Insel Rügen Testbericht

Insel-ruegen
ab 17,81
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

5 Sterne
(14)
4 Sterne
(1)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(2)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von dreamweb

Wundervolle Urlaubsinsel auch für Naturfreunde

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Rügen ist nicht nur die größte Insel Deutschlands und nicht nur eine schöne Insel für Badeurlaub, nein ich habe erleben können, dass es auch ein wundervolles Ausflugsziel für Naturfreunde ist.

Noch nie war ich in meinem Leben an der Ostsee und daher natürlich auch noch nicht auf Rügen. Daher war ich doch ziemlich neugierig auf die Insel, von der ich allerdings vorher kaum Vorstellungen hatte. Außer dass es auch schon zu DDR-Zeiten ein beliebtes Ausflugsziel derjenigen war, die nach Rügen durften.

Am Sonntag sind wir (meine Eltern und ich) dann vom Westerwald nach 750 km Fahrt auf der Insel Rügen angekommen. Unser Zielort war Sellin. Sellin ist der zweitgrößte und -bekannteste Badeort auf Rügen und zieht wegen seines feinen Sandstrandes und der geschützten Lage sowie der gut ausgebauten Seebrücke ziemlich viel Touristen an.

Zu meiner Freude war das Wetter auf Rügen bei unserer Ankunft schön. Nach 750 km Autofahrt fast nur durch Regen war ich begeistert und der Sonnenschein tat gut. Wir sind so zur Kaffeezeit (ca. 16.00 Uhr) in Sellin bei unseren Vermietern angekommen. In Sellin haben wir bei der Familie Zoschke eine Ferienwohnung mit sehr guter Ausstattung für drei Personen gebucht.

Als wir dann am Nachmittag zu einem Cafe gingen, ist mir schon aufgefallen, wie viele der Privatleute hier Ferienwohnungen und Ferienhäuser anbieten. Und fast alles war zu dieser Zeit noch frei. Die Einheimischen, denen wir begegneten, waren meistens sehr offen und freundlich. Nicht so wie im Westerwald, wo man doch sehr viele Sturköpfe antreffen kann (alles Erfahrungen, Ausnahmen bestätigen die Regel.) Nicht umsonst sagte schon der alte Brehm, die Westerwälder seinen ein kleines hinterlistiges und argwöhnisches Bergvolk. Zur Beruhigung an alle Westerwälder oder Freunde des Gebietes. Ich liebe den Westerwald, bin da aufgewachsen und betrachte das Gebiet als meine Heimat. Zurück aber zu Rügen. Auffällig dort waren die manchmal doch sehr seltsam anmutenden Straßen. Die Straße, die zu unseren Vermietern führte, bezeichneten wir im Stillen als Touristenstolperfalle. Es war so eine typische Straße, die ich aus anderen Gebieten der ehemaligen DDR her kannte. Jeden Meter bzw. 1,5 Meter war in der Straße ein 30 mal 10 cm großes Loch. Auch beim Autofahren musste man da aufpassen. Manchmal schienen noch Metallröhrchen durch die Löcher.. Mein Vater erklärte mir, dass man eben so diese Fahrbahnplatten anbrachte. Nur werden hier eben diese Löcher dann durch niemanden wieder abgedeckt. Also heißt es auch beim Autofahren vorsichtig sein. Ansonsten bestachen sowohl Sellin als auch Rügen durch ein Abwechselndes Straßenbild zwischen schönen altem (aber sehr ruckeligem) Kopfsteinpflaster und normalen Teerstraßen, wie ich sie gewohnt bin.

Auf Rügen ist mir aufgefallen, wie viel dort sowohl Gebäudemäßig als auch Fahrbahnmäßig getan wird. Überall sah man Baustellen oder private Baufirmen, die die schönen alten, zum Teil auch sehr heruntergekommenen Häuser renovierten. Gerade in Sellin in der Wilhelmstraße befindet sich Pracht und nur noch sehr wenige alte, marode Häuser. Während wir die zwei Wochen in Sellin waren, bestaunten wir beispielsweise ein Haus, das gerade neu hergerichtet wurde, und zwar im alten Stil mit vielen Verzierungen. Und wir dachten uns, das wird mal toll werden, wenn wir weg sind. Aber noch während wir da waren, pünktlich zu Pfingsten, wurde ein Teil des Hauses schon fertig gestellt und so kamen wir in den Genuss mit als erste ein neues schönes Restaurant betreten zu können. Die waren da wirklich sehr schnell und fleissig.

Am ersten Abend haben wir dann noch eine besondere Spezialität genossen. Wir sind in das kleinste Restauran auf Rügen gegangen und haben dort etwas neugierig den dort angepriesenen Hornfisch probiert. Der Hornfisch heißt korrekt Hornhecht und gehört zu den Flugfischen. Der Fisch wird bis zu einem Meter lang und bewohnt den nordöstlichen Atlantik. Aber man fängt ihn auf Rügen nur im Mai, denn da kommt der Hornfisch zum Laichen in diese Regionen. Das Besondere an diesem wirklich ungewöhnlichen Fisch als Speisefisch sind allerdings die Gräten. Was haben wir gestaunt, als man uns erklärte, der Fisch sähe irgendwie aalartig aus (stimmt ungefair) und habe grüne Gräten. Ganz ehrlich, kam ich mir etwas verulkt vor. Auf jeden Fall waren die Gräten dieses Fisches nicht nur grün, sondern auch auffällig fluroszierend grün. Und so konnte man selbst die feinen Gräten leicht finden und herausnehmen. Nur mein Vater war nicht so zufrieden, denn er hasst Gräten im Fisch. Und obwohl er die gut sehen konnte, gab es immer noch bei ihm Grätenfischerei und ein unzufriedenes Gesicht. Der Hornfisch hat uns allerdings sehr gut geschmeckt. Auf ganz Rügen haben wir in fast jedem Restaurant auch später noch Hornfisch gesehen. Es ist die Spezialität und Besonderheit im Mai in der Gegend. Oft servieren ihn die Rüganer auch mit Rhabarber. Allerdings war das bei uns nicht der Fall.

