Innere Sicherheit - Curse Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Summe aller Bewertungen
- Cover-Design:
- Klangqualität:
Erfahrungsbericht von SVoigt3000
Curse: Mehr als Musik
Pro:
Viele sehr gute Tracks, Rap mit Inhalt, Curse' Flow, DVD
Kontra:
"Schocktherapie
Empfehlung:
Ja
2 Jahre Wartezeit sind vorbei – nach Curse\' Album „Von Innen nach Außen“ aus dem Jahr 2001 erschien nun endlich „Innere Sicherheit“. Ich habe mir die Scheibe natürlich sofort gekauft und seitdem läuft sie in meinem CD-Player auf heavy rotation.
------CURSE:------
Curse wurde 1978 als Michael Kurth geboren und ist in Minden aufgewachsen. Daher wird er in Rap-Kreisen auch gern „Mindens Finest“ genannt, was wohl nicht untertrieben ist. 1999 veröffentlichte Curse seine erste EP, die „99 Essenz EP“, auf der seine 4 Singles aus dem gleichen Jahr gebündelt zu hören sind. Ein Jahr später gelang Curse mit seinem Debütalbum „Feuerwasser“ der Durchbruch. Ich persönlich wurde durch die erste Single von Feuerwasser“, „Wahre Liebe“, auf den Mindener aufmerksam. 2001 erschien dann schon das zweite Album „Von Innen nach Außen“ und nun, im Jahre 2003, erschien endlich „Innere Sicherheit“, das dritte Curse-Album. Mittlerweile ist Curse nicht nur Rapper und Produzent (einen Song auf „Innere Sicherheit“ hat er selbst Produziert), sondern auch Labelchef. „Alles Real“ heisst sein Musiklabel, auf dem seine Freunde aus Minden Italo Reno, Germany, Stress, Trauma und einige weitere unter Vertrag stehen. Der erste offizielle Release von „Alles Real“ steht im Sommer 2003 an, wenn Italo Reno & Germany ihr Album rausbringen.
Curse wird vielen aber auch von diversen Features bekannt sein. Neben einem kurzen Rap auf DJ Tomekks „Ich lebe für HipHop“ hat Curse unter anderem mit Xavier Naidoo, dem Plattenpapzt, Roey Marquis, Azad, Kool Savas und vielen anderen zusammen gearbeitet.
------COVER / BOOKLET:------
Das Cover ist in sehr freundlichen, warmen Farben gehalten. Curse steht in einem Norwegerpullover mit Rollkragen vor einem Tisch, auf dessen Ecken er sich mit seinen Händen stützt. Vor ihm steht auf dem Tisch eine Schale mit Äpfeln und über seinem Kopf hängt ein Schwert.
Das Booklet ist ebenfalls in warmen Farben gehalten und beinhaltet neben einigen (wenigen) Fotos alle Songtexte und natürlich auch Curse\' Credits. Schön ist auch, dass das Booklet aus etwas dickerer Pappe gemacht wurde, weil sich das beim Durchblättern besser anfühlt.
------DIE CD:------
Zuerst muss ich sagen, dass der Hinweis, die CD sei nicht auf PC und MAC abspielbar, ernst zu nehmen ist. Ich kann die Scheibe wirklich nicht an meinem Rechner abspielen, was bei den meisten CDs, trotz dieses Hinweises, funktioniert.
Hier kommt nun wieder meine Einzeltrackbewertung die – wie immer – von „+“ (grottenschlecht) bis „+ + + + +“ (obergeil) reicht. Viel Spaß dabei...
1.ALLES WIRD BESSER
Der Beat dieses Tracks ist eher zurückhaltend. Umso mehr gehen aber die Posaunen nach vorn, die besonders in der ersten Strophe und in der Hook zu hören sind. Curse rappt hier über die Entwicklung zu seiner neuen CD und das er sich beeilt hat, sie fertig zu stellen. Dann rappt er noch allgemein über seine Musik und warum er sie macht.
