichkeiten:  gut
  • Sozialleistungen:  gut
  • Eigenverantwortliches Arbeiten:  stark gefördert

Erfahrungsbericht von Trollsplitter

Eine Ausbildung mit Zukunft!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Vor ca. 6 Monaten endete meine Berufsausbildung zum Industriekaufmann, sie ist mir also noch in lebhafter Erinnerung. Über die Anforderungen, Inhalte und Zukunftsperspektiven der Ausbildung möchte ich euch in diesem Bericht informieren, vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen YOPI-Mitglied, sich für oder gegen den Beruf zu entscheiden.

Die Anforderungen

Theoretisch reicht für die Ausbildung ein überdurchschnittlicher, solider Realschulabschluss mit guten Noten in Deutsch, Mathe und Englisch. Da aber der Wettbewerb zwischen einzelnen Schulabgängern, die eine Ausbildung machen wollen, immer stärker wird, kann ich nur anraten, wenigstens ein Fachabitur erlangt zu haben. Damit hat man dann aber schon gute Chancen, einen der Ausbildungsplätze zu ergattern.
Auf der Gewinnerseite steht man aber am Sichersten mit einem Abitur in der Tasche, zumal sich dadurch in vielen Betrieben automatisch die Ausbildungszeit um ½ bis 1 Jahr verkürzt.

Ausbildungsdauer

Die Ausbildung dauert laut Plan 36 Monate. Es gibt zwei Chancen, diese Zeit zu verkürzen:
Ersteinmal ist da natürlich das Industrieunternehmen, bei dem man mit der Ausbildung beginnt. Dieses verkürzt eventuell freiwillig die Ausbildungszeit, so wie oben erwähnt durch vorhandene Vorkenntnisse. Mein Abi wurde zum Beispiel mit 12 Monaten Verkürzung „belohnt“.
Ansonsten entscheiden die Berufsschulleistungen, ob man weitere 6 Monate einsparen kann. Ist der Notendurchschnitt im Versetzungszeugnis von der Mittelstufe zur Oberstufe besser als 2,5, kann man einen Verkürzungsantrag einreichen, der dann i. d. Regel genehmigt wird.
Meine Erfahrung war, wenn man eh nur 24 Monate ausgebildet wird und dadurch viel in der Schule verpasst, lieber nicht noch einmal zu verkürzen, aber das muss natürlich jeder selbst entscheiden.

Die Ausbildung generell

Im Betrieb:
Als Industriekaufmann/-frau lernt man, um es ersteinmal allgemein zu formulieren, wie ein Industrieunternehmen grundlegend funktioniert.
Je nach Unternehmen lernt man hierbei für einen gewissen Zeitraum die verschiedensten Abteilungen der Firma kennen und ist in diesen tätig. Schwerpunktmäßig sind die Abteilungen Vertrieb, Einkauf, Personal und Finanzbuchhaltung zu nennen, pauschalisieren lässt sich dies jedoch nicht. Während meiner Ausbildung sammelte ich z.B. noch Erfahrungen im Controlling, Marketing, Key Account Management, Auftragszentrum, in der Technik und der Produktion.
Je nach eigener Leistung und Interesse sowie der Lehrbereitschaft der Angestellten wird einem erklärt, wie die jeweiligen Abteilungen funktionieren und welche Arbeit tagtäglich anfällt. Außerdem wird man selbst mit Aufgaben betreut, die sehr unterschiedlich ausfallen können; von der Ablage bis hin zu einem eigenen Projekt ist da eigentlich alles möglich, aber wie erwähnt: darauf hat man selbst Einfluss und es lässt sich keineswegs im Vorfeld definieren, welche Aufgaben einen Azubi erwarten.

In der Berufsschule:
In der Berufsschule wird man im 1. Lehrjahr zweimal pro Woche erwartet, unterrichtet werden zumindest im Nordverbund der IHK die Fächer Allgemeine Wirtschaftslehre (VWL-ählich), Industriebetriebslehre (BWL-ähnlich), Rechnungswesen und Gemeinschaftskunde.
Im 1. Jahr, der Unterstufe, kommt außerdem noch Wirtschaftsenglisch hinzu.
Nachdem man in die Mittelstufe versetzt worden ist (ein Sitzenbleiben gibt es nicht), wird der Unterricht auf einen Tag pro Woche verkürzt, was sich auch bis zum Abschluss nicht ändert.
Nach der Hälfte der Ausbildungszeit fällt eine Zwischenprüfung an, die bis dato erlangtes Wissen per multiple choice-Aufgaben abfragt. Diese Prüfung dient lediglich dem Betrieb, der das Ergebnis als erster erfährt, sowie dem Azubi als Leistungsmesser. Auf die Abschlussnote etc. hat die Prüfung keinerlei Einfluss, aber es macht natürlich einen schlechten Eindruck, wenn man in der Zwischenprüfung unterdurchschnittlich abschneidet.
Die Abschlussprüfung umfasst 3 schriftliche Teile, nämlich Industriebetriebslehre (180 Minuten lang), Rechnungswesen (90 Minuten) und Sozialkunde (90 Minuten). Einige Wochen später (die schriftlichen Noten erfährt man inoffiziell schon vorab von den Berufsschullehrern) findet die mündliche Prüfung statt, in der man etwas über seinen Betrieb erzählt und zu einigen betriebsinternen Abläufen befragt wird. Gleich nach der mündlichen Prüfung bekommt man sein Zeugnis durch die IHK und das Berufsschulabschlusszeugnis ausgehändigt, damit endet dann die Ausbildung!

