Irland Testbericht

ab 23,04
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

5 Sterne
(17)
4 Sterne
(3)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von pygmaleon

Mit dem Hausboot in Irland

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Viele von euch haben ja schon meinen Bericht über die Zozimus Experience in Dublin gelesen und für gut befunden. Daher möchte ich euch jetzt auch noch vom zweiten Teil unseres Irland Urlaubes erzählen.
Auch dieser war nämlich etwas ganz besonderes, nämlich eine Woche auf einem Hausboot durch die Erne Seenplatte in Nordirland cruisen.

Urlaub auf einem Hausboot kann man in fast jedem Land Europas (außer in Deutschland) ohne speziellen Bootsführerschein machen. Es reicht ein normaler Autoführerschein. Allerdings gibt es einen guten Grund, sich für Irland zu entscheiden:
Irland sieht die Bootstouren als großen Tourismussektor und hat daher sehr vernünftige Preise aufgestellt. Ein gutes 2 Personen Boot kostet in Irland pro Woche etwa 700 Euro, in fast allen anderen Ländern mindestens 1200 Euro.
In Irland gibt es 3 Flüsse, auf denen Hausboot fahren möglich ist.

1. den Shannon, er ist der längste Fluß und das beliebteste Ziel für Bootstouristen. Darin liegt auch der Nachteil, den in der Hauptsaison tummeln sich hier die Boote und stehen vor den zahlreichen Schleusen schlange.

2. Die Erne Seenplatte, über den Shannon- Erne Waterway kommt man vom Shannon in die Erne Seenplatte. Gleichzeitig überquert man die Grenze zwischen der Republik Irland und Nordirland, allerdings nicht merkbar und ohne Grenzkontrollen. Hier gibt es keine Schleusen und es herrscht wenig Bootsverkehr.

3. Den Canal Grande, ein uralter Kanal der Dublin mit dem Shannon verbindet mit über hundert Schleusen.

Wir haben uns 2001 für die Erne Seenplatte entschieden, weil wir nicht im Massentourismus untergehen wollten. Denn fahren darf man nur solange es hell ist, da die Boote keine über Beleuchtung verfügen und man für die zahlreichen Schiffssignale einen Bootsführerschein bräuchte. Das heißt, daß gegen Abend auf einmal jeder den nächsten Anlegeplatz ansteuert, denn anlegen darf man nur an ausgeschriebenen Docks. Gegen Abend beginnt also die Schlacht um die besten Plätze und wer da mithalten will, muß sein Boot schon gekonnt einparken können, sonst ist der Platz weg. Außerdem hatten wir keine Lust durch Schgleusen, die auch bestimmte Öffnungszeiten haben, eingeschränkt zu werden.
Auf den beiden Erne Seen gibt es genügend Docks, oftmals auch mit Einkaufsmöglichkeiten und Pub in der Nähe. Außer an manchen beliebten Stellen, findet man immer ohne großes Wettrennen einen Anlegeplatz. Aßerdem gibt es auch ganz kleine Docks an manchen der über 170 einsamen Inseln, an denen man mit Sicherheit völlig allein und ungestört ist.
Außerdem gibt es einiges zu sehen. Alte verfallende Klöster auf Devenish Island, White Islands oder Inishmacsaint, Burgen und alte Ordenshäuser und über 1500 Jahre alte Friedhöfe. Und ansonsten schöne, durchweg grüne Landschaften, wildweidene Rinder und Schafe, Schwanfamilien und Vögel. Für Angler sei noch gesagt, daß der Erne zu den fischreichsten Gewässern Europas gehört.