Ich werde noch einen eigenen Beitrag über Sellin schreiben, also bitte nicht böse werden. Auffällig in Sellin ist besonders die nach der Wende neu erbaute Selliner Seebrücke. Es ist schon ein Prachtstück, was man da hingebaut hat. Erst läuft man die historische Wilhelmsstraße mit den tollen Häusern entlang, bis es nicht mehr weitergeht. Und von da aus hat man nicht nur einen guten Blick über die Ostsee sondern sieht auch auf diese Seebrücke hinab. Im Gegensatz zu Binz oder Göhren hat man hier nicht nur eine einfache Brücke stehen sondern blickt auf ein Prachtgebäude mit anschließender Brücke. (Bild in Hitwin). Der Inhaber des Gebäudes (großes Restaurant) hat mit investiert als die Brücke gebaut wurde, dafür konnte er dann ein Restaurant dort eröffnen. Und obwohl die Preise nicht ganz günstig sind, waren auch wir mal dort. Denn der Ausblick da ist schon herrlich und einen Sonnenuntergang dort zu erleben ist phantastisch.

Am zweiten Tag wollten wir mal die nähere Umgebung erkunden und einen Rundgang um den Selliner See machen. Allerdings war der Rundgang dann doch ein wenig größer als wir dachten. Zumal wir dann noch einen Abstecher zu dem alten Fischerdörfchen Seedorf machten und auch die Moritzburg besuchten. Das ist eigentlich ein Restaurant, das auf einem Berg steht und ein Türmchen hat. Mit einer Burg hat die Moritzburg wenig zu tun, aber das darf man an den Badeorten nicht so eng nehmen. Dort gibt es viele Gebäude, die sich Burg sowieso nennen, aber nur normale Häuser sind. Von Seedorf waren wir übrigens enttäuscht. Denn so schön auch der Weg dorthin war. Ich habe sogar eine Orchidee auf dem Weg entdeckt, so modern und protzig gebaut waren dort die Häuser. Fast nichts von den schönen Rohrhäusern oder anderen typischen Fischerhäusern zu sehen. Da konnte man in Moritzdorf schon mehr sehen. Alles wirkte in Seedorf sehr protzig. So als haben sich da sehr gut betuchte Menschen ihre Protzbauten hingestellt. Auch an die See konnte man dort fast gar nicht, denn wie an einer Seite des Ammersees befanden sich hier überall Schilder \"Privat - betreten verboten\". Im Hafen selbst waren dann auch nur Moterjachten und Privatschiffe aber kein einziger Fischerkutter mehr zu sehen. Nach einem Eiskaffee sind wir dann ziemlich schnell weiter. In Moritzdorf kann man sich dann mit einer kleinen Fähre (ein Schiffchen, das von einem Mann immer rübergerudert wird) zur anderen Seite übersetzen lassen. Das haben wir dann auch gemacht und sind so nach Göhren gekommen.

In Göhren dann kann man mit dem Stadtbähnchen ein Stück fahren. Die Stadtbähnchen waren alle blau und vorne hatte man einen Logkähnlichen Wagen, in dem dann auch nur der Fahrer des Bähnchens sass. In zwei bis drei Wagen sitzen dann die Menschen. Da Sellin Kurort ist, muss man einiges an Kurtaxe zahlen. Mein Vater wurde für uns drei trotz des günstigsten Preises der Vorsaison noch über 48 Euro los. Dafür kann man dann diese Bahnen kostenlos nutzen. Somit sind wir mit dieser Bahn dann bis Baabe gefahren. Baabe liegt zwischen Sellin und Göhren und ist ein schöner kleiner Badeort. Vom äußersten Winkel Sellins sind es vielleicht dreißig Meter nach Baabe. Man hat natürlich auch hier den gleichen schönen und sehr feinen Sandstrand. In Baabe haben wir uns dann am Strand absetzen lassen, das ist ein Haltepunkt der sogenannten Bäderbahn. Dann sind wir die gut 2 km nach Sellin zurück am Strand entlanggelaufen. Auch mit festen Schuhen hat mir das Spaß gemacht. Wenn man direkt am nassen Sandstrand entlanggeht, läßt sich das sogar gut laufen. Schon an diesem Tag habe ich vier Filme verfotografiert. Aber es gab auch sehr viel zu sehen. Die Möwen, die ruhige See, den Kontrast zwischen dem Meer und dem Himmel oder noch den fast weißen Strand dazu. Und am Horizont dann irgend ein Zipfelchen Land. Denn Rügen ist nicht nur groß sondern auch zerklüftet. Die Insel besteht fast nur aus vielen Halbinseln und viel Wasser, auch weit ins Innere hinein. Diese Gewässer werden im Gegensatz zu den Seen, von denen es auch noch einige gibt, Bodden genannt. Es ist also im weitesten Sinne die Ostsee, die man so weit im Inneren dann antrifft. Manche Bodden wirken schon wie Seen, aber es ist immer Salzwasser und diese Bodden haben auch eine mehr oder weniger breite Verbindung zur Ostsee.

