Irland Testbericht



ab 23,04 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Erfahrungsbericht von apfeltee
Die schönste Zeit des Jahres.....oder doch des Lebens ?
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
IRLAND. Nicht zum ersten Mal bereiste ich dieses wunderschöne Land von Mai bis Juni diesen Jahres. Bereits vor 4 Jahren zog es meinen Mann und mich auf diese grüne und zum Glück vom Massentourismus verschonte Insel. Damals waren wir mit dem Mietwagen rund um Irland gefahren – mit Ausnahme von Nordirland-. Wir hatten uns damals dafür 3 Wochen Zeit genommen, die eigentlich ganz gut passten.
Für dieses Jahr hatten wir uns ebenfalls 3 Wochen reserviert, allerdings wollten wir nicht ganz Irland besuchen, sondern lediglich den nördlichen Teil der Westküste, Irlands Norden sowie Nordirland.
Wie man bereits jetzt erkennt, hat es uns der Norden angetan. Vor 4 Jahren haben wir festgestellt, dass uns der weniger touristische Norden landschaftlich besser gefällt, als der mit Reisebussen befahrene Süden. Darum haben wir unseren Schwerpunkt entsprechend gelegt.
Zu den einzelnen Landschaften werde ich bei den entsprechenden Abschnitten meines Berichtes natürlich mehr schreiben.
Jetzt will ich euch erst mal zeigen, was euch erwartet und dann geht´s auch schon los. Bitte Rückenlehnen zurückklappen, die Chipstüte öffnen und die Cola griffbereit halten !
INHALT
1. Art des Urlaubs
2. Reisezeit
3. Unterkünfte
4. Verpflegung
5. Der Osten
6. Nordirland
7. Der Norden: Donegal
8. Der Westen Connemara, Sligo, Maya, The Burren
1. Art des Urlaubs
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Eines vorweg: Mein Mann und ich sind in Sachen Unterkunft nicht extrem anspruchsvoll und doch ziehen wir ein warmes sauberes Zimmer einem kalten feuchten Zelt auf jeden Fall vor. Auch wenn Irlands Natur vielleicht gerade zum Zelten herausfordert, so bevorzugen wir dennoch ein festes Dach über dem Kopf.
Dabei ist festzustellen, dass das Thema „Zelt“ schon mal ausscheidet.
Jetzt gibt es ja noch andere Möglichkeiten ein Land zu erkunden.
Z.B. mit dem Reisebus innerhalb eines Pauschalangebots. Nein Danke, erstens kommen Reisebusse nicht dorthin, wo die Landschaft am schönsten sind, zweitens ist das Flair einer zusammengewürfelten Reisegruppe nicht gerade das beste, drittens fährt man nur ausgesuchte Hotels o.ä. an, die keinen Kontakt zur Bevölkerung zulassen, viertens ist es ohnehin ziemlich teuer, fünftens, sechstens..............
Mit dem Fahrrad: Klar, das geht auch, doch wir beide sind eher Wanderer, die ein wenig im Land rumkommen wollen und dann möglichst einfach bestimmte Wandertouren ansteuern wollen.
Zu Fuß: Richtig gelesen, wir wandern zwar gerne, aber wir wollen auch etwas flexibel sein. Zu Fuß kommt man zwar überall hin, aber der Rucksack für 3 Wochen auf dem Rücken, ein eingeschränkter Bereich, denn man zu Fuß erreichen kann....nein nein, wir haben dann doch lieber diese Methode gewählt:
Anreise per Flugzeug und Mietwagen vor Ort.
Die Anreise ist sicherlich etwas teuer, aber dafür geht es schnell und bequem. Mit dem Mietwagen ist man ungebunden, kann weiterfahren, wenn irgendetwas einem nicht passt und das Gepäck wird bequem transportiert.
Klar, so ganz preisgünstig ist das nicht, sicher, aber dafür ist es unserer Meinung nach die beste Möglichkeit Irland zu besuchen.
Flug und Mietwagen hatten wir vorgebucht, Unterkünfte jedoch nicht. Aus Erfahrung wussten wir, dass es keinerlei Problem darstellt, in Irland eine Unterkunft für eine oder mehrere Nächte zu finden. Vgl.hierzu den Abschnitt „Unterkünfte“.
2. Reisezeit
°°°°°°°°°°°°°°
Vor 4 Jahren wir im Juli / August in Irland. Hochsommer, man sollte meinen, dass dann die beste Chance gegeben ist, Irland mit möglichst wenig Regen zu erleben.
Na ja, sagen wir mal, wir hatten damals 50:50 Sonnenschein und Regen. Für dieses Jahr hatten wir uns mal die existierenden Klimatabellen etwas näher angeguckt. Und was mussten wir feststellen ? Am wenigsten Regen fällt im Mai und Juni. Es sind zwar nicht die wärmsten Monate aber die trockensten. Also hatten wir uns diesen Zeitraum ausgesucht.
Und was war ? Die ersten Tage war fast nur schlechtes Wetter und kaum Sonnenschein oder gute Sicht. Aber mit Regenjacken und entsprechendem Schuhwerk ist das alles machbar. Später wurde das Wetter besser, blauer Himmel und Sonnenschein verpassten uns sogar so manche Hautrötungen *g*. Wie für Irland bekannt, war das Wetter aber sehr wechselhaft, die Regenkleidung sollte man nie weit weglegen. Verlässliche Vorhersagen / Klimatabellen existieren tatsächlich nicht, alles ist Glück oder Pech. Lt. den Einheimischen hatten wir allerdings Pech, so viel Regen hätte es seit Jahren nicht mehr gegeben. Mai u.Juni seien meist ziemlich trocken. Tja, kann man nicht ändern, aber ich muss sagen: Auch ein wolkiger Irland-Himmel hat durchaus seinen Reiz. Blaues Meer und grüne Wiesen.....das kann schon ein schönes Bild abgeben.
3. Unterkünfte
°°°°°°°°°°°°°°°
Je nach Lust und Laune stehen dem Touristen Hotels, Guesthouses, Inns, B&Bs und Hostels zur Verfügung. Zelten und Campen ist natürlich ebenfalls möglich. Wir bevorzugen preisgünstige Unterkünfte ohne Verzicht auf eine gewisse Privatsphäre. Auch soll ein gewisser Kontakt mit den Einheimischen entstehen. Wir Wollen Land UND Leute kennenlernen. Hotels sind für sowas eher ungeeignet und zu teuer, Inns und Guesthouses, naja, schon besser, aber immer noch teuer. Campen und Zelten sind nicht so ganz unser Ding und Hostels...naja, billig ja, aber man will auch sein eigenes Zimmer haben und keinen Mannschaftssaal.
Also bleiben die B&Bs übrig. Bed and Breakfast bedeuten die beiden Bs übrigens. Zu vergleichen mit den hier bekannten „Zimmer Frei“ Häusern. Aber eigentlich auch wieder nicht. In Irland, und Großbritannien ist es üblich und ganz normal, dass die Gäste meist nur eine Nacht bleiben. In Deutschland wird man etwas schief angeguckt und der Preis steigt in die Höhe. Klar, täglich die Bettwäsche zu wechseln macht natürlich mehr Arbeit.
Aber wie gesagt, in Irland ist sowas üblich und längere Aufenthalte eher außergewöhnlich.
Die betreffenden Häuser haben meist im Vorgarten oder am Straßenrand ein Schild mit „B&B“ stehen. Oft geht auch noch die Ausstattung der Zimmer daraus hervor: TV, En suite (eigenes Bad), Tea facilities (Alles was man für einen gepflegten Tee benötigt), Car Park . Das sind so die gängigsten Angaben.