Nach der Ausbildung

Hat man es geschafft, seine Ausbildung erfolgreich abzuschließen, stehen einem viele Türen offen! Je nach Vorbildung kann man nun zum Beispiel mit dem Studieren anfangen, man hat schon wertvolles Vorwissen erlangt und ist kein reiner Theoretiker mehr, so wie es Schulabgänger sind.
Oder man hat sich rechtzeitig vor Ausbildungsende darum bemüht, in dem Ausbildungsbetrieb übernommen zu werden. Dies hat natürlich den riesigen Vorteil, dass es sich zum Einen im Lebenslauf gut macht, vom Ausbildungsbetrieb übernommen zu werden, zum Anderen kennt man alle Abteilungen, die grundlegenden Arbeitsabläufe, alle wichtigen Ansprechpartner...kurzum: man weiß schon, wie der Hase läuft! Die Einarbeitungszeit ist kürzer und das Risiko, eine Arbeit übernehmen zu müssen, die einem schon während der Ausbildung nicht schmeckte, ist gering.
Ansonsten kann man natürlich auch vor Ausbildungsende einen anderen Arbeitgeber suchen. Ich empfehle hierbei, ungefähr 3-5 Monate vor Ende der Ausbildung mit der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz anzufangen. Dafür lässt man sich dann durch die Personabteilung ein „Zwischenzeugnis“ ausstellen, welches als vorläufiges, praktisches Zeugnis dient. Eure Tätigkeiten im Untenehmen werden in diesem ebenso aufgezählt wie eure Leistungen, wobei diese ( bewertet wird die Arbeitsleistung und das Verhalten) verklausuliert werden. Dennoch kann man natürlich nachfragen, was sich hinter den „berühmten Sätzen“ verbirgt, da wird einem sicherlich Auskunft gegeben.

Die Möglichkeiten, nach der Ausbildung einen Job bzw. eine Tätigkeit zu finden, sind also groß. Die Chance, auch einen Arbeitsplatz zu finden, ist natürlich je nach Branche, Bundesland und konjunktureller Lage unterschiedlich, aber generell ist es immer eine gute Sache, eine kaufmännische Ausbildung erfolgreich abgeschlossen zu haben.

Persönliches Fazit und Eindrücke

Die Ausbildung zum Industriekaufmann hat sich allemal gelohnt. Während der Ausbildung lernt man viele gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge kennen und stellt fest, welche Abteilungen einem persönlich liegen und welche nicht. Ein Industrieunternehmen kann in der Ausrichtung sehr variieren, da sich auch die Unternehmen selbst stark unterscheiden. Es reicht von Lokalgrößen, die Komponenten für Holzhäuser herstellen bis hin zum Global Player, der weltberühmte Medikamente herstellt, von daher lässt sich nicht genau beschreiben, was einem die Ausbildung einbringt, aber generell hat man ja im Vorfeld die Möglichkeit, den Ausbildungsbetrieb selbst auszuwählen, man wird schließlich nicht dazu gezwungen, irgendwo zu arbeiten, wo man eigentlich gar nicht sein möchte. Ich hatte das Glück, bei einem Lebensmittelhersteller meine Ausbildung zu machen und dort auch weiterzuarbeiten, und ich muss im Nachhinein sagen, dass ich wirklich viel gelernt habe. Es war und ist sehr spannend, mitzuerleben, wie sich der Markt in Deutschland entwickelt, welche Möglichkeiten und Risiken das Auslandsgeschäft mit sich bringt, wie ein Produkt von der Idee zur Markteinführung nach vorne gebracht wird etc. etc.
Fast alle Personen aus meiner Berufsschulklasse haben eine Arbeit nach der Ausbildung gefunden bzw. sind übernommen worden, die wenigen, die nicht weiterarbeiten, wollten eh studieren gehen. Daher kann die Ausbildung in ihrem Stellenwert als hoch angesehen werden.
Außerdem liefert sie, wie oben beschrieben, ja nur eine Grundlage für spätere Fortbildungen, Weiterbildungen oder ein Studium, das sind einem keine Grenzen gesetzt.

Ich kann nach meiner Ausbildung nur sagen, dass ich diesen Schritt nie bereut haben und sehr zufrieden bin, wie sich die Dinge entwickelt haben.

Ich hoffe deshalb, euch mit meinem Bericht einen guten Einblick in das Berufsfeld gegeben zu haben, ansonsten postet eure Fragen einfach als Kommentar, ich beantworte sie dann sehr gerne!

Mit kaufmännischen Grüßen,

Trollsplitter

12 Bewertungen, 1 Kommentar

  • campimo

    09.03.2007, 10:02 Uhr von campimo
    Bewertung: sehr hilfreich

    ¸,ø¤º°`°º¤ø,¸ SH & LG ¸,ø¤º°`°º¤ø,¸