BEWERTUNG: + + + +
2.WIDERSTAND feat. Gentleman
Hier wird der Kölner Raggae-Musiker Gentleman gefeatured. Dem entsprechend ist der Sound hier auch leicht beschwingt und smooth – typisch Raggae eben. Curse rappt von den Dingen, die man ändern sollte und über Dinge, gegen die er ist, stellt aber klar: „Ich bin dagegen, gegen alles zu sein“.
BEWERTUNG: + + + + +
3.WAS IST LOS MIT UNS?
Dieser Track bounced ganz schön und der Beat ist wirklich fett. Curse rappt hier etwas schneller und sehr aggressiv und greift die vielen Missstände in Politik und Gesellschaft an. In der Hook ist neben Curse auch eine Sängerin zu hören, die aber gut zu dem härteren Beat passt.
BEWERTUNG: + + + +
4.DREHT AB
Hier sticht wieder besonders die Posaune hervor, die quasi auch den Beat macht. Curse rappt wieder über politische und gesellschaftliche Probleme und sagt am Ende jeder Strophe, dass man doch abdrehen soll, wenn einem das alles nicht passt: „Frankfurt, wenn der Scheiß euch nicht passt. Berlin, dann steht auf und dreht ab“. Dank der geilen Posaune und dem sehr guten Text ein hammer Track.
BEWERTUNG: + + + + +
5.CURSE IST ZURÜCK
Einer der typischen „Ich bin der beste MC“-Tracks, wobei hier der Beat mehr zu überzeugen weiss, als Curse\' Rap. Curse rappt davon, dass er endlich wieder ein neues Album hat und wie gut seine Musik doch ist. Für eine Party ist der Track dank des Beats sehr gut geeignet.
BEWERTUNG: + + + +
6.RAP GESETZE 11-20
Auf seinem Debüt-Album konnte man den Track „10 Rapgesetze“ hören. Auf „Innere Sicherheit“ gibt es nun die nächsten 10 Gesetze, die eigentlich aber eher 10 Business Gesetze sind. Curse wendet sich hier an die jungen MCs und erklärt ihnen, wie sie sich im Business verhalten sollen – immer mit einem kleinen Augenzwinkern und trotzdem ganz viel Wahrheit. Der Beat gefällt mir auch – ein Computerbeat, der irgendwie schräg klingt.
BEWERTUNG: + + + + +
7.APFEL feat. Italo Reno & Germany
Als ich den Namen des Tracks hörte, dachte ich mir, dass es ziemlich arm ist, nun schon über Äpfel zu rappen. Es geht hier aber um die Beziehung der drei Rapper zu ihren Vätern. Der Beat ist wieder ruhig und zurückhaltend, was auch gut zu diesem gefühlvollen Thema passt. Curse „singt“ übrigens in der Hook, wobei sein „Gesang“ gut passt, obwohl man nun weiss, dass Curse nie ein Xavier Naidoo werden wird. Geil ist, dass am Ende der Beat komplett abgedreht wird und Germany die letzten Lines acapella rappt: „Ihr seid zwei von Gottes besten Geschenken, ich falt die Häe geh auf die Knie und bet für meine Väter, ihr seid alles was ich bin und all das was mich geprägt hat.“
BEWERTUNG: + + + + +
8.ICH VERSTEH DICH
Wieder ein langsamer, gefühlvoller Track, bei dem Curse u.a. von einer Querflöte begleitet wird. Curse rappt von seiner Ex-Freundin, die er aus den Augen verloren hat. Er fragt sich, was sie nun wohl macht und wie es ihr geht. Dann sagt er, was er ihr alles verdankt und bittet sie am Ende jeder Strophe, sie solle sich doch melden.
BEWERTUNG: + + + + +
9.UND WAS IST JETZT
Hier wird Curse ausschließlich von einem Piano begleitet. Curse fängt sehr langsam und soft an zu rappen, wird dann aber immer lauter und aggressiver – gleichzeitig wird auch das Piano immer lauter. Curse rappt hier wieder von seiner Ex-Freundin, die ihn nun nicht mehr beachtet, auch wenn sie sich zufällig sehen und er fragt sich, ob die gemeinsame Zeit so belanglos war, dass es nun so scheint, als ob er ihr total egal ist. Diesen Track kann ich mir eigentlich nicht anhören, weil ich dann immer kurz davor bin zu weinen. Das ist definitiv der beste Curse-Track aller Zeiten – besser als „Wahre Liebe“....