Dann heißt es hingehen, anklopfen bzw. schellen und den eingeübten Satz loswerden: Hi, we´re looking for a doubleroom. Wenn was frei ist, wird man reingebeten, der Preis wird genannt und das Zimmer gezeigt. In 98% aller Fälle hat uns das gezeigte gefallen. Dann wird zugesagt oder man kann natürlich -wenn man meint es wäre ein wenig zu teuer- auch versuchen zu handeln. Aber Vorsicht: Das ist offenbar unüblich und stößt oft auch Verwunderung. Trotzdem: In einsamen Gegenden, wo man versuchte ein paar € mehr zu verdienen fragten wir einfach, ob man nicht noch ein billigeres Zimmer hätte. Das setzt ein Signal, alles weitere ist dann abzuwarten. Und wenn es einem immer noch zu teuer ist oder nicht gefällt...keine Scheu ! Man muss es nicht begründen, einfach sagen, dass man dann noch weitersucht und schon geht´s in Ordnung.
Kurzer Tipp: Auch im Mai / Juni kanns kalt werden. Man sollte fragen, ob abends die Heizung angemacht wird, das ist viel wert !
Die Preise reichten bei unserem letzten urlaub von 21 – 36 € pro Person pro Nacht. Nicht ganz billig, richtig, aber wer hat behauptet, dass Irland ein billiges Reiseland ist ? ICH NICHT! *g*
Die o.g. Zahlen sind die beiden Extremwerte. Das Mittelmaß lag bei 23-26 €. Eingeschlossen ist stets ein gutes und reichhaltiges Frühstück: Hier ein paar Sachen, die man angeboten bekommt (wenn man will, kann man natürlich auch das ganze Programm futtern :-) ): Corn flakes, Porridge (Grießbrei , mit viel Zucker ganz lecker), Beans on toast (weiße Bohnen meist in Tomatensoße auf einem Toast), Eier in jeglicher Variante, Bacon (knuspriger Schinkenspeck, teilweise aber auch ganz magerer Schinken), gebratene Champignons und Tomaten, Toast mit Marmeladen oder Honig, Graubrot und dunkles Brot. Kaffee oder Tee und ein Glas O-Saft gehören auch dazu.
Das reicht erst mal für eine ganze Weile.
Alles in allem kann ich wegen der netten Menschen, der wirklich nett eingerichteten Zimmer und des üppigen Frühstücks die B&Bs nur empfehlen. Man findet sie immer und überall. Man sollte aus Deutschland nichts vorbuchen, das setzt einen nur unter Druck, dass man abends dann auch dort sein muss. Keine Bange, vor Ort wird man meist ohne Probleme fündig.
4. Verpflegung
°°°°°°°°°°°°°°°°°
Gut, das Frühstück wäre also eingenommen, an der reihe wäre also das Mittagessen. Doch halt: wer kriegt zur Mittagszeit schon Hunger, wenn man ein ordentliches Frühstück hatte ? Uns hatte jedenfalls eine Packung Kekse oder ein Yoghurt o.ä. gereicht. Kleine Geschäfte findet man auch in den meisten Orten, Supermärkte nur in größeren. Dann heißt es Vorrat anlegen, denn Sachen wie Cola oder Chips oder Schoki sind in kleinen Läden ebenso wie in Deutschland meist teurer.
Das Abendessen. Tja, Restaurant sind selten und teuer. Klar, die Fischspezialitäten sind frisch und schmecken prima, aber alles hat seinen Preis. Oft gibt es Take away Läden, da kriegt man ähnliches wie bei McDonalds. Wer es gemütlicher mag, kann sind in Pubs das sog. Bar food einverleiben. Darunter versteht man sowas wie Suppen, Fish & Chips, Lasagne, Sandwiches oder ganz selten auch Irish stew.
Die Preise sind human und die Atmosphäre geht in Ordnung: Besser als auf der Straße, lauter als im Restaurant aber gemütlich neben Guinness und dem Torffeuer im Kamin.
5. Der Osten
°°°°°°°°°°°°°
Da wir mit Aer Lingus geflogen sind, bot sich Dublin als Ankunftsort an. Dublin hat Einwohner, jawohl, fragt sich nur wie viele ! Hat man mehrere Reiseführer dabei hat man auch mehrere Angaben: Die Zahlen reichen von 700.000 – 1.500.000 Einwohnern. Das Problem ist scheinbar, ob man die Vororte mitzählt oder nicht. Oder wie auch immer. :-)
Dublin ist bekannterweise Irlands Hauptstadt. Wir haben die Stadt nun 2mal besucht und können sagen: Schön, aber nicht so schön, um dort Tage zu verbringen. Nein, wir fuhren nach Irland um die großartige Landschaft zu erleben, nicht um im Touristenstrom und Autolärm zu versumpfen.
Dublin ist nämlich nicht gerade ruhig, eher im gegensteil: Viele Autos, Staus, jede Menge Touris....naja, das muss einfach nicht unbedingt sein. Aber angucken lohnt sich trotzdem mal, so für ein paar Stunden die Sehenswürdigkeiten abklappern, das geht in Ordnung. Insbesondere ist das Trinity College zu empfehlen. Schöne Architektur gepaart mit einer wunderschönen Bibliothek mit vielen vielen vielen alten Büchern. Und dem angeblich berühmten schönsten Buch der Welt: The book of celts ! Schon davon gehört ? Nö ? Macht nichts, vor Ort erfährt man genug darüber *g*. Es ist halt ein altes Buch, bunt bemalt und geschrieben..ja, sicher, schon schön, aber das schönste Buch der Welt ? Übrigens: das Buch liegt in einem Glaskasten. Jeden Monat wird eine neue Seite aufgeschlagen. Wer also Interesse hat, sollte seine Reise entsprechend planen.
Dublin hat aber noch anderes zu bieten: Eine schöne Altstadt (Temple Bar) und viele schöne Kirchen und Parks. Und viele Andenkengeschäfte. Und die Guinness Brauerei. Ganz wichtig ! Der dunkle Lebenssaft wird in Dublin gebraut.
Ok, verlassen wir Dublin und begeben uns Richtung Norden.
Keine Bange, ich werde jetzt nicht über jedes kleine Örtchen schreiben, auch nicht über jeden kleinen Steinhaufen...vielmehr werde ich die Landschaft schildern und den Grad der Sehenswürdigkeit versuchen zu erläutern, sofern das überhaupt gelingen kann.
Die Straße von Dublin an der Küste entlang Richtung Norden..naja.....ehrlich gesagt: was Besonderes ist sie nicht: Vielbefahren, kaum bunte Häuser, rasende LKW.......naja, Landschaftlich auch nicht sonderlich beeindruckend: Wiesen und Kühe, klar, aber das hat man hier in Deutschland auch. Totale Einsamkeit ? Fehlanzeige, schnell weiter, das lohnt sich hier nicht.
In Drogheda allerdings sollte man Ausschau halten nach der Straße Richtung NEWGRANGE. Newgrange ist eine alte Kultstätte, ein auf einem Hügel errichteter Steinring mit Dach sozusagen. Nachdem man bezahlt hat, wird ein Führer den Touri ins Innere dieses Hügel geleiten. Dort wird ein Lichtspiel besonderer Art gezeigt. Nein, nichts kitschiges, viel mehr wird verdeutlich, das sich die Iren von 2500-3000 Jahren bereits mit der Sommersonnenwende auskannten. Beeindruckend. Empfehlenswert !!!!
Und weiter geht´s.......