Wo ich gerade bei generellen Dinge zu Rügen bin. Die Insel hat einige Besonderheiten. So ist Rügen durch die Eiszeit erst entstanden und somit noch geologisch jung. Und da in der Entstehungszeit auch diese Zeit war, in der das Bernstein entstand, wurde auf Rügen sehr viel Bernstein abgelagert. Man kann mit viel Glück nach einem Sturm hier immer noch Bernstein finden. Aber wir selbst haben keinerlei Bernstein gefunden. Nur Feuersteine und Hühnergötter haben wir gesammelt und mitgenommen. Auf Rügen bestehen einige Strände nicht aus Sand sondern aus Steinen, unter denen sich viele sehr interessant aussehende (schwarz-weiße) Feuersteine befinden. Früher wurden diese Steine exportiert und als Flintensteine genutzt. Man findet sehr oft Ablagerungen wie Fossilien auf den Steinen. Solche haben wir sogar gefunden. Mein Vater - ich finde sowas nur selten... Dann ein Wort zu den Hühnergöttern. Einige der Feuersteine sind so verwittert von der Zeit, dass sich in der Mitte ein Loch oder in enigen Steinen auch mehrere Löcher befinden. Diese gelten als Glücksbringer und werden eben als Hühnergötter bezeichnet. In manchen Gegenden legt man sie Hühnern unter, sie sollen dann besser legen. Andere der Feuersteine werden als Sassnitzer Blumentöpfe bezeichnet. In Sassnitz, einer sehr bekannten Stadt im Jasmunder Nationalpark, findet man oft große stark ausgehöhlte Feuersteine. Diese werden von den Einheimischen (und Touristen, sofern sie noch welche finden) als Blumentöpfe genutzt und auch richtig mit Blumen bepflanzt. Man bekommt sie auch notfalls in Souvenirläden zu kaufen.

Sellin selbst liegt im Biosphärenreservat Süd Ost Rügen. Die Bezeichnung Biosphärenreservat kennzeichnet ein besonders schönes oder/und schützenswertes Gebiet und wird von der Unesco vergeben. Von Sellin aus kann man sehr viele schöne Touren zu Fuss, mit dem Rad, dem Auto, dem Rasenden Roland und auch Schiffstouren unternehmen. Diese Schiffstouren beginnen allerdings nicht in Sellin sondern in einem der Nachbarorte. Wir selbst buchten hier beispielsweise eine Wasser-Dampf Tour. Das ist eine kombinierte Tour, bei der man zuerst mit dem historischen Dampfzug (dem Rasenden Roland) und dann mit dem Schiff fährt. Zurück gelangt man wieder mit dem Rasenden Roland. Der Name ist übrigens sehr irreführend. Denn während der Fahrt könnte man hier noch Blümchen pflücken, wenn das nicht widerum verboten wäre. Eine Fahrt mit dem Rasenden Roland ist sehr empfehlenswert. Man sitzt in etwas älteren Wagen und kann von dort die Dampfspuckende Lok betrachten oder eben die schöne abwechslungsreiche Gegend.

Auf unserer Wasser-Dampf Tour haben wir übrigens eine ganz besondere Fahrt mitgemacht. Es ging mit dem Schiff auf die geschützte Insel Vilm. Zu Honneckers Zeiten war diese Insel für die Öffentlichkeit gesperrt, weil man dort für die \"Bonzen\" Ferienhäuser aufgestellt hatte und eben von keinen anderen \"normalen\" Menschen gestört werden wollte. Auch die Familien der Mächtigen hielten sich dort auf. Nach der Wende wurde die Insel widerum für die Öffentlichkeit gesperrt, aber nicht wegen einiger, die sich für Besseres hielten, sondern wegen des Tierschutzes. Denn auf der Insel Vilm halten sich sehr viele schützenswerte und bedrohte Vögel auf, es ist auch Rastgebiet für Kraniche und andere Zugvögel. Und seit ein paar Jahren ist auch der sehr selten gewordene Seeadler auf die Insel Vilm zurückgekehrt. Die Rüganer sprechen den Namen der Insel übrigens wie das Wort Film aus und es heißt auch, der Vilm. Ich selbst konnte den Seeadler nicht sehen, dafür aber eine riesige Kolonie von Kormoranen, die zusammen mit Möwen, Schwänen und Brandenten dort an einer Stelle waren. Auch den ältesten Baum Rügens (über 600 Jahre alt) konnten wir dort bestaunen, zusammen mit vielen anderen Pflanzen. Auf die Insel Vilm kommt man heute nur in geführten Gruppen. Und mehr als 30 Personen dürfen diese Insel am Tag auch nicht betreten, damit die Tiere dort nicht zu sehr gestört werden.

Wer auf Rügen ist, sollte auch die Kreidefelsen oder das Kap Arkona besuchen. Wir selbst haben zuerst eine Tour mit dem Auto dahin gemacht und später auch eine Schiffstour bis zum Kap. Mit dem Auto kann man dann noch andere sehr interessante Stellen besuchen. So sind wir beispielsweise zu den Feuersteinfeldern bei Neu Mukron gefahren. Die Feuersteinfelder sehen aus wie Touristennepperei, aber es ist tatsächlich natürlich entstanden. Vor tausenden von Jahren war das Meer noch so weit ins Innere, dass diese Steinflüsse entstehen konnten. Man findet hier die Feuersteine, wie auch an einigen Küsten. Nur ist alles weit weg vom Land..Es sieht aus, als wären hier Flüsse aus Stein entstanden. In einem meiner Bücher über Rügen steht, dass diese Feuersteinschicht ca. 6 m tief noch in den Boden geht. Hier haben wir auch unsere Hühnergötter und Feuersteine her, die wir mit gebracht haben.