BEWERTUNG: + + + + +
10.SCHOCKTHERAPIE feat. Braz (4Lyn)
Hier wird Curse von einer E-Gitarre begleitet und die Hook wird von dem Gastmusiker geschrien. Der Track ist kaum noch Rap, sondern viel mehr Rock. Curse rappt hier von seiner Ex, der er nicht gesagt hat, dass er sie nicht mehr liebt und sie stattdessen links liegen ließ. Und nun ist die Ex tot und er muss damit leben, dass die beiden sich im Streit getrennt haben. Curse sagt selbst, dass man den Track liebt oder hasst – ich hasse ihn!
BEWERTUNG: + +
11.RAP
Und wieder ein bomben Track. Curse beweist hier seine Vielfältigkeit. Zuerst ist der Beat ganz roh und einfach gestrickt. Curse rappt davon, wie cool und vielseitig er rappen kann. Dann ändert sich der Beat etwas und Curse legt einen Kettenreim auf „extra mau“, „extra lau“... hin. Danach wird der Beat soft und Curse rappt einige Zeilen über seine Ex – Storrytelling eben. Dann: Wieder ein Break und Curse rappt kurz auf Englisch, bevor er den Rest Doubletime reimt. Kurz: Dicker Track!!!
BEWERTUNG: + + + + +
12.DAS VERSTEH ICH NICHT
Wieder ein bounciger Track, bei dem besonders das geschriene „und“ zwischen den einzelnen Zeilen charakteristisch ist. Curse stellt hier immer Fragen und beleuchtet so unsere Gesellschaft und das Musik-Business. „...und warum kaufen Kids nicht CDs sondern brennen sich\'s? Und warum krieg die Kohle für Rohlinge nicht ich...“
BEWERTUNG: + + + + +
13.GLEICHGEWICHT feat. Stress & Trauma
Auch auf diesem Track werden wieder zwei MCs aus dem Alles Real-Camp gefeatured. Die drei Rapper haben hier wieder einen langsamen gesellschaftskritischen Track auf die Beine gestellt. Dabei bedienen sie sich immer wieder an Ungleichheiten: „Man hört so wenig wahre Worte und so vielen Sätzen“.
14.GOLDENE ZEITEN feat. Max
Hier wird der Freundeskreis-Rapper Maximilian gefeatured. Der Sound ist auch hier dem von Freundeskreis sehr ähnlich – chillig und schön instrumentalisiert. Inhaltlich dreht sich hier alles nach unserer Sehnsucht nach goldenen Zeiten. Curse rappt von vielen Missständen und davon, wie es besser wäre. Max droppt einen Comeback-Rap – insgesamt ein wunderschöner warmherziger Track.
BEWERTUNG: + + + + +
15.HAND HOCH
Die erste Singleauskopplung gefällt mir nicht sonderlich, obwohl sie auf CD besser klingt als im Fernsehen. Der Gospelchor (gesungen von Vanessa Mason) klingt aber meist zu dünn und bringt nicht wirklich diesen schönen Gospel-Vibe rüber. Die Musik ist ein Zwischending von leicht bouncendem Rap-Beat und Raggae. Inhaltlich rappt Curse wieder über diverse Missstände und sagt dann in der Hook, man solle etwas dagegen tun.
BEWERTUNG: + + +
16.ICH VERLASS DICH NICHT
Nach so viel Gesellschaftskritik ist der letzte Track ein reiner Partytrack. Curse rappt hier von seinen Fans, seiner Freundin und seiner Alles Real-Clique. Und all diese Leute will Curse eben nicht verlassen. Hört man den Track allein, klingt er sicher irgendwie flach, aber im Kontext des kompletten Albums ist es schön, nach soviel Inhalt auch mal was Lustiges zu hören.