Gänzlich ohne Schilder fährt man erste mal an den Hochkreuzen von Monasterboice vorbei. Braune Sehenswürdigkeitsschilder ohne nähere Angaben verwirren zeitweise, aber mit etwas Geduld wird man bzw. frau fündig.
Ein alter Friedhof mit hohem Rundturm, das findet man in Monasterboice. Für den erstmaligen Irland-Besucher sind die Rundtürme was besonderes, allerdings tauchen die öfter in der Landschaft auf, als man zunächst meint. Was mir auf diesem Friedhof besonders gefallen hat: Die sogenannten Hochkreuze. 2-3 Meter hohe Steinkreuze, an denen biblische Geschichten eingemeißelt sind. Toll, die Kreuze sind sehr beeindruckend, insbesondere eben die Größe und das Wissen, dass die Kreuze schon seit hunderten von Jahren dort stehen.... .
Noch ein Stückchen weiter –landschaftlich ist es immer noch nicht spektakulär- und man ist in........richtig Nordirland.
6. Nordirland
°°°°°°°°°°°°°°
Nordirlands Küste ist schön. Allerdings für meinen Geschmack nicht so schön wie die Westküste. Es fehlt irgendwie das Rauhe und das Einsame. Trotzdem möchte ich hier auf ein paar Sehenswürdigkeiten eingehen:
Mourne Monutains:
Ein paar nette Berge direkt an der Küste. Sattes Grün, kleine Häuschen, allerdings auch eine schnelle Straße, denn die Gegend wird am Wochenende von nationalen Kurzurlaubern ziemlich bevölkert. Aber trotzdem: Schön anzuschauen und gut zu bewandern: Gute Wanderwege !
Allerdings wie gesagt am Wochenende sehr besucht. Einsamkeit und freie Auswahl an B&Bs sucht man dann vergebens.......
Belfast:
Tja, als Industriestadt verschrien, als Kriegsmetropole noch dazu. Sollte man da tatsächlich hin ? Eigentlich hatten wir es nicht vor, denn es fanden in der Vergangenheit auch Anschläge in der Innenstadt statt und gerade die wollten wir besuchen. Naja, nicht nur die, sondern eigentlich gerade auch die Viertel, in denen es heiß her geht. Diese Viertel sind von Wandmalereien geprägt, die wirklich schön anzuschauen sein sollen. Also haben wir mal im Reiseführer nachgelesen....hm hm hm, in die Straßenschlachtviertel sollte man nicht rein, schon gar nicht mit dem eigenen Auto. Und per Taxi.......naja, man muss sich schon das konfessionsgerechte Taxi rausssuchen. Ehrlich gesagt: Das ging uns zu weit. Durch diesen Aufwand den ärger auch noch irgendwie zu unterstützen in dem man sich anpasst.......nein, das wollten wir nicht, das widerstrebte uns. Also ging es nur in die Innenstadt. Und was soll ich sagen ? Schön, sehr schön. Gepflasterte Einkaufszone mit gepflegten Geschäften. Man sieht natürlich auch anderes, aber das ist überall so. Das Gefühl vor Ort ist etwas merkwürdig, aber beim bummeln vergisst man das schnell. Also, mein Tipp: Reinschauen sollte man ja schon mal, ob man den Besuch vertiefen will......naja, das bleibt jedem selbst überlassen. Übrigens: Lt. Nachrichten gab es am nächsten Tag wieder mal „Troubles“....
Empfehlen möchte ich noch „Glenariff Forest Park“ und „Tullymore Forest Park“.
Im erstgenannten gibt es verschiedene Wanderwege, meist recht kurze, aber auch 3stündige sind dabei. Für den Einstieg ist das ganz gut, obwohl die Wege angelegt sind, sind zumindest unter der Woche nicht zu viele Besucher vorhanden.
Man bekommt schöne Ausblicke über die Glens of Antrim, man sieht schöne Täler, bunte Pflanzen und allerhand Getier.
Nett.
Der Tullymore Forest Park ist schon besuchter. Die Wanderwege sind zum Teil gekiest , anfangs sogar geteert. Zu empfehlen ist der weiteste Weg, ca. 4-5 Stunden. Man bekommt erste Eindrücke, aber ehrlich gesagt: Die Rauhheit und Einsamkeit und damit wahre Schönheit kriegt man hier nicht zu sehen oder zu spüren.
Trotzdem ist´s mal einen Abstecher wert.
Ja, kommen wir zu meinem persönlichen Höhepunkt Nordirlands:
Dem Giant´s Causeway.
Von Klippen umgeben scheint dem Meer eine Fläche mit glatt geschliffenen Säulen zu entwachsen. Verschieden hohe 6eckige Basaltsäulen, ragen aus dem Ufer ! Glatt geschliffen machen sie den Eindruck, als ob da irgendwann mal jemand was in den Boden gerammt haben muss. Lt. irischer Sage war´s es auch so: Irgendein Riese hat die Säulen sozusagen als Trittbrett ins Meer gelegt. Naja, Geologen sagen da was anderes zu. Vermutlich (!) handelt es sich um erkaltete Lavamasse. Aber genau weiß das offenbar niemand. Falls ihr euch nichts darunter vorstellen könnt: Schaut mal ins Internet unter dem Begriff nach, Bilder finden sich zu Hauf.
Mein Tipp: Unbedingt hin. Früh morgens, wenn die Sonne gerade aufgegangen ist und noch keine Busse angekommen sind. Anschließend kann man über einen recht steilen Weg die Klippen erklimmen und oben einen Weg langmarschieren. Schön. Sehr schön. Sollte man sich nicht entgehen lassen....
7. Der Norden: Donegal
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Für mich der schönste Teil von Irland. Rauhe Küste mit steilen Klippen, aber auch wunderschönen einsamen Sandstränden. Feinster Sand wie in der Karibik, selbst das Meer leuchtet bei gutem Wetter hellblau. Torflandschaften zieren die sanft geschwungenen Hügel und Bergchen. Schafe und immer wieder Schafe.......kleine Straßen, kaum Touristen, richtig urige Einheimische. Touristen sind aber trotzdem überall gerne gesehen. B&Bs gibt es seltener, aber dafür gibt es auch wesentlich weniger Tourismus. Unterkünfte sind daher auch kein Problem. Trotz geringster Bevölkerungsdichte findet man aber irgendwie immer einen Pub, in dem man mit Einheimischen ein gutes Guinness trinken kann. Bei der Gelegenheit: Iren sind sehr musikalisch. Es gibt genügend Pop Stars aus Irland. Man denke nur an Enya, Chris de Burgh und U2. Ein Tipp: Unbedingt solche Musik für´s Auto mitnehmen, es passt super in die Umgebung.
Musikalisch...ja, wo war ich stehen geblieben. Genau, ja, in Pubs fangen oft von einer Sekunde auf die andere Leute an zu singen. Irish Folk live von einheimischen Laien. Irgendwie ist das schon ein nettes Völkchen.
Zurück nach Donegal:
Dieser nördlichste Landzipfel liegt wirklich etwas abseits, aber ein Abstecher lohnt sich garantiert, wenn man Ruhe, nette Menschen und rauhe Landschaft mag. Und Einsamkeit !
Kurzes Fazit: Donegal ist super !