Und so lief der Urlaub ab:

Buchung:
Es ist schwierig, ein Reisebüro zu finden, das sich mit diesen Touren wirklich auskennt. Alle hatten die passenden Kataloge, aber von 5 Reisebüros war nur eins fähig richtig Auskunft zu geben. Ich hatte nämlich folgennden Problem. Bei fast allen Charter Firmen gab es ein Mindestalter für das Mieten eines Hausbootes von 21 Jahren, ich war allerdings erst 20. Bei dem Reeder Carrick Craft, stand diese Bedingung nicht explizit im Katalog. Alle anderen Reisebüros sagten, die Bedingung gelte trotzdem und riefen Informationsbüros an, die dies bestätigten. Nur das Reisebüro Thomas bei mir in Bergisch Gladbach glaubte nicht daran und fragte bei dem Reeder persönlich an. Und dieser bestätigte, daß es bei ihnen ab 18 Jahren möglich sei, ein Boot zu mieten und zu steuern. Dies sei also ein kleiner Tipp an alle nicht 21 jährigen, die einen wirklichen Abendteuer Urlaub in den Schulferien erleben wollen, mit Freundin oder Clique. Es ist möglich. Geht zu Carrick Craft.

Flug:
Wir, meine Freundin und ich, sind damal mit der Irischen Nationalfluggesellschaft Air Lingus geflogen zum Preis von 400 DM bis Dublin. Dort hatten wir einige Tage Aufenthalt und dann einen Transfer (80 DM) per Bus nach Knockninny zu den Booten. Heute ist dies billiger, denn Billigflieger wie Ryanair bieten Flüge für weniger als 20 Euro direkt zu den Liegehäfen an.

Übernahme des Bootes:
In Knockninny angekommen, werden Formalitäten geregelt und eine Kaution hinterlegt mit der die Spritkosten hinterher verrechnet werden. Dann kriegt man eine theoretische Einführung über die Regeln und die Bedeutung der Schilder. Außerdem bekommt man ein Captain’s Handbook, wo all dies noch mal drin steht, da man den irischen Skipper ehe nicht verstanden hat. Dann geht man mit dem Skipper zu seinem Boot. Es folgt die praktische Einführung. Man fährt ein paar Runden mit dem Skipper und er zeigt im alles, was man beherrschen muß. Auch die Knoten und das Anlegen, was das schwierigste am ganzen ist. Die Boote sind übrigens auf 30 Knoten gedrosselt.
Wer will kann direkt am ersten Tag schon losfahren, wer unsicher ist übt noch ein wenig in der Marina.

Wir sind direkt losgefahren, denn so lernt man das Boot am besten kennen. Die ersten Anlegemanöver waren sehr lustig, denn sie endeten mehr auf als am Steg. Ich bin in solchen Dingen auch eher ungeschickt, so daß auch die weiteren Tage recht turbulent auf die Stege zuging. Aber außer Kerben im Holzsteg, kann eigentlich nichts passieren.
Ja, und dann cruisten wir so herum, haben uns Klöster u.a. angekuckt, waren im viel zu kalten Wasser schwimmen, haben unser kleines Beiboot aus versehen beinahe absaufen lassen, sind an einem Tag beinahe den 5 Meter Wellen zum Opfer gefallen (Gott war uns schlecht), haben abends in urigen Pubs Guinnes geschlürft, mussten uns vor einer Schwanenfamilie im Boot verbarrikadieren und und und....
Kurzum ein sehr lustiger Urlaub.

Zum Boot ist noch zu sagen, daß es sie in fast allen Größen gibt von 2 Mann bis 8 Mann. Sie sehen sehr modern und schnell aus, sind aber gedrosselt. Dusche, Toilette, Küche und Geschirr sind vorhanden. Unser Boot hieß Carlow und ist wie gesagt von Carrick Craft. Für 2 Personen war dieses Boot fast luxuriös und der Steuerstand ist überdacht, was bei dem irischen Wetter gold wert ist.

Ich könnte noch bestimmt 10 Seiten mehr schreiben, aber dies sollte eigentlich kein Reisebericht sondern vielmehr ein Tipp sein. Wenn ihr jetzt auf den Geschmack gekommen seid, informiert euch im nächsten Reisebüro oder schreibt mir eine e-mail.

Ansonsten Ahoi und viel Spaß beim Skippern.

Pygmaleon

24 Bewertungen