BEWERTUNG: + + + +
------KOMMENTAR:------
Curse hat wieder bewiesen, dass er zu den besten MCs in Deutschland gehört. Deep („Und was ist jetzt“), lustig („Ich verlass dich nicht“) und mit Hammer-Flow („Rap“) – und all das noch im genau richtigen Verhältnis.
Musikalisch hat Curse sich auch weiterentwickelt. Auf „Innere Sicherheit“ sind viele Live-Instrumente zu hören, was sich fast durch das ganze Album zieht und auch zu hören ist. Außerdem sind seine Tracks vom musikalischen her nun fröhlicher als noch auf „Von Innen nach Außen“. Das mag man sehen wie man will, aber ich finde den Sound gut und passend, obwohl man ja denken könnte, dass bei kritischen Texten eher fröhlichere Musik nicht passen könnte.
Am Mikrophon begrüßte Curse mit Maximilian und Gentleman die erste Garde. Italo Reno & Germany, sowie Stress und Trauma gehören wohl noch eher zur zweiten Reihe – sie zeigen aber, dass sie das Potential haben bald zu den Großen in Rap-Deutschland zu gehören.
Insgesamt kann ich als negativen Punkt hier nur den Track „Schocktherapie“ finden, den ich wirklich einfach nur schrecklich finde. Bei „Hand hoch“ muss ich sagen, dass er sich besser anhört als im Fernsehen, aber mich irgendwie trotzdem nicht überzeugen will.
------DIE DVD:------
Da ich die limitierte Erstausgabe von „Innere Sicherheit“ habe, lag der Audio-CD noch eine DVD bei. Der Preis lag bei Amazon aber übrigens trotzdem bei 13,99 EUR. Diese DVD hat folgendes zu bieten:
1.„HAND HOCH“-VIDEO
Hier kann man sich das Musikvideo zur ersten Single aus „Innere Sicherheit“ ansehen. Schöne Idee, wie ich finde.
2.„HAND HOCH“-MAKING OF
Das Making Of des Videos gefällt mir auch sehr gut, weil man hier einige Hintergrundinformationen erhält und ein bißchen hinter die Kulissen sehen kann. Curse erzählt auch einiges von der Idee des Videos und dem tieferen Sinn (den ich bis dahin nie erkannt habe). Diese Reportage dauert ungefähr 15, 20 Minuten.
3.INNERE SICHERHEIT INTERVIEW
In diesem halbstündigen Interview erzählt Curse von seiner neuen Platte, von seiner bisherigen Karriere, seinen weiteren Plänen u.s.w. Im Menü kann man auch auswählen, bei welcher Stelle man in das Interview einsteigen will – dafür gibt es 4 Stellen, bei denen man jeweils anfangen kann, sich das Interview anzusehen.
4.STUDIOREPORT
Der wohl interessanteste Teil der DVD zeigt, wie Curse arbeitet. Curse selbst erklärt dabei die Vorgehensweise, wenn er an Tracks arbeitet, stellt die Technik und seine Freunde und Kollegen vor. Sehr geil gemacht und wirklich ober interessant.
5.CREDITS
Hier kann man nochmal einzelnd nachlesen, wer für welchen Track verantwortlich ist u.s.w. Quasi das gleiche, was auch im Booklet steht.
------DVD-KOMMENTAR:------
Curse konnte aus rechtlichen Gründen leider keine Mitschnitte von Liveauftritten auf die DVD packen. Aber auch so ist diese DVD sehr gut gelungen und interessant. Man bekommt mal einen kleinen Einblick hinter die Kulissen und sieht wie Curse so arbeitet. Besonders lobenswert ist dabei natürlich auch, dass die CD mit der DVD nicht mehr kostet. Wer sich also schnell entscheidet, sich „Innere Sicherheit“ zu kaufen, bekommt zusätzlich und quasi gratis eine kleine DVD.