8. Mayo / Sligo
°°°°°°°°°°°°°°°°
Nord-westlich gelegen gehen diese beiden Grafschaften ineinander über. Es ist nicht mehr so einsam wie in Donegal, obwohl...streckenweise fährt man wirklich zig Kilometer, ohne irgendeiner menschlichen Seele zu begegnen. Das liegt dran, dass teilweise nur Torflandschaft vorhanden ist. So einfach lässt sich darauf wohl kein Häuschen o.ä. bauen. Verständlich. Die Natur ist hier nicht ganz so rauh, dafür grüner. Der Tourismus nimmt langsam zu, ja, es gibt so ein Städtchen mit „Bad“ Charakter. Offenbar gibt es dort bestimmtes Schwefel-vorkommen. Entsprechend hoch sind dann dort auch die Unterkunftspreis. Aber nicht mit mir / uns: 5 Miles weiter haben wir ein schönes Farmhouse gefunden mit niedrigem Preis und super netter Versorgung. Vergleichen und evt. weiterfahren lohnt sich also. Mayo und Sligo sind schön. Das Land wird flacher und die Strände nehmen zu.
In Küstennähe sind auch einige Bauern ansässig, scheinbar ist der Boden dort besser. Steiniger wohl, aber ohne Torf.
Man fand in Mayo und Sligo jede Menge Überbleibsel aus vergangenen Zeiten: Steinringe, Steinforts, Hünengräber, Dolmen, Rundtürme, Hochkreuze etc. Es gibt also auch viel historisches zu sehen. Auch haben in dieser Gegend früher viele Schriftsteller gewohnt. Oft sind Häuser und Geburts-/Todesstätten an der Straße ausgeschildert.
Die Westküste ist bekannt für super schöne Sonnenuntergänge. Und es stimmt: Als wir eines abends an einem von Kühen (!!) belagerten Strand ein wenig spazieren gingen, erlebten wir zufällig einen wunderschönen roten Sonnenuntergang. Toll.
Also: Ebenfalls empfehlenswert.
10. Connemara
°°°°°°°°°°°°°°°°
Und es geht weiter Richtung Süden. Connemara ist als eine sehr dünn besiedelte Gegend bekannt. Viele Steine im Erdreich erschweren den Hausbau und die landwirtschaftliche Bebauung. Das Landesinnere wird durch Berge von der Küste getrennt. Diese Berge können sehr schön bewandert werden, es gibt zahlreiche Wege. Wer es etwas flacher liebt, sollte sich den Abschnitt zwischen Bergen und Meer genauer angucken: Hier stehen Steinmauern, erbaut aus Steinen, die Bauern vor Urzeiten dem Erdboden entrissen und anschließend zu Mauern verarbeitet haben. Zu Mauern ? Warum ? Einfach: Wegen des Windschutzes ! Als der Boden um die Steine erleichtert war, konnte man Ackerwirtschaft betreiben. Nun ja, und da kommt ein Windschutz ja gerade recht.... .
B&Bs sind wieder etwas knapper, aber auch der Tourismus ist gering.
Die Küste besitzt viele kleine Inseln, die man durch Brücken erreichen kann. Grauer Stein bzw. Fels, grüne Wiesen, weiße Schafe, vielleicht auch mal blauer Himmel.....ein toller Anblick !
Kleine Fischerboote liegen bei Ebbe auf dem flachen Grund, kleine Cafés gibt es selten, doch wenn man eines sieht, lohnt sich ein Besuch. Eine Erfrischung (ob kalt oder heiß) sollte man sich ruhig mal gönnen. Vielleicht auch ein Stück Kuchen......? *g*.
Der Blick über Connemara ist von grauem Fels geprägt. Die Straßen sind klein und eng, die Häuser stehen weit auseinander. Auch hier kann man übrigens tolle Sonnenuntergänge sehen. Und im Rücken hat man bei gutem Wetter Berge, die zur Erklimmung geradezu auffordern. Nur Mut, so schwer ist das gar nicht. Naja, manche Wege doch.
Auch diese Landschaft gehört zu meinen Favoriten: Sollte ich ein drittes Mal nach Irland kommen, werde ich hierher garantiert wieder kommen.
11. The Burren
°°°°°°°°°°°°°°°°
The Burren ! Was ist denn darunter zu verstehen ? Nun, auch hierbei handelt es sich um eine Landschaft, die wegen ihrer natürlichen Schönheit und ihrer Besonderheiten zu den absoluten Highlights Irlands zählt.
Bei meinem ersten Irland-Urlaub war hier nicht so dolles Wetter, so dass ich eher enttäuscht war. Dieses Jahr hatte ich Glück: Strahlend blauer Himmel und weiße Wölkchen !
Und nun sah ich auch, was The Burren ausmacht: Wieder einmal grauer Granit. Riesige Steinplatten im Erdreich glitzern schon von weitem in der Sonne. Granitplatten, die durch wanderndes Eis in der Eiszeit geschliffen und geformt wurden. Hier mal glatt, dort entstanden Spalten. Und in solchen Spalten haben sich Pflanzensamen erhalten. Pflanzensamen von Pflanzen, die normalerweise nur im Polarkreis zu finden sind. Herangetragen durch das wandernde Eis und überlebt bis in die heutige zeit. Der Wanderer und Besucher sollte darüber nachdenken, bevor er wild das Grünzeug einfach platt tritt.
Bei blauem Himmel sieht man die glänzenden Kirchen bereits von weitem: Aus grauem Granit wurden sie seinerzeit gebaut, haben die Jahrhunderte mehr oder weniger gut überstanden und dienen heute als exzellentes Fotomotiv.
Und überhaupt bietet dieser Granitboden bei gutem Wetter strahlende Aussichten.
In diesem Landstrich findet man auch einen der bekanntesten Dolmen, man sollte allerdings früh morgens hin, bevor die Touri-Busse kommen. Ich habe so den Eindruck, dass dies der nördliche Wendepunkt für Touri-Bustouren ist.
Ganz in der Nähe sind auch Höhlen zu bewundern. Ein Abstecher lohnt sich, zumal die Preise recht human sind. Aber auch hier sind Touristenbusse zu erwarten.
Wenn man schon mal hier und den ersten Kontakt zu Pauschaltouris gefunden hat, dann kann man sich auch gänzlich in den Touristenstrom stürzen:
Und zwar bei den Cliffs of Moher ! Hohe Klippen erwarten den Schaulustigen. Ein schöner Wanderweg geht die ganzen Klippen entlang. Sehr schön und ohne Nebel siehts einfach toll aus. ABER: Touris ohne Ende. Einen wahren Kulturschock erlebt derjenige, der vorher im einsamen Norden war. Langsam steigen dann auch die Preise, übrigens merkt man das bereits in THE BURREN. Die B&Bs werden leicht teurer und die Restaurants erst recht.
Das haben wir allerdings bereits bei unserem ersten Irland-Urlaub feststellen können. Und daher gab es dieses Jahr folgende Entscheidung: Bis hier und nicht weiter (gen Süden).
Auch wenn die Landschaft im Süden nicht schlecht ist, nein, wahrhaftig nicht, so gefällt sie uns trotzdem nicht so gut wie der Norden. Die Pauschalrundreisen führen mit den großen Bussen offenbar nur in Irlands Süden, der Norden scheint dafür –zum Glück- weniger reizvoll zu sein.
Mir bzw. uns soll das recht sein. Wir haben dieses Jahr den Norden recht intensiv erlebt und machen uns von hier auf den Rückweg nach Dublin, wo uns der Rückflug erwartet.
FAZIT:
=====
Irland ist ein tolles Urlaubsland. Wer nicht unbedingt die 35 C° am Strand sucht, gleichzeitig historisches sehen möchte, Naturliebhaber ist, auch nicht ganz fußfaul ist....für den ist Irland das richtige. Mit dem Wetter kann man Glück haben, immerhin, es besteht eine Chance.