Etwas ärgerlich fanden wir die teilweise überhöhten Preise auf Rügen. Gerade da, wo man sich kaum wehren kann, da schlugen die Rüganer zu. Teilweise wurden auf Männertoiletten 1 Euro verlangt. Also umgerechnet 2 Mark für einmal Wasser lassen. Meistens kostete es aber 30 bis 50 Eurocent und für Gäste dann nichts. Bei Hotels und Gaststätten. Aber wieso ich darauf gekommen bin, das waren die Feuersteinfelder. Denn um dahin zu kommen, musste man auf einem normalen Waldparkplatz parken und dann ca. 3 km zu diesen Feldern laufen. Und obwohl der Waldparkplatz wirklich wie viele heimische Waldparkplätze ohne Besonderheiten oder Bewachung war, stand dort eine Parkuhr. Für die erste Stunde kostete das Parken zwei Stunden, danach je ein Euro je Stunde. Wir haben dumm geschaut, aber doch lieber gezahlt. Eine Frechheit, wie ich finde. Generell waren leider auf Rügen die Parkgebühren überhöht. So zahlten wir auf einem öffentlichen Parkplatz, auf den wir wegen der Schiffstour in Binz aus mussten, 8 Euro für die knapp 5 Stunden parken. Also zu der nicht ganz billigen Schiffsfahrt kamen hier noch umgerechnet 16 Mark fürs Parken. Nett, nicht wahr?

Rügen insgesamt hat mir aber sehr gut gefallen. Es gab unwahrscheinlich viel unterschiedliches zu sehen. Bei unserer Autotour zu den Kreidefelsen haben wir als nächstes in Sassnitz gehalten. Natürlich musste auch dort Parkgebühr gezahlt werden, wenn man die Kreisefelsen entlang laufen wollte. Von dort aus sind wir bist zu einem herrlichen Restaurant an den Wissower Klingen gelaufen. Immer wieder hat man dort einen herrlichen Ausblick entlang der Kreidefelsen. Der Ausblick an den Wissower Klinken ist so ähnlich wie das berühmte Kreidefelsenbild von Caspar David Friedrich. Heute ist man aber der Ansicht, dass der Maler eine andere Ecke in der Nähe des Köngisstuhls gemalt hat, die heute gar nicht mehr existiert. Denn diese Kreideküste verändert sich immer wieder. Die Kreisefelsen halten dem Meer nicht stand und so findet man auch oft herabgestürzte oder gerade noch sehr schräg an der Steilküste hängende Bäume. Die Kreidefelsen selbst sind am schönsten im Frühling. Denn es sammeln sich dort im Jahr selbst Algen an und durch den Frost werden diese dann abgesprengt. Das habe ich aus einem Buch über den Nationalpark Jasmund. Das gesamte Gebiet der Kreidefelsen befindet sich in diesem Nationalpark. Bei uns waren die Felsen aber noch prächtig weiß, es sieht einfach wundervoll aus, gerade wenn man dann so einen Felsen vor dem Meer hat. Der weiß-blau Kontrast ist fast unbeschreibbar schön. Aber auch Orchideen und andere seltene Pflanzen habe ich auf diesem Weg sehen können.

Weiter ging es dann mit dem Auto bis zum Königsstuhl. Das Gebiet um den Königsstuhl ist geschütz, somit kann man mit dem Auto nicht selbst dahin fahren. Man muss auf einen öffentlichen und kostenpflichten Parkplatz und von dort aus mit einem ebenfalls nicht kostenlosen Bus zum Königsstuhl fahren. Und damit man auf dem Königsstuhl für das Betreten desselbigen nicht noch einmal Eintritt bezahlen muss, kann man diesen gleich mit dem Buspreis mitbezahlen. Gott, was würden wir viel Geld am Rhein machen, wenn wir uns unsere Aussichtspunkte alle bezahlen liessen....

Den Königsstuhl selbst fand ich etwas enttäuschend. Man hat eigentlich nur die Aussicht auf das Meer, die wir ja vorher auch schon genießen konnten. Nur an einer Stelle sieht man auch von hier noch andere weiße Kreidefelsen. Zudem ist hier alles gedrängt vor Touristen, selbst in der Vorsaison. Wir sind dann etwas weiter hinunter zur Victoria-Aussicht gegangen. Die hat uns dann wieder entschädigt. Denn vor dieser Aussicht gibt es noch einen kleineren Aussichtspunkt, von dem man einen sehr guten Ausblick auf den weißen Königsstuhl hat. Der Victoria-Aussichtspunkt war weniger gut, da durch die Bäume nichts mehr vom Königsstuhl zu sehen war.

Weiter ging es danach Richtung Kap Arkona. Mit der Zwischenstation Altenkirchen. Ich muss dazu sagen, dass meine Eltern aus dem Kreis Altenkirchen im Westerwald stammen, dort komme ich ja auch her. Und da das Altenkirchen auf Rügen Partnerstadt von Altenkirchen im Westerwald ist, wollte mein Vater sich dort unbedingt vor dem Ortsschild fotografieren lassen. Das sind Aufnahmen, die ich am wenigsten mag aber natürlich haben wir hier auch ein Foto geschossen. Ich selbst habe dann gedrängt, dass wir uns wenigstens die Altenkirchener Kirche angesehen habe. Es ist die zweitälteste Backsteinkirche Rügens und ein schönes und für mich interessant aussehendes Gebäude. Der Pfarrer von Altenkirchen hat übrigens auch oft draußen gepredigt, damit die Fischer wegen der Fangfische aufpassen konnte. Wenn dann einer gebrüllt hatte, haben dann die Fischer den Pfarrer alleine gelassen, um den Fang auch vornehmen zu können.