------FAZIT:------
Ein wirkliches Hammer-Album mit vielen sehr guten Tracks und zusätzlich noch eine DVD – ohne Aufpreis! Was will man mehr? Ich bin sehr von der DVD beeindruckt, viel mehr aber noch von Curse\' Musik, die mich wieder bewegt und mitreisst. Kurz: Kaufen, kaufen, kaufen!!!
------CURSE:------
Curse wurde 1978 als Michael Kurth geboren und ist in Minden aufgewachsen. Daher wird er in Rap-Kreisen auch gern „Mindens Finest“ genannt, was wohl nicht untertrieben ist. 1999 veröffentlichte Curse seine erste EP, die „99 Essenz EP“, auf der seine 4 Singles aus dem gleichen Jahr gebündelt zu hören sind. Ein Jahr später gelang Curse mit seinem Debütalbum „Feuerwasser“ der Durchbruch. Ich persönlich wurde durch die erste Single von Feuerwasser“, „Wahre Liebe“, auf den Mindener aufmerksam. 2001 erschien dann schon das zweite Album „Von Innen nach Außen“ und nun, im Jahre 2003, erschien endlich „Innere Sicherheit“, das dritte Curse-Album. Mittlerweile ist Curse nicht nur Rapper und Produzent (einen Song auf „Innere Sicherheit“ hat er selbst Produziert), sondern auch Labelchef. „Alles Real“ heisst sein Musiklabel, auf dem seine Freunde aus Minden Italo Reno, Germany, Stress, Trauma und einige weitere unter Vertrag stehen. Der erste offizielle Release von „Alles Real“ steht im Sommer 2003 an, wenn Italo Reno & Germany ihr Album rausbringen.
Curse wird vielen aber auch von diversen Features bekannt sein. Neben einem kurzen Rap auf DJ Tomekks „Ich lebe für HipHop“ hat Curse unter anderem mit Xavier Naidoo, dem Plattenpapzt, Roey Marquis, Azad, Kool Savas und vielen anderen zusammen gearbeitet.
------COVER / BOOKLET:------
Das Cover ist in sehr freundlichen, warmen Farben gehalten. Curse steht in einem Norwegerpullover mit Rollkragen vor einem Tisch, auf dessen Ecken er sich mit seinen Händen stützt. Vor ihm steht auf dem Tisch eine Schale mit Äpfeln und über seinem Kopf hängt ein Schwert.
Das Booklet ist ebenfalls in warmen Farben gehalten und beinhaltet neben einigen (wenigen) Fotos alle Songtexte und natürlich auch Curse\' Credits. Schön ist auch, dass das Booklet aus etwas dickerer Pappe gemacht wurde, weil sich das beim Durchblättern besser anfühlt.
------DIE CD:------
Zuerst muss ich sagen, dass der Hinweis, die CD sei nicht auf PC und MAC abspielbar, ernst zu nehmen ist. Ich kann die Scheibe wirklich nicht an meinem Rechner abspielen, was bei den meisten CDs, trotz dieses Hinweises, funktioniert.
Hier kommt nun wieder meine Einzeltrackbewertung die – wie immer – von „+“ (grottenschlecht) bis „+ + + + +“ (obergeil) reicht. Viel Spaß dabei...
1.ALLES WIRD BESSER
Der Beat dieses Tracks ist eher zurückhaltend. Umso mehr gehen aber die Posaunen nach vorn, die besonders in der ersten Strophe und in der Hook zu hören sind. Curse rappt hier über die Entwicklung zu seiner neuen CD und das er sich beeilt hat, sie fertig zu stellen. Dann rappt er noch allgemein über seine Musik und warum er sie macht.
BEWERTUNG: + + + +
2.WIDERSTAND feat. Gentleman
Hier wird der Kölner Raggae-Musiker Gentleman gefeatured. Dem entsprechend ist der Sound hier auch leicht beschwingt und smooth – typisch Raggae eben. Curse rappt von den Dingen, die man ändern sollte und über Dinge, gegen die er ist, stellt aber klar: „Ich bin dagegen, gegen alles zu sein“.