Die Einsamkeit, die rauhe Natur, das Kennenlernen von Menschen bei dem fast täglichen Standortwechsel...all das sind neue Eindrücke, die dem stressgeplagten Menschen den Alltag vergessen lassen können.
Smalltalks, der Pub Besuch inkl.Guinness am Abend lassen den Abschied schwer fallen. Und vor allem: Die Schafe ! Man vermisst sie einfach...... :-)
Für dieses Jahr hatten wir uns ebenfalls 3 Wochen reserviert, allerdings wollten wir nicht ganz Irland besuchen, sondern lediglich den nördlichen Teil der Westküste, Irlands Norden sowie Nordirland.
Wie man bereits jetzt erkennt, hat es uns der Norden angetan. Vor 4 Jahren haben wir festgestellt, dass uns der weniger touristische Norden landschaftlich besser gefällt, als der mit Reisebussen befahrene Süden. Darum haben wir unseren Schwerpunkt entsprechend gelegt.
Zu den einzelnen Landschaften werde ich bei den entsprechenden Abschnitten meines Berichtes natürlich mehr schreiben.
Jetzt will ich euch erst mal zeigen, was euch erwartet und dann geht´s auch schon los. Bitte Rückenlehnen zurückklappen, die Chipstüte öffnen und die Cola griffbereit halten !
INHALT
1. Art des Urlaubs
2. Reisezeit
3. Unterkünfte
4. Verpflegung
5. Der Osten
6. Nordirland
7. Der Norden: Donegal
8. Der Westen Connemara, Sligo, Maya, The Burren
1. Art des Urlaubs
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Eines vorweg: Mein Mann und ich sind in Sachen Unterkunft nicht extrem anspruchsvoll und doch ziehen wir ein warmes sauberes Zimmer einem kalten feuchten Zelt auf jeden Fall vor. Auch wenn Irlands Natur vielleicht gerade zum Zelten herausfordert, so bevorzugen wir dennoch ein festes Dach über dem Kopf.
Dabei ist festzustellen, dass das Thema „Zelt“ schon mal ausscheidet.
Jetzt gibt es ja noch andere Möglichkeiten ein Land zu erkunden.
Z.B. mit dem Reisebus innerhalb eines Pauschalangebots. Nein Danke, erstens kommen Reisebusse nicht dorthin, wo die Landschaft am schönsten sind, zweitens ist das Flair einer zusammengewürfelten Reisegruppe nicht gerade das beste, drittens fährt man nur ausgesuchte Hotels o.ä. an, die keinen Kontakt zur Bevölkerung zulassen, viertens ist es ohnehin ziemlich teuer, fünftens, sechstens..............
Mit dem Fahrrad: Klar, das geht auch, doch wir beide sind eher Wanderer, die ein wenig im Land rumkommen wollen und dann möglichst einfach bestimmte Wandertouren ansteuern wollen.
Zu Fuß: Richtig gelesen, wir wandern zwar gerne, aber wir wollen auch etwas flexibel sein. Zu Fuß kommt man zwar überall hin, aber der Rucksack für 3 Wochen auf dem Rücken, ein eingeschränkter Bereich, denn man zu Fuß erreichen kann....nein nein, wir haben dann doch lieber diese Methode gewählt:
Anreise per Flugzeug und Mietwagen vor Ort.
Die Anreise ist sicherlich etwas teuer, aber dafür geht es schnell und bequem. Mit dem Mietwagen ist man ungebunden, kann weiterfahren, wenn irgendetwas einem nicht passt und das Gepäck wird bequem transportiert.
Klar, so ganz preisgünstig ist das nicht, sicher, aber dafür ist es unserer Meinung nach die beste Möglichkeit Irland zu besuchen.
Flug und Mietwagen hatten wir vorgebucht, Unterkünfte jedoch nicht. Aus Erfahrung wussten wir, dass es keinerlei Problem darstellt, in Irland eine Unterkunft für eine oder mehrere Nächte zu finden. Vgl.hierzu den Abschnitt „Unterkünfte“.
2. Reisezeit
°°°°°°°°°°°°°°
Vor 4 Jahren wir im Juli / August in Irland. Hochsommer, man sollte meinen, dass dann die beste Chance gegeben ist, Irland mit möglichst wenig Regen zu erleben.
Na ja, sagen wir mal, wir hatten damals 50:50 Sonnenschein und Regen. Für dieses Jahr hatten wir uns mal die existierenden Klimatabellen etwas näher angeguckt. Und was mussten wir feststellen ? Am wenigsten Regen fällt im Mai und Juni. Es sind zwar nicht die wärmsten Monate aber die trockensten. Also hatten wir uns diesen Zeitraum ausgesucht.
Und was war ? Die ersten Tage war fast nur schlechtes Wetter und kaum Sonnenschein oder gute Sicht. Aber mit Regenjacken und entsprechendem Schuhwerk ist das alles machbar. Später wurde das Wetter besser, blauer Himmel und Sonnenschein verpassten uns sogar so manche Hautrötungen *g*. Wie für Irland bekannt, war das Wetter aber sehr wechselhaft, die Regenkleidung sollte man nie weit weglegen. Verlässliche Vorhersagen / Klimatabellen existieren tatsächlich nicht, alles ist Glück oder Pech. Lt. den Einheimischen hatten wir allerdings Pech, so viel Regen hätte es seit Jahren nicht mehr gegeben. Mai u.Juni seien meist ziemlich trocken. Tja, kann man nicht ändern, aber ich muss sagen: Auch ein wolkiger Irland-Himmel hat durchaus seinen Reiz. Blaues Meer und grüne Wiesen.....das kann schon ein schönes Bild abgeben.
3. Unterkünfte
°°°°°°°°°°°°°°°
Je nach Lust und Laune stehen dem Touristen Hotels, Guesthouses, Inns, B&Bs und Hostels zur Verfügung. Zelten und Campen ist natürlich ebenfalls möglich. Wir bevorzugen preisgünstige Unterkünfte ohne Verzicht auf eine gewisse Privatsphäre. Auch soll ein gewisser Kontakt mit den Einheimischen entstehen. Wir Wollen Land UND Leute kennenlernen. Hotels sind für sowas eher ungeeignet und zu teuer, Inns und Guesthouses, naja, schon besser, aber immer noch teuer. Campen und Zelten sind nicht so ganz unser Ding und Hostels...naja, billig ja, aber man will auch sein eigenes Zimmer haben und keinen Mannschaftssaal.
Also bleiben die B&Bs übrig. Bed and Breakfast bedeuten die beiden Bs übrigens. Zu vergleichen mit den hier bekannten „Zimmer Frei“ Häusern. Aber eigentlich auch wieder nicht. In Irland, und Großbritannien ist es üblich und ganz normal, dass die Gäste meist nur eine Nacht bleiben. In Deutschland wird man etwas schief angeguckt und der Preis steigt in die Höhe. Klar, täglich die Bettwäsche zu wechseln macht natürlich mehr Arbeit.
Aber wie gesagt, in Irland ist sowas üblich und längere Aufenthalte eher außergewöhnlich.
Die betreffenden Häuser haben meist im Vorgarten oder am Straßenrand ein Schild mit „B&B“ stehen. Oft geht auch noch die Ausstattung der Zimmer daraus hervor: TV, En suite (eigenes Bad), Tea facilities (Alles was man für einen gepflegten Tee benötigt), Car Park . Das sind so die gängigsten Angaben.