Als wir dann bei Kap Arkona ankamen gab es erst einmal eine Enttäuschung und einen Familienkrach. Denn man darf auch bis zum Kap nicht hochfahren. Auch hier gibt es einen riesigen kostenpflichtigen Parkplatz. Und man fährt dann mit Bussen weiter. Allerdings hatten wir schon 18 Uhr weit überschritten und alles war leer. Ich selbst traute mich nicht, mit dem Auto in die verbotenen Gegenden zu Fahren (Das Fischerdöfchen Vitt und das Kap Arkona). Meine Mutter wollte das auch nicht, mein Vater schimpfte über die Abzocke, unterhielt sich kurz mit einem anderen westlichen Autofahrer, der auch unser Schicksal teilte. Dieser sagte, er fahre doch und mein Vater fuhr dann auch direkt zum Kap. In das schöne Fischerdörfchen, das unter Schutz steht, sind wir daher nicht gekommen. Am Kap haben wir übrigens auch diese Filmtruppe wieder getroffen, die auch schon auf den Wissower Klippen gedreht hatte. Hier fragte ich dann auch mal einen der Kameraleute, für wen sie drehen und zu meinem Erstaunen, war es für eine Serie. Eine Folge für Praxis Bülowbogen wurde hier gedreht. Wir spazierten noch in der Gegend um das Kap entlang und sahen uns auch die Statue der Gottheit der früheren Rüganer an. Hier blühten auch massenhaft Schlüsselblumen, was zusammen mit den vielen Aussichten und der interessanten Gegend für viele Fotos bei mir sorgte. Am Abend sind wir dann in ein Dorf in der Nähe des Kaps gefahren, haben dort wieder leckeren Fisch gegessen, diesmal gab es bei mir Matjeshering mit Apfel-Sahne-Sauce. Danach ging es zum Kap zurück. Dort standen wir relativ unauffällig neben den Autos des Filmteams. Mein Hamburger Kennzeichen war fast getarnt, denn einige der Filmwagen kamen auch aus Hamburg. Die Bedienung im Restaurant hatte uns gesagt, dass man normal ziemlich genau kontrollieren würde und wir hatten wahrscheinlich wegen des Filmteams Glück. Am Kap habe ich dann noch einen sehr schönen Sonnenuntergang gesehen und natürlich noch fotografiert. Sehenswert ist das Kap Arkona nicht nur wegen der guten Aussicht, sondern auch wegen der zwei Leuchttürme, die direkt nebeneinander stehen. Der ältere stammt noch von Schinkel, wird aber nicht mehr genutzt. Daneben steht dann ein modernerer Leuchtturm, den man wie den alten auch besichtigen kann. Allerdings ist Kap Arkona wie ausgestorben, wenn man nach 18 Uhr dort hinfährt. Alles Touristische hat dann geschlossen, und auch die Lokale sind nicht mehr geöffnet.


Nachdem wir dann am Donnerstag die Tour zur Insel Vilm hatten, haben wir uns den Freitag mal zum grillen gegönnt, wie ich das immer sage. Mein Vater war schon leicht motzig, denn er hätte sich wohl am liebsten 10 von 14 Tagen nur gebräunt, aber gleichzeitig wollte er auch nicht alleine da liegen, somit kam er dann doch auf alle Touren mit. In Sellin gibt es zwei Badestrände, wir selbst waren am Südstrand, da dort die gewschütztere Lage ist und auch Strandkörbe zu mieten waren. Ist leider auch nicht ganz billig, aber diese großen Strandkörbe sind super. Ich selbst war noch nie in einem Strandkorb. Am Tag kostete ein Strandkorb 6,0 Euro, ansonsten die Stunde 1 Euro, es ist also eine Rechensache. Am Abend hatte ich trotz Sonnencreme einen Sonnenbrand an den empfindlichen Stellen der Frau, sprich genau da wo das Bikini-Oberteil aufhörte. Auf Rügen gibt es übrigens auch sehr viele FKK-Strände, aber da es doch noch nicht so heiß war, waren die so gut wie tot.

Da Sellin direkt an Mönchsgut angrenzt, haben wir uns auch diese Halbinsel angesehen. Das Mönchsgut ist von Mönchen gegründet worden, die auch eine ganz andere Sprache dort entwickelt haben als im übrigen Rügen. Heute ist das Mönchsgut die einzige Rügener Region, in der sich noch das alte Brauchtum und die Trachten entwickelt haben. Natürlich gab es dort nicht nur Mönche, ich habe keinen einzigen gesehen. Aber man findet hier noch sehr schöne Naturlandschaften und viele der Rohrhäuser, fast alle waren sehr schön, man sah kaum Verfallenes. Auf Mönchsgut kann man mehrere Heimatmuseen einschließlich eines Schiffes besichtigen. Daneben gibt es noch viele Möglichkeiten zum Wandern. So waren wir anfangs am kleinen Zicker. Und später noch am großen Zicker und in Alt-Reddewitz. Alles sind einzige kleine Zeklüftelungen der Insel und sehen von anderen Punkten fast wie Inseln aus, aber alles ist mit dem Land verbunden. Sehr oft sieht man die seltene und geschütze Grasnelke und vom Lerchengesang wird man auch fast überwältigt. Hier gibt es Natur in Hülle und Fülle. Auch seltenere Vogelarten bekommt man hier noch zu Gesicht und Pflanzenfotografen wie ich haben hier auch genügend Motive. Dazwischen kann man über Aussichtspunkte immer wieder die zerklüftete Insel Rügen betrachten und gerade bei schönem Wetter muss man an sich halten, um nicht zu viel zu fotografieren. Der große und kleine Zicker wird durch die Zickerschen Berge, auch Rügener Alpen genannt, getrennt. Aber man darf sich unter Berg nicht zu viel vorstellen, oft haben diese \"Berge\" auf Rügen gerade mal 37 oder 67 Meter Höhe.