BEWERTUNG: + + + + +
3.WAS IST LOS MIT UNS?
Dieser Track bounced ganz schön und der Beat ist wirklich fett. Curse rappt hier etwas schneller und sehr aggressiv und greift die vielen Missstände in Politik und Gesellschaft an. In der Hook ist neben Curse auch eine Sängerin zu hören, die aber gut zu dem härteren Beat passt.
BEWERTUNG: + + + +
4.DREHT AB
Hier sticht wieder besonders die Posaune hervor, die quasi auch den Beat macht. Curse rappt wieder über politische und gesellschaftliche Probleme und sagt am Ende jeder Strophe, dass man doch abdrehen soll, wenn einem das alles nicht passt: „Frankfurt, wenn der Scheiß euch nicht passt. Berlin, dann steht auf und dreht ab“. Dank der geilen Posaune und dem sehr guten Text ein hammer Track.
BEWERTUNG: + + + + +
5.CURSE IST ZURÜCK
Einer der typischen „Ich bin der beste MC“-Tracks, wobei hier der Beat mehr zu überzeugen weiss, als Curse\' Rap. Curse rappt davon, dass er endlich wieder ein neues Album hat und wie gut seine Musik doch ist. Für eine Party ist der Track dank des Beats sehr gut geeignet.
BEWERTUNG: + + + +
6.RAP GESETZE 11-20
Auf seinem Debüt-Album konnte man den Track „10 Rapgesetze“ hören. Auf „Innere Sicherheit“ gibt es nun die nächsten 10 Gesetze, die eigentlich aber eher 10 Business Gesetze sind. Curse wendet sich hier an die jungen MCs und erklärt ihnen, wie sie sich im Business verhalten sollen – immer mit einem kleinen Augenzwinkern und trotzdem ganz viel Wahrheit. Der Beat gefällt mir auch – ein Computerbeat, der irgendwie schräg klingt.
BEWERTUNG: + + + + +
7.APFEL feat. Italo Reno & Germany
Als ich den Namen des Tracks hörte, dachte ich mir, dass es ziemlich arm ist, nun schon über Äpfel zu rappen. Es geht hier aber um die Beziehung der drei Rapper zu ihren Vätern. Der Beat ist wieder ruhig und zurückhaltend, was auch gut zu diesem gefühlvollen Thema passt. Curse „singt“ übrigens in der Hook, wobei sein „Gesang“ gut passt, obwohl man nun weiss, dass Curse nie ein Xavier Naidoo werden wird. Geil ist, dass am Ende der Beat komplett abgedreht wird und Germany die letzten Lines acapella rappt: „Ihr seid zwei von Gottes besten Geschenken, ich falt die Häe geh auf die Knie und bet für meine Väter, ihr seid alles was ich bin und all das was mich geprägt hat.“
BEWERTUNG: + + + + +
8.ICH VERSTEH DICH
Wieder ein langsamer, gefühlvoller Track, bei dem Curse u.a. von einer Querflöte begleitet wird. Curse rappt von seiner Ex-Freundin, die er aus den Augen verloren hat. Er fragt sich, was sie nun wohl macht und wie es ihr geht. Dann sagt er, was er ihr alles verdankt und bittet sie am Ende jeder Strophe, sie solle sich doch melden.
BEWERTUNG: + + + + +
9.UND WAS IST JETZT
Hier wird Curse ausschließlich von einem Piano begleitet. Curse fängt sehr langsam und soft an zu rappen, wird dann aber immer lauter und aggressiver – gleichzeitig wird auch das Piano immer lauter. Curse rappt hier wieder von seiner Ex-Freundin, die ihn nun nicht mehr beachtet, auch wenn sie sich zufällig sehen und er fragt sich, ob die gemeinsame Zeit so belanglos war, dass es nun so scheint, als ob er ihr total egal ist. Diesen Track kann ich mir eigentlich nicht anhören, weil ich dann immer kurz davor bin zu weinen. Das ist definitiv der beste Curse-Track aller Zeiten – besser als „Wahre Liebe“....