Dann heißt es hingehen, anklopfen bzw. schellen und den eingeübten Satz loswerden: Hi, we´re looking for a doubleroom. Wenn was frei ist, wird man reingebeten, der Preis wird genannt und das Zimmer gezeigt. In 98% aller Fälle hat uns das gezeigte gefallen. Dann wird zugesagt oder man kann natürlich -wenn man meint es wäre ein wenig zu teuer- auch versuchen zu handeln. Aber Vorsicht: Das ist offenbar unüblich und stößt oft auch Verwunderung. Trotzdem: In einsamen Gegenden, wo man versuchte ein paar € mehr zu verdienen fragten wir einfach, ob man nicht noch ein billigeres Zimmer hätte. Das setzt ein Signal, alles weitere ist dann abzuwarten. Und wenn es einem immer noch zu teuer ist oder nicht gefällt...keine Scheu ! Man muss es nicht begründen, einfach sagen, dass man dann noch weitersucht und schon geht´s in Ordnung.
Kurzer Tipp: Auch im Mai / Juni kanns kalt werden. Man sollte fragen, ob abends die Heizung angemacht wird, das ist viel wert !
Die Preise reichten bei unserem letzten urlaub von 21 – 36 € pro Person pro Nacht. Nicht ganz billig, richtig, aber wer hat behauptet, dass Irland ein billiges Reiseland ist ? ICH NICHT! *g*
Die o.g. Zahlen sind die beiden Extremwerte. Das Mittelmaß lag bei 23-26 €. Eingeschlossen ist stets ein gutes und reichhaltiges Frühstück: Hier ein paar Sachen, die man angeboten bekommt (wenn man will, kann man natürlich auch das ganze Programm futtern :-) ): Corn flakes, Porridge (Grießbrei , mit viel Zucker ganz lecker), Beans on toast (weiße Bohnen meist in Tomatensoße auf einem Toast), Eier in jeglicher Variante, Bacon (knuspriger Schinkenspeck, teilweise aber auch ganz magerer Schinken), gebratene Champignons und Tomaten, Toast mit Marmeladen oder Honig, Graubrot und dunkles Brot. Kaffee oder Tee und ein Glas O-Saft gehören auch dazu.
Das reicht erst mal für eine ganze Weile.
Alles in allem kann ich wegen der netten Menschen, der wirklich nett eingerichteten Zimmer und des üppigen Frühstücks die B&Bs nur empfehlen. Man findet sie immer und überall. Man sollte aus Deutschland nichts vorbuchen, das setzt einen nur unter Druck, dass man abends dann auch dort sein muss. Keine Bange, vor Ort wird man meist ohne Probleme fündig.
4. Verpflegung
°°°°°°°°°°°°°°°°°
Gut, das Frühstück wäre also eingenommen, an der reihe wäre also das Mittagessen. Doch halt: wer kriegt zur Mittagszeit schon Hunger, wenn man ein ordentliches Frühstück hatte ? Uns hatte jedenfalls eine Packung Kekse oder ein Yoghurt o.ä. gereicht. Kleine Geschäfte findet man auch in den meisten Orten, Supermärkte nur in größeren. Dann heißt es Vorrat anlegen, denn Sachen wie Cola oder Chips oder Schoki sind in kleinen Läden ebenso wie in Deutschland meist teurer.
Das Abendessen. Tja, Restaurant sind selten und teuer. Klar, die Fischspezialitäten sind frisch und schmecken prima, aber alles hat seinen Preis. Oft gibt es Take away Läden, da kriegt man ähnliches wie bei McDonalds. Wer es gemütlicher mag, kann sind in Pubs das sog. Bar food einverleiben. Darunter versteht man sowas wie Suppen, Fish & Chips, Lasagne, Sandwiches oder ganz selten auch Irish stew.
Die Preise sind human und die Atmosphäre geht in Ordnung: Besser als auf der Straße, lauter als im Restaurant aber gemütlich neben Guinness und dem Torffeuer im Kamin.
5. Der Osten
°°°°°°°°°°°°°
Da wir mit Aer Lingus geflogen sind, bot sich Dublin als Ankunftsort an. Dublin hat Einwohner, jawohl, fragt sich nur wie viele ! Hat man mehrere Reiseführer dabei hat man auch mehrere Angaben: Die Zahlen reichen von 700.000 – 1.500.000 Einwohnern. Das Problem ist scheinbar, ob man die Vororte mitzählt oder nicht. Oder wie auch immer. :-)
Dublin ist bekannterweise Irlands Hauptstadt. Wir haben die Stadt nun 2mal besucht und können sagen: Schön, aber nicht so schön, um dort Tage zu verbringen. Nein, wir fuhren nach Irland um die großartige Landschaft zu erleben, nicht um im Touristenstrom und Autolärm zu versumpfen.
Dublin ist nämlich nicht gerade ruhig, eher im gegensteil: Viele Autos, Staus, jede Menge Touris....naja, das muss einfach nicht unbedingt sein. Aber angucken lohnt sich trotzdem mal, so für ein paar Stunden die Sehenswürdigkeiten abklappern, das geht in Ordnung. Insbesondere ist das Trinity College zu empfehlen. Schöne Architektur gepaart mit einer wunderschönen Bibliothek mit vielen vielen vielen alten Büchern. Und dem angeblich berühmten schönsten Buch der Welt: The book of celts ! Schon davon gehört ? Nö ? Macht nichts, vor Ort erfährt man genug darüber *g*. Es ist halt ein altes Buch, bunt bemalt und geschrieben..ja, sicher, schon schön, aber das schönste Buch der Welt ? Übrigens: das Buch liegt in einem Glaskasten. Jeden Monat wird eine neue Seite aufgeschlagen. Wer also Interesse hat, sollte seine Reise entsprechend planen.
Dublin hat aber noch anderes zu bieten: Eine schöne Altstadt (Temple Bar) und viele schöne Kirchen und Parks. Und viele Andenkengeschäfte. Und die Guinness Brauerei. Ganz wichtig ! Der dunkle Lebenssaft wird in Dublin gebraut.
Ok, verlassen wir Dublin und begeben uns Richtung Norden.
Keine Bange, ich werde jetzt nicht über jedes kleine Örtchen schreiben, auch nicht über jeden kleinen Steinhaufen...vielmehr werde ich die Landschaft schildern und den Grad der Sehenswürdigkeit versuchen zu erläutern, sofern das überhaupt gelingen kann.
Die Straße von Dublin an der Küste entlang Richtung Norden..naja.....ehrlich gesagt: was Besonderes ist sie nicht: Vielbefahren, kaum bunte Häuser, rasende LKW.......naja, Landschaftlich auch nicht sonderlich beeindruckend: Wiesen und Kühe, klar, aber das hat man hier in Deutschland auch. Totale Einsamkeit ? Fehlanzeige, schnell weiter, das lohnt sich hier nicht.
In Drogheda allerdings sollte man Ausschau halten nach der Straße Richtung NEWGRANGE. Newgrange ist eine alte Kultstätte, ein auf einem Hügel errichteter Steinring mit Dach sozusagen. Nachdem man bezahlt hat, wird ein Führer den Touri ins Innere dieses Hügel geleiten. Dort wird ein Lichtspiel besonderer Art gezeigt. Nein, nichts kitschiges, viel mehr wird verdeutlich, das sich die Iren von 2500-3000 Jahren bereits mit der Sommersonnenwende auskannten. Beeindruckend. Empfehlenswert !!!!
Und weiter geht´s.......
Gänzlich ohne Schilder fährt man erste mal an den Hochkreuzen von Monasterboice vorbei. Braune Sehenswürdigkeitsschilder ohne nähere Angaben verwirren zeitweise, aber mit etwas Geduld wird man bzw. frau fündig.