Rügen ist insgesamt sehr hügelig, das stellt man sich am Meer gar nicht so vor. Dadurch geht man bei Spaziergängen doch immer wieder hoch und runter und ist dann froh, wenn man nur einen 37 Meter hohen Hügel erwischt hat. Im Gegensatz zum Großen und Alten Zicker wirkt Reddewitz nicht wie eine gebogene Halbinsel sondern ist eine Landzunge ins Meer. Von Alt Reddwitz aus sind wir hier einen Wanderweg ca. 2,5 km lang bis zur Spitze und dem Aussichtspunkt Reddewitzer Höft gelaufen. Dort haben wir dann in einem näheren Gasthof gegessen und sind dann wieder zurück spaziert. Am großen Zicker haben wir an dem schönen Dörfchen Gage gehalten und sind von da aus einen Rundwanderweg auch mit schönen Aussichtspunkten gelaufen, der ging ca. 8 km die Zickerschen Berge entlang. Besonders schön waren übrigens die starken Kontraste durch den leuchtend gelben Raps, der hier in Mengen und ungewohnten Höhen wuchs. So habe ich vorher noch nie Raps gesehen, der mir über den Kopf wächst. Auf der Halbinsel Mönchsgut gab es da allerdings sehr viele solcher Riesenpflanzen. Zum Teil war der Raps so hoch, dass ich von normalen Weg aus das Meer gar nicht mehr sehen konnte.

Auf einer anderen Tour durch das Mönchsgut waren wir übrigens im ältesten Gasthaus Rügens. Das ist sehr empfehlenswert, aber man sollte sich Zeit mitnehmen, denn wie in vielen anderen Rügener Restaurants gibt es auch hier frisch zubereitetes. Getrunken habe ich übrigens das dort selbst gebrautes Bier. Mir hats ebenso geschmeckt wie der frische Fisch.

Empfehlenswert aber nicht ganz günstig sind die Schiffstouren die Kreideküste entlang. Man sollte morgens spätestens frühmittags so eine Tour mitmachen, damit man die Kreidefelsen auch noch im richtigen Licht weiß strahlend sieht. Unsere Schiffstour ging 13 Uhr los und endete so um 17.30 Uhr. Ach ja, etwas Seefest sollte man doch sein, denn am Kap sind die Windstärken und somit auch die Wellen doch etwas stärker und größer. Unser Schiff, die Cap Arkona, war das größte Schiff der Gesellschaft, aber es schockelte ganz schön. Mir hat es als Einziger von uns Dreien nichts ausgemacht. Aber mein Vater hat fast die ganze Tour nur gelegen und sah sehr schlecht aus und als am Nachmittag die Windstärke anhob, da ging es auch meiner Mutter nicht mehr so gut. Und das, obwohl sie auf der Fahrt nach Norwegen wohl heftigeres mitgemacht hatte. Aber sie sagte, bei den größeren Schiffen merkt man das nicht so. Ich habe bei der Schiffstour herrliche Aufnahmen von den Kreidefelsen und auch vom Kap machen können. Auf der Rücktour sah man übrigens alles im Gegenlicht. Das ergibt ein herrlich silbrig schimmerndes Meer aber leider keine weißen Kreidefelsen mehr.

Nach dieser Tagestour gönnten wir uns dann den zweiten Sonnenbadestrand- auch wieder am schönen Sandstrand von Sellin. Das Meer war mit ca. 14 Grad den meisten zu kalt zum Baden, nur ganz wenige Wagemutige habe ich gesehen. Und mir selbst war es nach kurzer Zeit auch mit dem Wasser bis zu den Knien zu kalt. Schöne Muscheln und auch Steine findet man übrigens auch am Südstrand.

Abends waren wir sehr oft an der Selliner Seebrücke, da man von dort eine herrliche Aussicht genießt. Ich habe hier viele Sonnenuntergänge gesehen und fotografier. Wenn man unten am Stand von der Seebrücke aus links geht, beginnt da auch der Rügener Steinstrand mit den vielen Feuersteinen. Bei der Seebrücke selbst und nach Rechts allerdings hat man den feinen Sandstrand, der wohl einer der Punkte dafür ist, dass Sellin so gut besucht wird.

Die Schwesterinsel von Rügen, die bekannte Insel Hidensee haben wir nicht besucht, obwohl meine Mutter und ich sehr gerne dahin wollten. Irgendwie war plötzlich die Zeit zu Ende und am letzten Tag war es Vormittags am Regnen. Schade, denn Hiddensee ist auch geschützt, man fährt mit der sogenannten weißen Flotte von Rügen aus dahin (mindestens 45 Minuten) und dann kann man die autofreie Insel zu Fuss, mit dem Rad oder mit der Pferdekutsche genießen.

Da das Wetter an dem Tag nicht so mitspielte, sind wir die 60 km nach Stralsund gefahren. Von Stralsund aus gelangt man über den Damm nach Rügen, es ist sozusagen der Eingang zur Insel. In Stralsund waren wir über die vielen verfallenen und ungepflegten Häuser geschockt, das hätten wir bei der zweitgrößten Hansestadt (der ehemaligen DDR) nicht erwartet. Unser Ziel war das Meeresmuseum- und Fischereimuseum. Dieser Besuch war sehr lohnenswert. Neben einem sehr großen Aquarium, in denen man auch große Haie herumschwimmen sieht, gab es noch vieles zum Thema Fischerei und auch viele lebensgroß nachgebildete Tiere der Ostsee.

Ohne dass ich jetzt zu genau auf alle Sehenswürdigkeiten von Sellin, Binz und Göhren eingegangen bin, habe ich hoffentlich einen guten Überblick über die Insel und unsere Touren gegeben. Anschließend möchte ich noch ein paar generelle Anmerkungen machen.

Auf den Wetterbericht kann man sich auf Rügen nicht verlassen, darüber beschweren sich auch die Rügener. Auf der Insel ist oft ein ganz anderes Wetter als auf dem Festland. Durch den Ostseewind fegen auch oft die Regenwolken nur so über einen hinweg. Es gibt mehr Sonnentage als auf dem Festland, das haben wir auch feststellen können. Aber die Temperatur ist nicht so hoch. Wir hatten höchstens 20 bis 22 Grad. Trotzdem kann man bei den Temperaturen auch schön mal sonnenbaden. Denn gerade diese Strandkörbe schützen noch vor dem Wind, der alles kühler erscheinen läßt.