BEWERTUNG: + + + + +
10.SCHOCKTHERAPIE feat. Braz (4Lyn)
Hier wird Curse von einer E-Gitarre begleitet und die Hook wird von dem Gastmusiker geschrien. Der Track ist kaum noch Rap, sondern viel mehr Rock. Curse rappt hier von seiner Ex, der er nicht gesagt hat, dass er sie nicht mehr liebt und sie stattdessen links liegen ließ. Und nun ist die Ex tot und er muss damit leben, dass die beiden sich im Streit getrennt haben. Curse sagt selbst, dass man den Track liebt oder hasst – ich hasse ihn!
BEWERTUNG: + +
11.RAP
Und wieder ein bomben Track. Curse beweist hier seine Vielfältigkeit. Zuerst ist der Beat ganz roh und einfach gestrickt. Curse rappt davon, wie cool und vielseitig er rappen kann. Dann ändert sich der Beat etwas und Curse legt einen Kettenreim auf „extra mau“, „extra lau“... hin. Danach wird der Beat soft und Curse rappt einige Zeilen über seine Ex – Storrytelling eben. Dann: Wieder ein Break und Curse rappt kurz auf Englisch, bevor er den Rest Doubletime reimt. Kurz: Dicker Track!!!
BEWERTUNG: + + + + +
12.DAS VERSTEH ICH NICHT
Wieder ein bounciger Track, bei dem besonders das geschriene „und“ zwischen den einzelnen Zeilen charakteristisch ist. Curse stellt hier immer Fragen und beleuchtet so unsere Gesellschaft und das Musik-Business. „...und warum kaufen Kids nicht CDs sondern brennen sich\'s? Und warum krieg die Kohle für Rohlinge nicht ich...“
BEWERTUNG: + + + + +
13.GLEICHGEWICHT feat. Stress & Trauma
Auch auf diesem Track werden wieder zwei MCs aus dem Alles Real-Camp gefeatured. Die drei Rapper haben hier wieder einen langsamen gesellschaftskritischen Track auf die Beine gestellt. Dabei bedienen sie sich immer wieder an Ungleichheiten: „Man hört so wenig wahre Worte und so vielen Sätzen“.
14.GOLDENE ZEITEN feat. Max
Hier wird der Freundeskreis-Rapper Maximilian gefeatured. Der Sound ist auch hier dem von Freundeskreis sehr ähnlich – chillig und schön instrumentalisiert. Inhaltlich dreht sich hier alles nach unserer Sehnsucht nach goldenen Zeiten. Curse rappt von vielen Missständen und davon, wie es besser wäre. Max droppt einen Comeback-Rap – insgesamt ein wunderschöner warmherziger Track.
BEWERTUNG: + + + + +
15.HAND HOCH
Die erste Singleauskopplung gefällt mir nicht sonderlich, obwohl sie auf CD besser klingt als im Fernsehen. Der Gospelchor (gesungen von Vanessa Mason) klingt aber meist zu dünn und bringt nicht wirklich diesen schönen Gospel-Vibe rüber. Die Musik ist ein Zwischending von leicht bouncendem Rap-Beat und Raggae. Inhaltlich rappt Curse wieder über diverse Missstände und sagt dann in der Hook, man solle etwas dagegen tun.
BEWERTUNG: + + +
16.ICH VERLASS DICH NICHT
Nach so viel Gesellschaftskritik ist der letzte Track ein reiner Partytrack. Curse rappt hier von seinen Fans, seiner Freundin und seiner Alles Real-Clique. Und all diese Leute will Curse eben nicht verlassen. Hört man den Track allein, klingt er sicher irgendwie flach, aber im Kontext des kompletten Albums ist es schön, nach soviel Inhalt auch mal was Lustiges zu hören.
BEWERTUNG: + + + +
------KOMMENTAR:------
Curse hat wieder bewiesen, dass er zu den besten MCs in Deutschland gehört. Deep („Und was ist jetzt“), lustig („Ich verlass dich nicht“) und mit Hammer-Flow („Rap“) – und all das noch im genau richtigen Verhältnis.