Ein alter Friedhof mit hohem Rundturm, das findet man in Monasterboice. Für den erstmaligen Irland-Besucher sind die Rundtürme was besonderes, allerdings tauchen die öfter in der Landschaft auf, als man zunächst meint. Was mir auf diesem Friedhof besonders gefallen hat: Die sogenannten Hochkreuze. 2-3 Meter hohe Steinkreuze, an denen biblische Geschichten eingemeißelt sind. Toll, die Kreuze sind sehr beeindruckend, insbesondere eben die Größe und das Wissen, dass die Kreuze schon seit hunderten von Jahren dort stehen.... .
Noch ein Stückchen weiter –landschaftlich ist es immer noch nicht spektakulär- und man ist in........richtig Nordirland.
6. Nordirland
°°°°°°°°°°°°°°
Nordirlands Küste ist schön. Allerdings für meinen Geschmack nicht so schön wie die Westküste. Es fehlt irgendwie das Rauhe und das Einsame. Trotzdem möchte ich hier auf ein paar Sehenswürdigkeiten eingehen:
Mourne Monutains:
Ein paar nette Berge direkt an der Küste. Sattes Grün, kleine Häuschen, allerdings auch eine schnelle Straße, denn die Gegend wird am Wochenende von nationalen Kurzurlaubern ziemlich bevölkert. Aber trotzdem: Schön anzuschauen und gut zu bewandern: Gute Wanderwege !
Allerdings wie gesagt am Wochenende sehr besucht. Einsamkeit und freie Auswahl an B&Bs sucht man dann vergebens.......
Belfast:
Tja, als Industriestadt verschrien, als Kriegsmetropole noch dazu. Sollte man da tatsächlich hin ? Eigentlich hatten wir es nicht vor, denn es fanden in der Vergangenheit auch Anschläge in der Innenstadt statt und gerade die wollten wir besuchen. Naja, nicht nur die, sondern eigentlich gerade auch die Viertel, in denen es heiß her geht. Diese Viertel sind von Wandmalereien geprägt, die wirklich schön anzuschauen sein sollen. Also haben wir mal im Reiseführer nachgelesen....hm hm hm, in die Straßenschlachtviertel sollte man nicht rein, schon gar nicht mit dem eigenen Auto. Und per Taxi.......naja, man muss sich schon das konfessionsgerechte Taxi rausssuchen. Ehrlich gesagt: Das ging uns zu weit. Durch diesen Aufwand den ärger auch noch irgendwie zu unterstützen in dem man sich anpasst.......nein, das wollten wir nicht, das widerstrebte uns. Also ging es nur in die Innenstadt. Und was soll ich sagen ? Schön, sehr schön. Gepflasterte Einkaufszone mit gepflegten Geschäften. Man sieht natürlich auch anderes, aber das ist überall so. Das Gefühl vor Ort ist etwas merkwürdig, aber beim bummeln vergisst man das schnell. Also, mein Tipp: Reinschauen sollte man ja schon mal, ob man den Besuch vertiefen will......naja, das bleibt jedem selbst überlassen. Übrigens: Lt. Nachrichten gab es am nächsten Tag wieder mal „Troubles“....
Empfehlen möchte ich noch „Glenariff Forest Park“ und „Tullymore Forest Park“.
Im erstgenannten gibt es verschiedene Wanderwege, meist recht kurze, aber auch 3stündige sind dabei. Für den Einstieg ist das ganz gut, obwohl die Wege angelegt sind, sind zumindest unter der Woche nicht zu viele Besucher vorhanden.
Man bekommt schöne Ausblicke über die Glens of Antrim, man sieht schöne Täler, bunte Pflanzen und allerhand Getier.
Nett.
Der Tullymore Forest Park ist schon besuchter. Die Wanderwege sind zum Teil gekiest , anfangs sogar geteert. Zu empfehlen ist der weiteste Weg, ca. 4-5 Stunden. Man bekommt erste Eindrücke, aber ehrlich gesagt: Die Rauhheit und Einsamkeit und damit wahre Schönheit kriegt man hier nicht zu sehen oder zu spüren.
Trotzdem ist´s mal einen Abstecher wert.
Ja, kommen wir zu meinem persönlichen Höhepunkt Nordirlands:
Dem Giant´s Causeway.
Von Klippen umgeben scheint dem Meer eine Fläche mit glatt geschliffenen Säulen zu entwachsen. Verschieden hohe 6eckige Basaltsäulen, ragen aus dem Ufer ! Glatt geschliffen machen sie den Eindruck, als ob da irgendwann mal jemand was in den Boden gerammt haben muss. Lt. irischer Sage war´s es auch so: Irgendein Riese hat die Säulen sozusagen als Trittbrett ins Meer gelegt. Naja, Geologen sagen da was anderes zu. Vermutlich (!) handelt es sich um erkaltete Lavamasse. Aber genau weiß das offenbar niemand. Falls ihr euch nichts darunter vorstellen könnt: Schaut mal ins Internet unter dem Begriff nach, Bilder finden sich zu Hauf.
Mein Tipp: Unbedingt hin. Früh morgens, wenn die Sonne gerade aufgegangen ist und noch keine Busse angekommen sind. Anschließend kann man über einen recht steilen Weg die Klippen erklimmen und oben einen Weg langmarschieren. Schön. Sehr schön. Sollte man sich nicht entgehen lassen....
7. Der Norden: Donegal
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Für mich der schönste Teil von Irland. Rauhe Küste mit steilen Klippen, aber auch wunderschönen einsamen Sandstränden. Feinster Sand wie in der Karibik, selbst das Meer leuchtet bei gutem Wetter hellblau. Torflandschaften zieren die sanft geschwungenen Hügel und Bergchen. Schafe und immer wieder Schafe.......kleine Straßen, kaum Touristen, richtig urige Einheimische. Touristen sind aber trotzdem überall gerne gesehen. B&Bs gibt es seltener, aber dafür gibt es auch wesentlich weniger Tourismus. Unterkünfte sind daher auch kein Problem. Trotz geringster Bevölkerungsdichte findet man aber irgendwie immer einen Pub, in dem man mit Einheimischen ein gutes Guinness trinken kann. Bei der Gelegenheit: Iren sind sehr musikalisch. Es gibt genügend Pop Stars aus Irland. Man denke nur an Enya, Chris de Burgh und U2. Ein Tipp: Unbedingt solche Musik für´s Auto mitnehmen, es passt super in die Umgebung.
Musikalisch...ja, wo war ich stehen geblieben. Genau, ja, in Pubs fangen oft von einer Sekunde auf die andere Leute an zu singen. Irish Folk live von einheimischen Laien. Irgendwie ist das schon ein nettes Völkchen.
Zurück nach Donegal:
Dieser nördlichste Landzipfel liegt wirklich etwas abseits, aber ein Abstecher lohnt sich garantiert, wenn man Ruhe, nette Menschen und rauhe Landschaft mag. Und Einsamkeit !
Kurzes Fazit: Donegal ist super !
8. Mayo / Sligo
°°°°°°°°°°°°°°°°
Nord-westlich gelegen gehen diese beiden Grafschaften ineinander über. Es ist nicht mehr so einsam wie in Donegal, obwohl...streckenweise fährt man wirklich zig Kilometer, ohne irgendeiner menschlichen Seele zu begegnen. Das liegt dran, dass teilweise nur Torflandschaft vorhanden ist. So einfach lässt sich darauf wohl kein Häuschen o.ä. bauen. Verständlich. Die Natur ist hier nicht ganz so rauh, dafür grüner. Der Tourismus nimmt langsam zu, ja, es gibt so ein Städtchen mit „Bad“ Charakter. Offenbar gibt es dort bestimmtes Schwefel-vorkommen. Entsprechend hoch sind dann dort auch die Unterkunftspreis. Aber nicht mit mir / uns: 5 Miles weiter haben wir ein schönes Farmhouse gefunden mit niedrigem Preis und super netter Versorgung. Vergleichen und evt. weiterfahren lohnt sich also. Mayo und Sligo sind schön. Das Land wird flacher und die Strände nehmen zu.