Rügen hat eine Fläche von 926 Quadratkilometern und eine Küstenlänge von 574 km. Auf Rügen stand oft zu Lesen, dass Rügen Deutschlands größte und schönste Insel ist. Ich kenne nicht viele Inseln, aber ich fand Rügen einfach herrlich. Besonders Naturfreunde kommen hier noch gut zum Zuge. Rügen gehört zu Mecklenburg-Vorpommern und bildet mit Hiddensee zusammen einen eigenen Landkreis.

Viermal an unterschiedlichen Stellen habe ich übrigens Störche gesehen. Beim ersten Mal hatte ich Angst aus dem Auto zu steigen, um die bei uns ja so seltenen Vögel nicht zu verscheuchen. Aber die Tiere störten sich nicht an mir. Später sagte mir eine Einheimische, dass die Vögel auf Rügen häufig wären und auch Menschen gewohnt seien.

Zahlen kann man auf Rügen wie überall in Deutschland. Kreditkarten werden sogar häufiger noch angenommen als im Westerwald. Ansonsten nimmt man gerne EC-Karten oder eben wie überall Bargeld. Banken, Apotheken und Geschäfte gibt es genug. Lokale findet man in allen Preisklassen. Für Frischfisch zu Mittag haben wir zwischen 6,50 und 10,50 ausgegeben. Aber nach oben gibt es sowieso kaum Limite. Oft kann man sich auch an Buden andere billige Speisen oder auch Fisch kaufen. Für Seelachsfilet mit einem Brötchen habe ich beispielsweise am Oststrand von Sellin 2,50 gezahlt.

Das Wetter ist sehr unzuverlässig und beschert einem sehr rauhes und auch sehr mildes Klima, je nachdem welche Wetterphase man gerade erwischt. Wir hatten mit zwei halben Regentagen sehr viel Glück mit dem Wetter. Was uns erstaunte war die Aussage, dass es im August am wärmsten aber auch am Regenreichsten auf Rügen sei. Insgesamt scheint aber nirgends so viel die Sonne wie auf Rügen, denn durchschnittlich hat man hier im Jahr 1.800 Stunden Sonne. Baden kann man am besten von Juni bis September, denn da sind die Wasertemperaturen an der Ostsee bei 16 bis 22 Grad, in den Bodden sogar bei 26 Grad. Im Hochsommer können an Lufttemperaturen 36 Grad erreicht werden, im Normalfall sind es aber höchstens 30 Grad.

Mir selbst haben unsere Auto-Fuss-Touren sehr gut gefallen. Es gibt aber sehr viele Radfahrer auf Rügen, Fahrräder kann man in vielen Orten auch leihen. Es gibt neben dem Rasenden Roland auf Rügen noch eine andere Privatbahn, ansonsten sind auch die Badebähnchen sehr empfehlenswert, wenn man nur kurze Wegstrecken zurücklegen möchte. Schön fand ich, dass Sellin, Göhren, Binz und Baabe gegenseitig die Kurkarten der anderen Orte anerkennen. Wie es in anderen Gebieten auf Rügen ist, kann ich nicht sagen.

Ferienwohnungen und -häuser sind außer in den Ferienmonaten Juli und August laut den Einheimischen immer noch sehr gut zu bekommen. Nur zu den Hauptzeiten könne man wohl noch seine Privatcouch extra vermieten, so hoch ist da der Andrang. Der schönste Monat zum Fotografieren und Erkunden ist laut Aussagen der Monat Mai. Denn da sieht man die weißen Kreidefelsen noch optimal und die Lanschaft hat ihr eigenes Bild geprägt durch die vielen riesigen Rapsfelder. Und glaubt mir, ein gelbes Rapsfeld mit vielleicht einem grünen Baum vor blauem Meer und Himmel sieht wundervoll aus.

Auffällig sind auf Rügen neben vielen sehr schön und bestimmt teuer renovierten und restaurierten Gebäuden noch einige verfallene Gebäude, die wirken, als ob sie gleich zusammenfallen. Aber oft ist es sehr gute Bausubstanz und an der Änderung des Zustandes sind heute noch Besitzverhältnisse und Streitigkeiten schuld. Sobald das geklärt ist, geht es allerdings sehr schnell mit der Restauration. Denn mittlerweile gibt es kaum noch Fischfang. Dieser lohnt sich nur noch nebenbei und Haupteinnahmequelle ist der Tourismus.

Wer sich übrigens für Steingräber interessiert, dem wird Rügen auch gefallen. Denn wir haben sehr viele der Riesen bzw. Hünengräber gesehen. In einigen wurden nur zwei Induviduen gefunden, in anderen die Knochenreste von mindestens 40 Personen. Die Stellen sind sehr markant und auch meist gut ausgeschildert.

Noch etwas zu den Preisen. Hier heißt es vergleichen und das nicht nur in den zahlreichen Souvenirläden. So fand ich Bücher und Souvenire am teuersten in Binz, in Sellin und Baabe waren teilweise Bücher 5 oder 10 Euro billiger. Und auch in den Orten schwankte beim gleichen Buch der Preis noch um bestimmt 5 Euro. So fand ich beispielsweise ein Buch Insel der Adler (über Natur Rügens) sehr schön. Normalpreis in fast allen Läden war 35 Euro, nicht gerade billig. In Sellin konnte ich dann einen Händler herunterhandeln, da das einzige Exemplar schon geöffnet und der Schutzumschlag nicht mehr top war. Am vorletzten Tag in Stralsund habe ich dann das Buch im Souvenirladen des Meeresmuseums in Stralsund dann für 25 Euro gesehen. Auch Rügenkalender oder Bernstein schwanken sehr stark im Preis. Den günstigsten Bernstein gab es in Göhren, der Laden war wirklich toll. Geöffnet haben viele Geschäfte hier sogar Samstag bis spät nachmittags und auch Sonntags. Das gilt nicht nur für Souvenir-Läden sondern beispielsweise auch den großern Edekamarkt in Sellin am Seepark.