Musikalisch hat Curse sich auch weiterentwickelt. Auf „Innere Sicherheit“ sind viele Live-Instrumente zu hören, was sich fast durch das ganze Album zieht und auch zu hören ist. Außerdem sind seine Tracks vom musikalischen her nun fröhlicher als noch auf „Von Innen nach Außen“. Das mag man sehen wie man will, aber ich finde den Sound gut und passend, obwohl man ja denken könnte, dass bei kritischen Texten eher fröhlichere Musik nicht passen könnte.
Am Mikrophon begrüßte Curse mit Maximilian und Gentleman die erste Garde. Italo Reno & Germany, sowie Stress und Trauma gehören wohl noch eher zur zweiten Reihe – sie zeigen aber, dass sie das Potential haben bald zu den Großen in Rap-Deutschland zu gehören.
Insgesamt kann ich als negativen Punkt hier nur den Track „Schocktherapie“ finden, den ich wirklich einfach nur schrecklich finde. Bei „Hand hoch“ muss ich sagen, dass er sich besser anhört als im Fernsehen, aber mich irgendwie trotzdem nicht überzeugen will.
------DIE DVD:------
Da ich die limitierte Erstausgabe von „Innere Sicherheit“ habe, lag der Audio-CD noch eine DVD bei. Der Preis lag bei Amazon aber übrigens trotzdem bei 13,99 EUR. Diese DVD hat folgendes zu bieten:
1.„HAND HOCH“-VIDEO
Hier kann man sich das Musikvideo zur ersten Single aus „Innere Sicherheit“ ansehen. Schöne Idee, wie ich finde.
2.„HAND HOCH“-MAKING OF
Das Making Of des Videos gefällt mir auch sehr gut, weil man hier einige Hintergrundinformationen erhält und ein bißchen hinter die Kulissen sehen kann. Curse erzählt auch einiges von der Idee des Videos und dem tieferen Sinn (den ich bis dahin nie erkannt habe). Diese Reportage dauert ungefähr 15, 20 Minuten.
3.INNERE SICHERHEIT INTERVIEW
In diesem halbstündigen Interview erzählt Curse von seiner neuen Platte, von seiner bisherigen Karriere, seinen weiteren Plänen u.s.w. Im Menü kann man auch auswählen, bei welcher Stelle man in das Interview einsteigen will – dafür gibt es 4 Stellen, bei denen man jeweils anfangen kann, sich das Interview anzusehen.
4.STUDIOREPORT
Der wohl interessanteste Teil der DVD zeigt, wie Curse arbeitet. Curse selbst erklärt dabei die Vorgehensweise, wenn er an Tracks arbeitet, stellt die Technik und seine Freunde und Kollegen vor. Sehr geil gemacht und wirklich ober interessant.
5.CREDITS
Hier kann man nochmal einzelnd nachlesen, wer für welchen Track verantwortlich ist u.s.w. Quasi das gleiche, was auch im Booklet steht.
------DVD-KOMMENTAR:------
Curse konnte aus rechtlichen Gründen leider keine Mitschnitte von Liveauftritten auf die DVD packen. Aber auch so ist diese DVD sehr gut gelungen und interessant. Man bekommt mal einen kleinen Einblick hinter die Kulissen und sieht wie Curse so arbeitet. Besonders lobenswert ist dabei natürlich auch, dass die CD mit der DVD nicht mehr kostet. Wer sich also schnell entscheidet, sich „Innere Sicherheit“ zu kaufen, bekommt zusätzlich und quasi gratis eine kleine DVD.
------FAZIT:------
Ein wirkliches Hammer-Album mit vielen sehr guten Tracks und zusätzlich noch eine DVD – ohne Aufpreis! Was will man mehr? Ich bin sehr von der DVD beeindruckt, viel mehr aber noch von Curse\' Musik, die mich wieder bewegt und mitreisst. Kurz: Kaufen, kaufen, kaufen!!!
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