In Küstennähe sind auch einige Bauern ansässig, scheinbar ist der Boden dort besser. Steiniger wohl, aber ohne Torf.
Man fand in Mayo und Sligo jede Menge Überbleibsel aus vergangenen Zeiten: Steinringe, Steinforts, Hünengräber, Dolmen, Rundtürme, Hochkreuze etc. Es gibt also auch viel historisches zu sehen. Auch haben in dieser Gegend früher viele Schriftsteller gewohnt. Oft sind Häuser und Geburts-/Todesstätten an der Straße ausgeschildert.
Die Westküste ist bekannt für super schöne Sonnenuntergänge. Und es stimmt: Als wir eines abends an einem von Kühen (!!) belagerten Strand ein wenig spazieren gingen, erlebten wir zufällig einen wunderschönen roten Sonnenuntergang. Toll.
Also: Ebenfalls empfehlenswert.
10. Connemara
°°°°°°°°°°°°°°°°
Und es geht weiter Richtung Süden. Connemara ist als eine sehr dünn besiedelte Gegend bekannt. Viele Steine im Erdreich erschweren den Hausbau und die landwirtschaftliche Bebauung. Das Landesinnere wird durch Berge von der Küste getrennt. Diese Berge können sehr schön bewandert werden, es gibt zahlreiche Wege. Wer es etwas flacher liebt, sollte sich den Abschnitt zwischen Bergen und Meer genauer angucken: Hier stehen Steinmauern, erbaut aus Steinen, die Bauern vor Urzeiten dem Erdboden entrissen und anschließend zu Mauern verarbeitet haben. Zu Mauern ? Warum ? Einfach: Wegen des Windschutzes ! Als der Boden um die Steine erleichtert war, konnte man Ackerwirtschaft betreiben. Nun ja, und da kommt ein Windschutz ja gerade recht.... .
B&Bs sind wieder etwas knapper, aber auch der Tourismus ist gering.
Die Küste besitzt viele kleine Inseln, die man durch Brücken erreichen kann. Grauer Stein bzw. Fels, grüne Wiesen, weiße Schafe, vielleicht auch mal blauer Himmel.....ein toller Anblick !
Kleine Fischerboote liegen bei Ebbe auf dem flachen Grund, kleine Cafés gibt es selten, doch wenn man eines sieht, lohnt sich ein Besuch. Eine Erfrischung (ob kalt oder heiß) sollte man sich ruhig mal gönnen. Vielleicht auch ein Stück Kuchen......? *g*.
Der Blick über Connemara ist von grauem Fels geprägt. Die Straßen sind klein und eng, die Häuser stehen weit auseinander. Auch hier kann man übrigens tolle Sonnenuntergänge sehen. Und im Rücken hat man bei gutem Wetter Berge, die zur Erklimmung geradezu auffordern. Nur Mut, so schwer ist das gar nicht. Naja, manche Wege doch.
Auch diese Landschaft gehört zu meinen Favoriten: Sollte ich ein drittes Mal nach Irland kommen, werde ich hierher garantiert wieder kommen.
11. The Burren
°°°°°°°°°°°°°°°°
The Burren ! Was ist denn darunter zu verstehen ? Nun, auch hierbei handelt es sich um eine Landschaft, die wegen ihrer natürlichen Schönheit und ihrer Besonderheiten zu den absoluten Highlights Irlands zählt.
Bei meinem ersten Irland-Urlaub war hier nicht so dolles Wetter, so dass ich eher enttäuscht war. Dieses Jahr hatte ich Glück: Strahlend blauer Himmel und weiße Wölkchen !
Und nun sah ich auch, was The Burren ausmacht: Wieder einmal grauer Granit. Riesige Steinplatten im Erdreich glitzern schon von weitem in der Sonne. Granitplatten, die durch wanderndes Eis in der Eiszeit geschliffen und geformt wurden. Hier mal glatt, dort entstanden Spalten. Und in solchen Spalten haben sich Pflanzensamen erhalten. Pflanzensamen von Pflanzen, die normalerweise nur im Polarkreis zu finden sind. Herangetragen durch das wandernde Eis und überlebt bis in die heutige zeit. Der Wanderer und Besucher sollte darüber nachdenken, bevor er wild das Grünzeug einfach platt tritt.
Bei blauem Himmel sieht man die glänzenden Kirchen bereits von weitem: Aus grauem Granit wurden sie seinerzeit gebaut, haben die Jahrhunderte mehr oder weniger gut überstanden und dienen heute als exzellentes Fotomotiv.
Und überhaupt bietet dieser Granitboden bei gutem Wetter strahlende Aussichten.
In diesem Landstrich findet man auch einen der bekanntesten Dolmen, man sollte allerdings früh morgens hin, bevor die Touri-Busse kommen. Ich habe so den Eindruck, dass dies der nördliche Wendepunkt für Touri-Bustouren ist.
Ganz in der Nähe sind auch Höhlen zu bewundern. Ein Abstecher lohnt sich, zumal die Preise recht human sind. Aber auch hier sind Touristenbusse zu erwarten.
Wenn man schon mal hier und den ersten Kontakt zu Pauschaltouris gefunden hat, dann kann man sich auch gänzlich in den Touristenstrom stürzen:
Und zwar bei den Cliffs of Moher ! Hohe Klippen erwarten den Schaulustigen. Ein schöner Wanderweg geht die ganzen Klippen entlang. Sehr schön und ohne Nebel siehts einfach toll aus. ABER: Touris ohne Ende. Einen wahren Kulturschock erlebt derjenige, der vorher im einsamen Norden war. Langsam steigen dann auch die Preise, übrigens merkt man das bereits in THE BURREN. Die B&Bs werden leicht teurer und die Restaurants erst recht.
Das haben wir allerdings bereits bei unserem ersten Irland-Urlaub feststellen können. Und daher gab es dieses Jahr folgende Entscheidung: Bis hier und nicht weiter (gen Süden).
Auch wenn die Landschaft im Süden nicht schlecht ist, nein, wahrhaftig nicht, so gefällt sie uns trotzdem nicht so gut wie der Norden. Die Pauschalrundreisen führen mit den großen Bussen offenbar nur in Irlands Süden, der Norden scheint dafür –zum Glück- weniger reizvoll zu sein.
Mir bzw. uns soll das recht sein. Wir haben dieses Jahr den Norden recht intensiv erlebt und machen uns von hier auf den Rückweg nach Dublin, wo uns der Rückflug erwartet.
FAZIT:
=====
Irland ist ein tolles Urlaubsland. Wer nicht unbedingt die 35 C° am Strand sucht, gleichzeitig historisches sehen möchte, Naturliebhaber ist, auch nicht ganz fußfaul ist....für den ist Irland das richtige. Mit dem Wetter kann man Glück haben, immerhin, es besteht eine Chance.
Die Einsamkeit, die rauhe Natur, das Kennenlernen von Menschen bei dem fast täglichen Standortwechsel...all das sind neue Eindrücke, die dem stressgeplagten Menschen den Alltag vergessen lassen können.
Smalltalks, der Pub Besuch inkl.Guinness am Abend lassen den Abschied schwer fallen. Und vor allem: Die Schafe ! Man vermisst sie einfach...... :-)
Bewerten / Kommentar schreiben