Ach, bevor ich meinen Bericht beende noch die allerletzte Tour während unserer Rückfahrt von Rügen. Da waren wir auf dem Jagdschloss Graniz, das mit einer Höhe von 107 Meter über dem Meer eine der höchsten Stellen ist. Man kann dort einen Aussichtsturm aufsuchen und über eine 147 Treppen lange Wendeltreppe ganz nach oben gelangen. Ich hasse ja solche offenen Wendeltreppen, aber da ich diese Aussicht sehen wollte, habe ich auch das über mich genommen. Man hat dort wirklich einen Blick über die Insel, der lohnenswert ist. Nicht umsonst gilt das Jagdschloss Graniz als eine der touristischen Attraktionen auf Rügen. Entweder gelangt man dort über einen gut 1 km weiten Fußweg hin oder man kann sich mit einer Bahn zum Schloss fahren lassen. Wir haben hier den schönen Fussweg durch den Wald gewählt.

Mir hat der Abschied von Rügen schwer gefallen. Ich habe jetzt schon so viel über die Insel geschrieben, aber der Wissende Leser verzeiht mir, wenn ich nicht alles genannt habe. Meine Eindrücke von den kilometerlangen Baumalleen und den blühenden Rapsfeldern, den vielen Wildpflanzen und Vögel, die schönen Rohrhäuser, das alles werde ich nie vergessen. 32 Filme a 36 Bilder habe ich dort fotografiert und ich möchte kaum eines der Bilder missen. Und eines weiß ich, Rügen werde ich auf alle Fälle wieder besuchen, so gut hat mir die Insel gefallen.

Die Fotos werde ich bei Hitwin nach und nach einstellen, wie immer dauert das Einscannen auch seine Zeit. Die ersten Bilder sind ja schon da. Wer neugierig geworden ist, kann sie sich gerne ansehen. Das soll keine Reklame sein, aber ich selbst liebe eben Fotos und wenn sie passend zu einem Beitrag sind, wirkt dieser noch lebendiger.




Ich möchte mich hier bei allen Lesern bedanken und besonders bei denen, die meinen Bericht bis zum Ende durchgelesen haben. Ich hoffe, ich konnte hier einen guten Einblick zur Insel Rügen geben. - Miara/Petra

40 Bewertungen, 15 Kommentare

  • April

    22.04.2004, 21:14 Uhr von April
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wow...superausführlicher Bericht! Rügen ist auch eine meiner absoluten Lieblingsinseln, sowas von abwechslungsreich und schön! LG April

  • retilein

    26.07.2002, 19:55 Uhr von retilein
    Bewertung: sehr hilfreich

    klasse bericht, wie immer

  • anonym

    19.06.2002, 11:47 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    ein sehr schöner und vor allem ausführlicher bericht!

  • traxdata

    12.06.2002, 12:14 Uhr von traxdata
    Bewertung: sehr hilfreich

    klasse bericht ...

  • luzi_42

    07.06.2002, 21:41 Uhr von luzi_42
    Bewertung: sehr hilfreich

    schön, dass Du auch hier bist ;-)

  • Kuschelwuschel

    07.06.2002, 19:29 Uhr von Kuschelwuschel
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hallo, bist Du auch endlich wieder hier ! ;)

  • Danczak

    07.06.2002, 15:11 Uhr von Danczak
    Bewertung: sehr hilfreich

    Na dann auf ein neues :-)) LG Thomas

  • zettikonfetti

    07.06.2002, 14:09 Uhr von zettikonfetti
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wenn ich ehrlich bin habe ich nicht den kompletten Bericht gelsen, sondern vielleicht die Hälfte, aber dich gehe davon aus, dass die andere Hälfte auch so viele eigene Erfahrungen beherbergt. Der zettikonfetti

  • Einz75

    07.06.2002, 14:08 Uhr von Einz75
    Bewertung: sehr hilfreich

    fast ein halbes Buch :o)

  • werwoelfin666

    07.06.2002, 14:07 Uhr von werwoelfin666
    Bewertung: sehr hilfreich

    Megastarker Beitrag! Ich war in meiner Kindheit sehr oft auf Rügen. Es ist wirklich wunderschön! Nur leider ist es mittlerweile teurer wie ein Griechenland-Urlaub und dort hab ich halt Sonnengarantie!

  • mima007

    07.06.2002, 13:51 Uhr von mima007
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hallo, Miara, ist ja ein Wahnsinnsbeitrag - aber erste Sahne:-) CU, mima

  • blokk

    07.06.2002, 13:41 Uhr von blokk
    Bewertung: sehr hilfreich

    Respekt vor dieser Fleißarbeit.

  • Peter16jh

    07.06.2002, 13:40 Uhr von Peter16jh
    Bewertung: sehr hilfreich

    HILFE! Rügen ist wunderschön! Du hast dir ja richtig Mühe gemacht!!!! Versuche demnächst bitte Überschriften im Text einzubauen, macht das lesen so laner texte etwas einfacher!

  • Pici16

    07.06.2002, 13:38 Uhr von Pici16
    Bewertung: sehr hilfreich

    wow - da hat sich ja jemand richtig viel Zeit genommen für den Bericht ;-))

  • kleineswoelkchen

    07.06.2002, 13:33 Uhr von kleineswoelkchen
    Bewertung: sehr hilfreich

    du hast Rügen sehr empfehlenswert beschrieben..ich bin auch immer sehr gerne dort